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Mittwoch, 31. August 2011

Derzeitiger Zwischenstop der Almased-Diät

Morgen beginnt ein neuer Monat, September. Für diesen Monat habe ich mir eine Menge vorgenommen: 44 Kilo erreichen, das Ritzen so weit es geht ein zu dämmen, ein Vorstellungsgespräch bei einem Facharzt für Psychotherapie hinter mich bringen, meinen Kleiderschrank aufpeppen, mehr lernen und mehr Sport.

Derzeitiges Gewicht: 44,9 Kilo. Mit der Almaseddiät habe ich innerhalb von drei Wochen mehr als drei Kilo abgenommen, hätte ich mich an die Vorgaben gehalten, wären es sicher auch mehr gewesen. Herzlichsten Dank an all die lieben Kommentare zur Motivation!
Vorerst möchte ich einen Zwischenstop einlegen, da mein gesundheitlicher Zustand zu wünschen übrig lässt. Ständig habe ich Kopfschmerzen, Konzetrationsschwierigkeiten bis hin zu Schwindelanfällen und dazu kommen Magen-Darm-Probleme. Da alleine wäre vielleicht nicht das Problem, der Hauptauslöser für diese plötzliche Entscheidung war die Tatsache, dass ich nur noch zentimeterweit vor dem Fressanfall des Jahrhunderts stehe.
Zur Zeit würde ich das einfach nicht verkraften. Natürlich informiere ich euch weiter über mein Gewicht und Diäten, keine Sorge!
Wanna be a thinspo, bitte sei mir nicht zu sehr böse! Du warst mir eine riesige Stütze, aber gerade bin ich nur am Scheitern und möchte niemanden noch mehr enttäuschen.

Die "Unterseiten" meines Blogs sind gerade nur in Bearbeitung, bald kommen sie wieder!

Dienstag, 30. August 2011

100 Meter Sprungturm

Das Licht brennt in meinen Augen. So sehr, dass ich meine Lider zu engen Schlitzen zusammenpressen muss.
Hier stehe ich nun: Die Füße dem Abgrund der Welt so nahe. Laut brülle ich "Hallo" den Klippen entgegen, doch hallt weder eine Antwort noch ein Echo zurück. Letztendlich allein, wie so viele Male davor auch. Stille ist mein einziger Begleiter; diese zermürbende Stille, die sich wie ein Parasit durch mein Innerstes frisst.
Ein Vakuum im Kopf: Nicht einmal ein rechtschaffender Gedanke zur Selbstjustiz.

Fest umschlingen meine Arme den gehassten Körper, drücken noch ein wenig mehr. Ich habe Angst davor, auseinander zu fallen. Oder etwas Unbekanntes könnte aus mir herausbrechen.
Die Luft wird dünner. In Gedanken nur male ich mir den Aufprall aus. Abgehen mit einem großen Knall, öffentlich blutverschmiert und reif für die Presse. Sicher würde meine Geschichte der Bild-Zeitung gefallen: "Elefantenkuh vom Himmel gestürzt - war der Zoowärter der Täter?"

Makabere Ironie ist jedoch kein Schutzschild.

Mir fehlt der Mut zu springen: Nicht die Kraft zu sterben.
Ich habe einfach keine Stärke mehr, kann nicht mehr lachen und bin nur noch ein willenloser Schatten meiner selbst.
Wohin würde ich fallen, wenn ich springen würde?
Freiflug durch die Leere. Doch da war ich bereits, von da komme ich ja. Vom Regen in die Traufe: Der Swimmingpool eines Pessimisten.

"Lächerlicher Versager", flüstere ich mir selber zu. "Selbst dazu bist du zu feige!"

Sonntag, 28. August 2011

Hohlraum eines inneren Herrschers

Sie fällt in sich zusammen. Die Reste eines gebrochenen Herzes verschmieren das Badezimmer mit Blut.
Das Lächeln ist verschwunden. Jenes Lächeln, welches sie heute aufgesetzt hat als sie belegte Brote für ihre Freunde gekauft hat. Niemand fragt, keiner wundert sich. Nicht einmal ihr Magen gibt noch einen Ton von sich.
Manchmal hört sie ihn sagen: "Na gut, ich gebe auf. Und ich bin auch wirklich ruhig solange du dich nicht daran erinnerst wie Kinder Riegel schmecken!"

Kinder Riegel hat sie immer gerne gegessen, und Erdbeeren, und Joghurt-Eiscreme, und Gummibärchen. Nur daran erinnern möchte sie sich nicht, darf sie sich nicht.

Wenn sie alleine ist, kämpft sie mit sich selbst. Ängste flüstern Verunsicherungen in ihr Ohr. Es ist schwer. Sie weiß, dass sie - bei ihrem jetztigen Lebensstil - hart wie Stein sein sollte. Emotionslos, doch Mensch genug, um das vor Anderen zu verbergen.
Dass dies aber nicht die Schuld ihrer Freunde ist, realisiert sie gar nicht erst. Geheimnisse, die sich wie giftige Schlangen durch ihren Leib bohren und einen Pfad verätzter Zerstörung hinterlassen. Das ist ein Teil von ihr, vielleicht alles, was ihr bleibt.

Atmen ist ein Kraftakt. Absorbiert lediglich das Licht der Sonne, ihre letzten Energien fast aufgebraucht. Sie ist ein Papiermensch in einer fleischlichen Welt. Ignoriert und missachtet, auf strukturelle Weise erbärmlich. Anders, irgendwie: Doch spiegelglatt wie Jeder andere auch.
Diese Welt ist gekünstelt und zwei-dimensional.
Und ihre Träume scheinen nur Fantasievorstellungen, die von unbekannten Fingern am PC bearbeitet wurden. Unwahrheiten, die zu schön sind, um menschlich zu sein. Könnte sie ihrem Kopf das begreiflich machen, könnte sie vielleicht auch etwas ändern. Könnte sie ein wenig glücklicher sein. Vielleicht könnte sie in der Nacht schlafen und sich nicht stndig fragen, was mit ihr nicht stimmt.

Sie hoffte auf einen neuen Anfang, doch kam das Ende schneller.
Einfach ist es nicht. Die Zeiger der Uhr sind nicht zurück zu drehen. Es ist unmöglich mit einem Fingerschnipsen wieder in jene Zeit zu kehren, in der ihre Augen noch geleuchtet haben und ein Lächeln auf ihren Lippen tanzte. Ein richtiges Lächeln, ein echtes. Nicht diese unwürdige Grimasse, das einem schmerzverzehrtem Zucken der Lippen ähnelt.

Sie gibt vor, nichts zu sehen, nichts zu hören. Nimmt und nimmt, doch hat nichts zu geben, was man nicht auf im Supermarkt nebenan kaufen kann.
Das Wort "Leben" hat seine Bedeutung verloren. Vielen Dingen ergeht es so.
Woran es wohl liegt? Warum die Blüten einer Blume einfach verwelken?

Das Blut tropft noch immer von ihrem Herzen, in Richtung Boden. Platsch. Ihre Gedanken verschwimmen ineinander bis keine erkennbare Grenze mehr zu erblicken ist. Kein wirklicher Traum. Kein realer Unsinn. Warum sie nicht aufhören kann, ist ihr ja selbst ein Rätsel.
Schönheit kann nicht greifbar sein, wenn man beim Versuch sie zu erreichen, dem leeren Blick eines Skelettes entgegen sieht.
Für Niemanden ein Geheimnis. Für Alle nicht verständlich.

Sie ist so müde. Ihr Körper gebettet in einem Meer von Rasierklingen. Süchtig nach Trauer, und es hallt einfach in ihrem Kopf wider:

Warum?



Danke an alle, die selbst längere Texte von mir lesen. Durch Kommentare von euch fühle ich mich gestärkt und einfach wieder ein bisschen wohler in meiner Haut.
Diese Zeilen widme ich Gain Perfect, die für jemanden wie mich immer ein liebes Wort gehabt hat. Du hast mir wirklich sehr geholfen und ich hoffe, dir gefällt's!

Über Almased werde ich erst ab Dienstag wieder was schreiben, da ich heute wieder einen Refeed-Day eingelegt habe. Das aktuelle Gewicht könnt ihr unter "Addicted to nothing" naschauen.
Von Wanna be a thinspo habe ich leider auch nichts gehört. Ich hoffe mit ganzen Herzen, dass es ihr gut geht und sie eine schöne Zeit verlebt!

Samstag, 27. August 2011

Das Lernen vieler Dinge lehrt nicht Verständnis

"Ich glaube, meine Seele steckt verkehrtherum in mir drin."
"Was?"
"Meine Seele. Sie sitzt verkehrt. Wie bei einem Blumentopf, bei dem die Erde oben liegt."
"Das ist irgendwie... merkwürdig."

"Alle Symptome stimmen überein."
"Ok, und was sind die Symptome dieser Krank-?"
"Es ist keine Krankheit."
"Na gut, was sind die Symptome deiner besonderen Umstände?"
"Ich sorge mich zu sehr um Belanglosigkeiten. Kann nicht aufhören, daran zu denken. Mein Herz bricht zu schnell. Und mein Gehirn steht asymmetrisch zu den Dingen, die Spaß machen sollten."
"Spaß?"
"Du weißt schon; Freunde, Ausgehen, Parties, Sex,..."
"Oh..."
"Mh?"
"Um was sorgst du dich denn zu sehr?"
"Alles! Gott, Wale, Globale Erwärmung, Ernteverluste, die Europäische Zentralbank, Lybien, der Tumor der Hündin der alten Dame nebenan,-"
"Ich verstehe ja schon. Alles, was wichtig ist, du aber sowieso nicht ändern kannst."
"Du klingst zynisch."
"Du klingst paranoid."
"Was war gemein."
"Das war ehrlich."

"Machst du dir denn nie Sorgen?"
"Doch. Zum Beispiel mache ich mir darüber Sorgen, dass du irgendwann in den Problemen der Welt verschwindest."
"Oh."
"Was Oh?"
"Weißt du, was das bedeutet?"
"Was denn?"
"Wenn man zu viel zu sagen hat, sagt man meist gar nichts."

Das Gespräch hat fast wörtlich so stattgefunden. Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Bruder, aber er versteht mich nicht. Er kann meine Gedanken und Gefühle nicht nachvollziehen, auch wenn er es versucht. Zu oft bin ich widerlich zu ihm, obwohl er sich solche Mühe gibt.
Irgendwann wird er genug von mir haber, von meinen Zickereien und Tagträumereien. Irgendwann wird er mir den Rücken zukehren.

Ich habe Angst, wenn für den jetztigen Moment unbegründet. Die Tränen laufen über mein Gesicht.


Für "Unruhe und angstbedingten Erregungszuständen" habe ich ein Notfallmedikament von meinem Arzt verschrieben bekommen.
Doch das Wasser schmeckt nach Scheiße.
Die Tabletten schmecken nach gar nichts.

Und die Kombination?
Naja, die schmeckt wahrscheinlich genauso wie ich mich fühle.

10. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
44,7 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,2 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
3,4 Kilogramm

Ablauf:
Endlich ist es kühler! Das fühlt sich so wahnsinnig gut an! Demnächst werde ich meine Sportsachen packen und mir meine Füße wund joggen!
Mit Almased klappt es super. Am Freitag habe ich es dreimal getrunken, da es aber 35°C waren, konnte ich mich zum Sport nicht überzeugen.
Heute habe ich dafür ein straffes Programm: In der Früh habe ich ein Getränk getrunken, ein paar leichte Stretchingübungen gemacht und für meine Arbeit noch ein paar Dinge erledigt. Um 12.00 Uhr habe ich das zweite Getränk getrunken und werde um ca 13.30 Uhr joggen gehen. Einfach so lange bis ich nicht mehr kann.
Um 17.30 Uhr gehe ich mit meinem Bruder einkaufen. Abends noch einmal Almased.

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende und hoffe, dass bei euch alles gut läuft!
Bleibt stark!

Donnerstag, 25. August 2011

Schönheit hat ein unmoralisches Gesicht: aufgesetzt und doch bestaunt

Die Tür knarrt leise. Das Klackern von Schuhen hallt in meinen Ohren wider.
Doch kann ich mich noch nicht aufraffen. Es ist zu früh. Egal, wie spät es ist. Die Krämpfe sind an diesem Morgen besonders schmerzhaft. Wahrscheinlich hilft mir nur Ignoranz dabei mich auf den Beinen zu halten und mich zu bewegen. Soll das Elend doch an meinen Muskeln nagen; wie ein Tier, das sich an einem verfaulenden Kadaver nährt.

Vor dem Spiegel schminke ich mein Gesicht bis es mir wieder gefällt. Viel Farbe und viel Mascara. Denke beim Auftragen nur: "Das tue ich für euch, nicht aus Eitelkeit!"
Auch wenn es nur dazu dient, eine Fassade aufrecht zu erhalten. (Oder täglich eine Neue zu kreiren)
Starr rede ich mir ein, dass diese weiße Haut ein signifikanter Anteil meines Lebens ist und zerrissene Mundwinkel früher oder später sicher einmal in Mode kommen werden. Allerdings bedeutet das gleichzeitig, dass die Routine, die dahinter steckt, an Wichtigkeit verliert.
Welch' Illusion. Welch' falsches Spektakel.

Die Arbeit lenkt ab. Mein Kopf versucht so viel zu geben wie er kann, nur das Magenknurren störrt. Ein Zeichen von Schwäche, doch da steh' ich drüber. Das ist nur eins von diesen unzähligen Gefühlen. Nur Eins.
Ich möchte nicht essen! Ich brauche nicht essen!
"Heute darfst du einfach nicht versagen!", sobald dieser Gedanke in meinem Kopf auftaucht, fängt meine Welt an zu kollabieren.
Kreisförmig irren sie umher, doch führen sie wieder zum Anfang einer Spirale, die ich so oft durchlebe. Der Hunger wächst. Ich möchte nichts essen! Ich darf nicht!

Esse ich nichts, liege ich mit peinigenden Schwindel im Bett und erwarte meine Strafe am Morgen.
Esse ich doch etwas, plagt mich das schlechte Gewissen. Zu viel, was ich gar nicht verdiene. Es muss weg. Raus aus meinen Körper.
Mit Schmerzen starre ich besessen an die Decke und erwarte angsterfüllt meine Strafe am Morgen.
Doch ob gedreht oder gewendet, es bleibt das Gleiche: Die Nächte sind voller Kälte, doch schlaflos.

Sport wird mich ablenken. Im Nu werde ich alle überflüssigen Pfunde abtrainiert haben. Schweiß fließt in Bächen über meinen Körper, doch der Schmerz wird es wert sein. Die Krämpfe machen mich stark, und vorallem dünner.
Lauf! Renn! Trainiere! Immer schneller! Denke nicht ans Essen, du schwabbeliges Monster, sondern arbeite dafür, dass du alte Sünden wett machst.


Waage. Nummern. Gewicht. Fett- und Wassergehalt. BMI. Muskelmasse. Noch mehr Zahlen.
Mein Wert in Prozente. Das Maß meiner Erniedrigung. Selbst erschaffen und fremd gesteuert.
Nur wenn die Waage weniger anzeigt, geht es mir gut. Es geht mir gut. Es geht mir gut. Es geht mir gut. Täglich spielt das selbe Mantra in meinem Kopf.

Make Up ziert erneut mein Gesicht. Es stimmt mich fröhlicher, wenn die Augenringe nicht so stark herausstechen, wenn die Haut nicht so pfahl und gelb-stichig erscheint.
Ich lächle. Damit die Sorge verschwindet. Wichtiger ist es, dass die Leute um mich herum, zufrieden sind und mich zufrieden lassen. So lange sie mir glauben, kann ich mir auch glauben.
Es geht mir gut. Es geht mir gut. Es geht mir gut - wenn die Waage weniger anzeigt.


Manchmal allerdings verschwimmt die Welt vor meinen Augen, meine Beine wollen mich nicht tragen. Der Schwindel übermannt mich. Auf dem weiß-toten Badezimmerboden liege ich dann; bin gefallen und kann aus eigener Kraft nicht aufstehen. Kann nicht über dem stehen, was mich hinunter zieht.
Die Nase zum Boden, meine Hände erhebe ich und deute in Richtung Küche: Die heilige Städte des Essens, Himmel und Hölle meiner Gier.
Ein schwerer Stiefel stellt sich dann auf meine Finger, tritt einmal zu und wartet auf den Schrei, der niemals kommt.

Dort steht sie nun: Das Gesicht der Magazine, der Körper der Catwalks, die Puppe in den Schaufenstern. Das wunderschöne Mädchen, auf das tausend Augen gerichtet sind. Ihre Makellosigkeit lässt mich verstummen.
Als sie ihren Fuß von meiner Hand nimmt, wechselt ihr Blicke von kalt zu mütterlich. Ich rolle auf den Rücken, um sie in ihrer vollen Pracht bewundern zu können. Beneidenswert. Atemberaubend.

Die saubere Hand platziere ich auf meinen Bauch. Die Worte fehlen mir, die Kraft auch. Ich fühle nichts, bin nur angewidert von mir selbst.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehen, elf, zwölf - meine Rippen; ich zähle sie alle einzeln ab, die andere Seite auch. Mehr möchte ich nicht berühren. Erst wenn meine Finger das ertasten können, was meine Augen erspähen können.
"Bin ich dünn genug?", meine Stimmbänden sind überbeansprucht. Die Stimme rau und heiser vom Brechen in der letzten Nacht.
"Nein", antwortet sie desinteressiert. Eine Erklärung braucht sie nicht. Sie weiß, dass ich sie verstehen kann. Verstehen muss, wenn ich so sein will wie sie.

Noch immer liege ich auf dem kalten Boden. Verfluche die Beine, die mich nicht halten wollen.
So müde...
Mit klickenden High Heels geht sie in Richtung Schatten, seufzt noch einmal bewusst hörbar auf. Ihr perfektes Gesicht spiegelt wieder, was sie denkt: Versager!
Doch verlassen wird sie mich nicht. Verdeckt wird sie mich begleiten. Meine dämonische Freundin, der ich für diese Qualen dankbar bin.




Diesen Text widme ich I wanna be a thinspo, weil sie vor Kurzem in einen ihrer Posts fragte, wie wir uns Ana bzw. Mia vorstellen. Dies ist meine Version der Ana. Früher oder später versuche ich mich an Mia.

9. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
44,9 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,4 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
3,2 Kilogramm

Ablauf:
Gestern habe ich kein Almased getrunken, weil ich ein bisschen länger im Bett liegen bleiben wollte. Geplant war, dass ich es während der Frühstückspause zubereite und dort trinke.
Daraus wurde nichts. Mir ging es so schlecht, dass ich nichts hätte essen oder trinken können. Gar nichts. Natürlich war die Katastrophe da vorprogrammiert und abends habe ich mich nochmal durch den Kühlschrankinhalt gefressen. Den Rest könnt ihr euch denken.

Das Gewicht sinkt nach unten - genau so wie I wanna be a thinspo und ich es uns vorstellen. Unter 45 Kilogramm. Nur noch 900 Gramm und dann bin ich bei meinem derzeitigen Traumgewicht!
Und trotzdem... bin ich gerade so unmotiviert. Nach meinem Fressanfall gestern konnte ich nur noch kotzen. Ich hatte mir geschworen, das zu lassen. Ich wollte das nie wieder tun. Doch es fühlte sich so befreiend an; als könnte ich alles herauswürgen, was mich belastet.


Die Almased-Turbo Diät funktioniert fantastisch - wenn man nicht so undiszipliniert ist wie ich und alles aus der Kontrolle geraten lässt. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich für diesen Zeitraum mehr abgenommen habe als erwartet.
Mit eurer Unterstützung sind die letzten 900 Gramm ein Zuckerschlecken. Danke noch einmal vielmals für eure Motivation!

Danke für die Blogawards!

Bereits gestern habe ich zwei Blogawards erhalten! Vielen herzlichen Dank an Niënor und Wanna be a thinspo!
  1. Kurz nach meinem 18. Geburtstag bin ich von zu Hause in eine ca. 650 km weit entfernte Stadt gezogen. Die Tage danach fühlte ich mich so befreit wie noch nie zu vor. 
  2. Ich leide an einer Schilddrüsenunterfunktion und habe ohne Medikamente 30 Kilo abgenommen.
  3. Auch wenn Leute direkt neben mir stehen, müssen sie 1-2 mal nachfragen, was ich gesagt habe, weil ich so leise spreche.
  4. Das Leitungswasser in manchen Gebieten schmeckt mir besser als Mineralwasser.
  5. Ich kann keine zu traurigen oder zu erschreckenden Filme gucken/Bücher lesen, weil ich davon immer runtergezogen werde.
  6. Bei einem unserer Familientreffen wird immer gefressen, weil keiner sich etwas zu sagen hat.
  7. In Zukunft möchte ich mehr mit Sprachen und Kulturen beschäftigen und viel reisen. 
 Hoffentlich waren diese Fakten interessant genug.
Hier sind die Leute, denen ich einen Blogaward schenken möchte:
- Gretchen
- Madame
und
- Gain Perfect

Mittwoch, 24. August 2011

Wie die Arme einer Mutter

Vielleicht ist es nur ein Fehlglaube, dass Engel perfekt sind. Denn auch sie - so denke ich - verspüren Eifersucht. Anorektische Engel wünschen sich nicht nur einen leeren Magen, sondern auch hohle Knochen.
Wie zierliche Spatzen, die elegant durch die Lüfte gleiten und ein Lied zwitschern.

Ich bin kein Vogel. Auch kein Engel.
Manchmal nicht mal ein funktionierender Menschen.

Das Essen in meinen Händen macht mir Angst, doch hat es mich schon längst in seinen dämonischen Fängen. Meine Finger zittern leicht während ich es in die Richtung meines Mundes führe. Mit Tränen in den Augen ist es nur schwer zu erkennen, wie sich mein Bauch nach außen wölbt.
"Bitte nicht mehr", fleht eine Stimme in meinem Kopf, vielleicht jault auch nur mein gesamtes Verdauungssystem auf, und trotzdem stopfe ich weiter. Viel mehr als ich wollte. Viel mehr als ich verdiene.
Mit jedem Bissen werde ich fetter, mit jedem Schlucken widerlicher. Die Schmerzen verteilen sich nun im gesamten Körper. Eine zweite Stimme schreit: "Wer hat jetzt hier die Macht? Wer kontrolliert hier wem?"


Ein Fressanfall wie aus dem Nichts. In das Nichts. Was ist geschehen? Warum habe ich schon wieder die letzte Stufe der Disziplinlosigkeit erklommen?

Eine Arbeitskollegin kam heute mit ihrer kleinen Tochter zur Arbeit. Sie war so verdammt fürsorglich und betulich. Da war dieses Leuchten in ihren Augen. Eins, welches die Zeit um sie herum zur Nichtigkeit werden lässt. Nicht nur ihre Lippen lachten, sondern Körper, Seele und Geist.
Im Raum herrschte eine Aura voller mütterlicher Sanftmut.

Und die Kleine? Sie hat fröhlich vor sich hingestrahlt. Unwissend, dass die Welt da draußen so viel leidvollere Dinge bereithält als die Arme einer Mutter.
Das Fehlen eines Milchzahns wurde deutlich, als sie mit lachender Stimme piepste: "Ich hab dich lieb, Mami!"


Es brach mir das Herz. Ich weiß, dass es das nicht hätte tun sollen, aber jegliche Standhaftigkeit in mir stürzte wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Mit den Fingern forme ich eine Knarre,
schiebe sie mir in den Rachen
und drücke ab.

Dienstag, 23. August 2011

8. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
45,3 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,3 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
2,8 Kilogramm

Ablauf:
Mit diesem Bericht haben I wanna be a thinspo und ich eine Woche Almased-Diät gemeistert! Ich kann von einer stolzen Bilanz von 2,8 Kilogramm Gewichtsverlust schwärmen. Für eine solch kurze Zeit kann man sich wirklich nicht beklagen.
Bis Mitte September versuche ich 44 Kilogramm zu schaffen. Da habe ich Geburtstag und möchte unbedingt shoppen gehen und mir etwas Schickes kaufen, und nicht fett wie ein Schwein darin ausschauen.


Heute verlief alles problemlos. Soweit die Hitze mir nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, habe ich mich viel bewegt. War am See spazieren, war äußert fleißig bei der Arbeit und habe am Abend noch ein Work Out gemacht.
Ernährungstechnisch gab es drei Mal Almased mit 0,1% Milch. Meine Verdauung spielt leider nicht wirklich mit. Seit meinem Refeed-Day hatte ich keinen Stuhlgang mehr. In der Früh habe ich zusätzlich einen Joghurt mit Leinsamen gegessen und Mittags sogar ein Glas Sauerkrautsaft getrunken. Bisher hat es aber nicht geholfen.
Na gut, warten wir erstmal morgen ab. Das wird mein Gewicht zwar verändern, aber drängen kann man nichts.


Lasst es euch gut gehen!
Think thin and stay strong!

Montag, 22. August 2011

7. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
45,6 Kilogramm

Gewichtszunahme heute:
0,4 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
2,5 Kilogramm

Ablauf:
Mein Tag war schrecklich. Die ganze Nacht konnte ich kein Auge zu machen und war total fertig.
Auf der Arbeit gab es Ärger mit meiner Chefin, und ich weiß nicht mehr, worum es ging. Kein Wort ist hängen geblieben, so wenig konnte ich mich konzentrieren. Sie war sauer, hat gewütet und ich stand nur da, entschuldigte mich und nickte. Wie immer.

Nach einem stressigen Arbeitstag folgte ein Termin beim Zahnarzt. Überraschenderweise war alles in Ordnung. Trotz des häufigen Erbrechens geht es den Zähnen noch gut.
Meinem Kopf geht es nicht gut, in meinem Kopf ist nichts in Ordnung. Es ist zu heiß. Viel zu heiß. Scheiße.

Bin insgesamt heute zwei mal zusammengebrochen. Einmal im Badezimmer, bin ungesehen ein paar Minuten später wieder aufgewacht. Und einmal in der Küche, mein WG-Mitbewohner sah ziemlich erschrocken aus.
Früh und Mittag habe ich mich an Almased gehalten. Abends habe ich eine Menge gekühltes Obst gegessen. Hoffentlich macht sich der Fruchtzucker nicht zu sehr bemerkbar.
Ich bin fertig. Mit dem Tag heute. Mit meinem Leben zur Zeit. Mir geht es beschissen und alle drücken mich noch tiefer, wenn auch unbeabsichtigt.

I wanna be a thinspo, ich hoffe, dass es dir besser geht! Viel besser geht! Wenn ich den Gedanken an dich und den lieben Menschen hier nicht im Kopf gehabt hätte, hätte ich mich heute wohl vollgefressen. Nur aus Frust.

Ich bin so müde. Und gleichzeitig so unglaublich schlaflos.
Mein Kopf dreht mit der Stärke eines Elefantens und ist gleichzeitig so kraftlos.

Weniger

Umringt von Leere: Meine Augen starren in einen wolkenlosen Himmel.
Die Sonne treibt in gnadenloser Hitze Schweiß aus meinem Körper. In der Ferne höre ich Kinder lachen. Ein so befreites Lachen, unbeschwert und aus dem Herzen sprechend. Sie sind glücklich, so scheint es.

Ich hasse mich dafür, dass ihr Lachen mich zurück in die Vergangenheit führt. Zu der Zeit, in der ihr Gelächter noch mir galt.
Das Kichern und Lästern hinter vorgehaltenen Händen, vorwurfsvolle Zeigefinger und hasserfüllte Blicke. Die Worte, dir ihr sagtet und auch die Worte, die ihr nicht sagtet, taten so weh. Bohrten sich so tief in mein Herz, dass nur noch lose Fetzen übrig blieben.
Wisst ihr eigentlich, was ihr mit mir gemacht habt? Das ich noch immer weine, wenn ich eure Gesichter in meiner Erinnerung sehen kann? Könnt ihr euch vorstellen, wie Einsamkeit und Ablehnung meine Kindheit zerstörrt hat?

"Na, Fetti!? Heute noch keinen Schokoladenkuchen gehabt?"
"Kann sie überhaupt am Schwimmunterricht teilnehmen? Nicht, dass nachher kein Wasser mehr im Becken ist!"
"Du bist so hässlich. So fett. So dumm. So unbrauchbar. So ungewollt. So nutzlos in dieser Welt."

Die Sonne verkohlt mir die letzten funktioniereden Gehirnzellen. Alles dreht sich, Farben verzerren sich zu Lichtgestalten, Erinnerungen donnern auf mich nieder. Ich: Unbewaffnet und wehrlos. Von Angst zerfressen und vollkommen unvorbereitet.

Nur noch ein bisschen länger. Nur noch ein bisschen weniger. Ein paar Pfunde noch und dann zeige ich ihnen, was dünn ist! Dann wird Niemand mehr mit dem Finger auf mich zeigen und sagen: "Schau' wie fett die ist!"
Bald folgt der letzte Schritt.
Schon bald kann ich wieder in den Spiegel blicken und nicht mehr diese abscheuliche Versagerin erblicken. Dort werde ich etwas sehen können, was ich noch nie vorher sah.

Ich möchte nur das wieder haben, was ihr mir genommen habt. Das bisschen Glück und Zufriedenheit, dass mir verwehrt wurde.
Ich werde dünn sein. Und glücklich! Ich werde lachen können - genau wie die Kinder beim Spielen.

Glücklich.

Sonntag, 21. August 2011

6. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
45,2 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,1 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
2,9 Kilogramm

Ablauf:
Ihr Leute wisst gar nicht wie toll ihr seid! Mit euren lieben Kommentaren bin ich so motiviert wie lange schon nicht mehr. Das Essen von gestern Abend hat sich nicht auf meinen Hüften breit gemacht, habe sogar noch 100 Gramm abgenommen.
Danke nochmal!


Heute allerdings lege ich einen Refeed-Tag ein. Hoffentlich bist du nicht enttäsucht, I wanna be a thinspo. Zwar ist bei mir die Fressanfall-Gefahr nicht hoch, aber ich bevorzuge es zu handeln bevor der schlimmste Fall eintritt. Außerdem äußerte mein Bruder gestern schon Zweifel. (Er sagt immer, dass ich nicht abnehmen soll und weiß nichts von der Diät!) Wenn wir zusammen Abendbrot essen, lässt er vielleicht wieder ein bisschen locker.
Morgen werde ich mich wieder voll und ganz an die Regeln halten!


Auch Gain Perfect und Broken hearted girl wollen bald mit der Almased-Diät anfangen. Das freut mich umso mehr, dann können wir uns noch mehr unterstützen!
Von ihnen wurden mir auch einige Fragen gestellt, die vielleicht für andere auch noch interessant wären. Also noch ein kleiner Zusatz zu meinem ersten Bericht:


Geschmacklich finde ich Almased mit Milch nicht schlecht. Wer den Geschmack von Soja mag, wird Almased auch mögen. Es ist kein Highlight der Gourmet-Küche, aber ich trinke es ausschließlich zur Zweckerfüllung und kann daher ganz gut mit dem Geschmack leben. Auf diversen Seiten habe ich gelesen, dass die Leute Almased noch ein wenig aufpeppen. Da gehen die Tipps von Zimt bis Schokomolke bis hin zu Tomatensaft. Habe davon nichts ausprobiert und werde ich auch nicht.
Die Konsistenz stört mich schon mehr, aber vielleicht rühre ich vorher nicht aussreichend um. Das Pulver löst sich nicht richtig auf und bildet kleine Klümpchen.

Öl mische ich keins drunter. Und ich mische auch nicht die geforderte Menge in die Milch. Dafür habe ich aber Hunger. Wem das stört oder triggert, sollte sich vielleicht an die angegeben Mengen halten.
Um meinem Körper gesunde Fett zuzuführen, esse ich zum Mittagsgetränk ein paar verschiedene Nüsse.

Tja, und ob es teuer ist!? Das kann man sehen wie man will. Da ich mein eigenes Gehalt verdiene, sind mir 14-18 Euro nicht zu viel. Ob es mit einem Taschengeld anders aussieht, kann ich nicht einschätzen.
Aber eine 500g Dose reicht mir gute 3 Wochen. Das würde man für "richtige" Lebensmittel auch ausgeben. So kauft man einmal das Pulver und Milch (oder Wasser, wie man mag)

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Bitte schreibt, wenn ihr noch was wissen wollt!
Gemeinsam ist der Weg leichter! Wir bleiben stark!

Samstag, 20. August 2011

5. Bericht: Almased-Diät

Gewicht: 
45,3 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,5 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
2,8 Kilogramm

Ablauf:
Ich muss heute Abendbrot essen. Mein Bruder und ich sind von einer Firma eingeladen, die für das Unternehmen, bei dem ich angestellt bin, Produkte werben möchte. Mir ist nicht nach Essen. Mir ist nicht nach Gesellschaft. Vorallem ist mir aber nicht nach einem Essen in Gesellschaft.
Früh und Mittag habe ich meine Routine problemlos gehalten und der Abend wird alles runieren. Immerhin handelt es sich um ein 4 Gänge Menü.
Werde an euch denken und an eure aufmunternden, motivierenden Kommentare. Ich versuche mich zusammen zu reißen.


Noch einmal möchte ich darauf hinweisen, dass ich mit Almased zwar abgenommen habe, aber ein Gewichtsverlust von 2,8 Kilo in 5 Tagen ist selbst damit kaum möglich, wenn man nicht übergewichtig ist. Ich gehe davon aus, dass mindestens die Hälfte von dem Gewicht Mageninhalt und Wassereinlagerungen darstellte.
Almased unterstützt ungemein und mit der Diät bin ich vollkommen zufrieden, aber zaubern kann das Pulver auch nicht. Das wäre zu schön.

Jetzt werde ich noch versuchen mich aufzuraffen und joggen zu gehen und ein Work Out zu machen. Der Gedanke an den Restaurantbesuch macht mir aber zu schaffen.
Bleibt stark und glaubt an euch! Ich werde an euch denken!



Edit:
Es ist jetzt 23.30 Uhr. Das Essen verlief so viel besser als gedacht. Da das Menü vom Restaurant vorgeplant und durch die Menge der Teilnehmer nicht austauschbar war, habe ich den Leuten "die Mäklige" vorgespielt. Zwar habe ich bei einigen Speisen gekostet, aber es hielt sich in annehmbaren Grenzen.
Danke noch einmal für eure Ermutigungen!

Aus "so einfach" wurde "grundlegend abartig"

Die Seele, die in mir wohnt, lehnt - schmerzlich langsam - das Fleisch ab; dementiert lebenswichtige Substanzen:
Solange die eine Hälfte nicht genährt wird, muss die andere auch verzichten. Das ist die reinste Form der Abhängikeit einer Symbiose.

Knochen bedeuten Zerbrechlichkeit, fragil wie die Flügelknochen eines Spatzens. Bald schon wird man das schwache Flackern der Seele unter diesem Gestell erspähen können. Vehöhnend lachend wird sie hinter dem arrhythmisch-schlagendem Herz sitzen, wird einen bei lebendigem Leib verwesenden Käfig verspotten.
"Trotzdem werde ich nicht fort fliegen", wird sie sagen und mich schmunzelnd angrinsen.

Wie fühle ich mich?
Eigentlich fühle icht nichts.
Rein gar nichts. Absolute Leere.


Kann man das noch steigern?
Hineinsteigern.
Rein in den Dreck.
Dreck an den Schuhen.
Schuhe ohne Schnürsenkel.
Schnürsenkel am Handgelenk.


Egal, wieviele Worte auch gesprochen werden. Meist prallen sie einfach ab, Fehlverhalten der Aufnahmefunktion. Kann nicht schlafen, weil Gedankenfluten mir die Kontrolle entziehen.
Dunkle Ringe bilden sich unter meinen Augen, der Rest ist ausdruckslos. So erdrückend hohl, dass der Körper daran zerbricht.

Wo ist der Mond?
Noch vor wenigen Stunden habe ich dort einen Mann gesehen. Ich möchte nur schlafen.

Freitag, 19. August 2011

4. Bericht: Almased-Diät

Der vierte Tag

Gewicht: 
45,8 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,9 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
2,3 Kilogramm

Ablauf:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich durch meinen Hänger gestern Abends in der Früh sehr demotiviert war. Aber alles ist super gelaufen.
Ein Almased-Getränk am Morgen, eins zur Mittagspause und eins zum Abend. Zwischendurch habe ich 8 Stunden gearbeitet und bin zu Fuß nach Hause spaziert. Das ist eine Laufstrecke von zirka 40 Minuten.
Gerade habe ich noch 20 Minuten Work-Out hinter mir, aber nur leichtes.

Auf die Anzeige der Waage bin ich morgen gespannt. Ich bin sicher, dass ein paar Gramm fallen werden.
Meine Motivation ist noch an der Spitze. Sicher auch dank euren lieben Kommentaren! Danke!

Mitte September habe ich Geburtstag. Meint ihr, dass ich in ca. 4 Wochen 44 Kilogramm schaffen kann? Das wäre ein absoluter Traum, aber ich weiß nicht, ob ich für diese Zeitspanne die Messlatte zu hoch lege.

I wanna be a thinspo, ich glaube an dich! Du bist stark genug das zu schaffen! Als Team boxen wir uns da durch!

Donnerstag, 18. August 2011

Wenn die Reflexion zum Objekt wird...

Akt 1: Ohne Substanz
Etwas starrt mich an. Im Spiegel. Ich erkenne das Gesicht, sogar den Körper - doch kenne die zusammenhängenden Dimensionen nicht.
Es hat hohle Augen; irgendwie dumpf und ausgelaugt. Leblos wie Steine, die mit blauer Farbe angepinselt worden sind.

Auf der Haut trägt es Narben. Alte und auch noch frische. Rote Linien, die weiße Haut zerreißen. Trotz der Sorge, die ich habe, scheint es keine Schmerzen zu verspüren. Vielleicht kann es keine Schmerzen mehr spüren, oder diese sterben in eigener Scham.
Wie schon gesagt: Es scheint vollkommen weltentfremdet.

Ich muss ehrlich zugeben, dass es mich anekelt, nicht nur ein wenig. Dieses abscheuliche Ding im Spiegel. Diese fette, imperfekte Person, die mir so emotions- und ausdruckslos entgegen blickt.

Es und ich gehören nicht zusammen. Es versteht mich einfach nicht! Wie soll ich jemals Perfektion erreichen, wenn es immer anders reagiert als ich ihm befehle?

Gerne würde ich fliehen. Doch komme aus der Hülle nicht heraus. Da hilft kein Schreien und kein Flehen. Ich bin hier nicht nur fremd, sondern auch ein Gefangener. Meine Pläne stehen für die Erfüllung aller Träume und ohne ausreichende Unterstützung werde ich dort nie ankommen!
Freiflug im Schwebestil. Von der Atmosphäre losgelöst.
Prinzipiell habe ich die Kontrolle, den leitenden Gedanken, doch keinen Rang. Ich bin der Wille ohne Befehlsrecht.

Warum sieht Niemand meine Qualen?


Akt 2: Kopflos
Gebraucht werde ich nicht mehr. Missbraucht auf peinigende Weise. Es ist nicht meine Aufgabe zu verstehen, nur würde ich gerne nachvollziehen können, warum das mit mir passiert.
Verharren und aushalten, regenerieren und heilen. Warum muss ich so viel ertragen und doch schenkt mir niemand Schutz? Wie soll ich so viel Kraft aufwenden, wenn mir Niemand Energie spendet?

Verwirrend klingt es vielleicht: Aber ich fühle mich beobachtet und unbeachtet zugleich.
Oft schneiden mir scharfe Objekte die Haut entzwei. Wenn es einmal einen Grund gab, wurde der schon längst vergessen.
Am liebsten würde ich laut aufschreien, mein Leid der gesamten Welt mitteilen. Doch eine Stimme habe ich nicht.

Da gibt es noch Jemanden, oder noch Etwas. Eine Masse ohne Materie.
Wahrscheinlich hasse ich es genauso wie es mich hasst. Beruhend auf Gegenseitigkeit versuchen wir uns gegenseitig auszuspielen.

Doch es hat so viel Macht. Ich bin doch nur die Hülle ohne Kern.

Warum sieht Niemand meine Qualen?


Akt 3: Inzwischen der Mitte gleich seitlich
Nie herrscht Ruhe. Ich verhalte mich Still. Zu keiner Gelegenheit verlässt ein Ton meine Lippen, weil ich keine Lippen habe.
Zu oft schon wurde unterdrückt und ignoriert. Zu oft schon wurde ich gebrochen, weil Stille sich wie Scherben in mein Fleisch bohrt.

Es herrscht Krieg. Der Körper kämpft vehemmend gegen den Kopf. Der Kopf versucht nur zu entfliehen und weiß nicht, dass dies nie geschehen kann. Denn der Sieg des Einen führt letztendlich doch nur zu einer doppelseitigen Kapitulation.

Mein Name ist Herz. Doch spiele ich absolut keine Rolle mehr. Ich bin nur noch da, und pumpe Blut durch Venen, welche der Anstrengung gar nicht wert sind.
Ich bleibe stumm, denn Keiner würde mein Flehen erhören:
Körper ignoriert mich, verschmäht und ächtet mich regelrecht.
Kopf lacht nur über meine Ersuche, versteckt sein wahres Denken hinter bitter-bößer Ironie. Im besten Fall befiehlt er mir wieder in mein finsteres Loch zu verkriechen.

Für Jemanden wie mich gibt es einfach keinen Platz.

Warum sieht Niemand meine Qualen?

3. Bericht: Almased-Diät

Der dritte Tag:

Gewicht: 
46,7 Kilogramm

Gewichtsverlust heute:
0,4 Kilogramm

Gewichtsverlust gesamt:
1,4 Kilogramm

Ablauf:
Die Wahrheit schmerzt wie ein Pfeil im Herz: Heute habe ich wieder Scheiße gebaut. Alles ist 1A gelaufen bis der Abend kam.
Diesemal bin ich pünktlich auf Arbeit gewesen, vorher gab es ein Glas Almased. Zum Mittag gab es noch eins. Die ganze Zeit war ich auf den Füßen und bin keiner Treppe aus dem Weg gegangen. Zeitlich gesehen verging der Tag rasant, da ich immer beschäftigt war. Geistig und körperlich.

Mein Bruder und ich waren abends noch einkaufen. In meinem Einkauswagen war vorallem Milch für die Almased-Diät von Wanna be a thinspo und mir. Außerdem habe ich mir Work-Out Handmanschetten gekauft.
Der Einkauf wäre erledigt gewesen, aber mein Bruder wollte noch unbedingt ein Eis essen.
Ich habe mich überreden lassen. Wir haben uns einen Eisbecher geteilt, und ich habe eigentlich nur einmal das Joghurteis probiert und sonst die Früchte runtergegessen.
Es war keine riesige Portion und doch überschwemmte mich das schlechte Gewissen wie eine Welle des Ozeans: Ich habe alles wieder heraus gewürgt. Dabei war ich die letzten Wochen so konsequent und habe alles drin behalten, auch wenn ich viel mehr gegessen hatte als ich wollte. Sogar Fressanfälle. Er war das erste Mal, dass ich mir wegen einer geringen Menge die Hand in die Kehle geschoben hatte. Das erste Mal, dass ich in eine öffentliche Toilette gebrochen habe.

Es macht überhaupt keinen Sinn.

Verdammt. Das nimmt mich sehr mit, trifft mich härter als es sollte. Ich hatte mir so sehr vorgenommen, das mit dem Erbrechen zu lassen, weil ich Angst um meine Zähne habe - sogar wenn ich wieder fetter werden sollte.

So ein Scheiße.

Die Almased-Diät werde ich jedoch nicht abbrechen. Morgen könnt ihr den nächsten Bericht lesen!

Mittwoch, 17. August 2011

Ansichtssache

Ist es nicht einfach merkwürdig, dass Mitmenschen - ob im engeren oder entfernteren Umfeld - dich anders sehen als du dich selbst?
Eine Arbeitskollegin sagte ernsthaft folgende Sätze zu mir: "Die Einzige, die hier ein Problem mit dir hat, bist du leider selber. Alle Anderen hier halten dich für eine äußerst disziplinierte, fleißige und liebenswürdige Mitarbeiterin. Ich persönlich halte dich für überaus intelligent, auch wenn du dies vehemmend zu verbergen versuchst."

Die Begebenheit mit der Liebenswürdigkeit kann ich alleine nicht einschätzen. Aber Disziplin und Intelligenz sind zwei Eigenschaften, die ich mit mir absolut nicht in Verbindung bringe.

Ihre Worte kommen mir wie aus der Luft gegriffene Behauptungen vor, die mich eigentlich nur arbeitstechnisch bei guter Laune halten sollten.

Woher sollte sie auch wissen wie es wirklich ist? Konnte sie schon einen meiner Fressanfälle beobachten? Musste sie schon einmal zusehen, wie fremde Stimmen die totale Kontrolle über mich haben?
Wenn sie es hätte, würde sie den Inbegriff der Disziplinlosigkeit beim Namen nennen können.

Hoffentlich versteht man das nicht falsch. Es ist nicht ihre Schuld, sie meinte es mit aller Sicherheit nicht böse! Aber solche Statements lassen mich einfach nicht los und ich frage mich die ganze Zeit, was in meinem Kopf nicht stimmt.
Schätze ich mich selbst so schlecht ein oder spiele ich den Leuten ein so gekonntes Spiel vor, dass ich es selber nicht mehr zu benennen vermag?
Ist denn wirklich alles - mein Denken, mein Handeln - ein einziges Schauspiel?
Bin ich wirklich solch ein Lügner?

Jemand der so furchtbar intelligent ist wie ich, sollte wahrscheinlich bessere Methoden zur Entspannung kennen als sich mit Skalpellklingen in die Oberschenkel zu ritzen und all die negativen Emotionen allein an dem Körper auszulassen.

Es tut mir leid. Gerade bin ich ein wenig durch den Wind.

2. Bericht: Almased-Diät

Erst einmal möchte ich all den Besuchern danken, die meinen Blog lesen, abonniert haben und vor allem kommentiert haben. Dankbar bin ich jedem Einzelnen von euch!
Genauso wie ihr mir Kraft spendet, wünsche ich euch vom ganzen Herzen, dass ihr weiterhin für eure Ziele kämpfen könnt und sie bald erreicht.

Der zweite Tage der Almased-Diät, die I wanna be a Thinspo und ich gestern angefangen haben, war ein glatter Erfolg für mich! Hoffentlich geht es ihr genauso! In Gedanken bin ich auf jeden Fall bei ihr!


Der zweite Tag:

Gewicht:
47,1 Kilogramm   (Am Anfang geht es recht schnell, weil mein Magen/Darm einfach noch voll von meinem Fressgelage am Sonntag war/ist.)

Gewichtsverlust heute:
1 Kilogramm

Ablauf:
Es verlief wirklich sehr gut, obwohl ich gerade zur Mittagszeit einen extrem knurrenden Magen hören konnte. Meine Arbeit lenkt mich aber so gut ab, dass ich gar nicht erst in Versuchung geraten konnte. Nicht einmal ein Stimmungstief kann ich beklagen.

Ehrlich gesagt passiert mir das sehr selten und es ist mir auch extrem peinlich: Aber ich habe heute in der Früh verschlafen. Seitens des Arbeitgebers gab es keinen Ärger, aber mir ging der Gedanke ziemlich gegen den Strich.
Frühstück gab es bei mir folglicherweise nicht. Mein erstes Almasedgetränk gab es 13.00 Uhr zur Mittagspause, dann wieder 19.00 Uhr.

Motiviert bin ich auf jeden Fall noch! Nächster Bericht kommt morgen!

Dienstag, 16. August 2011

1. Bericht: Almased-Diät

Mit dem Klingeln des Weckers um Punkt 6 Uhr fing eine neue Etappe meiner Diätversuche an. Durch die liebe Unterstützung von I wanna be a thinspo bin ich sicher, dass ich ein paar überschüssige Pfunde loswerden kann.
Sie und ich versuchen uns an der Almased-Diät.

Almased ist ein Vitalkostpulver, welches beim Abnehmen unterstützen soll ohne den Stoffwechsel zu verlangsamen. Der Hauptbestandteil des Pulvers besteht aus Proteinen, die dafür sorgen sollen, dass keine Muskeln, sondern Fett abgebaut werden.
An diesem Produkt spricht mich am meisten an, dass es Mangelerscheinungen entgegenwirken soll. Allerdings kann ich diese Meinung bisher nicht vertreten, werde aber zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal darauf eingehen.

Ein dickes Minus macht allerding der Preis. Dieser schwankt von Apotheke zu Apotheke (hab es schon für 14 Euro im Internet gesichtet, habe aber im Drogeriemarkt knapp 17 Euro gezahlt).

Eine 500g Dose reicht mir 3-4 Wochen.
Den beiliegenden Zettel habe ich für euch zum Anschauen eingescannt:



Bei weiteren Fragen versuche ich mein Bestes weiter zu helfen.


Der erste Tag:

Gewicht:
48,1 Kilogramm (Zur Fairness muss ich noch erwähnen, dass ich nicht weiß, wieviel Inhalt der letzten Fressanfälle noch in meinem Magen sind.)

Ablauf:
Obwohl laut Prospekt eine Mischung aus 200 ml Wasser und 5 EL des Pulvers für meine Größe empfohlen wäre, habe ich jeweils nur 3 EL eingerührt. (Zum Frühstück in 0,1%iger Milch, zum Mittag in Wasser und zum Abendbrot in 1,5%iger Milch. So hat es sich ergeben, hatte keinen besonderen Hintergrundgedanken)
Da ich mir bei aller Liebe wirklich kein Öl in das Getränk mischen wollte, habe ich ein paar Nüsse dazu gegegessen. Die enthalten gesunden Fette, stärken die Nerven und sehen einfach appetitlicher aus. 

Ein Hungergefühl habe ich nicht verspürt. Da ich jedoch erst gestern Fressanfällen unterlegen bin, hat das vielleicht nicht ausreichende Aussagekraft.
Sonst war ich 9 Stunden arbeiten, habe bisher 2 Liter Wasser/Tee zu mir genommen und habe 20 Minuten leichtern Sport getrieben.

Meine Motivation befindet sich auf einer Skala von 1 bis 10 schätzungsweise auf der 9. Ich hoffe vom ganzen Herzen, dass es Wanna be a thinspo auch so ergeht! Ich glaube an dich!

Zusammen können wir das schaffen!

Montag, 15. August 2011

Goldlöckchen und die drei Fressanfälle

"Jemand hat aus meinem Schüsselchen gegessen!"
a.k.a. "Prioritäten haben nichts mit Wertschätzung gemein."

14.00 Uhr. Natürlich haben sie mich versetzt. Dabei hatte ich mich so auf das Treffen gefreut. Im Nachhinein frage ich mich zwar schon, warum ich so verletzt von ihren Worten war. Gespielte Überraschung wäre wohl zu übertrieben gewesen.

"Sei bitte nicht böse, aber meine Cousine ist spontan aus Norddeutschland zu Besuch gekommen und die Bowlingbahn ist halt nur für sechs Leute reserviert. Demnächst holen wir das bestimmt nach!"
Ja, klar, und man kann vorher beim Bowling-Center nicht anrufen, dass es doch Sieben geworden sind. Für so unterbelichtet brauchtet ihr mich wirklich nicht halten.

Nachdem meine Freundin das Telefonat beendet hatte, verspürte ich einen brennenden Schmerz in meiner Brust. Meine Umgebung verschwamm in einem dichten Nebel. Sonst war das nichts. Gar nichts. Keine Gedanken durchschlängelten mein Gehirn. Keine Wut  oder Enttäuschung, keine Traurigkeit - nur Nichts.
Zwar wusste ich genau, was kommen wird, doch verschwand jegliche Form von Vernunft oder Gewissen vollkommen.
Leere. Ein Schwarzes Loch ohne Ende und ohne Anfang.

Das erst frisch-aufgetragende Make Up verschmierte meine Augen als Tränen meine Wangen hinunter flossen. In sekundenschnelle schaufelte ich Gebäck und Eiscreme in mich hinein, war selbst zu gierig um vorher noch zu kauen. Nur leises Schluchzen und hastiges Atmen konnten mich kurzzeitig aufhalten.
Dieses schwarze Loch musste gefüllt werden. Da muss irgendwas rein, irgendwas! Am Besten alles!


Hoffentlich hatten meine Freunde (plus Cousine) eine Menge Spaß.
Ich hatte eine Menge Spaß dabei, den gesamten Süßigkeiten-Vorrat meiner WG-Mitbewohner auf einmal in mich hinein zu quälen.


"Jemand hat auf meinem Stühlchen gesessen!"
a.k.a. "Nach dem Prinzip: Fressen und gefressen werden!"

4 Stunden später, 18.00 Uhr. Mein Vater hielt es nicht für notwendig sich bei mir zu melden, obwohl wir schon letzten Donnerstag ausgemacht hatten, dass wir telefonieren. Sicher hat er wieder zu lange gearbeitet oder war müde. Sicher hat er wieder ein Bier zu viel getrunken oder auch zwei. Sicher tut es ihm im Nachhinein eigentlich leid.

Genauso wie es mir eigentlich leid tut, dass mir der ganze Rest Obst und Gemüse zum Opfer gefallen ist. Und das Brot, dass mein Mitbewohner vergessen hat, mit zur Arbeit zu nehmen. Und die teure Schokolade, die mein Vater extra aus der Schweiz geschickt hat - für einen besonderen Anlass.
Anscheinend war es mir besonderer Anlass genug, nicht einmal zwei Minuten zum Schreiben einer SMS wert zu sein.


"Jemand hat in meinem Bettchen geschlafen!"
a.k.a. "Wir sind hier nicht im Märchen, also trage die Konsequenzen!"

2 Stunden später, 20.00 Uhr. Bei Facebook war keiner online. Bis auf Spam befand sich keine neue Mail im Postkasten. Für 5 Sekunden wollte ich sogar schon das Sorgentelefon anrufen, um überhaupt mit jemanden gesprochen zu haben, ließ den Gedanken aber schnell wieder fallen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste ich bitterlicherweise feststellen, dass der Satz "Jetzt ist es eh schon egal" weitaus mehr Folgen mit sich trägt als man nach bereits zwei stattgefundenen Fressanfällen erwarten würde.
Ich musste ein schäbiges Bild abgeliefert haben, das Portrait mit dem Namen 'Der Akt der Verzweifelung'.
Dosenfutter und Pommes aus dem Backofen. Halb gefroren, weil ich es nicht abwarten konnte. Eingetrunkt in fettigen, mit Zucker zugepumpten, amerikanischen Marinanden, die ich sonst nicht einmal einem Schwein zum Fraß vorsetzen würde.

Das Einzige, was ich noch zur Verteitigung meiner verbliebenen Würde sagen kann: Es ist alles drin geblieben. Obwohl der Druck da war, mir den Finger in den Rachen zu schieben und den ganzen Dreck wieder los zu werden, habe ich mich dagegen gewehrt. Mit Händen und Füßen, weinend, fluchend.
Wenn ich nicht einmal im Stande bin Emotionen ohne Fressen auszudrücken, habe ich es auch verdient, fett zu sein. So verdammt widerlich fett wie ich geboren wurde. So abscheulich schwabbelig wie ich zur Zeit nun einmal bin.

Scheiße. Am Morgen wird das Wiegen die Hölle auf Erden.
Dabei möchte ich nur dünn sein.

Zusammen mit Wanna be a Thinspo starte ich gleich morgen eine Diät. (Schaut auch ihren Blog an. Wirklich sehenswert!) Zusammen sagen wir den überschüssigen Kilos den Kampf an!
Genauere Infos folgen! =)

Anaerobe Atmung

Eine frische Brise weht mir um die Ohren, verwüstet meine frisch-gekämmten Haare. Erbarmungslos knallt die Sonne herab. Weit und breit ist keine Wolke in Sicht.
In meinem Kopf herrscht absolute Leere, kein einziger Gedanke rauscht durch ihn hindurch. Nichts stört meine Stille. So sollte es immer sein. So und nicht anders.

Neben dem Schiff fliegen ein paar vereinzelte Möwen. Mit der Hoffnung der ein oder andere Insasse schmeißt ein paar Essensreste über Bord. (Enttäuscht sind sie sicher nicht: Eiswaffeln, Brez'n und Semmeln können sie in ihre kleinen Schnäbel stecken.)


Wie in einer traumlosen Nacht hat die Zeit hier keine Bedeutung. Kein Stress, keine Trauer, keinen Ärger - rein gar nichts. Noch mache ich mir auch keine Sorgen darüber, dass es bald wieder vorbei sein wird.

Natürlich ist der Starnberger See eine bezahlte Ruhe; eine teure, bezahlte Ruhe. Aber immerhin. Es war genau das, wonach ich mich gesehnt habe. Abwechslung vom trägen Alltag.


Sonntag war ein geiler Tag. Da gab es überhaupt nichts zu beanstanden.

Nachher bin ich mit Freunden zum Bowling verarbredet. Bin zwar nicht besonders gut darin, aber ich freue mich darauf, die Leute wieder zu treffen. =)

Samstag, 13. August 2011

Echo im Kopf

Es kehrt immer wieder: Diese Stimmen in meinem Schädel.
"Du hast versagt - auf ganzer Linie."

Das Spiegelbild widert mich an. Wer ist das da eigentlich? Woher nimmt sich dieses Geschöpf das Recht mir in die Augen zu starren?

Weltentfremdet. Körperferne Gedankenwelt.

Warum kann ich nicht entfliehen?
Warum hat es so viel Macht über mich?
Warum kann ich nicht stark sein, nicht ein verdammtes Mal?
Warum verliere ich immer die Kontrolle?
Warum tut es so schrecklich weh?

Schmerzhafte Worte entzünden in letzter Trauer, gleich einer Kerze, die im Wind verglühlt.
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich lieber die Flamme oder der Wind sein möchte.
Die Stimmen werden lauter, erschallen im Widerhall der Verzweiflung.

Ich hasse mich.

Freitag, 12. August 2011

"Der Ekel ist das Merkmal eines verdorbenen Magens oder verwöhnter Einbildungskraft."

Erstmal ruhig bleiben. Abwarten und Tee trinken. Nach meinem morgendlichen Gemüse-Anfall ist der Tag doch noch recht gut verlaufen.
Keine weiteren Fressattacken und auch gar nicht das Bedürfnis danach. Leider habe ich bis auf einem dürfitgen Spaziergang kein Sport getrieben. Mal sehen, wie mich die Waage morgen begrüßt.

So schlimm kann es nicht werden. Hoffe ich.


Es macht mich ein wenig wehmütig folgende Gedanken in Worte zu fassen. Aber es ist die Wahrheit und hier brauche ich mich vor Niemanden zu schämen.
Mein Bruder und ich gehen morgen Abend zusammen mit ein paar Bekannten in ein schickes Restaurant. Wir werden einen Geburtstag nachfeiern. Früher habe ich mich auf solche Zusammenkünfte immer sehr gefreut. Es war etwas Besonderes, etwas zu essen, was nicht von meinem Vater gekocht oder in der Mikrowelle aufgewärmt war. Ab und zu erfreute mich der Gedanke an das Restaurant mehr als der Anlass selbst.
Davon kann jetzt nicht die Rede sein.

Entweder endet dieses Essen in einem Disaster (sprich: Ich esse viel zu viel und quäle mich mit Gewissensbissen) oder ich esse nicht das, was ich eigentlich haben möchte.
Die Situation bleibt jedoch die Gleiche: Ihren Geburtstag werde ich nicht feiern, sondern freudlos vor mich hin hungern oder die Kontrolle verlieren.
Es ist Schade um das schöne Geld. Schade um die Zutaten, die der Koch verwendet hat. Schade schon allein um die Zeit, in welcher der Koch arbeiten musste. Schade, dass das gute Geburtstagskind keinen dankbareren Gast eingeladen hat.

Geburtstagsfeiern und Essengehen mit Freunden und Familie bedeuten vorprogrammiertes Versagen.


Ich nehme mir vor, so bewusst wie möglich zu essen. Aus der Karte werde ich mir das kalorienärmste raussuchen. Sollte jeder eine Vorspeise bestellen, werde ich einen kleinen Salat nehmen. Damit kann man nichts falsch machen.
Vom Dessert und vom Alkohol lasse ich die Finger.

So schlimm kann es nicht werden. Hoffe ich.

Das Fressen nimmt kein Ende

Dabei hatte ich gestern durchgehalten. Habe so stark gegen den Drang zu Stopfen angekämpft.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum. Schweißgebadet bin ich aufgewacht. Ich glaube, mein eigenes Wimmern hat mich geweckt. Lange ist's her... dass ich so schlecht geträumt habe. Scheiße, es hat mir richtig Angst gemacht.
Wenigstens weiß ich jetzt, dass man nach einer unfreiwillig verkürzten Nacht die Küche weitgehend umgehen sollte. Dabei wollte ich nur ein Glas Milch.

Mit Tränen in den Augen griff ich nach dem ersten Nahrungsmittel und verlor die Kontrolle. Schon wieder einmal.

Knapp vor dem Zerbersten. Absolut übervoll.
Gefressen wie ein ausgehungertes Tier. Alles tut weh. Wirklich absolut alles. Die Bauchdecke drängt sich gegen die Lungen, schneiden mir den Sauerstoff ab. Der Rücken brennt wie Feuer - angefangen von den überspannten Schultern bis hin zum Nierenbereich.
In meinem Unterleib stecken Nadeln. Oder doch eher Nägel. Rostige mit Drehgewinde. (Gott sei Dank bin ich gegen Tetanus geimpft.)

Alles ist drin geblieben. Ich habe nichts erbrochen. Die Rechnung kommt später.

Es war nicht der furchtbarste Fressanfall, den ich je hatte. Habe mich verbissen an Obst und Gemüse geklammert. Im Nachhinein tut es mir wirklich leid, dass ich die Äpfel nicht richtig gekaut habe. Meine Speiseröhre rebelliert ähnlich wie zur Zeit die Aufständigen in London.

Fressanfall ist und bleibt jedoch Fressanfall. Ob er nun bei 1000 Kilokalorien beendet war oder 4000 Kilokalorien.
Auf die Waage werde ich mich später wahrscheinlich nicht trauen. Es steht aber mindestens eine Stunde Sport auf dem Programm - soweit es mir mein Handgelenk erlaubt.

Sollte man nach einem Fressanfall lieber einen Tag fasten? Um die Energiebilanz wieder auszugleichen? Mehr Sport treiben als gewöhnlich? Normal weiter machen?
Keine Ahnung.
Ich lege mich jetzt einfach ins Bett und versuche meine dunklen Gedanken zu vertreiben.

Donnerstag, 11. August 2011

Skelettöse Grundstruktur

Von oben herab sieht er mich an. Erst seit ein paar Tagen arbeitet er bei uns im Betrieb und ich habe mich bereits dafür entschieden, dafür zu sorgen, dass er nicht lange hier bleibt - zumindest nicht in der selben Abteilung wie ich.
Nichts für Ungut, doch ist er einer dieser Charaktere, denen "Faule Sau" direkt auf der Stirn geschrieben steht. Noch überhaupt keinen Überblick, aber schon über die Grenze hinausgehen - vielleicht wäre es besser für ihn, genau zu überlegen, was er zu wem sagt.

"Nach der Arbeit könnten wir doch zusammen was Essen gehen. Ein paar Pfund mehr auf den Rippen würden dir sicher besser stehen. Magermodels sind für Männer überhaupt nicht attraktiv. Wir wollen lieber Kurven sehen!"

Weißt du was, mein lieber Kollege? Mir ist es vollkommen gleichgültig, was Männer sehen wollen oder nicht. Mir ist es scheißegal, wem oder was ihr hinterher sabbert.
Am liebsten würde ich von keinem Kerl mehr gesehen werden. Angefasst schon gleich gar nicht.

Das Thema Beziehung und Liebe ist für mich abgeschlossen. 
Gafft jemand anderem hinterher!!

Knochen bedeuten Freisein vom Überfluss. Unnötigen Ballast abwerfen. Da gibt es nichts, was dort nicht sein soll.

Für Männer würde ich das nicht aufgeben.
Sie nahmen schon genug.

Aufgeschoben

Es ist besser gelaufen als ich befürchtet hatte, doch nicht so ausgegangen wie ich erhofft habe. Wahrscheinlich hatte ich meine Erwartungen zu hoch geschraubt nachdem der Psychotherapeut am Telefon zu mir sagte, ich könne gleich heute bei ihm vorbei schauen.
Zur Zeit hat er natürlich keine Termine frei. Nicht, dass ich damit gerechnet hätte. Doch das Warten habe ich zwischenzeitlich so ziemlich perfektioniert.

Das Gespräch an sich lief recht gut. Ich habe mich bemüht, seine Fragen ehrlich zu beantworten, auch wenn nicht alles detailiert war.
Ein wenig über das Essverhalten und dem Gewichtsverlust. Hier noch etwas über schlechte Beziehungen. Da noch was über Suchtverhalten.


"... Doch für Ihr Problemspektrum empfehle ich Ihnen diese Adresse!", er reicht mir einen Zettel, auf dem er in typischer Ärzteschrift eine Telefonnummer und einen Straßennamen gekritzelt hatte.
"Dort müssen Sie nur anrufen und Sie bekommen einen Termin.", seine Lippen waren zu einem Mut zu sprechendem Lächeln verzogen.

Trotzdem bin ich enttäuscht. Den genauen Grund kann ich gar nicht nennen. Vielleicht hätte ich es doch lassen sollen. Woher soll ich wissen, ob ich Hilfe überhaupt verdient habe?
Es ist meine eigene Schuld, dass ich so bin wie ich bin. Es ist meine eigene Schuld, dass ich mich von Allem und Jedem isoliere, nichts esse, mir das Leben zur Hölle mache.
Andere Menschen brauchen sicher dringendere Hilfe als ich.

Ich bin wirklich schlecht drauf.

Und immer wenn ich schlecht drauf bin, erhöht sich die Gefahr eines Fressanfalls. Am Liebsten würde ich jetzt den gesamten Inhalt des Kühlschranks leer fressen und alles auskotzen. Kotzen bis mir alles weh tut.
Aber ich werde jetzt erstmal versuchen, ruhig zu bleiben. Werde versuchen, mich ein bisschen hinzulegen und wenn das Wetter mitspielt später noch ein paar Runden joggen.

Vor dem heutigem Abend graut's mir. Es ist keiner zu Hause. Ich war erst vor zwei Tagen einkaufen.
Bitte wünscht mir Glück den Tag nicht mit Versenken meiner Magensäure zu verbringen.

Mittwoch, 10. August 2011

Wackelpudding auf Ephedrin

300 g abgenommen. Spiralförmig abwärts. Warum kann es nicht schneller gehen?
Der Spiegel lügt nicht. Überall fett. Alles schwabbelt. Der Bauch quillt über die Hose. Genau die Hose, in die ich meine abartig dicken Beine erst reinquetschen musste.
Widerlich. Zum Kotzen.

Bei 45 Kilogramm werde ich mal wieder das Maßband in die Hand nehmen. Bisher hatte ich mich nicht mehr getraut.
Ich wünschte, ich wäre stark geblieben. Die 42 Kilo-Grenze hatte ich ja schon. Dann wären es nur noch zwei Kilo bis zur 40 gewesen. Aber ich disziplinloses Stück Scheiße musste ja wieder das Fressen anfangen. 48 Kilo waren es wieder! 48!!! Bei meiner Größe ist das ein BMI von 18.99.

Aktueller BMI 17.96!

Schwabbel. Schwabbel. Schwabbel.

War ein paar Runden Joggen. Meine Hand ist aber leider ziemlich hinderlich gewesen.
Gegessen habe ich 100g Wassermelone, 150g 1,5% Naturjoghurt und 200g Tomaten. Nachher mache ich noch ein wenig Sport, gehe zur Not auch nur spazieren.

Dienstag, 9. August 2011

Schlaf', Kindlein, schlaf'!

Die Hand pulsiert. Poch. Poch. Poch. Mit jedem Blutstoß ein kleiner Rausch.
Die Gedanken wandern in abartige Gewässer. Faulige Kanalisation.
"Augen zu und durch", wispere ich in die Dunkelheit. Es hallt nichts zurück.

Die Stille wird unertäglich laut. Wachkoma.
Ein Wunsch: Einschlafen und als anderer Mensch aufwachen.
Ich hab' Angst.
Vor mir selbst. Vor dem nächsten Tag. Vor dem Schlafen. Vor dem Aufwachen.

... und wenn er auch die Wahrheit spricht

Kurz vor 11 Uhr in der Notaufnahme: Keuchende Kranke; einige mit möglichst viel weißem Stoff eingewickelt. Andere husten und krächzen bis zum Schädeltrauma. Ab und an wurden Menschen auf Barren an mir vorbei transportiert. Viele, die jetzt noch neben mir sitzen, bereiten sich schon auf einem längeren Aufenthalt vor.

Zwei Reihen hinter mir flucht ein älterer Herr auf die Ungerechitgkeit des Lebens und auf die viel zu langen Wartezeiten in deutschen Krankenhäuser. "Ich verrecke eh bald", schrie er der hilfsbereiten Frau an der Rezeption entgegen. Höflich belächelte sie ihn und versucht ihn so gut es ging zu ignorieren, immerhin wurde sie darauf geschult.
Bis auf Weiteres war es ruhig. Ab und zu ein genervtes Murmeln. Ab und zu ein trauriges Seufzen.
Ich fragte nur "Was mache ich hier eigentlich?" und presste den Verband, den mir mein Chef noch auf der Arbeit aufgelegt hatte, gegen mein Handgelenk.



Der Chirurg betrachtete sich mit Andacht meinen Unterarm.  Zwar täuschte er vor, Interesse an der Entstehung der drei kleinen, doch recht tiefen Schnittwunden an meinem Handgelenk zu zeigen, doch hatte er sein Urteil schon gefällt.
"Es war nur ein Unfall", stammelte ich - ohne besonders viel Nachdruck, der meiner Aussage mehr Kraft verliehen hätte.
In seinen Augen jedoch war es zu sehen: Er glaubte mir nicht. Kein einziges Wort.

"Ist Ihre Hand aus Versehen in die Skalpellklinge gefallen? Und die anderen Narben da am Unterarm? Waren das auch Arbeitsunfälle? Wenn sie so ungeschickt mit Ihren Arbeitsmaterialien umgehen, sollten sie vielleicht in Erwägung ziehen, den Job zu wechseln."
Der Unterton in seiner Stimme war niederdrückend. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es war kein Vorwurf, erst recht keine Wut - eher eine gefasste Aussage mit einem Hauch Enttäuschung. Wahrscheinlich sieht er oft Leute wie mich. Öfter als ich vermuten würde.


Das Warten während der Behandlung war das Schlimmste. So viele Sachen zum Aufschreiben, so viele Kleinigkeiten aus unzähligen Schubladen herauskramen.
Hätte der Doktor die Wunden einfach wieder zusammen genäht, hätte er viel früher zur Mittagspause gehen können und ich wäre befreit gewesen, versorgt und nicht mehr eingesperrt. Die perfekte Win-Win-Situation.
Aber nein: "Dürfte ich Sie vielleicht näher untersuchen? Bei einem Arbeitsunfall kann eine Anamnese nie genau genug sein."

Jetzt war er der Lügner. Für dumm verkaufen musste er mich nun auch wieder nicht. Natürlich wollte er keinen genauen Anamnesebericht für den Arbeitgeber oder die Versicherung. Er wollte schauen, wo er die nächsten Schnittwunden finden kann, wo das Gewebe der Haut am tiefsten vernarbt ist.

Hoffentlich haben ihn die Fundorte befriedigt. Finden konnte er ja Einiges. Sein Gesicht war zu einer ernsten Miene verzogen, doch überrascht war er keineswegs. Beim Bertrachten meiner Oberschenkel zog er einmal scharf die Luft ein, kommentierte aber nichts.

Nur ein Kopfschütteln.
Dann fing er mißmutig an, offene Wunden zu desinfizieren.

Stille.



"Was machen Sie bloß mit sich? Egal, was mit Ihnen passiert ist, was Ihnen angetan wurde oder nicht, so eine Behandlung verdienen Sie nicht!", urplötzlich ertönte doch ein kleinen wenig Entrüstung in seiner Stimme.
"Ihr Verhalten, ihr Selbsthass, ist kein post-pubertierendes Teenie-Gehabe, sondern eine selbstzerstörrerische Reaktion auf ungelöste seelische Probleme. Vielleicht bin ich nicht der richtige Ansprechpartner, aber Ihnen kann geholfen werden. Niemand sollte auf solche körperbezogene Respektlosigkeit zurückgreifen müssen."

Stille.

Vielleicht hätte er einfach nur nicht so genau hinschauen müssen, denn den frischen Sauerstoff zum Herausdrücken dieser Worte hätte er sich sparen können.

"Sie haben so herrlich schöne blaue Augen. Wollen Sie wirklich, dass die auf ewig so traurig dreinblicken müssen?"

Mehr Stille.

Ich konnte nicht sprechen. Ich konnte nicht antworten.
Auch wenn ich insgeheim gerne wollte. Eigentlich wollte ich um Hilfe flehen. Eigentlich wollte ich winseln. Eigentlich wollte ich mich vor Schmerzen winden. Eigentlich wollte ich in Tränen ausbrechen und einfach weinen.
Doch in mir gab es nur Leere. Noch mehr Leere. Zu viel Stille.

Und ob er mir nun glaubt oder nicht, die Schnittwunden am Handgelenk WAREN ein Arbeitsunfall.
Netterweise hat er es auch nur als solchen angegeben. Die "Ganzkörper-Desinfektion" hat er nicht vermerkt, noch berechnet.
Dankeschön, Herr Doktor!

Montag, 8. August 2011

Size Zero - oder: "Das Leben wie es sein sollte"

Es geht nicht um Schönheitsideale, dem Dünnsein oder gar Kleidergrößen. Es geht nicht wirklich ums (Fr)Essen und um Diäten nur bedingt.
Ich möchte nicht schlanker werden, sondern weniger. Hauchzart wie die Flügel eines Schmetterlings. Semitransparent, fast unsichtbar, weil es genau das ist, was ich fühle.

Natürlich können es sich viele nicht vorstellen, was es bedeutet Essen in sich hinein zu würgen. Eine Bekannte meinte erst vor Kurzem zu mir, sie hätte am Vortag einen "Fressanfall" gehabt. Natürlich meinte sie nur, dass sie beim Italiener das Dessert nicht ausgelassen hatte.
Was hätte sie wohl gesagt, wenn ich ihr erzählt hätte, dass ich - wahrscheinlich zur gleichen Zeit während sie im Restaurant saß - auch gefressen habe. Und gefressen. Und gefressen. Und gefressen.

Eine Family-sized Pizza mit extra Käse. Zwei Becher Eiscreme. Brot mit Erdnussbutter. Nutella aus dem Glas. Nudeln, die ein wenig zu al dente waren, weil ich es nicht abwarten konnte, dass sie kochten. Eine Packung Oreo-Kekse. 500g Joghurt. Zwei Tafeln Schokolade.
Und zur Krönung des Ganzen: Drei Honigwaffeln. Eigentlich wären es sechs gewesen, aber zu dem Zeitpunkt wurde mir so schwindelig, dass meine Hände die Packung nicht mehr halten konnten.
Den Finger musste ich mir nicht in den Rachen schieben. Der ganze Müll kam von alleine wieder hoch. (Übrigens habe ich es nicht bis auf die Toilette geschafft. Bin circa 20 Minuten später in meiner eigenen Kotze aufgewacht und habe das Wischen angefangen.)

Fressen und Stopfen bis sich die Nahrung in der Speiseröhre stapelt, bis sich der Bauch in seinem Umfang so sehr spannt, dass er zu platzen droht. Ein Fressanfall, um den Feindbild 'Körper' das selbe Leid wiederfahren zu lassen wie Objekt 'Herz' stets ertragen muss.

Meine Bekannte weiß wohl nicht, was es mir bedeutet. Und ich möchte auch nicht, dass sie jemals wissen muss, was es bedeutet.

Warum dann also? Warum?
Um diese Leere zu füllen. Um die kreisenden Gedanken still zu legen. Der Schmerzen wegen.
Wahrscheinlich nur darum.

Designer-Jeans und XXS-Shirts sind mir genauso egal wie die Fleischtheke im Supermarkt. Es lockt mich nicht dünner zu sein als andere Mädchen, wenn ich gleichzeitig weiß, die "andere" ist glücklicher als ich.

Sonntag, 7. August 2011

Für manche geht einfach nicht die Sonne auf...

Mir ist bewusst, dass der Tod nicht die Lösung ist. Doch schon sehr lange schwebt eine schwarze Wolke über meinem Kopf, die nur selten ein paar Sonnenstrahlen durchlässt.


Es muss sich etwas ändern. Etwas Grundlegendes. Ich möchte wieder kämpfen, möchte wieder atmen können. Auch wenn es seine Zeit in Anspruch nehmen wird und es Kraft kosten wird, "später" ist und bleibt nur eine Ausrede.