Montag, 23. September 2019

Dreck unter den Fingernägeln

Er sagt 'Trauma' als Ersatz für Unentschlossenheit, doch spürt nicht die klaffende Wunde in der Millisekunde zwischen Traum und A. Keine Roboter erlaubt; geht dies auch auf Kosten konsolidierender Herzen. Seine Finsternis zu teilen, brütet das Gefühl von Heimatlosigkeit in mir. Ich gehöre genauso wenig hier her wie Lebkuchen in das Sommersortiment der Supermärkte. Oder genau so viel.
Übrig bleibt eine halb-volle/halb-leere Vase, die aus Haarrissen auf unsichere Hände tropft. Ungewiss, was aufgefangen und was losgelassen werden sollte.

Ich konnte das Ausbreiten des zähflüssigen Verderbens in meinem Kopf nicht unterdrücken. Denn wenn er sagt "Ich finde einfach keinen Ausweg mehr", meint er, dass er dem Kämpfen zu müde geworden ist.
Und wenn ein Puzzleteil sich jeder Umgebung anpassen kann, ist es auch egal, ob er den Weg leitet oder zurück fällt. Es gibt nichts zu sagen, so halten sich undefinierte Geheimnisse verschlossen hinter trockenen Lippen.


Dienstag, 3. September 2019

Dies könnte eine Metapher sein

Ich weiß wie es sich anfühlt, in Seen zu schwimmen, in denen weitaus standhaftere Seelen sich ertränkt haben und untergegangen sind.  

Sonntag, 25. August 2019

Sonntag

Es ist nicht so, dass ich nicht aufrichtig bin,
beziehungsweise
dass ich nicht aufrichtig sein möchte.
Nur weiß ich nicht, wie ich
glaubhaft
vermitteln kann, dass ich
mich sorge.
(Das Farbschema ist komplex.
Fast zu komplex 
für die Augen;
hell und lebhaft.)
Lange habe ich
hart
daran gearbeitet,
dass es so aussieht
als wäre es nicht so.
Hab auch daran 
gepfeilt,
wie man sich gibt,
wenn Niemand -
so gar keiner -
sich kümmert.
(Mein Vokabular wirkt 
unkonventionell.
Es besteht nur aus Worten, 
die aus alleinigem Zweck 
formuliert werden: 
Zu schützen, 
zu schirmen,
zu verkennen.)
Manchmal ist der Versuch
nicht genug.
Und Dankbarkeit?
Jedenfalls gehen mir die
Tätigkeitsgebiete nicht aus,
an denen ich schaffen kann.
(Ich bin nicht so alt
wie nihilistisch.
Bin nicht so glücklich 
wie es scheint.)
Optionen ist der Zigarettenrauch, 
der sich 
nach und nach
im Sommersonnenschein auflöst.
Man kann ja immer noch beten.

Wenn man nur wüsste, 
für was.
Wenn man nur wüsste, 
zu wem.
Zeit gehört an den Ort,

an dem Intentionen hausen.
(Und es ist 

mehr als bekannt, 
dass wirklich jeder
immer nur die besten hat.)

Samstag, 17. August 2019

Phasen der Trauer: 5. Die Akzeptanz

Zurück im Bett:
Gewichtet von Schweiß und toter Haut.
Hier möchte ich mich strecken
und des Himmels Wände einreißen,
denn die machen mich
verdammt nochmal
klaustrophobisch.

In zu viele Tücher
habe ich geweint.
Sie müssen immer noch
feucht sein.
Mit jedem Stück,
welches ich von mir selbst hinterließ,
fand ich einen Buchstaben
meines Namens wieder.
Wie zu erwarten war,
heilte dies nicht den Verlust. 


Zerkaute Fingernägel,
Kurzatmigkeit.

Platzwunden auf den
schmerzempfindlichsten Stellen der Seele:
Ich kann 

und kann nicht

ohne dich schlafen.
Gewohnheit schafft die Metamorphose.
Niederlagen tragen keinen Geschmack,

wer auch immer behauptet, sie schmecken bitter, 
hat sie noch nicht hinter
verschlossenen Jalousien gekostet.
Hier gibt es kaum Licht.

Die Sehnsucht im Neu-gefundenen
schimmert im Gedanken deines Ablebens.
Du wirst nicht mehr zu mir zurück kehren. 

Würmer und Insekten erledigen den Rest.
Ein Bild von dir zur Erinnerung. 

Meinen Namen kann ich wieder lesen, 
nur noch nicht richtig aussprechen. 


Alles hat wohl seine Gründe.
Der Grund deines Todes liegt in der Lehre, 

im Begreifen. 
(Lass' mich leben, solange Leben gegeben.
Mit dir immer in meinem Herzen.)


Bis bald.

Donnerstag, 15. August 2019

Phasen der Trauer: 4. Die Depression

Wie ein Papierschnitt im Nacken, einRiss des Gewissens
und allem, was ich je berührte.

Wonach fühlt es sich an?
Leere.

So kehre ich nach Hause zurück,
um mich auf die Schiene zu legen.
Ruhe,
wenn auch nicht in Frieden;
nur ruhe endlich!
Schneller wird der Zug nicht mehr,
denn ich vermisse dich
mehr als ich mein Dasein schätze.

Wonach fühlt es sich an?
Dunkelheit.

Man lernt im Leben,
auch vom Tod;
ich habe zugehört,
doch kann nicht antworten. 
Auf diese Weise bezahlt man
imens
für die Sünde des Atmens.

Nur wie fühlt es sich an?
Zu Boden drückende Schwerelosigkeit.

Plastikseelen vernebeln.
Aus der Baumkrone starren mich
finstere Augen an;
es ist zu spät, mich zu überzeugen.
Du bist für mich verloren.

Mein Blut gefriert
wie eine Krankheit
in den letzten Stadien. 
Wartend auf ein Ende,
AbBruch der Sehnsucht: 
zwischen leeren Bierflaschen
und Bahngleise
fand ich den ersten Buchstaben
meines Namens. 

Dabei habe ich gar nicht mehr gesucht,
sondern wollte wissen, 
wie es sich anfühlt?

Mittwoch, 14. August 2019

Phasen der Trauer: 3: Das Verhandeln

Nachdem die Einrichtung zerstört,
die Seiten verbrannt wurden,
möchte ich meinen Namen gar nicht mehr
wissen,
nichts mehr
finden;
(doch
nur einmal möchte ich dich noch umarmen.
Nur einmal noch an deinen Haaren riechen.
Nur einmal sagen, es tut mir leid.)

Man nennt ihn den
allmächtigen, vergebenden Gott
und ein sarkastischen Lachen
kann ich mir nicht verkneifen:
Vergeben waren die,
die anderen schadeten.
Und ich? Ich
betete
auf Knien
bis er seine Telefonnummer änderte.
Jemand ohne Namen kann solch
hohe Persönlichkeiten
nicht einfach kontaktieren.
Doch auch wenn er nicht mehr
an oder in mich glaubt,
verspreche ich weiter zu beten.

Bitte komm' zu mir zurück!
Ich werde mich auch nicht mehr
über deine Schuhe lustig machen,
dich nicht mehr zwingen wollen,
mehr Gemüse zu essen,
werde dich nicht mit Internetbildern nerven,
komm' nur einfach wieder zurück
und bringe meinen Namen mit.

Alles passiert mit einem Grund,
durch und aus einem Grund,
und bist du wieder bei mir,
weiß ich,
dass auch
jemand/etwas
wie ich
gehört werden kann.