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Montag, 27. Februar 2012

Aufgesetzte Fröhlichkeit und versetzte Hoffnung

Das Leben bleibt ein Rätsel. Den einen Tag passiert das, am Nächsten was komplett anderes.
Die Worte, die gestern noch mein Alltag waren, sind heute schon untröstliche Vergangenheit. Das ist die Realität der Ungültigkeit, das bittere Los des Austauschbarseins. Vorwürfe und Schulzuweisungen bleiben mir, ja, genug von denen.

Wo soll ich denn hin mit meiner Verzweiflung? Jede Zeile macht es nur noch schmerzhafter.
Geht es wirklich nur noch darum, so wenig wie möglich verletzt zu werden? Jeder Unstimmigkeit aus dem Weg zu gehen? Allein zu sein?


Das Planen habe ich beendet. Entweder, oder. Etwas dazwischen gibt es nicht.
Nein, das hier ist kein Auf Wiedersehen.

Ich möchte mich nicht umbringen, aber ich möchte tot sein. Irgendwie.

Das ist ein Zusammenbruch.

Zu viel ich

Manchmal bin ich ein Monster.
Mein Bruder gibt sein Bestes, um mit mir eine schöne Zeit zu verbringen und ich heule schaflos in meinem Bett.

Eigentlich habe ich das Alles nicht verdient.
Denn eigentlich sollte ich bestraft werden. Dafür, dass ich Ich bin.
From hero to zero. I'm a fucked up piece of shit.

Bin betrunken. Meine Arme bluten.
Warum muss ich so ein scheiß verfickter Mensch sein?

Verschwinden. Raus hier. Die Welt dreht sich. Ich will nur weg von hier mir.

Sonntag, 26. Februar 2012

Unterwegs

Mein Bruder und ich verbringen Qualitätszeit miteinander. Sogar mit der Bahn bin ich gefahren und habe keinen Heulkrampf bekommen.
Morgen ist ein Museumsbesuch geplant. Und zwar das Münchener Museum für Mensch und Natur. Dienstag ein Theater. In ein Stück Namens "Wassa".
Mittwoch sehe ich auch eine alte Arbeitskollegin wieder. Über sie habe ich auch mal geschrieben.
Ich hoffe, mein psychischen Zustand kann ich wenigstens aufrecht erhalten.
Langsam werde ich müde...


Freitag, 24. Februar 2012

Suppe mit Gabeln essen

Mein Vater sagte vor ein paar Jahren folgedene Worte zu mir: "Es gibt mehr Gründe zum Atmen außer um dem Leben gerecht zu werden."
Bis heute frage ich mich von welcher Gerechtigkeit er sprach. Wir leben, wir sterben, wir leben, wir sterben - welch Opfer könnte größer und aussagekräfitger sein als dem Leben Leben einzuhauchen?

Vorhin konnte ich sein Lachen in meinen Ohren hallen hören. Ein raues, kratzendes Geräusch, welches eigentlich mehr an ein Husten erinnerte.
Für einen Moment ist mir der Atem in der Kehle stecken geblieben. Alles fühlte sich wieder nach "damals" an. Der Geruch von Whiskey zum Geburtstag, Bourbon zu Weihnachten - Bier und Schnaps im Alltag.

Schwarz gelallte Gute Nacht, besoffenes Flütern aus den Ecken meines Kindeszimmers.

Wenn die Hölle eine Adresse hat, wusste ich sie zu benennen. Trotz Schreie am Nachmittag und Backpfeifen im Verborgenen schienen die Sterne immer so hell. Als würden sie den Nicht-Atmenden Leben schenken wollen.
 
Kleine Tode kann man belachen, wenn man genug davon hat sie zu beweinen. Denn eigentlich waren seine Worte nur die Suppe, die ich mich Gabeln aß.
"Es gibt mehr Gründe zum Atmen außer um dem Leben gerecht zu werden."

Doch ich atme nur für mich. Niemand sonst kann meine Lungen füllen. Das ist pure Form selbstgefälliger Zerstörung. Mit jedem Atemzug erfülle ich Schicksal, von wem auch immer bestimmt oder vorhergesehen. Kann ich dieser vergifteten Welt noch gerechter werden?

Der Gedanke, dass mein Vater gerade in diesem Moment genau so atmet wie ich, setzt mir die Erinnerung in den Kopf wie oft ich schon nicht mehr atmen wollte.
Marathonlauf bis mir die Puste ausgeht. Immer wieder fort von "damals", immer wieder weiter weg von "jetzt".

Bin ich seine Krankheit?
Ist er meine Krankheit?

Mittwoch, 22. Februar 2012

VergissMeinNicht

Ein Mädchen, welches niemals lügt,
trägt auch keinen Namen mehr,
denn es schmerzen nur die wahren Worte,
VergissMeinNicht im Scherbenmeer.

Ihre Augen funkeln silbernd,
in der Lunge trägt sie Gold,
Betet sie um Vergeben und Vergessen,
hat ihr Gott das nie gewollt.

Wie ein eingefrorener Regenbogen,
gefangen in Schall und Rauch,
obwohl ihre Sehnsucht blau wie VergissMeinNicht,
vergaß ich ihren Namen auch.

Auf ewig unVereint
Solange ihr die Wahrheit auf der Seele brennt,
suche ich ihren Namen,
der sie von der Lüge trennt.

Montag, 20. Februar 2012

Keine Poesie

Keine Zeit um Anschlagsekunden zu zählen,
kein Platz für die doppelte Ausführung der Buchstaben;
Im Druck mindestens 500 Kopien,
eine noch zur Sicherheit - in Umschlägen verpackt.
Für diese unnützen Zeilen ist gerade ein Baum gestorben.

Dies ist keine Poesie,
eher lyrischer Vandalismus;
für Schlagzeilen nimmt man Mord in Kauf:
Mehr, ausführlicher - übersetzt in alle Sprachen.
Inhalt: Schwachsinn,
Wahrheit: Glücksspiel,
Emotionen: ... *piep, piep*
Alarm! Alarm! Schwerer Systemfehler!
Bitte entfernen Sie sich von diesem Terminus,
Selbstzerstörung wurde aktiviert.
Selbstzerstörung erfolgt in...

5...
4...
3...
2...
1...

Die Syntax wurde korrigiert und exekutiert.
Mit einer Schlinge aus sprachlicher Gegensätze.
Ein totes Gedicht,
hatte es nie eine Chance als kapitales Fragment.


Sogar am Kühlschrank hängt ein Auszug.
Gratulation,
gerade starb ein weiterer Baum.

Dies ist keine Poesie;
kein Schauspiel toter Könige und romantischer Balkonszenen.
Shakespeare ist Editor bei der BILD.
Setzt man umgehend die Musik fort:
Verben, Unsinn, Taten, Idioten, Emot----
Schnitt!!!

Um Van Gogh zu werden,
musst du mehr als nur dein Ohr hinhalten.
Denn darin besteht nicht die Kunst.

Dies ist keine Poesie;
und schon wieder stirbt ein Baum.

Genozid.

Sonntag, 19. Februar 2012

Tiefer Atemzug

Die verpasste Gelegenheit
"Auf Wiedersehen" zu sagen;
Man erkennt es an deinen zugekniffenden Augen,
an deiner angespannten Körperhaltung,
an der Art wie deine Kehle dir das Reden untersagt.
Nur ein Atemzug entfernt,
du holst tief Luft
und willst diese Worte hinausschreien.

Der Traum vom 
       s
              p
                   r
                          i
                               n
                                      g
                                              e
                                                      n

Süße Essenzen umhüllt deine Fantasien,
zeigen die Wege, die du gehen wolltest;
welche versperrt von Türen der Unmenschlichkeit.

Stumm vor Angst
drehst du ein blindes Auge der Verzweiflung entgegen,
fütterst deine Trauer mit tauben Gelübten der Vergangenheit.

Genau im Hohlraum der Buchstaben
liegt der Unterschied zwischen Fliegen und
     s
          p
               r
                   i
                        n
                              g
                                      e
                                            n
Schwarze Tinte läuft wie Blut über deine Seele,
Erinnerungen schleichen sich in Träume - Tag und Nacht.
Wo hört das Ende auf?

Noch ein tiefer Atemzug.
"Auf Wiedersehen..."

Es ist ja kein Geheimnis...

Die Gewinner der Verlosung sind.....

Eisherz (die ich jetzt erstmal nicht verlinke, weil sie einen privaten Blog führt und wahrscheinlich nicht erwähnt werden möchte) und Schwalbentochter.
Danke euch Beiden für die Teilnahme und ich hoffe, dass ich euren Erwartungen gerecht werden kann!

Ihr könnt mich über diese Mailadresse erreichen. Dort können wir entsprechende Motiv- und Farbenwünsche besprechen und die Adresse austauschen. Um eure Informationen braucht ihr euch keine Sorgen machen, ich "missbrauche" sie in keinster Weise und gebe auf den Päckchen auch meine Wohnadresse an.

Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt, also braucht keiner enttäuscht sein, wenn er nicht zu den zwei Gewinnern gehört. Verlierer gibt es nicht.

Samstag, 18. Februar 2012

Gewinner

Gerade habe ich den Gewinner meiner Verlosung per Losverfahren festgelegt. Doch bevor weitere Fragen aufkommen: Diesmal gibt es zwei Gewinner.
Der Name, der als Erstes gezogen wurde, bekommt ein selbstgemaltes Bild auf einer Leinwand in der Größe 24x30 cm.
Und der zweite Preis beinhaltet zwei "Minileinwände" (ungefähr 10x10cm, Künstler-Pappkarton), die auch von mir selbst bepinselt worden sind.

An alle Teilnehmer ein herzliches Dankeschön! Jeder Einzelne von euch 16 hat mir mit der Anmeldung eine riesen Freunde bereitet. =)

Zum ersten Mal habe ich auch ein kleines Video gedreht, damit keiner in die Vermutung gerät, ich würde bei der Losung schummeln. Die Namen jedes Teilnehmers habe ich auf Zettel geschrieben und in eine blickdichte Box getan. Diese durchgeschüttelt und blind zwei Lose herausgezogen.

Das erstes Los, welches im Video erscheint bekommt die Leinwand. Das zweite die Pappkartons.
Mehr verate ich erstmal nicht, also seht selbst. =)
(Später verlinke ich die Gewinner natürlich noch!)


Es ist das erste Mal, dass ich auf Blogger auch ein kurzes Video poste. Wenn es nicht funktionieren sollte, sagt mir bitte Bescheid.
(Ja, ich hab es im Badezimmer gefilmt, weil dort das Licht einfach am Besten war. Entschuldigt bitte.)

Herzlichen Glückwunsch an die Zwei!
Wenn ihre besondere Wünsche habt, schreibt es mir in den Kommentaren. =)

Freitag, 17. Februar 2012

Einkaufsgassen

Keine Nahrungsmittel mehr im Kühlschrank, nur noch ein halber Liter Milch. Ich will die Wohnung nicht verlassen, aber ich muss einkaufen gehen. Allein, weil mein Bruder zwei Wochen bei einer Freundin ist. 
Die Angst verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Der Gedanke daran, den Weg alleine zu gehen, macht mich total fertig. Und dann auch noch durch die Regale stöbern und bezahlen...
Der blanke Horror. Ich kann die Augen der Fremden spüren, ihre Abwertung, ihren Abscheu. Irgendwas wird mir aus den Händen fallen, und die ganze Aufmerksamkeit ist auf mich gerichtet: "Was hast du da schon wieder für eine Scheiße gemacht?"
Oder ich habe nicht genug Geld mit, weil ich die Preise nicht verglichen habe. Das wäre so peinlich.

Ich kann das nicht. Muss aber.
Ich will es gar nicht. Mir bleibt nichts anderes übrig.

Der Rewe-Markt macht um 7.00 Uhr auf. Der ist ein bisschen teurer als Lidl und co., aber zeitiger geöffnet. Vielleicht sind zu der Zeit noch nicht so viele Leute unterwegs.

Ich kann das nicht.
Ich kann das nicht.
So viele Menschen.
So viele Augen.
So viele Gedanken.
So viel Angst...

So gerne würde ich mich in einem Loch verkriechen und nie wieder herauskommen.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Wenn das Wörtchen "nur" nicht wäre,...

bliebe aus "nur ich" nur ein Ich stehen. Auf einmal bekommen drei Buchstaben eine übermächtige Bedeutung. Dieses Bedeutung möchte ich unterstreichen (wortwörtlich), indem ich euch ein paar Worte zitiere:

"Dass du gefeuert worden bist, hat mir dein Bruder schon erzählt. Warum ich dazu nichts gesagt habe? Ich glaubte sowieso, dass du für den Job nicht qualifiziert bist und die nur ihre Zeit verschwenden. Was gibt es bei einem Rausschmiss auch noch hinzuzufügen? Es bist ja nur du. Bisher hast du mich nur enttäuscht."

Dann hörte ich das monotone Piepen am Telefon. Aufgelegt.
Mir geht es den Umständen entsprechend, möchte ich mal so sagen. Dieses Gespräch hätte durchaus heftiger enden können. Was macht schon ein Dolch im Herz? Das ist doch auch nur eine andere Art Schmerz.

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Bei der Verlosung haben sich schon 16 Leute angemeldet. Das haut mich total aus dem Sessel. Bitte überprüft nochmal, ob ihr auch drauf seid.
Bis Morgen um 20.00 Uhr könnt ihr euch hier anmelden.

Scoria Rabita
Tscheeny
Juno
Eisherz
Nici
Schwalbentochter
Lee-Chen
Sophie
Miriam
Traumkirschen
Impression
Shelley
Aurora
Vivi
Jessy
ησтнιηg

Fehlt Jemand, der mir bereits geschrieben hat?

Mittwoch, 15. Februar 2012

Zerstörungsdrang

Nur eine Art weit entfernte Erinnerung.  Richtung: Entgegengesetzt: den Rücken zu den Dingen, die sie liebt, die Arme offen für Dinge, die ihr noch mehr weh tun. Doch wie sie all das nicht verlassen kann, dieses Leid, ihre peinigende Sehnsucht. 
Was ist aus dem kleinen Mädchen von damals geworden?

Für die Menschen, die hinter einem Lächeln den melancholischen Glanz der Augen erspähen. Dort ist sie verloren. In diesen einen Moment, in dem ein Herz realisiert, dass es nur die Maske kennt.
Auch das Wort "Entschuldigung" berechtigt keine Seelenrettung. Das weiß sie und doch wiederholt sie dieses eine Worte immer und immer wieder. Wie ein Fluch, der seine dunklen Kräfte nicht entfalten kann.

In der Nacht vereint sich die Fantasie mit ihrer Angst. Bizarrer denn je gestalten sich ihre inneren Visionen zu einem vergeblichen Kampf zwischen Paranoia und Selbstzerstörung.

Sie schwomm durch dreckiges Wasser. Konnte ihren Blicken nicht trauen.
Algen berührten ihren Körper, klammerten sich mit glitschiger Gewissheit an sie. Obwohl die Luft ihr knapp wurde, hatte sie nur den Wunsch auf Befreiung dieser ekelerregenden Griffe.
Strampelnd und mit Leib und Seele wehrend, versuchte sie zu fliehen. Vergebens. Die Hände aus Algen waren zu stark.

Ein riesiger Fisch schwomm an sie heran. So nah, dass sie die Wellen dieses Ungeheueres genau spüren konnte. Die kräftigen Schläge seiner Flosse, die massige Übermächtigkeit seiner Präsenz.
Das Monster begann ihre Beine zu fressen. Stück für Stück - mit unwissenden Fischaugen.

Noch bevor der Fisch ihren Kopf erreichte - Beine und Unterleib hatte er nun schon verspeist - wachte sie schweißgebadet mit einem Schrei auf.

Keine Dusche der Welt wäscht das schmutzige Gefühl der Algen von ihr ab. Niemals. Tagein, tagaus kann sie den Würgereiz vernehmen.

Der Wunsch nach Selbstzerstörung taut in ihr auf.


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Danke, dass ihr so zahlreich bei meiner Verlosung teilnehmt. Bis Freitag um 20.00 Uhr kann man sich anmelden - entweder auf der Unterseite oder dem entsprechenden Blogeintrag. Ist vollkommen egal.

Und ja, den Fischmist habe ich heute wirklich geträumt.

Dienstag, 14. Februar 2012

Abgelehnt - Stempel drauf! (Trigger!)

Überraschend kam es - muss ich das auch schmerzlich zugeben. Ehrlich... damit hätte ich nicht gerechnet. Die Fachklinik für Psychatrie und Psychotherapie hat mich abgelehnt. Nicht mal einen Termin für eine Vorstellung hatte ich bekommen. 
Man "könne sich meiner Problematik nicht annehmen sofern eine stabilere Affektivität nicht gegeben ist" und des Weiteren empfiehlt man "den Beginn einer Dialektischen-Behavioralen Therapie, da bisherige Untersuchungen zeigen, dass DBT bezüglich der Hospitalisierungsanzahl- und dauer, der Anzahl parasuizidaler Handlungen, der Abnahme von Ärger und des Ausbaus sozialer und beruflicher Integration Standardtherapien überlegen ist.". 

Nein, wirklich enttäuscht bin ich nicht. Ein wenig gekränkt, vielleicht, aber irgendwie hatte ich meine Erwartungen zu hoch gesetzt. 

Bei einem Therapeuten habe ich auch noch nicht angerufen. Ich bin mir auch so gut wie sicher, dass ich das nicht tun werde. Noch einmal abgelehnt werden, vertrage ich gerade nicht. Zumal mir der Mut noch immer fehlt. Bin halt ein feiges Stück Scheiße. 

Es ist mir zu viel. Die Anträge der Arbeitsagentur, der Krankenkasse, die Flashbacks, der Schlafentzug, die ewige Angst vor Allem, die ganze Scheiße hier... Wenn ich wenigstens das Geld hätte, um mich vollkommen weg zu trinken. So könnte ich meinen Untergang gekönnt selbst feiern und mir das Hirn gedankenfrei saufen.

Die Klinge hört mein Rufen. Sie weiß, dass ich Hilfe brauche. Sie ist in dunkelster Stunde bei mir, spendet mir Trost und Geborgenheit.
Manchmal spreche ich auch mit ihr und höre ihre Stimme. Sie ist ein Monster, doch so zart in ihrer unbädigen Grausamkeit.


Gerade habe ich einfach nicht den Willen stark zu sein. Oder gar es auch nur zu versuchen. 
Da trifft ein Schicksalsschlag nach dem anderen auf mich nieder und ich nicke und sage noch Danke! 

Trotz Allem wünsche ich euch einen blutfreien Valentinstag!

Montag, 13. Februar 2012

An die Arbeit! + Verlosung

Danke für eure Beiträge! Insgesamt habe ich drei Texte von euch zugeschickt bekommen. Und auch selber einen geschrieben. Man kann sie auf dieser Seite lesen. Bitte hinterlasst eure Meinungen und eure Kritik für die Einsender.
(Wer schon einen Text geschrieben hatt, es aber versäumt hat ihn mir rechtzeitig zu senden, kann ihn mir natürlich immer noch 'nachreichen'.)

Desweiteren war ich heute ziemlich perplex als ich auf die Anzeige meiner regelmäßigen Leser geschaut habe. Gestern habe ich es angekündigt und heute sind es schon 147!
Vielen Dank für jeden E.i.n.z.e.l.n.e.n. von euch! Ihr seid echt die Besten!


Bei 145 wollte ich erneut eine Verlosung stattfinden lassen. Und genau das möchte ich hier ankündigen!

Im Prinzip ist es die selbe Prozedur wie im Dezember, deswegen kopiere ich Textstellen vom entsprechenden Post hier herein:

"Das Bild, welches ich zeichnen werde, kommt auf eine mittelgroße Leinwand. (Wenn jemand die genauen Maße braucht, bitte fragen!)
Sollte der Gewinner eine persönliche Idee bzw. Vorstellung haben, was er gerne als Bild haben möchte, kann er es mir gerne mitteilen. Allerdings möchte ich vorher sagen, dass ich kein Pro-Ana/Mia Bild in verherrlichtem Sinne zeichen kann. Bitte habt dafür Verständnis und setzt eure Erwartungen nicht zu hoch.

Das Bild werde ich per DHL schicken. (Alle EU-Länder, auch die Schweiz!)
Wenn ihr minderjährig seid, fragt besser eure Eltern bevor ihr noch Stress bekommt.
Natürlich braucht ihr euch wegen der Adresse keine Sorgen machen! Ich würde nie auf die Idee kommen sie an irgendwem weiterzuleiten oder euch etwas Anderes mit euren Daten zu mache"

Eigentlich hatte ich vor, es den Teilnehmern ein bisschen schwerer zu machen als das letzte Mal.

Doch ich bin auch ganz offen. Zuerst kam mir in den Sinn eine Frage wie "Warum denkst du, solltest du das Bild gewinnen?" zu stellen, aber... ich mag so etwas einfach nicht. Es ist zu unpersönlich und fragt regelrecht danach, Honig um den Mund geschmiert zu bekommen. Jeder Leser und Kommentierender auf diesem Blog hätte ein Gemälde und eine herzliche Umarmung verdient. Von daher verzichte ich auf deartige Fragerei.

Wer teilnehmen möchte, hinterlässt hier einen Kommentar oder auf die dementsprechende Unterseite hier im Blog. Anmelden könnt ihr euch bis Freitag, den 17.02.2012 um 20.00 Uhr.
Die Namen werde ich auf Zettel schreiben und so auslosen.

Wenn ihr noch mehr wissen müsst, lasst es mich wissen. Sonst nutzt diesen Eintrag nur zu Anmeldung!
Danke!

Samstag, 11. Februar 2012

Eiszeit

Am Bahnhof habe ich heute den einfahrenden Zügen entgegen geblickt. Ich musste nirgendwo hin, hatte kein Ziel und doch saß ich da. Für zahllose Minuten, aneinandergereiht in eisiger Kälte.
So viele Menschen sind hastig an mir vorrüber gezogen, mich keines Blickes würdigend. Doch ich stierte ihnen hinterher, wollte nur einen Hauch ihrer Menschlichkeit erfahren. Irgendwo unter Mützen, die bis über die Augenbrauen gezogen waren, irgendwo versteckt musste es sein.

Zwei Stunden vergingen. Meine Füße und Hände spürte ich nicht mehr. Meine blauen Lippen ein Klotz aus Eis. Trotzdem der Körper Höllenqualen erlitt, fühlte ich mich nicht bereit zu gehen. Habe gewartet auf ein Zeichen, auf etwas, dass mir sagt: "Es ist Zeit zu gehen."

Fast hatte sich die Kälte durch meinen gesamten Körper gefressen, hörte ich Stimmen von jungen Mädchen, die ich auf 14-16 Jahre schätze. Vier Stück an der Zahl. Alle waren düster angezogen und schrecklich geschminkt. Und ich meinte nicht, die Art des Make-Ups, sondern ihre Unfähigkeit darin es aufzutragen.

Meckernd bemerkten sie, dass die S-Bahn 5 Minuten später kommen wird und empfanden es für äußerst notwendig, ihrer Umgebung mitzuteilen, dass es kalt sei. Nicht, dass man nicht selbst darauf gekommen wäre.
Die kleine Gruppe stellte sich direkt neben mich und ich versuchte nur mein Bestes, nicht genervt von ihnen zu sein.
"Ich war auch mal jung", redete ich mir verzweifelt und vehemmend ein, doch es ließ mich nicht besser sondern einfach nur alt fühlen.

Besonders fiel mir auf, dass sie vollkommen unbesonders waren. Vier individuelle Menschen, die ihr Leben und ihre Zukunft noch vor sich haben, in den meisten Fällen von der Welt noch gar nichts gesehen haben, und kein Einziger von ihnen hatte etwas, dass es wert wäre in Erinnerung zu bleiben.
Und das sage ich nicht aus Gehässigkeit oder gar Eifersucht - bin ich ihnen all zu ähnlich - doch ihr Anblick verprach nichts. Rein gar nichts. Da war keine Aura, keine Ausstrahlung, kein Ausdruck in ihren Gesichtern. Keine Freude, keine Wut, keine Ungeduld, ... nicht einmal Neutralität. Einfach nichts.

Es macht mir Angst darüber nach zu denken. Denn ich denke, dass Menschen, die in mein Gesicht schauen, genauso verdammen wie ich. Unpersönlich und der Konsequenzen nicht bedacht. Zu weit entfernt, um sich im eigentlichen Sinne ein Urteil erlauben zu können.

Ihr Gespräch hingegen war alles andere als uninteressant. Als eines der Mädchen bemerkte, dass sie "für's Ritzen zu alt sei", wurde ich hellhörig. An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht erinnern, aber ich werde versuchen das Wichtigste auszufiltern.
(Und nein, ich habe nicht gelauscht. Wenn man so ein Thema an einem gut-besuchten Bahnhof beredet, fragt man regelrecht danach, angehört zu werden.)

"Zu alt? Kann man dafür zu alt sein?"
"Ja, das ist doch voll die Kinderkacke. Sowas macht man vielleicht mit 12, aber doch nicht mehr in unserem Alter."
"Im Unterricht haben wir gelernt, dass es eine Krankheit ist."
"Ja, klar. Ich habe mich an eine Rasierklinge angesteckt."
"Leute, die sich ritzen, wollen aber sowieso nur Aufmerksamkeit und cool sein. Die zeigen das ja immer rum. Und wenn man es absichtlich ignoriert, lassen die es dann auch, weil sie merken, dass es nichts bringt."
"Deswegen machen das Alte nicht?"
"Genau. Wenn das einer über 16 macht, ist das dumm. Denen ist nicht mehr zu helfen, die müssen in die Klapse gesteckt werden."
"Kommen die dann auch wieder raus?"
"Nein, wer sich selber ritzt, ist ja gefährlich und kann andere Leute auch mit einem Messer angreifen."
"Einmal habe ich ein Bild gesehen, da waren die Schnitte schon richtig blutig."
"Vielleicht war das eine Art Ritual zur Aufnahme in eine Sekte."
"Die kommen auch alle in die Klapse."

Zuerst belächelte ich ihr Gespräch. Inzwischen beweine ich meine Schwäche immer wieder zur Klinge zu greifen. Dafür bin ich zu alt.
2003 habe ich mich das erste Mal geschnitten.

Oh, es ist so kalt in mir drin.

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Nur nochmal zur Erinnerung: Bis 19.00 Uhr könnt ihr mir noch eure Beiträge für dieses Thema senden.

Außerdem möchte ich ankündigen, dass ich bei 145 regelmäßigen Lesern wieder ein Bild "verlosen" werde. Nicht bei 150, und das hat den Grund, dass der 14.5. für mich letztes Jahr ein besonderer Tag war. Mehr Informationen dazu gibt es, wenn es soweit ist.

Freitag, 10. Februar 2012

Unfähigkeit

Diese Worte, die ihr vielleicht erahnen könnt, doch niemals hören werdet. Lächerlich scheint auch nur der Gedanke, der bereits schwindende Wunsch sich von dieser Unfähigkeit zu lösen. Davor fürchte ich mich, finde keine Courage mich davon zu lösen - von diesem ganzen Mist. Trotzdem bin ich in der Position eines Heuchlers, wie eh und je der Außenseiter. Selbst in meiner eigenen Welt.

Manchmal schaue ich mich in meinem Zimmer um und frage mich, wie ich hier her gekommen bin. Welche höheren Mächte mich wieder in die Knie gezwungen haben. Oder war es nur mein Kopf?
Primär ist jedoch der Komfort, der menschliche Instinkt nach Nähe und Wärme. Könnte ich mich lösen, würde ich es tun. Aber es ist ein Kreis, eher noch eine Spirale, die jedes Mal an selber Stelle endet.

In mir drin ist etwas. Irgendwas. Ich weiß nicht, was es mit mir macht. Es fügt mir Schmerzen zu, es quält, verhöhnt und verurteilt - und ich kann es nicht bekämpfen. Es hindert mich daran meinen Mund zu öffnen, obwohl Worte fließen wollen.


Nein, ich habe nicht angerufen. Und ehrlich gesagt... ich glaube auch nicht, dass ich es werde. Natürlich wünsche ich mir Hilfe, würde aber nicht danach fragen. Denn was ich mir viel mehr wünsche, ist ein Ende. Ein Ende dieser Alpträume, ein Ende dieser allgegenwärtigen Angst.
Im Ertragen bin ich perfektioniert, programmiert auf Verschwiegenheit. Blaue Augen schreien und kreischen, doch der Mund sagt einfach nichts.



Mein ganzer Körper ist geziert von Narben. Beim Versuch sie alle zu zählen, bin ich kläglich gescheitert. Sie fangen nie an, kreuzen sich - kein Schlussstrich in Sicht. Blut verschmiert die zarten Schnitte, malt ein Bild der Grausamkeit.
Eine Träne läuft über mein Gesicht und plötzlich überkommt mich Euphorie.
So falsch und doch so richtig.

Herzlos

Als ich heute den Weg entlang ging und mir die letzten Sonnenstrahlen den Rücken streiften, erschrack ich vor meinem eigenen Schatten. Inmitten meiner Reflexion war ein Loch. An gleicher Stelle, an der ein wahrhaftig existierender Mensch ein Herz trägt.

Mein Psychologe sagte am Dienstag zu mir: "In letzter Zeit fragte ich mich oft, wie es Ihnen wohl geht, was Sie so machen. Als Sie mir damals sagten, dass Sie Selbstmordgedanken haben, habe ich mir richtige Sorgen gemacht.Wie geht es Ihnen damit jetzt? Haben Sie immer noch diese Gedanken?"
Für mich war diese Aussage der Kernpunkt eines gesteigerten Einsamkeitsgefühl. Mir ist bewusst, dass er die Frage stellen muss und es auch nur so ausdrückt, damit ich mich nicht gezwungen oder gedrängt fühle, aber es hinterlässt einen Geschmack bitterer Medizin in meiner Kehle, wenn ich daran denke, dass nur er mich danach gefragt hat.

Klar hat die ein oder andere Person gefragt, wie es mir geht. Doch Anstandsfragen vermitteln doch auch nur das Gefühl von schlechter Wahrnehmung - oder schlicht Desinteresse.
Das ich aus der Klinik entlassen wurde, schien für alle die Versicherung dafür, nicht mehr suizudal da zu sein. Keiner hat danach gefragt. (Zumal es auch eine sehr unangenehme Frage sein kann: "Ey, willste dich eigentlich immer noch vor 'nen Zug schmeißen?")

Vielleicht lag ich falsch in der Annahme, dass mir das Fragen nach Hilfe eine nicht nur sofortige, sondern auch nachhaltige Besserung bescheren könnte...
Ach, warum endet es immer wieder gleich?



Übrigens habe ich noch immer nicht bei einem Therapeuten angerufen, um ein Vorstellungsgespräch zu bitten. Sogar zum Telefonieren bin ich zu bescheuert.
Hier kennt nicht zufällig jemand eine Person, die für ihr Leben gern Termine vereinbart?

Mittwoch, 8. Februar 2012

Die schnellste Maus von Mexiko...

... ist Speedy. Ich allerdings gehöre nicht zu der Art der Mäusen und hab ein bisschen länger gebraucht als zu erst angenommen.

Damit sich Niemand unter Druck gesetzt fühlt: Keiner muss bei dem Schreibspiel mitmachen. Und man kann mir auch kurzfristig Bescheid geben, wenn man es sich anders überlegt hat, ob man nun teilnimmt oder nicht. Das ist gar kein Problem.

Wie ich es aus den Kommentaren gelesen habt, können wir uns ganz gut auf Kurzgeschichten (auch wenn sie mal länger werden sollten) einigen. Damit sich die Poeten unter uns nicht ausgeschlossen fühlen, kann man auch gerne Gedichte schreiben.

Da ich auch nicht lange warten möchte, bin ja ein ganz ungeduldiger Typ, gebe ich einfach ein Thema vor. Das kann in unterschiedlicher Art geschehen: Entweder poste ich ein Bild, ein Filmzutat, ein Satz, Stichworte, Songpassagen, usw.

Ihr könnt einen Text dazu schreiben und ihn mir an meine Mailadresse senden.
Wäre Sonntag, 19.00 Uhr als "Einsendeschluss" ok?

Die Werke veröffentliche ich dann als Unterseite auf diesem Blog. Werde den Verfassen natürlich erwähnen und zurücklinken. (Wer seinen Namen nicht veröffentlicht haben möchte, schreibt mir das einfach als Hinweis in der Mail.)

Wenn es gut klappt und einige Leute teilnehmen, werde ich das bestimmt auch öfter wiederholen.

Hier geht es zur Unterseite: Klick

Eure Teilnahme würde mich sehr glücklich machen =)

Ist euch für euch auch in Ordnung, wenn ich selbst mitmache oder soll ich nur moderieren?

Montag, 6. Februar 2012

Warteschlange

Es gibt mehr Personen, die an meinem Scheibspiel interessiert sind, als ich gedacht habe.
Da es jetzt doch so viele geworden sind, können wir ja auch gemeinsam unsere Kreativität spielen lassen.

Bisher sind dabei:
Ich hätte folgenden Vorschlag:
Lasst uns doch zusammen eine Kurzgeschichte schreiben. Über den Inhalt sprechen wir uns vorher nicht ab, aber jedem sollte klar sein, worum es geht. Da könnt ihr eurer Fantasy freien Lauf lassen. Natürlich bekommt jeder genügend Zeit, seinen Text zu schreiben - unter Druck gesetzt wird dabei niemand. 
Ich würde mich bereit erklären, zuerst ein Bild zu zeichnen, dieses den ersten Schreiber zu senden, der sich durch das Bild inspieren lässt und etwas schreibt. Den Text sendet derjenige mir zurück und ich sende ihn an den nächsten Teilnehmer, ... und so weiter.
Wir könnten auch eine Art Gedichtzyklus daraus machen.Wir einigen uns auf eine Schreibform und jeder kann einen Teil dazu schreiben. (Natürlich ist es euch auch frei zu illustrieren.)

Wie findet ihr das?
Soll man wissen, wer welche Zeilen geschrieben hat? Kurzgeschichte oder Gedichte?

Andere Vorschläge?

Spiel' ein Spiel mit mir

Wenn das Innere Kind in einem aufschreit, sollte man es spielen lassen. Doch jammert es und kreischt, weint und bittet um Gesellschaft.
Alleine macht es doch keine Freude.

Vorhin kam mir ein Erinnerungsfetzen. Noch vor ein paar Monaten war ich viel in Diskussionsforen unterwegs, die verschieden thematisiert waren. Dort gab es in der "Langeweile"-Abteilung immer Prosaspiele oder "Lasst uns gemeinsam eine Geschichte schreiben".

Hat Jemand Lust mit mir eine ähnliche Art von Kollaboration zu machen?
Am Liebsten wäre mir etwas mit Zeichnen und Schreiben zusammen. Zum Beispiel male ich ein Bild und du schreibst einen Text (Gedicht, Kurzgeschichte,... was immer du magst) dazu und andersherum.

Oder zueinanderpassende Gedichte, die eine kleine Geschichte erzählen.

Ist jemand dabei? Für Vorschläge stehe ich immer offen!

Der Wendepunkt

Allein mit den Füßen am Abgrund. Hier stehe ich nun, weit über den Punkt von Vernunft hinaus.
Nur das Prinzip "Auge um Auge" gilt hier nicht. Den Kürzeren ziehe ich sowieso.

Über den Tod habe ich schon oft nachgedacht; über seine Erzielung, über seine Konsequenzen. Manchmal habe ich so intensiv und fortwährend darüber nachgedacht, dass ich mir - nur einige Momente später - selbst nicht mehr geglaubt habe.
Überzeugend genug waren meine Befürwortungen jedoch nie - sonst würde ich nicht hier sitzen und genau den selben Schwachsinn immer und immer wieder durchkalkulieren.

In früheren Jahren wurde mein Vertrauen so sehr missbraucht, dass ich mir geschworen habe, niemals wieder eine Menschenseele an mich nah genug heran zu lassen. Enttäuschungen und Vernachlässigung, Ungerechtigkeit und Machtdemonstrationen - damals habe ich kapiert: Ihr seid meiner Anwesenheit zu schade. Und ja, auch ich bin der Überzeugung, dass ich meiner Anwesenheit leid bin.


Es hätte dabei bleiben sollen. Die Einsamkeit ist mein Freund, nicht diese Menschen, denen ich so viel Ärger bereite. Der Schmerz ist ertragbarer wenn meine Arme aufgeschnitten sind. Das heißt nicht, dass ich die Schichten unter der Haut entbehren sollte.
Es soll nicht so sein.

Das Babarische ist, dass ich über meinen eigenen Schatten gesprungen bin und entgegen besseren Wissens eine Bindung mit ihnen eingegangen bin. Leah und Mina, wir waren Freunde. Es war ein gutes Gefühl, ein ehrliches Gefühl.

Ein Missverständnis möchte ich allerdings noch klären. In einem Telefonat mit Mina wurde mir folgender Fetzen entgegen geworfen: "Natürlich hast du dir das schwächste Glied der Kette ausgesucht. Leah ist nunmal die Jüngste, deswegen hast du sie angerufen."
Nein, das habe ich nicht. Im Gegenteil. Für mich ist sie das festigenste Glied der Kette gewesen, deshalb habe ich sie angerufen. Sie ist die Einzige, der ich mein Leben anvertraut habe.
Hätte ich im Vornerhein gewusst, dass es sie so in die Tiefe stürzen würde, hätte ich es nicht gemacht. Das schwöre ich!

Ich weiß, ich habe euch weh getan, habe euch verletzt und überfordert. Ich weiß, dass meine Entschuldigungen zu spät kommen, und doch... bin ich in meinen Schuldgefühlen erstickt. Als hätte ich euch das Messer in die Hand gedrückt, welches ihr mir nun in die Brust rammt.
Leah tut mir besonders leid. Sie ist so ein herzensguter Mensch und ich habe ihre Gutmütigkeit ausgenutzt.

Besonders schmerzhaft wird es, wenn Leute sagen wie gut sie euren Rückzug nachvollziehen können. Glaubt mir, das kann ich genau so. Doch wer bringt schon Verständnis für meine Situation auf? Wer kann schon verstehen, wie es ist, wenn man sterben will, um die Schmerzen nicht mehr ertragen zu müssen und das einzige Heilmittel kein Wort mehr mit dir wechselt?

Wenn es auch nur für mich nachvollziehbar sei, es ist kein Vorwurf an euch.
Eher eine Bestätigung. Eine Bekräftigung meine Theorie: Lässt man einen Menschen zu nah an das Herz, wird immer einer leiden - meistens Zwei.
Für euch bin ich eine Gefahr, die abgeschirmt werden muss. Es wäre ok, wenn ich nur auch jemanden hätte, der mich vor den Gefahren abschirmen würde. Gute Ratschläge sind nett gemeint, aber wer wischt meine Tränen weg, wenn ich wieder zusammenbreche? Wer nimmt mich in den Arm, wenn ich zitternd und schreiend von einem Alptraum aufgewacht bin? Wer hilft mir bei Ärztebesuchen, beim Ausfüllen von Dokumenten, beim Leben, beim In-Die-Zukunft-Sehen? Wer erledigt für mich einen Anruf oder geht mit mir einkaufen, wenn die Angst vor Menchen zu groß wird? Wer hält mein Gejammer aus ohne dabei mich mit meinen eigenen Waffen zu schlagen?

Richtig!
Keiner...

Das alles habe ich schon durchgemacht. Mit Menschen, die mir wichtig waren und sehr nah standen. Nicht nur einmal. Und an diesem Punkt stand ich jedes Mal erneut:

Allein mit den Füßen am Abgrund. Der Erinnerung schutzlos ausgeliefert.


Gestern habe ich Leah aus meiner Freundesliste bei Facebook entfernt. Ohne mich ist sie besser dran. Es ist besser, wenn sie sich nicht mehr meldet. Dann kann ich ihr nicht mehr weh tun.
Für mich ist es auch einfacher. Denn kann ich mir das peinliche Warten auf ein Lebenszeichen von ihr sparen.
Mina habe ich noch in der Liste. Sie wollte diese Woche zu Besuch kommen, aber eigentlich habe ich ihr nichts mehr zu sagen. Außer das, was ich ihr schon in seitenlagen Briefen zukommen lassen habe.

Jegliche Arbeitskollegen habe ich entfernt. Auch "Freunde" aus der Schule habe ich entfernt. Die haben mich sowieso nur geadded um ihre Liste zu verlängern. Mit Einigen von ihnen habe ich nie ein Wort gewechselt.
Mit meinem Bruder kann ich nicht reden, weil er mich nicht versteht. (Ich mag ihn wirklich gern, aber wir sind grundlegend verschieden. Haben so unterschiedliche Ansichten, dass es oft zum Clash führt. Er versteht meine Reaktion genauso wenig wie ich seine verstehe.)
Mit meiner Mutter habe ich seit einigen Monaten nicht mehr geredet. Und meinen Vater brauche ich gar nicht zu erwähnen. Zur Zeit würde ich lieber meine Zunge abschneiden als mit ihm ein Wort zu wechseln.

Meine beste Freundin weiß das alles. Sie kennt auch diesen Blog und ich glaube (?), sie liest ihn auch regelmäßig. Doch wohnt sie in einer anderen Stadt. Mehr als mich mit Worten zu unterstützen, kann sie leider auch nicht. Zumal ich sie nicht verlieren möchte. Nicht genauso wie Leah und Mina.



So gesehen allein. So gesehen nutzlos.
Wenn ich daran denke so weiter zu leben, würde ich lieber nicht mehr leben.
Hätte ich wenigstens einen Grund morgens aus dem Bett zu kommen... tja, aber der ist beendet. Am Freitag habe ich sogar mein Arbeitszeugnis bekommen.
Es ist gesetzlich so vorgesehen, doch fühlt es sich wie der letzte Arschtritt an der Ziellinie an. 

Bald ist wieder Fastenzeit. Dann habe ich wenigstens wieder einen Vorwand mich weniger zu hungern. (Ist es krank, dass ich sogar eine Art Vorfreude darauf verspüre?)

Prinzipiell habe ich nun so viele Worte verschwendet, um nur Eins sagen zu wollen: Es tut mir leid.

Langsam werde ich ins Bett gehen. Doch habe ich Angst vor Alpträumen. Am Dienstag werde ich mal wieder mit meinem Psychologen darüber sprechen. Vielleicht springt ja wieder ein bisschen Lorazepam für mich heraus.

Sonntag, 5. Februar 2012

12. Blogaward

Diesmal hat es etwas länger gedauer als sonst, aber ich habe nicht vergessen, dass Miriam und Leo mir einen Blogaward verliehen haben. Vielen Dank, ihr Zwei! Ihr seid wahnsinnig lieb! =)

  1. Gekünstelt wird wieder zurück kommen. 
  2. Gerade versuche ich verzweifelt brauchbare Sachen zu finden, die mir bei eBay noch ein bisschen Geld einbringen könnten. 
  3. Leah, Mina und wahrscheinlich noch ein paar Andere hatten gestern einen "Mädelsabend" und hielten es für dringend notwendig, dies auf Facebook zu teilen. Ich sollte mich nicht so fühlen, aber es verletzt mich so tief. 
  4. Gerade richtigen Schneidedruck. 
  5. Manchmal ist meine eigentliche Motivation in eine Klinik zu gehen, Leute um mich zu haben, die mich vielleicht verstehen. Daran glauben, dass ich "geheilt" werde, tue ich nicht wirklich. 
  6. Ich bin auf dem besten Weg mich von meiner Außenwelt zu isolieren. 
  7. Gerade wünsche ich mir eine Umarmung, deswegen werde ich mit meinem Teddybär kuscheln. Irgendwie ist das erbärmlich.
Den Award verleihe ich an Amelie, derer Blog einer meiner Allersliebsten ist.

Blut auf dem Teppich

Ein Tropfen Blut auf dem Boden. Aufgesogen von den Fasern des Teppichs unter kleinen Kinderfüßen. 
Die Vision ist surreal - eine alte Erinnerung oder Bilder aus der Hälle. Vielleicht auch Beides.

Bitte sieh mich nicht an. Kann es nicht ertragen solch eine Schwäche zu entblößen. Es tut gar nicht mehr weh zurück zu denken. Es ist vollkommen egal, was du damals ertragen hast.

Das Schloss der Tür klickt als der Schlüssel sich umdreht. Gefangen im eigenen Zimmer. Klopfe ich auch hysterisch gegen die Wand, eigentlich bin ich froh, dass er die Welt von meiner Anwesenheit befreit. Morgen - wenn eine Freundin zu Besuch kommt - spielen wir wieder heile Welt. So läuft doch dieses Spiel seit Jahren. Von wütenden Schreien und unbändigen Zorn unter Alkoholeinfluss spreche ich nie.

Es geht niemals um Schuld. Noch weniger um Rache. Nur vergessen kann ich nicht. Die Schreie, die Schläge, die Nächte in Dunkelheit, das Gefühl ausgeliefert zu sein.
Worum es geht? Es geht um Abhängigkeit. Nie getrennt voneinander zu sein. Stetig diesen Schmerz zu ertragen.

Die Tränen auf meinen Wangen vergieße ich für das kleine Mädchen in meinen Vorstellungen.

Er - nicht der selbe Er wie eben - ist ein tiefer blauer Fleck auf meiner Seele. Diese Finger verfolgen mich, Tag wie Nacht. Mit jedem Stoß sterbe ich. Doch zum Schreien bin ich zu ängstlich. 
"Sagt du ein Wort, bringe ich dich um.", "Bist du nicht hörig, sage ich deinen Eltern was du für eine kleine Schlampe ist. Deine Familie wird daran kaputt gehen."
Angst frisst mich auf. Es ist unerträglich geworden. Diese Worte. Die Vergangenheit.
Habe ich jemals erwähnt, dass ich ihn geliebt habe? Habe, habe, habe - für Liebe ist es nun zu spät. Hab vergessen wie es funktioniert.
Zu klein. Zu schüchtern. So einem hässlichen Kind kann so etwas nicht passier sein.

Das Spiegelbild lacht mich aus. Wieder einfach reinschlagen! Dieses abartige Wesen darin!
Kotzen, kotzen, kotzen! Ihh! Bähh!
Schwächling, Versager - ich schrei es dir ins Gesicht! Monster! Nie hast du deinen Mund aufgemacht! Dir hätte sowieso keiner geglaubt!!

DU HAST ALLES VERDIENT!! Monster! Die Schläge waren gerechtfertigt! Die Schmerzen im Unterleib mehr als du verdienst!
Doch die Reflektion kreischt nur alles zurück.

Er hat meine Brüder gegen die Wand getreten. Überall nur Hass. Angst, Furcht. 
Die Mutter schimpft von der Seite, ist jedoch selbst zu feige einen Schritt näher zu kommen.
Steht er wieder vor mir? Ich kann den Alkoholatem riechen, er stinkt nach zufriedenstellender Tortur.

Manchmal wünsche ich mir den Tot. Manchmal ist eigentlich recht oft.
Ich will vergessen. Nein, nicht mehr leben.
Doch, leben schon, aber sterben.
Jemand anderes sein. Oder keine Erinnerung mehr haben.

Ich hasse ihn. Ich hasse ihn. Ich hasse sie Beide.
Ich hasse nur mich.
Wenn man nicht kämpft, hat man es verdient. Hilfe habe ich nicht verdient.
Hilfe. Sie werden niemals gehen.

Flaschbacks. Flaschbacks. Alpträume.
Wach. Wach. Klinge, Klinge... Mehr brauche ich jetzt nicht.
Doch schon. Alkohol. Alkohol. Zu lange habe ich mit der Erinnerung gelebt, heute brauche ich Erleichterung. Die Flasche Vodka ist geöffnet. Prost.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Akademie für Psychoanalytik

Der Termin rückt näher.
Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, was mich erwartet.
Scheiße... Bahn fahren, Weg suchen, Termin, zurück, ins Zimmer einsperren. Das ist der Plan für den Tag. Nur ruhig bleiben. Atmen. Ein und Aus. Da passiert schon nichts. Gar nichts. Alles gut.

Ich habe Todesangst.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Für mich nur Staub

Das Lächeln, welches nur geborgt,
von Kreaturen, die in mir eingeschlossen,
gehalten von unbewegbaren Knochen,
der Kerker meines Feindes.
Ruhend verbirgt sich das Herz,
verschleiert in Eis,
welches glitzert und glänzt:
Wie das weiße Lächeln
meiner Lippen.
Nichts als eine Lüge.

Nach dir,
verehrte Opfergabe,
wird der nächste in deine Fußstapfen treten.
Der Nächste,
der sich an meiner Haut verbrennt,
an meinen Schmerz in Flammen aufgeht
bis nur Asche übrig bleibt,
nur das Sediment eines Menschen,
der zu viel gewagt,
der zu nah gekrochen.

Mir doch völlig unbedeutend,
wie gewonnen, so zerronnen;

Er genau wie du; sie und ihr,
die genauso so verglühen.
Ein Schritt zu nah
und die Monster werden sich laben
an dem Innersten eines Vertrauenden,
Hoffnung vergrabgen in ewiger Dunkelheit.

Meine Brust ist eine Festung,
die Alpträume beherbergt.
Für mich ist es zu spät,
für dich ist es eine Warnung.
Denn siehst du den Staub,
der vom Wind davon getragen wird?
Dieser war genau wie du.