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Mittwoch, 29. Mai 2013

"Standardmäßiger Massenmörder"

Dampfender Tau und tote Rattenkörper
an der Fensterbank zerbrochen;
Handabdrücke an den Wänden:
Der Tod ist mutiger geworden,
immerhin habe ich ihn Freund genannt
als er durch diese Halle schlich,
mit Knochenfingern nach Lebendigkeit griff.
Ich konnte auch nur für diese gewisse Zeit
unter den schützenden Decken liegen.

Nun fragt er Fragen, die ich nicht beantworten kann,
über Schwarz und Weiß,
Zerstörung und Rettung,
Alles und Jeden.
Denken bewegt Welten, erbaut Welten,
doch reißt auch immer Mauern ein,
oder baut welche auf.
Kreation ist der verwirrenste Punkt der Nichtigkeit.
Ein Punkt zwischen einer Milliarden anderer,
wen kümmert es?

Das Blickfeld verschwimmt,
die Verzerrung schmerzt im Kopf;
weiße Löcher sind krebserregend,
schwarze Löcher führen in dieUnterwelt.
Es ist überall der Wurm drin,
trotz dem.
Plötzlich spricht der Tod von Mutter Natur,
vom ewigen Kreis des Lebens
und Ablebens
Genau von dem Teil,
von dem mir Disney nichts erzählt hat.
Katzen töten ihre Jungen.
Hunde essen Hunde.
Delfine vergewaltigen Delfine.
Menschen töten, essen, vergewaltigen alles.
Die Krönung der Schöpfung
mit papierdünnen Knochen,
die viel zu leicht brechen.

Vor den Füßen schwimmt ein Fluss aus Eidotter,
geschlagen aus dem Nest der Mutter:
Millionen für ein Leben zum Sterben,
Millionen für ein Dasein zum Dahinvegetieren.
"Das Paradies ist eine Erfindung des Menschen",
flüstert der Tod, beruhigend, auch abwertend.
Ebenso aber die Hölle.
Sehe ich diese toten Tieraugen,
stirbt auch ein Teil von meiner Seele;
deshalb sitzt der Tod wie ein Schatten neben mir.
Schambesetzt werde ich mir bewusst,
ich bin ein gewissenloser Kinderquäler,
trete achtlos auf leidende Kreaturen ein;
töte sie, lasse sie sterben.

Dienstag, 28. Mai 2013

Du bist nicht allein - Ich weiß, dass hat dir schon lange Niemand mehr gesagt.

In der Nacht wache ich und bin restlos. Auch wenn die Lichter nicht glühen, verfolgt mich die kreischende Gewissheit kein Teil des Ganzen zu sein. Was auch immer das bedeutet: Das Ganze, ein Ganzes, der perfekte Teil eines Kreises.

Ja, einst war die Bürde, die ich zu tragen hatte, schwerer. Doch das bedeutet nicht, dass sie nicht immer noch schwer ist. Traurig realisierte ich, nicht furchtbar sonderbar oder sonderbar furchtbar zu sein, wie ich es mir einredete; "Diesen Schmerz trägst du in dir, um Niemanden damit zu beschweren, um nicht ungerecht gegenüber einer anderen Seele zu sein.", sagte ich. So drehte ich es in Richtungen wie 'verdiente Selbstbestrafung' oder 'herzensteure Überwindungsschwierigkeiten';

… aber wisst ihr, was es eigentlich ist?
Es ist Nicht-Loslassen-Können.

Denn viele Menschen gingen und gehen aus meinem Leben, doch nur in ihrer Erscheinungsform. Ihre Asche ist noch immer hier, in diesem Herzen, welches eher einem in Brand gesetzten Hauses ähnelt. Und ich weiß, dass ihr mich verstehen könnt: Auch ihr wurdet verlassen, auch ihr wurdet vergessen. Vielleicht macht uns das alle zu einem zerstörtem Wohnsitz. Welchen Wert dieser hatte, oder welcher Inhalt in Flammen aufgegangen ist, macht kaum einen Unterschied.
Was aber einen Unterschied macht, ist die Kraft, welche man aufwenden kann, um mit dem Neubau zu beginnen. Es gibt solche und solche. Genau wie es mein Vater immer zu sagen pflegte: “Solange es Andere und dich selbst nicht verletzt und nicht gegen das Gesetz ist, kannst du machen, was du für das Beste erörterst.”
Die Logik geht auf; wenn man nur nicht so viel darüber nachdenkt. Für mich ist es ein Inhalieren und Exhalieren dieser karbonhaltigen Monoxide; Ich komme einfach keinem mehr so nahe, dass ich verletzt werden könnte. Fremder Schatten ist nur weiterer Weltschmerz, nichts Neues, nichts Altes: Das bin ich; und ich zu sein, bedeutet verletzt zu sein. 

… aber wisst ihr, was das eigentlich bedeutet?
Es bedeutet wertlos zu sein.

Ich  meine nicht ein wertloses Leben zu haben. Immerhin gibt es Überzeugte, die meinen, jedes Leben wäre genauso wertvoll wie das andere. (Und ich bin nicht hier, um mit ihnen im Konflikt zu stehen.) Aber ich rede von zerkratzten Hüllen und irreversiblen Innenleben. Davon, dass alles ein Ende haben wird und Viele (von uns?) viel zu schnell bereit sein werden, keine weiteren Verletzungen in Kauf zu nehmen.
Wie auch immer - ich verstehe das; ich verstehe euch, wenn es auch nicht viel erscheinen mag.



Nun ich weiß, irgendjemand, irgendwer hat dir einmal irgendwann einreden wollen, dass du nichtiger bist als er, dass du nicht so viel wert bist, dass du zu anders bist, dass du hässlicher/dümmer/kleiner/billiger/nutzloser/überflüssiger/schwächer/unbrauchbarer, etc bist; aber ich bin hier, um dir zu sagen, dass ich an deiner Seite stehe. Auch ich bin all das Gesagte, unter Umständen sogar mehr - oder weniger, wie man es sieht, aber ich sage dir, du bist nicht allein.

Hörst du mich?
Ja, du - kannst du verstehen, was ich sage?
Es fühlt sich so an als wärst du der dunkelste Punkt am Sternenhimmel. Und solltest du das sein, bin ich der unbedeutende, kleine Fleck neben dir.
Du fühlst die Nichtigkeit. Ich fühle sie auch. Vielleicht auch der Nachbarsjunge oder die Dame, die am Wochenmarkt immer das Obst verkauft; vielleicht der alte Mann, der im Garten seine Zigarre qualmt oder das schwarz-gekleidete, hungernde Teenagermädchen, welches im Bus neben dir gesessen hat. Letztendlich ist das unser Kreis, der sich schließen wird. Wenn nicht jetzt, dann morgen, oder auch wenn es für uns schon zu spät ist.

Du bist nicht allein.

Montag, 27. Mai 2013

Blogaward

BlackRose war so freundlich und hat mir einen Blogaward verliehen. Vielen Dank dafür. Wahrscheinlich musste ich für einen Moment zu lange nachdenken, um mich zu erinnern, was genau ich nun zu tun habe. Allerdings ist es doch recht einfach: Ich schreibe sieben Infos über mich und nominiere weitere Blogs. What goes around, comes around.


  1. Vielleicht bin ich damit allein, aber ab und zu - das auch öfters als mir lieb ist - kann ich bei Blogger diese Codes zur Bestätigung des Schreibers nicht lesen und ende damit fünf Mal verschiedene Buchstaben- und Zahlenvarianten ein zu geben. 
  2. Derzeit habe ich neun ausgefüllte Tagebücher, die ich übrigens Gedankenbücher nenne. Das zehnte ich gerade in Arbeit. 
  3. Ich liebe asiatische Gesichter. Mir gefallen die dunklen, mandel-förmigen Augen und die hohen Gesichtsknochen. Oft komme ich aber nicht darüber hinweg, dass Viele von ihnen viel zu dünn sind. (Auch wenn sie nichts dafür können.) 
  4. Als ich noch in einer Tierklinik arbeitete, hatte ich immer Probleme mit den Tierbesitzern, kaum mit den Tieren selbst. 
  5. Gerüche machen mich empfindlicher als Geräusche. Wenn die Nachbarn Parties feiern oder die Kinder schreien, stört mich das überhaupt nicht. Sollte es aber stinken (auch nur für meine Verhältnisse), würde ich in Panik geraten. In meinem Zimmer steht auch immer Raumspray bereit, oder es brennt eine Duftkerze....
  6. Obwohl ich "teure" Faber Castell - Blei- und Graphitstifte habe, verwende ich meist Andere, weil ich die guten nicht "verschwenden" möchte. (Was eigentlich totaler Unsinn ist.)
  7. Gerade habe ich zwei Haarfarben, weil meine dunklere Naturhaarfarbe heraus wächst. (Foto?)

Den Blogaward gebe ich weiter an ShelleyBlack eyed PhoenixLinaannaLuxLebensheldin und Laura
Ich habe versucht, Niemandem einen Award zu verleihen, der schon einen hatte. Tut mir leid, wenn diese Mission fehl geschlagen ist. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Deine Wahl

Stell' dir vor, du würdest in den Spiegel sehen und anstelle deines Gesichts jede Entscheidung sehen, die du je getroffen hast.
Wärest du damit zufrieden; oder gar gleichgültig?
Würdest du die Augen schließen?

Samstag, 25. Mai 2013

Möbiusband

Eine unendliche Schleife mit sich immer wiederholenden Strukturen. Dies ist die schlimmste Form des Alltags; aber auch die einzig Wahre.

Er fühlt die in Panik erstickte Sicherheit, dass Liebe für ihn verloren ist, vielleicht sogar gestorben. Worte strömen aus den Mund der Frau ihm gegenüber wie eine Armee aus Ameisen. Die klitzekleinen Beine bleiben immer am Lippenstift hängen.
"Es tut mir leid, wir haben es probiert." Dort ist kein Laut, den er hören möchte.
 "Wir können doch Freunde bleiben." Und diese schwarze Witwe reiht sich zu den Anderen. Vielleicht ist das Leben doch ein Gesellschaftsspiel. Genau so wie es sein Vater zu sagen pflegte: Die Richtige zu finden ist ein Suchen und Warten. Guter Whiskey ist ja auch erst richtig gut, wenn er alt ist. Also stellt er sich dazu: Das Billigdosenbier unter dem schottischen Single Malt, nicht das er davon auch nur den Hauch einer Ahnung hätte.

So zwingt er sich wach zu bleiben, krallt sich fort von den Alpträumen mit Nichts außer bloßer Willenskraft, die ihn führt. Augen auf, die Lampenlicht schimmert rötlich in der Kälte des dunklen Raumes.

Die Ameisen schleichen wie ein schwarzes Band über die weißen Wände. Alles Andere ist still.
Erschöpft dreht er sich zur Seite: Die Kopfkissen neben ihm hat keine Dellen. Er fragt sich, ob dies der Beweis oder ein Hinweis für Einsamkeit ist.

Die schwarze Armee marschiert auf ihn zu.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Fragebogen

Es sollte mir peinlich sein... Doch... gerade hatte ich ernsthaft eine Panikattacke wegen eines Fragebogens. Die Rehaklinik hat mir vier Seiten Fragen geschickt. Mit gekonnten Fragen wie "Wie war die Beziehung zu Ihren Eltern?" oder "Welche Auslöser gibt es für Ihre aktuellen Beschwerden?".

Tief einatmen.
Und ausatmen.

Am Besten schließe ich den Fragebogen in den Schrank und hole ihn einen Tag vor der Abreise wieder raus.
Man.
Ich bin so empfindlich.
Jetzt werde ich die ganze Nacht Angst vor der Panik und vor Allem Angst vor Flashbacks haben.

Tief einatmen.
Und ausatmen.


Unser Werk - Nummer 4

Unser Werk Nummer 3 ist schon ein bisschen länger her. Die Leser unter euch, die diesen Blog schon etwas länger diesem Blog folgen, werden es schon kennen. Für alle Anderen werde ich es erneut erklären:
Für dieses kleine Projekt male ich ein Bild und ihr könnt mir dazu einen Beitrag senden. Bisher waren es immer Gedichte oder Prosatexte. Doch ihr könnt mir auch gerne Bilder oder passende Fotos schicken.
Eure Werken werden dann - wie man in der obigen Leiste auch sehen kann - in einer Unterseite dieses Blogs gepostet. Dafür schickt ihr mir eure Beitrage an diese E-Mail-Adresse, nennt mir euren Bloggernamen und eure Adresse. Natürlich werde ich euch zurück verlinken. Außer natürlich ihr wollte anonym bleiben, dann werde ich eurem Wunsch entsprechend nachgehen.

Am 9.6. ist "Einsendeschluss". An diesem Tag werden die Werke veröffentlicht und Unser Werk - Nummer 4 ist erschaffen!

Dieses Mal handelt es sich gleich um zwei Bilder. Hoffentlich ist somit gewährleistet, dass ihr auch ein passendes Thema für euch findet. Beide Bilder findet ihr hier.
Sehnsüchtig erwarte ich eure Werke. Bei weiteren Fragen könnt ihr mir gerne einen Kommentar schreiben.

Vielen Dank an alle Teilnehmer und Leser. =)
(So wie ich mich kenne, werde ich selbst auch wieder teilnehmen, wenn das für Niemanden ein Problem ist!?)

Dienstag, 21. Mai 2013

Asoziales Dreckspack auf Wohnungssuche

Oder: Wenn man mir kein Leben bieten kann, warum ist Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt?
(Achtung! Teilweise ist dieser Text mit Ironie verziert.)

Tatsächlich, es gibt sie: Die Menschen, die wissen wollen, warum ich so verzweifelt bodenlos bin. Wie macht ihr es eigentlich, den nicht Verstand zu verlieren?
 
Für mich ist es schon qualvoll morgens auf zu stehen. Ich hole auch nie die Post, egal, wie voll das Fach wird. Blättere ich durch die Seiten einer Ortszeitung, bleibe ich immer bei den Wohnungsanzeigen stecken und muss anfangen zu heulen. Es ist lächerlich, wirklich. Auch jetzt, nur bei den Gedanken, dass es irgendetwas anderes geben kann. Alles - außer das hier.
Gut, ich zahle wohl die geringste Miete der ganzen Stadt. 400 Euro warm für ein halbes Zimmer mit Mitbenutzung der Küche und des Bades. Selbst das kann ich kaum bezahlen. Bis jetzt habe ich 500 Euro Krankengeld im Monat bekommen. Bis zur Reha bekomme ich nichts, denke ich, vielleicht ein paar Euro vom Sozialamt. Während des Aufenthaltes der Rehaklinik wird Übergangsgeld überwiesen. Bisher hat man es aber nicht geschafft, mir zu sagen, wieviel das sein wird. Pro Tag kostet der Aufenthalt dort 10 Euro, für 29 Tage. (Ich bekomme keinen Freibetrag, weil ich kein Hartz-4 bekomme. Was auch immer das bedeutet.)

Es ist das schäbigste Gefühl der Welt: Ein schlechtes Gewissen, weil man in eine Scheibe Brot beißt. Verdammt, es muss natürlich nicht Nutella sein, aber sollte ich nicht auch noch an der Butter sparen? Oder gleich am Brot?
Nicht einmal mehr meine Rezepte gehe ich in der Apotheke einlösen. Mein Psychiater besteht darauf, dass ich doch Anti-Depressiva und Neuroleptika nehme, aber 10 Euro? Bin ich bescheuert? Davon werde ich lieber satt! Die Inner-Monster und die Panikattacken sind sowieso die Einzigen, die niemals von meiner Seite weichen.

Und bitte sagt jetzt nicht Etwas wie: "Wenigstens hast du ein Dach über den Kopf." Denn lieber hätte ich eine Schlinge um den Hals.


Ich möchte auch gar nichts mehr machen. Will nicht mehr raus, mich nicht bewegen, nicht einkaufen; oder auch nur spazieren gehen. Sollten meine Schuhe kaputt gehen, müsste mein Bruder mir ein neues Paar kaufen. Oder ich sehe frisches Obst in der Theke und bekomme Hunger... nein, lieber nicht.
Manchmal frage ich mich, ob Menschen diese Schande sehen können. Ihre Blicke treffen meine, nur eine Sekunde lang, und ich möchte mich in meinem keimigen Loch verkriechen. 'Schandfleck' - so nennen ich mich selbst.

Das Viertel, in dem ich wohne, stört mich nicht. Jeder ist hier so asozial wie ich. Arroganz gibt es hier selten, doch auch keine Nächstenliebe. Kinder grüßen keine älteren Mitbürger, geschweige denn, helfen ihnen die Einkaufstasche über die Straße zu tragen. (Es sei denn, sie nehmen sich den Inhalt und verschwinden.) Man wird hier angepöbelt, in jeglichen Sprachen der Erde - beliebt sind italienisch, türkisch, russisch (vielleicht ist es auch polnisch?) und griechisch.
Ist man nicht schnell genug, wird man von Autofahrern oder Fahrradfahren einfach angefahren. Ich nenne es "höfliches Anstupsen - beim nächsten Mal bist du Matsch". Hier verliert man sich in Einsamkeit, in alltäglicher Brutalität, einen Funken Selbstmitleid, beißenden Nihilismus und aufrecht-erhaltender Misanthropie.
Ein aufmunterndes Lächeln gibt es nicht - immerhin kann man nur gute Laune haben, wenn man illegale Machenschaften treibt oder eine diabolischen Plan der Meerjungfrauenzombieapokalypse ausheckt.

Seit Januar 2012, sprich über ein Jahr, suche ich nach einer bezahlbaren Einzimmerwohnung, in der ein Haustier erlaubt ist. Es scheitert an zwei Dingen: A) Tiere sind prinzipiell nicht erlaubt oder B) die Wohnung ist unbezahlbar.
Anfänglich sah meine Traumvorstellung so aus: Eine 3-Zimmer-Wohnung für nicht mehr als 900 Euro mit Einbauküche für meinen Bruder und mich und einen kleinen Hund. (Mein Bruder arbeitet ausschließlich in der Nachtschicht. Damit verdient er ganz gut und ist fest angestellt. Zwischen 5-6 Uhr morgens kommt er nach Hause. In der Zeit wäre ich das erste Mal mit dem Hund Gassi gegangen, oder eben er. Für 4 Stunden täglich würde ich arbeiten gehen können. Der Hund wäre also nicht alleine, auch wenn mein Bruder dann schläft. Aber ich denke, ein Hund kann das durchaus aushalten. Wieder zu Hause angekommen, noch ein Rundgang mit dem Hund und arbeiten für den Haushalt - was nunmal so anfällt. Steht mein Bruder dann auf, kann man zusammen essen und nochmal eine große Runde mit dem Hund gehen.)
So viel zur Traumvorstellung. Schon nach den ersten Suchen bei Immobilienscout und Co. wurde schnell klar, dass dies nicht realistisch ist. Also wurde die Suche auf eine 2-Zimmer-Wohnung begrenzt.
Nun wären 900 Euro im Außenbezirk durchaus schon in Ordnung, aber mit Hund? Vergiss es. Ab 1000 Euro lässt man mit sich reden. Die sind zu Zweit aber nicht drin. Punkt. So ist es.

Aus der Traum.

(Lustig sind die einladenden Städtewerbeplakate: "München - die Stadt mit Herz". Eigentlich sollte es heißen: "München - die Stadt voll Schmerz; wie wollen keine Nicht-Bayern, keine Ausländer, keine Minderlöhner, keine Haustiere, keine quengelnden Kinder, keine Anti-Alkoholiker, keine Alten, keine Kranken, keine notorischen Freundlichkeitsliebhaber,.. Ja, der Rest darf nach dem Ausfüllen der Zustimmungspapiere des zutreffenden Amtes bleiben. Solange er Steruen zahlt.")

Gerade habe ich zwei Stunden damit verbracht, den Schimmel von meinen Wänden zu kratzen. Der ist überall: In der Küche, im Bad, im Schlafzimmer,... Einmal pro Woche schrubbe ich mir die Finger wund, um dieses grüne Gift zu beseitigen.
Ja, ich habe es schon einmal gewagt, die Nerven meines Vermieters zu stapazieren und habe ihm 2 Minuten seiner Zeit gestohlen, um zu erbitten, dass ein Fachmann sich das mal anschaut. Natürlich wurde ich nur belächelt. Ich werde immer nur belächelt. Von Allen. Und das verstehe ich auch. Wie kann man mich denn bitteschön nicht belächeln?
Niemals könnte man mich ernst nehmen. Schließlich bin ich die "junge Frau", die mit ihren Bruder ein Zimmer teilt. Weder ein eigenes Bett, noch einen eigenen Schrank hat. Selbst der Inhalt wurde nie von mir selbst bezahlt. Ich bin asoziales Dreckspack, welches einfach zu faul ist arbeiten zu gehen und sich zur Not auch noch Diagnosen vom Arzt aufschwatzen lässt, nur damit sie nichts tun braucht. Natürlich sammle ich täglich Tierkot und beschmeiße damit Politiker und ihre Frauen. Ich verprügel kleine wehrlose Kinder, nehme Gehbehinderten ihre Hilfe weg und spucke auf alte Damen. Wenn ich dann noch drei Geschäfte ausgeraubt habe, mache ich es mir vor meinem 3D-Fernseher mit Dolby-Surround-System und Bass-booster bequem und nerve die Nachbarn.

Dieses Leben ist wertlos. Zu Mindest so lange bis der Schimmel wieder nachwächst: Wahrscheinlich ist das meine Existenzaufgabe.
Der Rest ist alles ein Traum. Ich hänge mich an diesem Traum. Vielleicht ist er auch der einzige Grund, warum ich noch hier bin. Dabei bin ich nicht einmal dumm genug, an zu nehmen, dass sich dieser Traum erfüllen könnte, haltet mich nicht für naiv. Ob es die Depression ist, die mir die Sicht vernebelt? Steht mir die Vergangenheit im Weg?
Gibt es nur eine Person, die mir eine andere Sicht der Dinge geben kann oder bin ich schon zu sehr versunken in diesem Schlamm aus Hoffnungslosigkeit? 


(Tut mir leid für den langen sinn-frei Text. Aber Danke für all die ausharrenden Leser.)

Montag, 20. Mai 2013

Meereswoge

Du bist immer am (fort)gehen
Doch ich gebe dir keine Schuld,
dieses Herz schlägt zu zäh;
und die Ebbe der Wehe
ist ausreichend,
um den Seemann wieder zur Küste
zu treiben.

+ ~ +

In meinem Tagebuch stehen viele Einträge zum Thema Suizid. Viel zu viel, wenn man es aus der Sicht eines noch hoffenden Menschen sehen sollte.
Immer sind diese Gedanken gespickt von Scham und Verzweiflung. Beim Lesen greifen Schatten aus den Seiten in mein Gesicht. Als würden sie mich verhöhnen wollen: "Dies sind nur leere Worte. Warum stehst du nicht einmal zu dem, was du zu Papier bringst?"

Die Stimmen lachen. Sogar das Schwein.

Doch... eine Sache ist dieses eine Mal neu: Die Angst ist verschwunden. Als würde mein Kopf schweben und ich nicht vom Tod reden als wäre es ein Ende.
Ist er inzwischen etwa ein Freund? Ein dunkler Freunde; eher ein Begleiter, der umgibt, durchdringt, verfolgt, verschlingt.
Ein Mantra beruhigt die Gedanken im Kopf: Schaffst du es dieses Mal nicht, hält dich nichts mehr.

Ich bin bereit.
Habe keine Furcht.
Da ist Nichts.

Freitag, 17. Mai 2013

Fragen für ein Video

Gerade dachte ich mir, dass ich am Wochenende eigentlich wieder Zeit für ein Video hätte, wenn Interesse besteht. Das Wetter soll ja sowieso nicht sonderlich einladend werden.
Hat denn jemand Fragen? Dieses Mal werde ich mir auch Mühe geben, Niemandem zu Nahe zu treten.

~ + ~

Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf meinen Fotoblog hinweisen:
Klick
Einfach... weil ich schamlos bin.

~ + ~

Möchte auch jemand, dass ich ein "Unser Werk - Nummer 4" in die Gänge leite?

Gestern und Heute

Gestern sprach ich noch von Träumen, von Wünschen und einer besseren Zeit.
Heute verlasse ich betrübt die Bank, Schultern gesenkt und dem Boden entegen blickend, und stelle fest, dass ich zur Mitte des Monats nicht einmal mehr Nahrung für mich kaufen kann. Minus schreibt das Konto; wie auch das Herz, und der Kopf, vor Allem das Selbstwertgefühl.

... Und ich gehe zu meinem Bruder, der einzigen Person, mit der ich noch zu sprechen wage und frage kleinlaut: "Hast du vielleicht etwas zu Essen für mich?"


Gestern war der Wind in meinem Haar die Freiheit, die ich genoss. Das Stück Hoffnung, welches mich nie verließ.
Heute rinnt bittere Medizin meine Kehle entlang; diese sind wohl die einzige Zuflucht, die ich noch haben. "Geld macht nicht glücklich", sagen die Menschen. Oder: "Wer viel hat, hat viel zu verlieren." Woher sollen sie auch wissen wie es ist, wenn nur noch Sehnsucht durch die Adern fließt? Wenn man herzensschwer und kopfleicht erwacht und tageland den ganzen Tage entlang von einer Leere heimgesucht wird, die Nichts und Niemand auf diesem Planeten füllen kann?
Woher sollen sie wissen, was ich meine, wenn ich von Panik und Angst rede; von Dissoziationen und Fremdsein? Von Verlorensein im eigenen Kopf, von Stimmen, von Nicht-Essen-wollen und Fressattacken, von Einsamkeit und Soziophobie?


Gestern hatte ich eine Sprache. Heute nur noch diese Worte.


Donnerstag, 16. Mai 2013

Begleiter

Wenn Freiheit grenzenlos flüchtig fliegend ist,
gehe ich lieber eine Meile in deinen Schuhen.
Wenn es das ist, was du von mir verlangst;
wenn es das ist, was dir verständlich machen kann,
dass du umstandslos herzenskräftig verstanden wirst.


Ich denke an euch,
liebes Eisherz, liebe Shelley, lieber Scoriat
und liebe Leser.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Seitdem ich arbeitslos bin,...

... habe ich komplett das Interesse an der Menschheit verloren.
Ich habe kein Gefühl der Zugehörigkeit mehr.
Und bin mir nicht sicher, ob ich dieses noch suche.

Die Reha muss ich so oder so machen,
da führt kein Weg dran vorbei.
Aber ich weiß nicht, aus welchem Grund ich behandelt werden muss.
Ich will keine Menschen mehr um mich,
möchte ich Denken und Ansichten nicht,
möchte keine Nähe, keine Distanz,
keine Versprechungen oder Drohungen,
keine Zeit und kein Ende.

Ich weiß nicht, wie ich das ändern kann. Ich will es ja nicht ändern. (Ist das, was der Arzt mit F60.1 meint?)
Aber ich muss auch wieder arbeiten gehen. Wie soll man denn sonst überleben? 
Diese Angst bringt mich noch einmal um.

Aus irgendeinem Grund denke ich auch nicht, dass es damals die Arbeit war, die mich so ausgelaugt und überlastet hat. Natürlich war oft viel los und man musste Überstunde nach Überstunde sammeln. Aber was wirklich anstrengend - schlussendlich schier unmöglich wurde -, war das Aufrechterhalten der
Kommunikation zwischen den Kollegen und mir.
Es war schlichtweg ermüdend, nicht in Isolation zu schwelgen. Oft wurde mein Desinteresse missverstanden oder meine Eigenheiten in Schubladen wie "Teamunfähigkeit" abgelegt oder mein Gesuche nach Einsamkeit
einfach ignoriert. (Besonders schlimm war es, wenn ich mit dem Schwein reden wollte, und mir fremde Stimmen immer dazwischen quatschten. Selbst meinem anschließenden Ärger wurde ausgewichen.)
 
Diese Angst. Es frisst mich auf. Bald beginnt die Reha, und ich sollte mich eigentlich darauf freuen. Wieso kann ich Chancen nicht wahrnehmen? Sondern mich selbst immer dem Abgrund entgegen strecken?



Wovor ich Angst habe?
Mit Menschen in einem Raum zu sein. Mit Menschen reden müssen. Von Menschen umgeben sein. Ein Mensch zu sein. Gezwungen zu werden, mich "sozial" zu verhalten. Fremde Blicke von verwunderten Mitpatienten und nickenden, notierenden Ärzten.
Ich habe Angst vor der Angst.

Innerlich sterbe ich gerade.
Auch wenn es keiner versteht.
Schreie ich gegen das Toben der Wellen?

Dienstag, 14. Mai 2013

Wunschdenken

Kennt ihr das, wenn eine geliebte Person etwas sagt oder verspricht, nur damit es dir besser geht? Ich meine jetzt nicht diese 0-8-15-Phrasen wie "Bald wird es wieder besser", sondern das Ausnutzen von Wissen?
Zum Beispiel weiß mein Bruder, dass ich schon immer einen Hund wollte. Vor Allem seitdem ich die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten gemacht habe.

Wie Viele hier wissen, bin wechsel ich oft zwischen Depressivität, allgemeiner Grübelei und Dissoziationen. Immer wenn es mir richtig schlecht geht, wenn ich sogar mit Suizidgedanken spiele, verspricht mein Bruder, dass wir einen Hund halten können.
Ich weiß nicht, ob ich jedes Mal einfach zu bescheuert oder naiv bin, aber ich freue mich immer wieder. Es ist immer wieder das Ein und Alles, das Ultimatum, was mich am Leben hält.

Wenn ich aber genauer darüber nachdenke, fühle ich mich eigentlich schlechter. Jetzt hätte ich mehr als genug Zeit und Ausdauer für einen Hund - aber kein Geld. Hätte ich genug Geld - sprich: Ich würde arbeiten gehen - würde mir die Zeit fehlen.
Im Nachhinein fühle ich mich wie ein Idiot. Auch wenn er es wirklich lieb meint.

Schnief. 

Schimmer

Auch wenn ich sonst nicht viel für dich tun kann:
Ich werde so lange für dich schreiben
bis mein Blut keine Buchstaben mehr trägt
oder meine Lungen keinen Sauerstoff mehr aufnehmen können.

Was immer zuerst eintritt.

Du bist der weckende Sonnenstrahl
inmitten eines Meeres aus Nächten.

Montag, 13. Mai 2013

Handschrift

Ein liebe Person, die nicht namentlich genannt werden möchte, wollte wissen wie meine Handschrift aussieht.
Das Foto habe ich mit dem Handy gemacht, doch man erkennt das Grundlegende schon.

Sonntag, 12. Mai 2013

Mutterlos

Über meinen Kopf ist eine Hand erschienen. Ich möchte nicht in Blasphemie verfallen, darum behaupte ich nicht, es sei Gottes' Hand gewesen. Doch es war eine schwere Hand, eine erdrückende Hand. Mit einem ergiebigen Druck setzte sie den Zeigefinger auf meine Stirn und verschwand wieder im Nichts. So als wolle sie sagen: "Auch dich werde ich nicht verschonen."
Wie in Trance habe ich den Tag (in meinem Fall wohl eher die Nacht) an mir vorbei fließen lassen. Habe mich in sinnlosen Gedankengängen wieder gefunden und bin erneut in ihnen verloren gegangen. Jeder Schritt, gar jede Bewegung war frei von Nutzen. Wie ein Unterricht, der weder zum Lernen noch zum Lehren gedacht ist.

[Bewundere keinen Menschen für seine Handschrift. Nur für die Hand, die es schafft, Worte in Schrift zu verfassen.]

Nicht zum ersten Mal wird mir schmerzlich bewusst, dass die Menschen, die ich eigentlich Familie nennen sollte, komplette Fremde sind. Sie haben kein Interesse an mir; zu Mindest genau so wenig wie ich Interesse an ihnen habe.
Wer sind denn dann noch reale Fremde? Ist die Frau, die täglich mit ihren kleinen Terrier Gassi geht, mir nicht genauso bekannt wie die Frau, die mich gebar?

[Körperlose Schädel klackern wie von Geistern besessen: "Ein Genick, welches seinen eigenen Kopf nicht mehr (er)tragen kann, ist verflucht mit einem finsteren Gesicht."]

Gerade erinnere ich mich wie sie aus Liebe eine To Do-Liste machte. Am unteren Ende der Zeilen fügte sie Notizen hinzu; was war richtig, was falsch, was in Ordnung - jedoch taktlos und was war Zufall - jedoch nicht konsequenzenlos.
Das habe ich aus Liebe gelernt. Oder: Das hat die Liebe mich gelehrt. Ein Zusammenpressen an Vorraussetzungen und vorgesetzten Verhalten und sozialen Normen. Sie singt von Erziehungsmethoden, erläutert so Unnanehmlichkeit und Fehlleitung mit zuckriger Zunge. Niemals sagte ich ihr, dass ich trotzdem immer Hunger hatte, immer mehr wollte.
Jetzt scheint es als wäre nichts von Alle dem übrig, am Tag der mütterlichen Instinkte. Außer die gesammelten "Ich sage nichts", die unstrukturiert Buchstaben und Worte auf die Innenseite der Kehle schreiben - würgend, pressend, erstickend.

[Hoffnung ist ein Mienenfeld, auf dem Fantasien nie vergraben bleiben. ]

Doch bin ich das Monster, vor dem mich meine Mutter immer gewarnt hat. “Werde nie wie dein Vater!”, ermahnte sie mich. Wusste wahrscheinlich, dass es für das Kind mit dem vorgetäuschtem Lächeln schon zu spät war.

Sollte ich jetzt weinen? Oder lachen? Darüber hinweg sehen und so tun als wäre es nur eine Erinnerung an einen Traum?

Freitag, 10. Mai 2013

Sei dankbar für das, was dir gegeben ist.
Dachte selbst ich.
Glück entsteht in der Annahme, dankbar genug zu sein.

Doch ich bin die Art Mensch, die Freude in sich hinein frisst und so lange blut spuckt bis nichts mehr bleibt, was nicht mit der Zeit verrottet.

Bin ich damit allein?

Donnerstag, 9. Mai 2013

Vorhersehbar

Ein Leben wie eine TV-Show. Doch keine gut-produzierte, sondern einer dieser vorhersehbaren Reality-Shows, in denen das Script von Praktikanten geschrieben wurde. Ideen von vorherigen Episoden werden wiederholt, vielleicht auch ausgebaut; die Kamera zoomt auf die Tränen eines Kindes, findet Mitleidspunkte bei bleicht-beeinflussbaren Zuschauern.
Wiederholen sich die Szenarien zu oft, wirft man als selbsternannter Regisseur einfach ein bisschen Blut und Schmerz mit hinein; oder auch erotische Liebesspiele. Wenn auch das nichts bringt, wird eine Hochzeit mit Schwierigkeiten geplant. Jeder betrügt jeden, verrennt sich in Lügen und Intrigen und behält doch immer ein Lächeln auf dem Gesicht.
Die Leute lieben das. Warum auch immer.

Egal, wie es anfängt, man weiß wie das Ende aussehen wird. Gewünscht ist natürlich ein Spiel aus Vermutungen und Annahmen, damit das Überraschungseffekt bei einer Wendung der ganzen Storyline nicht verloren geht.
Manchmal vergisst man einfach, sich Gedanken über den Verlauf der Geschichte zu machen - zu Mindest geht es mir so - aus dem einfachen Grund, dass man sich einreden kann: "Dieses Mal wird es bestimmt ganz anders."
Doch wird es das jemals? Kann es das werden, wenn die Breite Masse 'etwas anderes' gar nicht sehen möchte?

"Wir haben dich nicht zurück gelassen. Es ist deine Schuld, dass du uns nicht gefolgt bist."
Was soll ich dazu noch weiterhin sagen?

Mittwoch, 8. Mai 2013

Nebenbei

Nur hat es jeder so eilig den Anderen zu vergessen.
Danke, dass ihr mich nicht vergesst.

Samstag, 4. Mai 2013

Mal angenommen

Es sieht so aus: Eine Bekannte auf Facebook stellt alle paar Stunden ein Foto von sich auf ihr Profil. An sich ist das für mich kein Problem, neue Bilder sind gute Bilder. Nur diese Freundin schreibt neben jedes Bild wie hässlich sie doch sei, oder wie fett sie sich fühle,.... (Sie hat offensichtlich eine Essstörung. Ihre Fotos triggern ohne Ende.) Löschen mag ich sie aber auch nicht.
Jetzt versuchte ich sie ein paar Mal davon überzeugen, dass ich sie anders sehe als sie sich selbst und habe versucht, ihr Selbstmitleid auf ein Minimum zu reduzieren. Natürlich klappt das nicht. Was würdet ihr jetzt tun? Soll ich ihre Bilder auf die Ignorierliste setzen oder weiterhin schreiben, dass sie sie toll aussieht? (Gut. Zugegeben. So nett bin ich nicht. Ich schreibe meist, dass sie gut aussähe, doch perfekt wäre, wenn sie ein wenig zunehmen würde. Ja, so einfühlsam bin ich.)

An sich postet sie doch nur die Bilder, um nach Komplimenten zu fischen. Sollte ich sie also machen lassen? Nicht, dass sie sich noch schlechter fühlt, wenn keiner mehr schreibt? Oder wäre das eine Art Lektion?
Ich hab keine Ahnung...

Freitag, 3. Mai 2013

Bin heute aufgewacht und sah aus als hätte ich die letzten zwanzig Jahre nicht geschlafen. Augenringe wie diese sind nicht gerade ein Hingucker. Von dem schlechten Hautbild mal ganz zu schweigen.
Ich sehe gar nicht ein, dass ich so unter Menschen gehen soll. Ich bleib einfach liegen. Was soll ich auch sonst den ganzen Tag machen?
Ich mag gerade einfach nicht. Möchte keine Bewerbungen schreiben und Absagen kassieren. Möchte nicht vor die Tür gehen und mir Leute ansehen. Möchte nicht lesen, reden, sehen, schmecken, fühlen.
Es ist wohl zu viel verlangt.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Meine Affinitäten zum Sportunterricht

Ok. Noch vor ein paar Jahren wunderte es mich, warum meine Sportlehrerin mich nicht ausstehen konnte. Jetzt habe ich nach gut sieben Jahren diesen Text aufgespührt und kann ihre damalige Meinung schon ein bisschen nachvollziehen.
Aus Kind Ironie ist letztendlich wohl doch Frau Zynismus geworden. Sportlich bin ich aber noch immer nicht.

Meine Affinitäten zum Sportunterricht
13.06.2005

Wenn man mich sieht, sollte man meinen, ich sei kein besonders unsportliches Wesen. Vielleicht gehe ich gerne Rad fahren oder schwimmen. Vielleicht gehöre ich auch zu jenen Mädchen, die Volleyball spielen. Oder Handball. Oder Basketball. Oder zu den Mädchen, die einen Ball fangen und werfen können. Oder zu Mindest festhalten. Oder ansehen.
Aber dem ist nicht so.

Nein, es geht nicht. Ballsport stand schon immer auf meinem Index; in der Nähe von Marzipan, Gesellschaftsspielen und inkontinenten Kindern, die auf Jugendfahrten ihre Matratze einnässen.
Zuerst dachte ich noch: "Komm schon, du musst nur optimistisch sein."
Danach kam: "Gut, der Sport hasst dich, dann sei wenigstens nett zu ihm. Das hat bestimmt schon einmal ein furchtbar großer, intelligenter Denker gesagt."
Heute weiß ich: "Der Sport hasst mich - ich würde seine Genitalien mit einem gekonnten Schnitt entfernen und ihn durch den alten Wirsing-Drehwolf meiner Großmutter kurbeln; gäbe es Handball als Voodoopuppe."

Das ich beim Fußball in der Schule höchstens Eigentore schoss, beim Handball wie ein alter Maulesel mit stockfleckigem Fell am Spielfeldrand hin und her trottete und mir generell nur aus Mitleid mal der Ball an den Kopf geworfen wurde, überraschte wohl kaum.
Selbst die Sportlehrer beschenkten mich nur mit missmutigen Blicken. Beim  Volleyball - während ich vorne "blockte" (mit einer Körpergröße von 1,55m und der Sprungkraft eines Ankers) - präsentierte mir Herr Müller exklusiv einen erkenntnis-theoretischen Vortrag über meine fragwürdige Motorik. Wie gedemütigt ich mich fühlte, möchte ich gar nicht erst ausführen - das liegt ja auch nicht in meinem Verantwortungsbereich.

Meinen Brüder sind toll. Doch keiner der Beiden stellte mich vor einem rostigen Gartenzaun und lehrte mich die Kunst des Torhütens. Auch von meinem Vater bekam ich statt Throw'n'Catch nur den überlebenswichtigen Unterschied zwischen Messer und Gabel suggeriert. (Zudem ist der einzige Ball, der in meiner näheren Umgebung existiert, rosagrün mit Sternen. Und klein. Und krebserzeugend.)

Ähnlich dem Ballsport ist das Schwimmen. Zwei ein paar Jahre ältere Brüder und zwei schwimmbadfaule Erziehungsberechtigte ließen zu, dass ich erst im Sommer der dritten Klasse im Beisein meiner besten Freundin richtig schwimmen lernte. Ich kann es ihnen nicht verübeln, es ist schließlich nicht jedermanns Sache seine quengelige Tochter in ein paar überdimensionale Styroporringe, deren Polyacryl-Überzug epileptische Anfälle erzeugt, zu zwängen und sie im wortwörtlich pisswarmen Kinderbecken an der Wasseroberfläche zu halten.
Zudem sind speiseeisverklebte Füße und der penetrante Geruch von Desinfektionsmittel auch nur geringfügig ansprechend. Mit Eltern voller Schuldgefühle wurde ich schließlich in einen Schwimmverein gesteckt, den ich nach einem halben Jahr boykottierte, denn ich wollte nicht mehr den roten Rüssel eines Spielzeugelefanten runterrutschen und mich von wildfremden, semi-pädagogischen, schwitzigen und ganzkörperbehaarten DLRG-Trainern mit gescheitertem Sport-Diplom und den Worten "Vertrau mir einfach." auffangen lassen.

Diese Tatsache verschaffte mir meine erste, aber nicht einzige Vier im Sportunterricht - als wir noch mit der kompletten Klasse Schwimmunterricht hatten.
Weitere Sportvereine wie der berühmte Ballettkurs meiner Grundschule habe ich nie besucht. (Obwohl ich mich zuerst an den Gedanken erfreute in rosa Röckchen Schwan zu spielen und mich auf das Widerlichste zu verrenken)
Ein Grund, warum ich diesen Kurs nie belegte war vielleicht auch die Tatsache, dass eine gewisse Madame Mitschülerin "Ich will werden wie meine Mama, die Haargelnutte, nur mit mehr Lidschatten." täglich hinging. Aber das gehört hier nicht hin.

Wunderbarerweise wurde ich dann nicht weiter gezwungen mich für körperliche Aktivitäten zu begeistern. Zwei Monate lang. Dann wurde ich auf ein Pony gesetzt. Es war unfreundlich, hat getreten, gebissen, gebockt und fürchterlich gestunken. Eine glückliche Eingebung ließ mich auch nicht im Sattel sitzen bleiben.

So weit – so gut. Also kein Sport – außer in der Schule.
Bis zum Januar 2001: Eine neue Ära brach an. Der Wintersport. Im Rahmen eines Schulausfluges wurde ich auf zwei Bretter gestellt, und einen Berg herunter geschubst. Ich erinnere mich nur an Gummibärchen als Bestechung und dass ich der Skilehrerin in den Finger gebissen habe.
Wie der Berg und ich uns verstanden haben, dürften die meisten wissen. Meiner wütenden Schreie zufolge hat das nicht nur ganz Österreich gehört, auch die skandinavischen Elche konnten an meiner Freude teilhaben.

Das ich nie lernte mit dem Sport zurecht zu kommen, lag nicht immer an mir. Das ich es nie wieder versuchte schon.
Und so weiß ich jetzt schon, dass ich einmal arbeitslos sein werde.
Kleinen Kindern werde ich Crack verkaufen und unschuldigen Omas die Augäpfel heraus reißen, um jene an tibetanische Medizinermönche zu verkaufen.
Der Grund? Ich habe nie gelernt mich voller Passion in ein Team zu integrieren, somit von anderen abhängig zu sein und mich extasisch und hingebungsvoll für einen Ball aus Schweineleder niederzuwerfen.

Ach man. Ich gehe jetzt ein Buch lesen.