Mittwoch, 15. Juli 2020

Wolf

So erwache ich jeden Tag - immer etwas anders einsam. 
Die alten Geschichten, von denen jeder schon zu viel gehört hat, kommen stets zurück zu mir; mit mehr Wehmut, mehr Angst, mehr Reue - und einem gesunden Satz spitz-geformter Zähne. Ich bin klein und kenne keine Worte mehr, die jemanden erreichen. Ungeliebt und möglicherweise ungebraucht riecht nichts mehr wie frischer Tau auf der Morgenwiese - nur nasser Hund.  

Es liegt nicht einmal daran, dass niemand meine Liebe versteht. Nur wird sie schlichtweg nicht ausgehalten, nicht geduldet.
Denn es ist eine kaputte Liebe.
Es ist eine verdorbene Liebe.
Es ist eine betrogene Liebe.

Dienstag, 14. Juli 2020

Nichtssagend

Augenringe in der Farbe von Nachtschatten,
doch ein Lächeln auf den Lippen.
Die entzückenste Art Lächeln,
das lügt
                            und hallt.
(Die Art, die leer ist.)

Donnerstag, 9. Juli 2020

Windstoß

Die Seifenblase:
Der Traum
einmal nur geliebt
zu erwachen.

Im Gegensatz:
Der Alptraum
immer nur liebend
zu erwachen.


Donnerstag, 2. Juli 2020

Selbsthass

Egozentrisch, doch real: Ich suchte nicht nach Selbstliebe, sondern nach einer Liebe, die selbst jemanden wie mich noch erreicht. Verzweifelt ziehe ich mich über meine Narben, doch schaffe es nicht die Blutung der Mutterwunde zu stillen. Der Nachthimmel legt sich über mich; nicht ganz so hoffnungslos wie schmerzlich.

Ist grau eigentlich noch eine Farbe, wenn sie all das ist, in was du dich auflöst?
Dieser Körper ist ein Kampffeld. Und wenn es etwas gibt, was ich in hinein graviert habe, ist es die Hässlichkeit meine Sünden. Tilgung ist in meinem Falle nicht genug. Es gibt keine Erlösung von diesem schwarzen Loch in meiner Seele. Sollte es Gott geben, sagt ihm, ich würde Bleichmittel löffeln, wenn mich das nur wieder sauber macht. (Diese Fingerabdrücke sind überall. Dreckig. Fleckig. Sie machen mich zu einem Monster.)

Dies ist unüberwindbar. 

Ich verdiene das. Dieser Schmerz, diese verstecken Tränen, diese Sprachlosigkeit sind das, was mich ausmacht.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Den man liebt

"Wenn man jemanden liebt, lässt man sie nicht im stolpern", sprach der Fremde aus der gegenüberliegenden Straßenseite. Aus der Ferne fielen mir seine rot geschwollenen Augen auf; die Verzweiflung, die auf taube Ohren stößt. Schreiend verhallen die Worte, die er nicht sagen kann - der Glaube an den Glauben verloren.
Stille ist die Wand (wie eine Waffe), die dafür geschaffen, Ungewolltes draußen zu halten. Entfernt zu wissen.

Er wendet sich langsam, doch schwerfällig ab; schwankend und ungewiss. Ein letzter erhaschter Blick knallt auf Beton (zusammengekniffene Augen) und N.I.C.H.T.S.
Jemanden, den man liebt, lässt man nicht stoplern.
Den Rest schon.

Dienstag, 30. Juni 2020

Montag, 29. Juni 2020

Die Winkel totgeglaubter Nachmittagsschatten erinnern mich an die Person, der mehr Eis als Blut durch die Venen pumpt.
Nicht jeder von uns kennt ein zu Hause.