Seiten

Samstag, 31. Dezember 2011

Da hab' ich's nun...

.. die SMS, die erst erhofft und nun verhasst auf meinem Handybildschirm angezeigt wird.

"Vielleicht sollten wir uns mal ganz ehrlich unterhalten, weil ich mit deinen Andeutungen auch nicht schlauer werde. Schön wäre es, wenn du mal ganz ehrlich wärst und nicht versuchst dein Umfelt zu verarschen. Angefangen bei deinen Freunden und endend bei deinem Therapeuten. Ist auch nicht böse gemeint, ich mache mir auch nur Sorgen! Denk darüber nach und wenn du willst, können wir gern morgen Nachmittag telefonieren. Brauchst nur anklingeln, ich ruf dich dann zurück!"

Ich weiß nicht genau, mit was ich wem verarscht haben soll. Meint sie die Geheimnisstuerei?
Lügen? Lügen?
Ich bin verdammt nochmal wie meine Mutter. So scheint es. Nur bekomme ich es nicht mit.

Wie soll ich nach der Nachricht noch einen klaren Gedanken fassen können?
Bin gerade am Boden zerstört. Wie soll ich bis zum Morgen kommen?

Es ist meine Schuld, dass ich so einsam bin und weiß nicht mal wie es dazu gekommen ist. Scheiße. Ich habe Angst vor Morgen, habe Angst vor der Nacht heute! Zu laut, zu viel.... Es tut weh.
Dabei habe ich mir so eine Nachricht ersehnt,... jetzt wäre ich lieber in meiner Einsamkeit versauert. Entscheiden kann ich mich auch nicht.

Blut fließt den Arm hinunter, alles brennt und beruhigter bin ich auch nicht. Nur ist jetzt die Verzweiflung auf meine Haut gebrannt.
Wie soll ich bis morgen durchhalten? Wie soll ich da anrufen können?

Gerade bahnen sich Panikattacken an. Horror. Ich bin wie meine Mutter. Schlimmer noch: Eine Mischung aus meiner Mutter und meinem Vater.

Ich heule wie ein Kleinkind...

Donnerstag, 29. Dezember 2011

... gesehen hat es Niemand

... oder einfach als selbstverständlich erklärt.
Wie ich die Person im Spiegel verabscheue. Dieses verlogene Lächeln und diese viel zu viel versprechenden Augen. Immer wenn ich diese Reflektion sehe, steigt mir Galle vermischt mit Hass die Kehle hinauf.
Tiefer als grundlegende Feindseligkeit. Ich sehe ein Monster, ein Lebewesen, welches es nicht verdient hat zu atmen. Diese Gestalt gehört entsorgt. Diese Bestie muss aus mir heraus gehungert werden, oder aus dem Leib gekotzt: Egal, Hauptsache ist das Ergebnis. 

Und ich wollte, dass es Jemandem auffällt wie sehr mich mein Kummer beherrscht. Wünschte mir nur eine Person, die auf mich zukommt und sagt: "Hey, du brauchst nicht mehr weinen. Das kriegen wir schon wieder hin."
Wollte stumm aufschreien, um nach Hilfe zu betteln - da mir Worte fehlen. 


Ich dachte wirklich, es könnte besser werden. Wollte wirklich eine Veränderung, die etwas beweget.
Dabei hat es alles nur schlimmer gemacht.
Hinweise wurden in den meisten Fällen ignoriert. Hilfeschreie sind unbeantwortet verhallt. Nur ein dumpfes Echo klingt noch an meine Ohren, vielleicht ist es aber nur das Zwitschern eines Vogels, der bereits in die Ferne fliegt.

Warum wird aus einem "wir" immer nur "allein"?
Und wieso falle ich immer wieder auf diese Art von Versprechen rein?
Eigentlich bin ich nur eine Last, ein Klotz am Bein, überfordernd und gebe nichts zurück. Es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid, so viele Menschen im Laufe meines Lebens enttäuscht zu haben. Es tut mir leid, dass ich Ansprüchen und Anforderungen nie gerecht werden konnte, so viele unverbesserliche Fehler gemacht habe und immer zu viel erwartet habe.

Manchmal wünschte ich, die Zeit wäre veränderlich, verstellbar. Wäre es nicht beruhigend zu wissen, es wäre möglich die Zeit einmal zurück zu stellen? (Nein, in meine letzten Jahre würde ich nicht zurück wollen. Auch nicht in die "Babies bringt der Storch"-Phase. Mein Ziel wäre das Jahr 1988. Als kleiner Geist würde ich umherschweben und in jener Nacht zu meinen Eltern sagen: "Verfickte Scheiße! Benutzt verdammt nochmal ein Kondom!")


Ich räume inständig ein, dass ich es meinen Mitmenschen nicht einfach gemacht habe. Doch zu Weihnachten... wenigstens zum 'Fest der Liebe' hätte ich mir eine liebe Umarmung gewünscht. Eine kleine Geste, eine Aufmerksamkeit.
Eine Karte? Einen Anruf? Eine Mail? Eine SMS? Ein "Anstupsen" auf Facebook?
Um bei den Fakten zu bleiben: Zu Weihnachten habe ich SMS bekommen. Aber nur von den Leuten, denen ich vorher geschrieben habe. Und - ach ja - natürlich eine gewichtige SMS von T-Mobile, die mir mitgeteilt hat, dass ich einen Klingelton gratis downloaden kann. (Doch wozu braucht man einen Klingelton, wenn keiner anruft? Warum habe ich überhaupt ein Handy? Nur die Weckfunktion ist notwendig.)

Dann erzählt mir noch Einer irgendwas zum Thema Freundschaft und Menschlichkeit.


Meine beste Freundin lebt in einer Stadt, die viel zu weit entfernt ist. Ihr Studium, ihr Nebenjob und ihre Lebensumstände stressen sie gewaltig. Manchmal habe ich schon ein schlechtes Gewissen, dass ich ihre Zeit raube, wenn sie mir eine Mail schreibt.

Zwei weitere Freundinnen sind restlos überfordert mit mir. Wie sie es sich gewünscht haben, lasse ich ihnen Zeit. Ja, alle Zeit, die ich habe. Für was? Genau, weiß ich es nicht. Sich daran zu gewöhnen, dass ich gestört bin - vielleicht?  Zeit dafür, die Worte des Abschieds genauer zu planen? Ich weiß es nicht.

Mh, und irgendwo habe ich noch eine Art Familie Verwandtschaft. 
Zwei Brüder, von den der Eine sein Leben seiner Arbeit widmet und der Andere im digitalen Universum verschollen ist.
Und der Herr Ex-Soldat, für den Disziplin und Struktur an erster Stelle stehen. An Zweiter: Alkohol. An Dritter: Würde und Ehrgefühl. An 66.751.-er: "Der kleine Rekrut". (Das ist kein liebevoll gemeinter Spitzname, sondern die Bezeichnung meines Dienstgrades.)

Sonst gibt es keine realen Mennschen, für die ich wartend den Himmel anbete. Immer nur Bekanntschaften, denen ich auch zu viel wurde; denen meine Verschwiegenheit und mein Misstrauen zu umständlich und schwierig wurde.


Es macht mich traurig zu realisieren, dass meine Existenz Niemanden wichtig erscheint. Nicht so wichtig, dass das Fehlen jener Erwähnten einen bleibenden Verlust darstellen würde.
Seit dem 24. Dezember habe ich mit keinem Menschen geredet. Nur mein Arzt hat mich gefragt, wie es mir geht. Und am Liebsten wäre ich an Ort und Stelle zusammengebrochen oder hätte ihn darum gebeten, mir 10 Minuten Zeit zu lassen. In den 10 Minuten hätte ich ein Aufnahmegerät gekauft und hätte ihn darum gebeten, es noch einmal zu sagen. (Ach, ich klinge bestimmt nicht armesilig oder verzweifelt.)

Es fällt mir schwer, die Tränen zurück zu halten. Es gibt ja auch keinen Grund, sie zu verstecken. Sehe ich mich um, ist da nur Finsternis. Nur Leere. Dunkelheit, die auch mein Herz zerfrisst.
Wie lange schon lasse ich sie an diesem verhassten Ding knabbern? Soll sie doch essen bis sie satt ist. Soll sie nur, hat die Dunkelheit sicher kein Interesse daran, wieviel Kalorien in meinem Herz steckt.

Es ist auch kein Wunder, denn Einsamkeit hat schon so viel zugrunde gerichtet. Dagegen helfen keine Tabletten, und auch keine Therapie. Ohne Initiative ist mein Warten wahrscheinlich vergebens.
Ob es auch nur auf Unverständnis trifft: Gerade fehlt mir einfach die Kraft. Es geht nicht mehr. Ich sehe keine Zukunft, keine Hoffnung, keinen "Lichtschimmer am Ende des Tunnels".
Ich kämpfe nicht, weil ich aufgegeben habe.Habe aufgegeben, weil ich nicht kämpfe.

Könnte ich lächeln, würde ich es tun. Könnte ich euren aufbauenden Worten glauben, würde ich es tun. Könnte ich die Schuld von meinem Körper abstreifen, würde ich es tun. Sofort. Ohne mit der Wimper zu zucken.


Für mich seid ihr die Besten. All eure Wärme und Motivation, die ihr mir gebt. Ihr nehmt euch Zeit, teilt, was euch belastet und versucht Wunden zu kleben, die euch selber nicht schmerzen. Danke! Danke für jedes einzelne Wort, das ihr mir auf diesem Blog hinterlassen habt.

Bitte nehmt es nicht persönlich, es geht dabei nicht um euch, ausnahmsweise auch nicht um mein Versagen. Doch vorerst werde ich keine Posts mehr schreiben.
Ich werde keinen Eintrag mehr verfassen bis sich ein Mensch bei mir meldet ohne, dass er einen triftigen Grund dafür vorweist ("Ich will Geld von dir, Bitch!", "Kannst du mir helfen? Mein PC spinnt!") und ohne, dass ich ihm vorher eine Nachricht zukommen lassen habe.
Ich werde so lange kein Wort mehr sprechen bis eine einzige Person sich um des Kontaktes Willen meldet. (Ausgeschlossen sind 'geschäftliche' Gespräche beim Einkaufen oder Ähnlichem. Und natürlich der Arzt. Er verdient mit Sicherheit nicht genug dafür, um sich auch noch um kindliche Spinnerein zu kümmern.)

Sobald das passiert ist, melde ich mich wieder. Das kann morgen sein. Nächste Woche. Vielleicht nie. Versprechen kann ich nichts.

Noch einmal Danke für Alles!
Eure Blogs werde ich trotz dessen weiterhin verfolgen und auch Kommentare hinterlassen. Macht euch also keine Sorgen um mich! Das lohnt sich nicht!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Sandmann, lieber Sandmann,...

Während die Zeit dahinstrich, hoffte ich, mein Verstand würde irgendwann Vernunft annehmen.
Meine Träume verrieten mir: Vernunft muss den Verstand befürworten, nicht anders herum.

Blut.
Soldaten. Verlorene Beine und Granaten.
Ein Clown mit riesigen Schuhen, die ihm vom weglaufen hinderten.
Zwillinge, die an den Armen zusammengenäht waren.
Blut.
Mehr Soldaten.

Der Schweiß tropft von meiner Stirn als das Donnern von Bomben mich aus dem Schlaf reißt. Diese Angst vor den Träumen - besser noch: diese Angst in den Träumen - quält mich. Bitte töte diese Visionen in mir, lieber Sandmann. Bitte vergrabe diese bebende Furcht in meinen Knochen unter einem schweren Sack gefüllt mit Sand; Staub der Träume, was immer es ist, dass du in deinen Händen trägst.

Ich will gar nicht mehr schlafen. Versuche mich wach zu halten. Also lieber Sandmann, bleibe einfach bei mir und leiste mir Gesellschaft. Du hast gewiss noch Zeit.
Gerade stehe ich den Suizidgedanken wieder so nah.

Flashbacks

Papa ist enttäuscht.
Papa hätte lieber einen Soldaten Sohn gehabt.
Papa drillt mit Befehlen.

Papa, ich bin diszipliniert und gehorche auf's Wort. Bald schon kannst du stolz auf mich sein! Macht es mir auch Angst, allein in mein dunkles Zimmer gesperrt zu sein. Bin ich auch wirklich zu ungeschickt dafür, die blutende Lippe richtig zu versorgen. Bin ich auch eindeutig zu schlecht darin, die blauen Flecke zu verbergen.

Papa hat zu viel getrunken. 
Papa war extrem wütend über die 6 in Mathe. 
Papa schreit und lässt Fäuste sprechen.

Papa, es tut mir leid. Die Bestrafung habe ich verdient. Der Schmerz macht mich nur stärker. Ich weiß, das es dir leid tut und du es nicht so meinst. Weder die Worte, noch die Taten.
Wäre ich ein besseres Kind, würdest du mir auch einmal voller Achtung auf die Schulter klopfen können.

Papa wirft einen Topf mit Nudeln nach mir. 
Papa schmeißt die Teller an die Wand. 
Papa hasst die Tochter, die ihm keine Ehre bringt.

Papa, meine Mitschüler ärgern mich, hänseln mich und machen sich lustig über mich. Die Sportlehrerin hat veranlasst, dass ich jetzt meinen zweiten Verweis bekommen habe, weil ich mich nicht in der Umkleide umziehe, um am Unterricht teil zu nehmen. Wie soll ich auch die Zeichen erklären? Die markierte Haut?

Papa sieht die Schnitte am Arm und lacht. 
Papa nennt mich einen Versager und erbärmlich. 
Papa interessiert es nicht. 

Papa, das mache ich für dich! Damit ich nicht mehr weine, nicht mehr so jämmerlich am Boden krieche. Jetzt bin ich stärker als die Tränen, die ein Soldat nun einmal nicht zur Schau stellt. Bald schon bin ich gut genug für dich. Bald schon wirst du sehen, dass dein das kleine Mädchen zwar versagt hat, aber das große Mädchen die Schande ungeschehen machen kann.

Papa greift wieder zur Flasche.
Papa ist wütend, enttäuscht, desinteressiert.
Papa hat keinen Soldaten aus mir machen können. 

Bitte - eines Tages.... verzeihe mir!
Vor dir salutiere ich!


Ganze Nacht kein Auge zugemacht. Flashbacks quälen mich durch die gesamte Nacht.
Ein halbes Tavor eingeschmissen und ich hoffe nun das Beste.

Jetzt blute ich nicht nur, sondern weine auch noch zusätzlich.
Wenn ich es nicht schon gewohnt wäre, wäre ich von meiner schändlichen Disziplinlosigkeit angewidert.
Widerlich. Einfach zum Kotzen...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Wasser

Wenn du dich für das Leben entscheidest, musst du nach Luft ringen. So will es das Naturgesetz. Schwimme, um nicht unter zu gehen.

Diese Gedanken fließen dein Gesicht hinab - wie Wasser.
Versuche einfach, nicht in ihnen zu ertrinken.

Klammer auf - Klammer zu

Ich hasse mich. Ich hasse mich zutiefst.
Eure Worte können diesen Abscheu leider nicht besänftigen, nicht einmal für einen Moment in Vergessenheit geraten lassen.

Ich hasse mich. (Schon ewigwährend, Tendenz steigend.)
Und ich würde mich auch hassen, wenn meine Wand voller Medaillen und Trophäen hängen würde.

Schon wieder steh' ich unter Druck: Leistungstransformator in Bertrieb. Hochspannung, Einhundert Megavoltamper.
Würde gern sprechen, die ganze Last mit einem Menschen teilen, doch bleibe wieder stumm.
Es ist ja auch keiner hier. Genauso wie die letzten Tage.
(War heute mehrere Male kurz davor die Nummer der Telefonseelsorge zu wählen. Habe aber dann angefangen, Bilder zu malen. Es ist traurig, dass so viel Farbe und Tinte verschwendet wird, um ein und das selbe Thema darzulegen: Störverhalten.)

Eigentlich sollte ich mich um eine neue Arbeitsstelle bemühen, statt dessen senke ich meinen Kopf und versuche die Schmerzen zu vergessen.
Sollte unter Leute gehen und einen neuen Lebensabschnitt anfangen, statt dessen weine ich wie ein Baby.
Sollte wieder Hoffnung fassen und wieder Freude finden, statt dessen fresse ich jeden Kummer (oh, und nicht nur den) in mich hinein und belächel das Schicksal mit Ironie.
Sollte eigentlich alte Freundschaften festigen oder mir irgendetwas Gutes tun, statt dessen  versinke ich in Todessehnsucht.

Ich hasse mich. Ich hasse mich. Und Alles, was ich jemals war. (Oder eben nicht.)
In der Klinik habe ich mir selbst versprochen, mich bis zum Jahresende nicht zu schneiden.
Und ich wage zu behaupten, dass dies in der nächsten selbstaufgebundenen Enttäuschung enden wird.



Kann nicht schlafen gehen, weil ich den Alpträumen gekonnt aus dem Weg rennen möchte. (Doch die Flashbacks im Wachzustand sind intensiver, weil diese Realitäten wieder auf erleben lassen.)
In meinem Kopf marschieren wieder Soldaten. Mit schweren Stiefeln.

Erinnerung. Vergangenheit. Zeit. Wann habe ich angefangen zu vergessen verdrängen?
Wem mache ich was vor?
Es ist kurz nach halb vier. Habe die letzten Tage nur geschlafen, wenn ich vor Schwäche ins Bett (oder auf die Couch) gefallen bin.
Jetzt werde ich der Nacht in die Arme gleiten.... und hoffen, dass es gar nicht so schlimm wird.




"Frau S., warum machen Sie das?", der Psychologe mit dem netten Lächeln zeigt auf meinen Oberkörper. Regungslos schaue ich ihm ins Gesicht, nicht realisierend, worauf seine Finger deuten.
"Dieses Auf und Ab-Wippen mit dem Körper...", ein kurzer Moment vergeht und es macht Klick. (Idiot, jetzt hast du dich schon wieder auffällig verhalten.) Mein Kopf routiert, hatte bis zu dem Zeitpunkt nicht bemerkt, dass ich wieder auf die abstumpfende Trance hinarbeiten wollte.
"Ermm...", stottere ich. "Das mache ich schon immer. Mir sagen Viele, dass ich es lassen soll, aber ich merke meist nicht, wann es anfängt. Gerade beim Einschlafen." (Genervt muss ich anmerken, dass Jaktation etwas für Kinder ist. Scheiße. Werde ich denn nie erwachsen?)
"Ja, wirklich?", er lächelt noch einmal und beginnt wieder Notizen zu machen....

Ich brauche Hilfe.
Ich kann nicht sprechen. Wo sind die Menschen? Wo ist "irgendjemand"?
Hilfe. Ich kann bald nicht mehr.

Montag, 26. Dezember 2011

Vogel im Käfig

Das einfache Zittern eines begierigen Herzens;
ein sanftes Plänkeln an der Handfläche;
flatternde Flügel voller Entschlossenheit:
mutig zur Hoffnung entgegen der Gefangennahme.

Federn verwüsten in purer Frustration,
wehende Extensionen des eingekesseltem Erbarmen,
der Aufbruch zum Ausbruch:
Gewaltiges Schlagen an zwingenden Gittern.

Stumm nur das Flehen nach einem freien Bruchteil,
mit blindem Glaube wortlos schimmernd,
ein glühendheißer Wunsch aufzuerstehen,
heraus zu treten aus eiskaltem Gestell.



Dein Herz ist wie ein Vogel im Käfig:
Es flüstert von Liebe und Erbarmen;
und ist der Schlüssel zur Freiheit greifbar,
fürchtest du doch,
die Hoffnung fliegt nun einfach davon;
ohne Wiederkehr.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Medizinischer Abfall

Gerade mal so real wie ein Schnitt am Papier, der kaum erkennbar sichtbar schmerzt. Geflutet mit Salz aus deinem Ozean - langsam ebbend, angetrieben von den Gezeitenkräften.
Wie eine Krankheit versuche ich dieses Gefühl zu bekämpfen: Schlucke Pillen, Dragees und Kapseln; trinke Sirup, Tropfen und Saft.
Herr Doktor, Herr Doktor, verschreiben Sie mir eine Injektion oder Infusion, helfen Sie mir diese Erinnerung zu überleben.

Denn ich kann dich nicht vergessen, kann meine Gedanken nie etwas Anderem widmen.
Und es tut so weh, dass ich ohne Medizin mein Leben nicht unter Kontrolle habe. Doch sticht die Melanchonie umso mehr, wenn die Asche verbrannter Einsamkeit in meinen Lungen brennt.
Warum nimmst du mir die Luft zum Atmen? Würde doch alles tun, um die Tage des Versagens ungeschehen zu machen. Bestrafe ruhig meinen Körper, es ist egal. Vollkommen egal, was mit dieser verfluchten Hülle anstellst, bloß vergebe dem Ich innendrin.

Noch eine Tablette schwemmt die Kehle herunter. Noch einmal 24 Stunden, die vollkommen sinn- und grundlos verstreichen müssen.

Samstag, 24. Dezember 2011

9. Blogaward

Vielen Dank an Amelie und Pünktchen, die mir meinen 9. Blogaward verliehen haben. Langsam weiß ich gar nicht mehr, was ich noch an Fakten posten soll, da ich ja sowieso so viel über mich schreibe.

  1. Bisher habe ich Weihnachten auch allein gut verbracht. 
  2. Ich bin ein Fan von Comics/Mangas, Trickfilme/Animes. Früher habe ich die klassischen Disneyfilme mehrmals täglich geschaut.
  3. Es stimmt mich traurig, dass sich heute nur Leute gemeldet haben, denen ich zuvor geschrieben haben - und dann nicht mal alle. Jedes Mal frage ich mich, warum ich überrascht bin.
  4. Ich habe keine Interessen und Perspektiven für meine berufliche Zukunft. 
  5. Ohne SVV kann ich mir mein Leben zur Zeit nicht vorstellen: Wenn ich versuche mit Einem aufzuhören, kommt was Anderes. (Wenn ich weniger Fress-/Kotz-Attacken habe, ritze ich mich mehr. Wenn ich weniger ritze, fange ich meist an wieder zu hungern.)
  6. Aus Langeweile spiele ich die meiste Zeit des Tages Onlinespiele.
  7. Als Abschiedsgeschenk für meine Arbeitskollegen male ich ein Bild, aber ich befürchte, dass ich mich nicht trauen werde, es ihnen zu geben. 
 Fina, Juno, Shelley und Eisherz bekommen von mir den Award!

 Vielen herzlichen Dank jeden Einzelnen, der seine Stimme bei meiner Umfrage abgegeben hat.  Das Ergebnis erschreckt oder überrascht mich keineswegs. Obwohl ich doch geschätzt hätte, dass mehr die Diagnose EDNOS haben als spezifisch Bulimia oder Anorexia.
Glücklich ist kaum jemand, wie schade, wenn man es sich so durch den Kopf gehen lässt...

Frohe Weihnachten


Auch wenn es kaum noch einer hören will:
Ich wünsche jedem Einzelnen von euch ein besinnliches Weihnachtsfest! Verbringt eine schöne Zeit mir euren Familien und Freunden!

Liebste Festtagsgrüße
Emaschi

Freitag, 23. Dezember 2011

Routine

Am Montag erst aus der Psychatrie entlassen und nun kreisen die Gedanken schon wieder nur um Suizid.
Erbärmlich.

Ist es denn wirklich die einzige Lösung für mich?

Jammerlappen

Ganz ehrlich: Ich weiß gar nicht, warum ich so verflucht enttäuscht bin. Kann nicht genau beschreiben, warum es so herzzereißend schmerzt.

Als ich heute zur Praxis meines Psychologen ging, war ich noch immer besorgt um die Beantwortung seiner Frage, der er mir am Dienstag gestellt hat. Lange habe ich meinen Gedanken im Kopf hin und her gedreht, habe den Wert der Möglichkeiten abgeschätzt und kalkuliert. Eisherz hat mir dabei sehr geholfen.
Das Wartezimmer war randvoll. Zugegebenermaßen überraschte mich das schon sehr, fragte mich, ob die Leute am Tag vor dem Heiligen Abend nichts anderes zu tun hätten. Jedoch erinnerte ich mich beschämt daran, dass ich ja selbst gerade die Räumlichkeiten der Arztpraxis betreten hatte.

Nervös mit den Beinen wippend, verging die Zeit nur beschwerlich und kraftraubend langwierig. Zwischenzeitlich musste ich mich auf der Toilette einsperren, weil mir die Menschen Angst eingejagt hatten. Indem sie sich miteinander unterhielten. Zu viele Worte, zu viel Geschwafel. Einfach zu viel Stress für meinen geplagten Schädel.

Der Arzt war von der Anzahl der wartenden Patienten auch nicht begeistert: Nimmt er sich sonst immer viel Zeit und sieht gelassen aus, wirkte er heute gehetzt und zum Akkord gezwungen. Fast schon genervt, maße ich mir an zu behaupten.
Die Frage vom Dienstag hat er nicht einmal gestellt. Da war die Grübelei für die Katz gewesen. Ich sagte ihm, dass ich Weihnachten allein verbringen werde und ziemlich niedergeschlagen bin. Wirklich darauf eingegangen ist der Doktor gar nicht erst, fragte aus heiterem Himmel:
"Wollen Sie nicht eine Therapie machen? Ich habe zur Zeit nichts frei, aber hier ist eine Liste mit Adressen."

Verdutzt starrte ich auf den Zettel vor mir.

"Schauen Sie einfach zu Hause mal durch. Im Internet gibt es sicher noch weiter Informationen!", er lächelte, denn er lächelt ständig. Doch diesmal war es das erste Mal als mir dieses Lächeln weh getan hat.
Danach habe ich seine Fragen nur noch mit einem stummen Nicken oder Kopfschütteln beantworten. In der Eile habe ich sogar vergessen, mich noch für das neue Jahr krank schreiben zu lassen. Und meine Medikamente gehen auch zur Neige... Naja,...

Natürlich ist mir bewusst, dass ich mit den Tränen der Enttäuschung vollkommen übertreibe. Doch es tut einfach nur weh. Es schmerzt so furchtbar, dass ich kaum Worte dafür finde.
Dabei habe ich mir immer Mühe gegeben, mich ihm gegenüber zu öffnen; immer auf seine Fragen einzugehen. Er weiß mehr über mich als mein Bruder.
Ab und an habe ich mich sogar wohl dabei gefühlt, ihm Einiges anzuvertrauen. Nochmal schaffe ich es nicht. Nicht so. Oder es dauert wieder viel zu lange.

Einer von euch kann es bestimmt nachvollziehen wie es ist keinem Menschen zu trauen. Sie nicht einmal zu trauen, einen Arzt anzurufen. Sich nicht zuzumuten, zu fragen, ob jemand Zeit für die eigene Person hat.
Wie stellt er sich das vor? Drückt mir einen Zettel in die Hand und meint, ich soll einfach mal nachfragen. Ich kann nicht einfach mal nachfragen. Es geht nicht. Ich kann nicht. Egal, wie peinlich das jetzt erscheinen mag.

Damit man mich nicht falsch versteht: Hiermit möchte ich ihm keinen Vorwurf machen. Andere Menschen brauchen seine Hilfe dringender, haben auch lang genug auf einen freien Therapieplatz gehofft.
Wenn er es aber doch vorher schon wusste, hätte er es mir nicht früher sagen können? Zum Jahresende werde ich sicher nirgendwo empfangen.

Was wird denn jetzt noch auf mich zukommen?
Der größte Teil meiner Familie hasst mich,
viele meiner Freunde haben keine Zeit für mich,
ich werde ab Ende Januar arbeitslos sein,
der stationäre Aufenthalt in der Psychatrie war erfolglos,
nicht mal der Therapeut will mich noch.
Kann man Weihnachten denn noch trauriger verbringen?

Ich fühle mich so verflucht einsam.
So allein, dass ich einfach nur verschwinden möchte.

Ich geh' jetzt heulen, weil ich ein verfickter Jammerlappen bin. Hoffe stumm darauf, dass die Weihnachtszeit schnell vergeht und ich in meiner Einsamkeit nicht vollkommen emotional verkümmer.
Hier stehen ein paar Geschenke, die ich für meinen Bruder und ein paar Arbeitskollegen hübsch verpackt und dekoriert habe. Ich selbst erwarte Nichts. Hoffe nur insgeheim auf einen Anruf oder eine liebe SMS von den richtigen Personen. (Doch ich setzt meine Erwartungen nicht zu hoch.)

Die Tränen laufen schon über mein Gesicht.
Wieso bin ich so ein gottverlassener Versager? Warum passiert mir nicht einmal im Leben etwas Gutes, das nicht nach zwei Tagen wieder auseinanderbricht?
Wieso kann ich nicht einfach von dieser Erdoberfläche vergehen?

Visualisieren

Gerade realisiere ich, was für ein lächerlich jämmerliches Bild ich abgeben muss. Den Schlafanzug aus der Kinderabteilung tragend, weine ich in die Stille der Nacht. Das Messer in der Hand schneidet leichte Wunden, gerade nur so tief, dass kleine Blutbäche über meinen Arm fließen.
In Einsamkeit noch immer Kind geblieben, zurückgewiesen wie eh und je. Meine Angst vor Alpträumen wächst stetig mit jeder Minute, die die Nacht heranwächst. Doch kann ich schreien und schluchzen: Es ist ja Niemand hier außer der Teddy auf meinem Schoß.

In Ironie bescherze ich meine Abtrünigkeit, reiße verlogene Witze über mein schändliches Dasein.
Ablenkung? Verdrängung?
Ach, ich weiß es nicht und bin mir meiner selbst so müde...

Es ist genau so wie die liebe Laura es in einem Kommentar erwähnt hat:
Wenn eine Kleinigkeit schief geht, geht kurz danach einfach alles schief.

Handelt es sich dabei um ein Naturgesetz, von welchem mir noch nicht erzählt wurde?

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Vorweihnachtliches Telefonat

"Hallo Papa! Wie geht es dir?"
"Du rufst ja schon wieder an. Hatten wir nicht erst vor Kurzem telefoniert?"
(Das war vor zwei Wochen.)
"Naja, ich dachte nur, ich melde mich mal."
"Gibt es denn was Neues?"
(Außer, dass ich meinen Job verloren habe, versucht habe mir eine Überdosis Tabletten mit Vodka die Kehle runter zu kippen, ich 5 Tage in einer psychiatischen Anstalt gelegen habe,...)
".. Eigentlich nicht. Bei dir?"
"Du, hör' mal. Zur Zeit ist es furchtbar stressig und wenn du eigentlich nichts erzählen willst, würde ich mich jetzt einfach wieder meiner Arbeit widmen."
(Kannst du nicht wenigstens einmal so tun als wäre ich dir etwas wert? Nur einmal?)
"Ja, das verstehe ich. Wie verbringst du Weihnachten?"
"Ich verbringe Weihnachten in der Schweiz mit Freunden. Aber ich werde es nicht versäumen, deine Brüder und dich am Heiligen Abend an zu rufen. Doch lass' mich jetzt arbeiten!"
"Ok, Papa. Ich freu' mich auf deinen Anruf!"
(Der wahrscheinlich nicht kommen wird. Oder sich zu einer SMS umwandelt.)
"Ciao!"
"Bis dann!"

Wisst ihr, was daran wirklich schmmerzt? Es ist nicht die Tatsache, dass ich alleine Weihnachten überleben muss, oder dass mein Vater keine Ahnung von meiner jetztigen Situation hat. Es ist auch nur halb so schlimm, dass er eigentlich kein Interesse in mich hat - oder je hatte.
Was wirklich weh tut - so tiefe Wunden in meine Seele reißt - ist, dass ich ihn noch immer so lieb habe. Egal, wie oft er mich geschlagen hat, wie oft er mich angebrüllt und beleidigt hat; egal, wie oft er mich niedergemacht hat oder mich in mein Zimmer gesperrt hat, ich habe ihn immer lieb gehabt.
Auch wenn er besoffen Dinge gemacht hat, die ich nicht aussprechen kann. Auch wenn er mir immer die Schuld daran gab, dass meine Mutter ausgezogen ist und sich nie wieder gemeldet hat. Auch wenn er mich verabscheut.

Manchmal wünschte ich, ich könnte es abschalten. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht einfach darüber wegkomme, dass immer es immer schmerzt, immer wieder auf's Neue. Und er es wahrscheinlich nicht einmal merkt.

Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich ihm ein großes Bild auf einer Leinwand gemalt. Es war mir wirklich gelungen, ja, es war wirklich gut. Habe daran insgesamt zwei Wochen gearbeitet.
Als ich es ihm voller Stolz überreicht habe, sagte er nur Folgendes: "Kannst du nichts Besseres mit deiner Zeit anfangen?", und reichte mir einen Umschlag mit 50 Euro.

Drei Tage lang habe ich nur geweint. Wünschte mir, dass ich es besser gemacht hätte. Einmal nur das Richtige gemacht hätte.

Es ist schrecklich. Schon wieder kommen mir die Tränen.
Ich hab ihn wirklich lieb. Und es tut so weh. So verdammt weh.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Wie ein Messer in der Brust

Das Bettlaken ist blutverschmiert;
auch noch feucht von den Tränen.
Angst schreit und flüstert,
hinterlässt Blitze zwischen ihren Zähnen.

Wäre gern die Scherbe eines zerbrochenen Spiegels,
würde ihr zeigen, was sie sehen will;
Dunkle Nächte werden ihr die Sprache rauben,
machen Tage unerträglich still.

Das Eine gleicht dem Anderen:
Auflösende Knochen und Haut wie Papier;
Gesichtslose Schönheit, das Lächzen nach Mehr:
definiert in Konsum, Plastik und Gier.

Mit einem Lächeln verzehrt von Lügen,
Im Dreck weit unten liegt ihr Herz.
Nur die Hoffnung lässt sie atmen,
das Verlangen nach noch mehr Schmerz.


Leer sind ihre Augen,
Zahlen messen keinen Wert.
Nur Tabletten können sie erlösen,
weiß sie auch, es ist verkehrt.

Hilferufe blieben unbeachtet,
erhöhrt, jedoch umgelegt.
"Das Warten nimmt ein Ende",
wenn doch nur die Zeit vergeht.

Dienstag, 20. Dezember 2011

"Wie kann ich Ihnen helfen?"

Dass ich von alltäglichen Kleinigkeiten komplett aus der Bahn geworfen werde, ist für mich nichts Neues. Doch ich fühle mich von der Welt vollkommen überfordert, von meinem Leben vollkommen überfordert. Ich weiß nicht mehr weiter. Bin mir nicht sicher, für was es sich zu kämpfen lohnt.
Sicher gibt es irgendwas; irgendetwas da Draußen. Immer wenn es zum Greifen nah ist, entzieht es sich meiner Hand. Treibsandartig verschwinden Hoffnung und Zuversicht, jegliche Ziele für die Zukunft.

Mein Psychologengespräch heute verlief gut. Wie üblich war er sehr einsichtig und nicht zu fordernd mit mir. Heute ist mir auch aufgefallen, dass seine Hände eine Art Geborgenheit ausstrahlen. Ich weiß, dass es sich dumm anhört - aber es war da. Eindeutig Männerhände, jedoch nicht von schwerer Arbeit geschunden. Nicht beängstigend oder drohend, sondern irgendwie instinktiv beschützend.
Es sind die Fragen, die er stellt - wahrscheinlich stellen muss, um ansatzweise Informationen zu erhalten. Manchmal fallen mir so viele Worte und Gedanken auf einmal ein, dass ich an den einzelnen Fetzen zu ersticken drohe und sie unbedacht wieder herunterschlucke. Und manchmal kenne ich die Antwort selber nicht.

Am Freitag werden wir uns wieder zusammensetzen. Meine Aufgabe ist es, mir zu überlegen, wie ich folgende Frage beantworte: "Wie kann ich Ihnen helfen?"

Ich weiß es nicht.
Ich habe keine Ahnung.
Mich in eine stationäre Behandlung überweisen?
Selber eine Therapie bei ihm beginnen?
Mich einschläfern?
Gar nicht?
Es überfordert mich. Es ist so unglaublich schwer zu denken.
Der Druck steigt in meiner Brust, Schmerzen fesseln meinen Kopf.
Ich weiß es nicht, wie man mir helfen kann.

Hieroglyphen (Hilfe!!)

Bitte helft mir diese Arztschrift zu entziffern! Noch nie war ich gut im Lesen krakliger Schriften und ich kann aus meinem "Befund" des Krankenhauses nicht richtig schlau werden.


Soweit erkenne ich es (bei den Lücken müsst ihr mir helfen!)

Diagnose: 
- akuter Erregungszustand bei Alkoholintox.
- Emotionaler Persönlichkeitsstörung Borderline
- (1.?)... PTSD

Anamnese:
(2.?)... Aufnahme bei akutem Erregungszustand unter alkohlischen Einfluss; Im Vorfeld passive Todesgedanken; (3.?)...; am (4.?)... Konsum von Alkohol .... bla.. keine Ahnung (5.?)...

Empfehlungen:
.... kann ich nicht lesen.... (6.?) ....


Wenn ihr könnt, bitte helft mir. Morgen muss ich den Brief meinem Psychologen vorlegen und möchte schon wissen, worum es geht. Sonst stehe ich ja wieder ein kompletter Vollidiot dar.
Danke im Vorraus!

Montag, 19. Dezember 2011

Gewinner

Der Gewinner meines kleinen Gewinnspiel ist...

... Leandra

Herzlichen Glückwunsch!

Du kannst dir gerne Besonderheiten wünschen. Sage mir einfach Bescheid. Später werden wir noch ein paar Einzelheiten klären. 

Die Nicht-Gewinner sollen nicht enttäuscht sein. Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass 15 Leute Interesse gezeigt haben und hätte liebend gern für jeden einzelnen von euch ein Bild gemalt. Dafür fehlt mir aber die Zeit.

Danke!

Zurück aus der Psychatrie

5 Tage. 5 schreckliche Tage.
Ich hab euch vermisst. So sehr.

Aber ich mag gar nicht so sehr darüber reden.

Das Gewinnspiel ist leider an mir vorrüber gezogen.
Die Leute stehen auf meiner Liste:

- Eisherz
- Danya
- Scoria
- Tscheeny
- feathery reflection
- Leandra
- Emily Rose
- Gretchen
- Destructive Doll
- Shelley
- Ann
- Petite Mariette
- ησтнιηg
- Simone
- Juno

Demnächst werde ich einen Gewinner losen.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Diagnoseschlüssel - Klappe, die Zweite

Neue Diagnoseschlüssel vom heutigen Arztbesuch! Langsam sollte ich mir Orden dafür anfertigen und an den Pullover stecken.
Die neuen Kandidaten:
  • F43.2 - Anpassungsstörung
  • R45.8 - Sonstige Symptome, die die Stimmung betreffen (Suizidalität)
Was genau beinhaltet eine Anpassungsstörung? Woran kan ich micht nicht anpassen?

Trotz Tavor habe ich Angst.
Warum versuche ich es denn eigentlich noch?

Dienstag, 13. Dezember 2011

Jeder lacht

Es ist ein furchtbares Gefühl, wenn jeder um einen herum Spaß hat und man selber an nichts Anderes denken kann als sich um zu bringen.

Als ich von der heutigen Weihnachtsfeier mit den Kollegen wieder nach Hause kam, fühlte ich mich sonderbar. Anders - irgendwie; überleer, untervoll.
Ich blickte in den Spiegel und plötzlich starrte mir dieses abartige Wesen entgegen. Übelkeit und Hass machte sich in mir breit. Insgeheim wollte ich nur kotzen, doch weine lieber, um weiter hungern zu können.

Noch immer falten sich ihre Gesichter in Freude und Heiterkeit und ich sehe sie so entfernt, stehe neben mir. Warum bin ich eigentlich noch hier?

Montag, 12. Dezember 2011

Übler Tag

Als ich in der Früh um 6.00 Uhr aufstand, dachte ich noch frohen Mutes zu mir: "Wenn der Tag mit einem Zahnarztbesuch anfängt, kann der Rest gar nicht so schlimm werden."
Bekanntlich enden solche Situationen immer gleich: Wenn eigentlich nichts Schlimmeres passieren kann, kommt es dreifach zurück.

Wie schon erwähnt, begann mein Tag durfte ich um 8.00 Uhr den Zahnarzt mit meiner Anwesenheit beglücken. Er versteht nicht, warum meine Zähne "so ausdünnen". Naja, ich kann mir da schon einen Grund denken. Loch zugemacht, Füllung rein, 40 Euro los.
Ab zur Arbeit: Zwei Kollegen krank, die Dritte dementsprechend schlecht gelaunt und ich - die vierte im Bunde - total planlos von den Massen an Arbeit, die noch auf uns zukommen werden.

Die Pause haben wir ausfallen lassen. Meine Kollegin musste Telefonaten führen, weil ich so redescheu bin. Gut, dafür habe ich mit Zetteln und Paraphen Kriege geführt. Punkt 10.00 Uhr möchte mein Chef mit mir reden.
Könnt ihr euch vorstellen wie man sich fühlt, wenn man gesagt bekommt, dass man bald nicht mehr zur Arbeit erscheinen braucht? Und dabei möchte ich betonen, dass es für mich nicht irgendeine Arbeitsstelle ist, sondern DIE Arbeitsstelle. Dort habe ich meine Ausbildung gemacht, dort kann ich mit manchen Menschen sprechen. (Für Viele klingt das nicht besonders. Aber für mich ist es eine Rarität.)  

Furchtbar... dieses Gefühl vollkommen unverständlicher Hilflosigkeit. Beängstigend... diese Stimme im Kopf, die sagt, was für ein nutzloser Versager man ist, was für ein wertloses Stück Scheiße aus dir geworden ist.
Der Boden unter meinen Füßen machte sich auf und ich fiel. Fiel so tief.
Bis ich in einem Meer aus zitternden Angstkrämpfen und Tränen landete. 
Dann kam nichts. Absolut gar nichts außer leere Bedeutungslosigkeit. Kein Zweifel, keine Angst, keine Trauer. Nur der Gedanke dem ganzen ein Ende zu setzen.

Meine Kollegin redete noch auf mich ein, faselte von Betriebsräten und Ungerechtigkeiten. Doch mein Hirn war schon längst auf Durchzug gestellt. Eigentlich hätte sie genauso gut mit der Wand reden können, hätte mir von ihrem letzten Strandurlaub oder den Wetterbericht von letzter Woche runterbeten können, zu mir hatte sie keinen Kontakt.

Während ich auf die einfahrende Bahn wartete, bemerkte ich, dass ich die Gleise zu intensiv fixierte und vielleicht ein wenig zu hoffnungsvoll zu ihnen herabsah.

Natürlich - wie kann es denn auch anders sein? - fing es auch noch an zu regnen. Wie in einem schlechten Hollywood-Drama, nur ohne die melancholische Orchestermusik im Hintergrund.

Jetzt sitze ich in meinem Kämmerlein und heule mir die Augen wund. Ohne wirklich die Wunden zu spüren, die jetzt meine Haut erneut zieren.
Eigentlich mag ich nicht mehr reden...

Sonntag, 11. Dezember 2011

Ein Bild für dich

Das es soweit kommen wird, habe ich euch ja schon angekündigt. Das es allerdings so schnell soweit ist, ist für mich selbt kaum zu glauben. Zur Feier meines 100sten Lesers möchte ich eine kleine Verlosung machen.

Das Bild, welches ich zeichnen werde, kommt auf eine mittelgroße Leinwand. (Wenn jemand die genauen Maße braucht, bitte fragen!)
Sollte der Gewinner eine persönliche Idee bzw. Vorstellung haben, was er gerne als Bild haben möchte, kann er es mir gerne mitteilen. Allerdings möchte ich vorher sagen, dass ich kein Pro-Ana/Mia Bild in verherrlichtem Sinne zeichen kann. Bitte habt dafür verständnis und setzt eure Erwartungen nicht zu hoch.

Das Bild werde ich per DHL schicken. (Alle EU-Länder, auch die Schweiz!)
Wenn ihr minderjährig seid, fragt besser eure Eltern bevor ihr noch Stress bekommt.
Natürlich braucht ihr euch wegen der Adresse keine Sorgen machen! Ich würde nie auf die Idee kommen sie an irgendwem weiterzuleiten oder euch etwas Anderes mit euren Daten zu machen.

Alles, was ihr tun müsst, ist mir entweder auf diesem Post zu antworten oder hier einen Kommentar zu hinterlassen. Damit auch die weniger aktiven User auch eine Chance haben, habt ihr Zeit bis Freitag, den 16.12.2011 20.00 Uhr.

Wenn ihr weitere Fragen habt, könnt ihr fragen.

100 Lichtschmetterlinge in meinem Herzen

Bitte wisst, dass es mir unendlich viel bedeutet, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die nachvollziehen können, wie ich mich fühle; die wenigstens ansatzweise verstehen können, was ich denke. Menschen, die bereit sind, ihren Schmerz genauso wie ich zu teilen, versuchen zu helfen indem sie liebe Worte zur Aufmunterung und Motivation schreiben.

Ich danke euch von ganzen Herzen!
Mir bedeutet es eine Menge, weil ich es bisher nicht kannte von Menschen "gut" behandelt zu werden ohne dass sie eine Art Gegenleistung dafür verlangen. Ohne das es schmerzlich und in Tränen endet.

Jeder einzelne von euch verdient Liebe und Respekt! Bitte gebt die Hoffnung in euren Leben nicht - und niemals!!! - auf!

8. Blogaward

Ich fühle mich geehrt. Heute hat mir Leandra meinen 8. Blogaward überreicht. Darüber freue ich mich so! Dabei habe ich in letzter Zeit gar nicht so regelmäßig gepostet.

  1. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam, war das Erste, was ich getan habe, meine Zeichensachen auszupacken und zu malen.
  2. Aus meinen Bekanntenkreis bin ich die Einzige, die Museumsbesuche jedem Partygang vorziehen, deswegen bin ich meist alleine unterwegs.
  3. In der Zukunft versuche ich mehr Kurzgeschichten zu schreiben.
  4. Gerade habe ich Schneidedruck, versuche aber dagegen zu kämpfen.
  5. Morgen backe ich für meine Arbeitskollegen.
  6. Meine Ringgröße ist 50.
  7. Meine Kleidergröße bei Oberteilen ist XS, bei Hosen trage ich 27/30, weil meine Beine so fett sind.
 Der Award geht weiter an Lilly, Simone und Butterfly Effekt


Danke an alle meine lieben Leser! Danke!
Das "Gewinnspiel" kommt auf jeden Fall.

Ein Glas, eine Geschichte

27. Mai 1993
Ich habe heute in eine 2000 DM teure Designertasche gekotzt.

Später hast dann auch noch du angerufen. Passenderweise warf ich gerade Dartpfeile auf das Poster von dir, das seit einigen Tagen meine Tür ziert.
Gehetzt bin ich aufgesprungen. Habe auf meinem Weg zum Telefon den Stapel Fashion-Magazine umgeworfen, die ich allesamt chronologisch sortiert hatte.

Mit müder Stimme fragtest du mich wie ich mich fühle. Natürlich konnte ich dir nicht sagen, dass mich die Leere in meinem Schlafzimmer in den Wahnsinn treibt; dass ich trotz 2-Liter Beruhigungstee intensiv an meinen Nägel kaue.
Fast schon aus Gewohnheit - wenn ich es mir recht überlege, artet es langsam schon ein eine Zwangsneurose - antwortete ich: “Großartig! Wie immer!”

Nach 5 Minuten endlosem Gerede über sie und eurem neuen Schlafzimmer habe ich aufgelegt. (Eigentlich ging ich gar nicht erst davon aus, dass du zurückrufst. Doch in meinem Kopf legte ich die ersten Ausreden zurecht: “Mein Finger ist aus Versehen auf die falsche Taste gekommen”, “Ein Blumentopf ist vom Fenstersims gefallen und hat das Kabel aus der Wand gerissen”)
Du riefst nicht zurück.

In der darauffolgenden Woche trafen wir ins zum Essen. Auch dort erwähntest du diesen Zwischenfall nicht mit einem Wort.
Deine Blicke sagten allerdings alles. Alles das, was du mir nie sagtest.

Mit gekonnter Leichtigkeit setztest du dieses gekünstelte Lächeln auf die Lippen. Zu gerne - fast schon mit übertriebener Vorfreude darauf - wollte ich dir meinen Mittelfinger (lieber noch die geballte Faust) in eine Gegend drücken, in der du ihn nun wirklich nicht gerne haben möchtest.
Meine Hand blieb aber an selbiger Stelle.

Nicht etwa, weil ich eine Dame sein wollte; nein, nicht doch. Sondern weil ich den selben Finger bald noch brauchte, um die ‘Spaghetti aglio, olio e peperoncino’ wieder heraus zu holen. Schon alleine aus dem Grund, weil du sie gezahlt hast.



19. Juni 1993
Für gewöhnlich verbringe ich meine Nächst traumlos. Doch heute erschien mir Bob, der kleine Mischlingswelpe, den mein Vater mit zum 8. Geburtstag geschenkt hatte.
In unserer Familie war Bob der Lebhafteste von Allen.
Der Kopf meiner Mutter lief immer knallrot an, wenn er die Rosen im Garten ausbuddelte.

Der Garten sowie das Häuschen stehen nun leer. Nur Unkraut ziert die alten Beete. Die Möbel stehen in Staub gebettet auf rottenden Holzdielen.
Bob hätte sicher noch seine Freude: Würde vergnügt hechelnd in der Ruine der Kindheit auf Schatzsuche gehen.

Vom Verkäufer zum Verkauftem.
Was immer es auch bedeutet, genau so fühle ich mich jetzt.
Ein Chamäleon, das die Nahrungsaufnahme verweigert. Dazu bedarf es Talent. Oder Ketten einer eitlen Industrie.



18. Januar 1996
Wir sind Fremde. Er und ich. Bob und ich.
Heute habe ich von deiner Scheidung gehört. Seine Ex-Frau möchte anscheinend nicht, dass er das ungeborene Kind jemals siehst. Als ob es so einfach wäre.
Jedoch kenne ich diese Art Wünsche zu gut. Jene, die aus Bitterkeit und Hass entstehen.

Meine Mutter sitzt in der Küche, klimpert mit einem Glas Rotwein in der Hand.
“Du bist so hübsch geworden”, lallte sie; meiner verachtenden Blicke vollkommen ignorant.
“Wie ich in deinem Alter.”

Wehmütig und äußerst schmerzverbunden würgte ich die Worte wieder herunter, die ich ihr entgegen schreien wollte.
Ich nickte nur, funktionsmäßig.



19. Januar 1996
Seither vergleiche ich Menschen mit Gläsern.
Manche sind schmal, manche gewölbt: Doch alle für die selbe Aufgabe geschaffen.

Mutter ist ein Glas, das so voll mit Wein ist, dass es manchmal an den Kanten überschwappt.
Bob war ein buntes Glas, das mit sprudelnder Cola gefüllt ist.
Vaters Glas ist riesig und gleicht eher einem Kelch. Darin befindet sich wohl Bier: Eine herbe, belebende Sorte.
Er ist ein kleines Glas. Zwar mit farbiger Flüssigkeit gefüllt, doch mit viel zu vielen Eiswürfeln besetzt.
Seine Ex-Frau wäre ein schlichtes, farbiges Sektglas. Von Außen kann man nicht erkennen, was der Inhalt verbirgt.

Wäre ich ein Glas, wäre ich wohl ein Pappbecher. Am Boden befindet sich ein Riss. Kein offensichtlicher, nur groß genug, dass es stetig leer ist, egal, wie viel Wasser man nachfüllt.

Tropf. Tropf.

Selbst die Tränen fließen ordnungsgemäß.
Still und leise.
In ein Taschentuch aus Seide.


____________________________
Selten schreibe ich Kurzgeschichten. Hatte wohl doch zu viel Zeit in den letzten Tagen.

Nur noch 5 neue Leser zur 100! Danke! Danke! Danke!

Zurück

Ihr seid wirklich so liebe Menschen! Eure Kommentare haben mir Mut gegeben und mir ging es nach dem Lesen gleich deutlich besser.
Bin schon seit heute Nachmittag wieder zu Hause, war bloß noch sehr beschäftigt mit Beantworten von Briefen wie z.B. die Krankenhausrechnung und Telefonate führen.

Die letzten Tagen waren keine Traumreise, das kann ich euch versichern. In das Krankenhaus wurde ich geliefert, weil ich ein paar ziemlich heftige Angstattacken mit Flashbacks und einschließlichem Heulkrämpfen hatte. Zu viel Beruhigungsmedikamente haben sich letztendlich in meiner Blutbahn gesammelt und meinen Körper den Abschuss gegeben.

Die Ärzte in dem Krankenhaus waren furchtbar bis absolut inkompetent. Nicht nur, dass die Patienten gewechselt wurden wie die Laken auf dem Bett, sondern mir wurden auch ohne Aufklärung und ohne Bewilligung Medikamente gegeben, von denen ich vorher hätte berichten können, dass ich sie nicht vertrage.
Die ärmste Krankenschwester musste mit den Konsequenzen kämpfen: Reingequältes Frühstück sowie Mittag durfte sie wieder vom Boden aufwischen.
Die Helferinnen waren allesamt sehr freundlich, jedoch hatte ich das Glück genau an Jene zu geraten, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren. (Möchte betonen, dass ich absolut nichts gegen Einwanderer haben. Aber wenn ich als Schwester in einem Krankenhaus arbeite, sollte ich doch wenigstens den Satz "Könnten Sie bitte einen Arzt holen?" verstehen...)

Inzwischen geht es mir wieder ganz gut, muss ich sagen. Die Blutbahnen sind soweit entgiftet, und die Panikattacken sind zurück gegangen.
Gerade frage ich mich, ob sie mich zwangseingewiesen hätten, wenn ich offen gestanden hätte, wie es mir zur Zeit wirklich geht. Oder was für widerliche Ideen und Planungen in meinem Kopf entstehen.

Naja, aber jetzt bin ich zu Hause. Wieder allein.
Montag darf ich wieder arbeiten gehen, weil ich keine Krankschreibung haben wollte.

Danke nochmal für eure Genesungswünsche! Habe euch die Tage so vermisst!

Freitag, 9. Dezember 2011

Verzeiht....

So schnell wie möglich werde ich eure Nachrichten beantworten, eure Blogs lesen und versuchen euch wieder zu untersützen. Nur gerade versucht mein Gehirn selbst-auferlegte Folter noch zu verarbeiten, der Körper versucht ein wenig zu genesen.
Bitte verzeiht meine Abwesenheit! Bald bin ich wieder für euch da!

Bild gelöscht

Dienstag, 6. Dezember 2011

Diebstahl

Manchmal wünschte ich, mein Leben hätte für dich mehr Wert als die leeren, dummen Worte, die an einer genauso stupiden Wand apprallen und das Gehirn mit treibsandgleichen Lehm füllen.

Woher kommt dieses Verlangen danach, die Knochen unter der Haut hervorstechen zu sehen? Organe flimmern unter einer Schicht aus Zellen und Blut, dünne Wände, die so strapazierfähig wie auch leicht zu zerbrechen sind.
Schmerzender Druck pulsiert in meinem Kopf. Gedanken schreien, verlangen nach einer weiteren Form der Bestrafung.

Presse ich die eiskalten, bläulich schimmernden Finger an die Brust, fühle ich nichts außer ein Konstrukt aus Härte, die Struktur eines Gerüstes. Wie sehr ich mich nun danach sehne, dass dieses etwas Wertvolleres beschützen könnte als das Monster darin.

Die Stücke, die von mir übrigbleiben, werden mit einem gekonnten Lächeln verborgen. Innen drin tut es so weh, dass die Sehnsucht fast übermächtig wird.
Dazwischen ist nur Leere. Es gibt keine Macht der Welt, die mich zurückholen kann, die mir trost und Schutz geben kann.

Ich kann es nicht fassen.
Es ist eine schreckliche Tat, die ich selbst nicht begreifen oder nachvollziehen kann.
Heute habe ich meinen Arbeitgeber beklaut.
Ihr solltet gar nicht erst wissen, worum es sich handelt. Nein, das solltet ihr nicht. Wenn ein zerbrochenes Herz und eine gequälte Seele nach Risiko und Erlösung kreischen, bleibt einem manchmal nichts anderes übrig als zu gehorchen.

Gehörig griff ich zu.
Das Ende jeglicher Humanität und Moral habe ich erreicht. Die guten Aussichten sowieso schon über Bord geschmissen.
Welcher Teil von mir wird wohl als nächstes absterben?

Unglaublich wie nah ich eigentlich dem bin, was ich doch eigentlich prinzipiell fürchte.

Eutha77.

Montag, 5. Dezember 2011

Bei Interesse...

Da ich wirklich stolz darauf bin inzwischen schon 92 Leser zu haben, bin ich am überlegen, ob ich nicht zur Feier meines (höchstwahrscheinlich) kommenden 100. Leser ein kleines Gewinnspiel zu machen. Als Dank dafür, dass ihr immer so liebe Kommentare schreibt und mich unterstützt.
Gäbe es für sowas Interesse?

Als Preis erwäge ich allerdings keine käufliche Ware, da mir das zu unpersönlich ist. Ich würde gerne ein Bild auf einer kleinen Leinwand malen und es der Person per Post zukommen lassen.
Nur weiß ich nicht, wie ich einen "Gewinner" auserwählen soll. Eine Quizfrage? Oder ich erstelle einen Post und von allen Kommentaren wird einer ausgelost?
Was denkt ihr?

Hättet ihr Lust darauf? Oder was Ähnliches?

Hämatome

Eine schlechte Nachricht und mein Gehirn verweigert den Kontakt zur Logik.
Mein erster Tag Arbeit nach zwei Wochen Abstinez.

"Ach,... Übrigens: In der Zeit, in der du krank warst, ist mir bewusst geworden, dass es so nicht weitergeht. Die Arbeit überfordert mich. Habe mich jetzt in einem anderen Betrieb beworben. Bitte erzähle es aber noch Keinem!"

Stille.
Was sagte sie gerade? Sie geht.
Klar, lass' mich ruhig alleine. Du bist ja nur die dritte Kollegin, die innerhalb von einem halben Jahr die Kurve kratzt.

Danach wurde es befremdlich in meinem Kopf. Kann mich nur an Konzentrationsstörungen, Tränen, ein paar Tritten und Schlägen gegen Wände und ein verletztes Herz erinnern.

Bein links

Bein rechts

Zum krönendem Abschluss habe ich das noch mit einer Fressorgie gefeiert. Oh, Scheiße.
Ist es überhaupt legal sich ständig so einsam und verzweifelt zu fühlen?

Sonntag, 4. Dezember 2011

Traurig

Warum ich so unglaublich traurig bin, kann ich selbst nicht sagen. Oder doch?
Habe jetzt mehr als zwei Wochen mit kaum einen Menschen ein Wort gewechselt, habe schreckliche Dinge getan und vorallem gedacht, bin müde und kopfleer. Einfach am Ende.
Morgen geht es wieder zur Arbeit. Auch wenn ich sie eigentlich liebe, ich bin jetzt schon fertig.

Werde Montag und Dienstag fasten = Tagesziel.
Am Mittwoch muss ich mit meinem Bruder essen gehen, weil er sich das so sehr gewünscht hat. Davor werden wir ein paar Weihnachtseinkäufe erledigen.
Donnerstag Termin beim Kardiologen und danach Zahnarzt. Aua.
Freitag Arzttermin beim Psychologen. (Vielleicht schaffe ich es diesmal ihm zu erzählen, dass es mir abartig schlecht geht. Vielleicht.)

Jetzt: Bett. Kann nicht mehr denken. Habe Angst. Will eigentlich nur hier sitzen und auf einem Blatt Papier rumkritzeln. Die gesamte nächste Woche lang. Will keinen Menschen sehen, keine Stimmen hören, Lichter sehen,.... nur isoliert in meinem Zimmer hocken.

Depressionen wachsen auf der Wiese der Verwzeiflung.
Ich habe Angst, dem Druck nicht standhalten zu können.

Freitag, 2. Dezember 2011

Schmerz, der so tief sitzt....

Lange haben die guten Vorsätze nicht  gehalten. Der Gedanke allein war ja prinzipiell auch jämmerlich. Mich verändern?
Tz, das ich nicht lache.
Man kann auf einem Stück Scheiße so viel Parfüm draufsprühen wie man will, es bleibt trotzdem ein Stück Scheiße.

Gerade hat mein mich-verehrender Vater angerufen und mir noch einmal höflichst mitgeteilt, wie abgrundtief er mich verabscheut. Wie wertlos ich für ihn bin, wie sehr er sich eine andere Tochter wünscht.
Danach habe ich in Verzweiflung meinen Bruder angerufen und wollte doch nur ein nettes Wort. Nur ein verkacktes "Das wird schon wieder". Stattdessen hat auch er mich spüren lassen wie unwillkommen ich in dieser Welt bin.

Ach, ich geb's auf. Als die Schläge und Bestrafungen von "damals" habe ich mir selbst zuzuschreiben. Wäre ich nur ein besserer Mensch gewesen, hätte man mich vielleicht auch lieb haben können.
Wie waren die letzten Worte meiner Mutter? "Ich frage mich noch immer, warum ich dich eigentlich noch in diese Welt gesetzt habe. Schon mit deinen Brüdern hätte Schluss sein müssen!"

Und nur zur Befestigung meiner tiefsitzenden Ansichten:
Werde mir jetzt jeglichen logischen Gedanken in den Magen fressen und das schlechte Gewissen auskotzen.
Werde meinen Kopf gegen die Wände donnern, mir auf die Zunge beißen bis ich Eisen schmecken kann. 
Werde diese hässliche, abartige Hülle rot bemalen und mit Tränen den ganzen Scheiß von mir abspülen. Klar, so tief wie dieser Schmerz sitzt, kann keine Klinge schneiden, aber was soll's?

Vodka und Pillen warten an meinem Bett. Diesmal kein Notruf.

Ich verficktes Stück Dreck hab es verdient.

Seid nicht zu sehr enttäuscht.
Erwartet keine Meldungen von mir in nächster Zeit.

Zeig' mir die Zähne

Verwesende Tage schmelzen zwischen deinen Fingern,
der Mund kollidiert mit gebrochenen Knochen;
Asche zu Asche, Haut auf Haut:
Der Horizont steht in Flammen.

Du sprichst von Perfektion und
absoluter Unterwürfigkeit,
fühlst das Verlangen nach Nichts
durch deine Lungen schleichen:
Müll zu Müll, Schreie auf Schreie.


Lebendigkeit entflieht deinen Venen,
nun zählst du kleine Unendlichkeiten,
Stille straft dich nun der Worte,
die niemals deinen Mund verließen.;
Würde zu Würde, Scherbe auf Scherbe.
am Boden liegt der letzte Wille.

Einsamer Hauch der Verzweiflung:
Ein Wunsch jegliches Gefühl dem Tode zu hungern.
Spüre die unmittelbare Leere
in deinem Kopf, in deinem Magen.
Auge um Auge:
Ein Skelett ohne Zähne.

Beiß' doch zu!
Beiß' in die abtrünnige
Inhaltlosigkeit!

Ich bin ein schlechter Mensch

..., weil ich trotz all der Sorgen und Ängste um mich diese schrecklichen Gedanken habe.
Und es auch noch wage, sie in Pläne zu verfassen. Vom Verstand habe ich mich distanziert, um jegliche Möglichkeiten auszukalkulieren.
Bitter schmeckt die Furcht, das hoffnungslose Bangen um Verständnis und Vergebung, jedoch klingen die Glocken so lieblich.

Nur dieser eine Wunsch, der nach Erfüllung bettelt. Nur dieses eine Verlangen, welches sich meinem Kopf aufdrängt.

Pläne, erste Vorbereitungen... was zur Hölle mache ich hier eigentlich?

Es tut mir so leid.
Ich muss schlafen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ins offene Messer...

Es ist schrecklich zu wissen, wie leicht es ist die Kontrolle zu verlieren.
Es ist schrecklich miterleben zu müssen, wie viele Fehler man innerhalb weniger Minuten machen kann.

Bin dem Wahnsinn ins offene Messer gelaufen, hab' mir die Klinge tief ins Herz gerammt. Gehirnlose Gedanken irren umher.
Wie ein ungewollter Traum in selbererschaffener Tortur. Absurd war das Verlangen nach Befreiung.

Nachdem ich den letzten Post verfasst hatte, ging es steil bergab in eine verfluchte Sumpflandschaft. Medikamente im Übermaß, Blutungen aus Arm und Oberkörper, ein Sprung gegen die Wand - kopf zuerst = im Krankenhaus erwacht. (Ein paar Stunden Entgiftung. Dann ab in die Abteilung für die Leute, bei denen jeden Tag Halloween ist.)

Heute um 17.00 Uhr wurde ich wieder entlassen.
Jetzt ist es leer und kalt. Einsam.
Ich fühle mich dreckig.

Das Personal im Krankenhaus war freundlich, wenn auch überspielt. Effektiv geschult auf Distanz.
Der Arzt war auch einfühlsam und hat mich nicht unter Druck gesetzt. Überraschenderweise konnte man mir auch ein paar Krächzer aus der Kehle entlocken. (Ja, bestimmt 15 Sätze. Vielleicht auch mehr.)

Geisterhaft. Geisterlich.
Erstmal eine kleine Pause einlegen.

Bitte verzeiht mir! Ihr braucht euch keine Sorgen machen!