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Freitag, 28. Februar 2014

Erinnerung an das Gewinnspiel

Sonntag ist auch schon die Auslosung für das Gewinnspiel. Das heißt, ihr könnt euch morgen noch den ganzen Tag einschreiben.
Die bisherigen Teilnehmer sind:
  1. Eisherz
  2. Traumkirschen
  3. Rachel
  4. Phoenix
  5. Last Blasphemies
  6. Butterfly
  7. Lucy 
Wer also die Chance auf eine von mir bemalte A4-Leinwand wahrnehmen möchte, braucht bloß einen Kommentar zu hinterlassen. 

Donnerstag, 27. Februar 2014

"Es ist nicht normal....

"... sich mit 25 Jahren mit dem Bruder ein Bett zu teilen."
"Psychisch belastete Patienten (das ist ein Zitat, sowas würde ich niemals so formulieren) sollten keineswegs mit Messis, die kurz vor der Rente stehen, zusammen leben. Das steigert den Druck nur."
"Vielleicht sollten sie mit Ihrem Psychiater über die Dosis ihrer Medikamentation sprechen. Unter Umständen würde Ihnen der Alltag leichter fallen, wenn sie andere Mittel bekämen."
"Sie sollten eine Therapie beginnen. - Ach? Sie machen schon eine? Gut. Dann führen Sie die zwingend weiter."
"Ihre wohnliche Lage ist undenkbar. Sie sollten dort raus. Nur dabei helfen können wir an sich auch nicht."

Ja, für so ein Gespräch beim sozial-psychiatrischem Dienst habe ich acht Wochen auf einen Termin gewartet.
Danke für nichts.
Und das sage ich nicht in Bitterkeit, sondern Realismus.
Danke für rein gar nichts. Sie haben mir 30 Minuten meiner ohnehin wertlosen Zeit gestohlen.

Verloren?

Ich weiß nicht, wohin ich gehe. Nicht einmal in welche Richtung. Auch nicht, warum und mit welchem Ziel.
Bedeutet das, ich bin verloren?

Mittwoch, 26. Februar 2014

Ekel und Hilflosigkeit + Erste Erinnerung an Gewinnspiel

Mein Mitbewohner bringt mich zum Würgen. Wortwörtlich.
Mir ist bewusst, dass man solche Worte nicht über einen Menschen hängen sollte,... doch... er widert mich an:
Er ist unsauber und dreckig. Nachdem er sich etwas in der Küche zubereitet hat, räumt er danach nicht wirklich auf. Offene Behälter lässt er stehen, verwendete Utensilien wäscht er lediglich mit Wasser (und ohne Spülmittel!) ab und wenn er kleckert bzw. krümelt, interessiert es ihn gar nicht. Wischen und saugen sind in dieser Wohnung allein meine Aufgabe. (Mein Bruder macht das auch nicht, doch wenn er was fallen lässt, versucht er ja wenigstens den Fleck zu reduzieren.)
Er riecht unangenehm, was für mich schlimmer ist als lautes Telefonieren. Da er mit Tieren, vor Allem Schweinen, zusammen arbeitet, riechen seine Schuhe - die man ja auch vor (!) der Tür stehen lassen könnte - nach Kot und Stallmist. Zwar duscht er auf Arbeit, doch zieht sich dann die alte Kleidung erneut an und benutzt Deodorant, um den Geruch zu überdecken.
Er ist ein Messi. Fertiggerichte in Dosen, haufenweise Einweckgläser, die keiner je öffnet - wir sind Ende 2007 gemeinsam mit meinem Bruder in diese Wohnung gezogen, und er hatte schon damals überlagerte Artikel mit umgezogen. Einmal jährlich habe ich seinen Küchenschrank aussortiert, doch das hatte ihn nur dazu angespornt, neue Artikel in mehrfacher Ausführung zu kaufen. Niemals schmeißt er er etwas weg, gibt Geld aus, obwohl er auch nicht "reich" ist. Vor seiner Zimmertür stapeln sich leere Flaschen und Kartons. Sein eigentliches Zimmer kann man kaum betreten. Es führt nur noch ein Trampelpfad von der Tür zu seinem Bett.



Für mich besonders schlimm ist auch die Tatsache, dass er stets dreckige Hände hat und man überall in der Wohnung verteilt, seine fettigen Fingerabdrücke findet. An Klinken bleibt man oft hängen oder hat mysteriöse Flüssigkeiten an der Hand.
Inzwischen wische ich täglich das Bad, weil er die Kloschüssel nicht trifft. Es stinkt, es stinkt, es stinkt. Es ist einfach widerlich.
Außerdem ist der Diabetiker, wofür er ja nichts kann, aber seine Medikamente und sein Bluttester liegen direkt neben dem Essenstissch im Wohnzimmer.
Um die Umstände beim Namen zu nennen: Es macht mich seelisch fertig. 2007 und 2008 war es noch erträglich. Ein kindlicher Teil in mir dachte wohl, er könne sie ändern, was anfangs auch so schien. Doch mit der Zeit wurde es einfach immer schlimmer. Ich finde die Kraft nicht mehr, mich darum zu sorgen, darum zu kümmern, ihm zu helfen,... Nicht, dass er auf meine Wort hören würde. Sage ich ihm etwas, winkt er es ab. Was eigentlich auch verständlich ist, mehr als belächeln kann man die Jahre nicht.
Am Wochenende berichtete er, dass er ab April nicht mehr arbeiten geht. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen: Wenn er die ganze Zeit zu Hause ist, wird es doch nur noch schlimmer. Ich kann ihm nicht mehr ständig aus dem Weg gehen, es wird Langeweile haben und irgendwas tun, was für ihn natürlich für mich unmenschlich erscheint. Und wir werden uns so lange gegenseitig nerven und fertig machen, bis kein Ende in Sicht mehr ist.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Eine eigene Wohnung kann ich mir nicht leisten; selbst wenn ich die Miete decken könnte, hätte ich nicht einmal einen eigenen Schrank, einen Schreibtisch, ein Bett und dessen Bezüge, Besteck,.... Das Einzige, was mir gehört, ist eine Pfanne, die der Mitbewohner bereits zerkratzt hat.
Wie soll es weitergehen? Ich kann nicht mehr. Das Amt sitzt mir wie ein unumstößlicher Schatten im Nacken. Die Arbeitsstellen, auf die ich mich beworben habe, melden sich nicht bzw. schicken gleich eine Ablehnung. Das Schwein und 400 machen nervös. Mein Therapeut deutete an, dass er denke, er könne mir nicht helfen und ich solle doch wechseln. Ich habe keine Unterstützung durch Freunde, weil ich schlichtweg kaum welche habe, und meine Familie? Dazu brauche ich wohl nichts sagen. Man tut, was man kann, und kann nichts. Und ich kann mir auch kein Glück kaufen, weil ich kein Geld habe. Meine Medikmante schlagen nicht an, bzw. weniger gut im Vergleich zur früheren Einnahme.

Hilflosigkeit.
Eigentlich möchte ich nur noch fort von hier...

+ ~ +

Nun. Ein wenig erfreulicher ist wohl das Gewinnspiel. 
Bisherige Teilnehmer sind:
  1. Eisherz
  2. Traumkirschen
  3. Rachel
  4. Phönix
Wer mitmachen möchte, kann bis einschließlich Samstag einfach einen Kommentar auf diesem Blog hinterlassen und mir sagen, dass er gerne teilnehmen möchte. =)

Dienstag, 25. Februar 2014

Liebeswellen

Glorifizierte Schattenwelten
im Mittelpunkt eines sturmreichen Herzens:
Mit niemals erblassender Stimme
schreit er seine Liebe, seine Sehnsucht,
den Wellen entgegen.
Doch der Wind 
kocht in Eifersucht
und reißt seine Stimme entzwei. 

Nun durchkämmt er Sandstein-Himmel,
hoffend,
er könne ein Stück Sonne berühren
und vom Schmerz verschont bleiben. 

Sonntag, 23. Februar 2014

Etikette - Nummer 5

Schon lange wurde mir keiner Etikette, auch bekannt als 'Tag', mehr überreicht. Aus diesem Grund freue ich mich noch mehr, dass Jessy so freundlich war.
Hier noch einmal kurz die Regeln:

  • Die Person, die dich getagged hat, wird zurück verlinkt. 
  • Die 11 gestellten Fragen werden beantwortet.
  • 11 neue Fragen werden gestellt und an 11 Personen weitergereicht 
Meine Fragen leuten wie folgt:
  1. Gibt es etwas, dass dich am Bloggen nervt?
    Speziell am Bloggen nervt mich eigentlicht nichts. Den Grundgedanken des Austauschs an täglichen Gedanken, Obsessionen und Hobbies mag ich wirklich sehr. Es gibt immer jemandem, der sich ähnlich fühlt wie du, das Gleiche macht oder etwas vergleichbares erlebt hat, dass es mir leichter fällt über Erlebtes und Tiefgreifendes zu schreiben. Leichter als Reden auf jeden Fall.
    Natürlich erscheint ab und an ein fragwürdiger Kommentar. Aber jeder hat mal einen schlechten Tag oder man redet ganz simpel aneinander vorbei und man muss ja nicht alles zu jeder Zeit persönlich nehmen. Wenn ich zwingend aufzählen müsste, was mich nervt, wären es Kommentare zur Eigenwerbung à la "Besucht mein Forum/meinen Blog" oder "Ich folge dir, wenn du mir auch folgst".
  2. Gibt es Blogs, die du gar nicht magst?
    Sicher gibt es Themen, denen ich aufgrund fehlender Interesse keine Freizeit schenke. Zum Beispiel wird man mich selten bis nie auf einer Seite für Sportwagen finden. Aber jedem das seine. Was mich nicht interessiert, lese ich nicht. =) 
  3. Was für Musik hörst du gern?
    Da bin ich wirklich nicht wählerisch und es kommt auf die Stimmung an. 
  4. Hast du aktuell einen Lieblingssong? Wenn ja, welchen und warum?
    Wenn ich mich aus dieser Frage herausschleichen dürfte, würde ich gerne nur darauf hinweisen, dass auf meinem MP3-Player derzeit die meist-gespieltesten Songs die Live-Version von Ella Hendersons Cover von 'Bring me to Life', Abbas 'The winner takes it all', "Out there" von Disneys Glöckner von Notre Dame, Passengers 'Holes' und Yuko Nakazwas Cover von 'Karasu no Nyoubou' sind.... O_O Das sagt wohl eine Menge aus..
  5. Wenn du dich entscheiden müsstest, dein Leben lang auf Fleisch oder Schokolade zu verzichten, welches wäre das?
    Ich esse ohnehin keine Schokolade - außer ab und an weiße. Da fällt die Entscheidung nicht schwer.
  6. Bist du Optimist oder Pessimist?
    Mit Sicherheit ein Pessimist, dessen Glas immer halb-voll ist. 
  7. Wo kaufst du deine Lebensmittel?
    Im Supermarkt. Egal, in welchem ich bin: Angebote gibt es überall gute. 
  8. Welches Buch liest du gerade und magst du es?
    Hoffentlich zählen Mangas auch: Jiro Taniguchis 'Vertraute Fremde' ist ein absoluter Traum. Obwohl mir "Von der Natur des Menschen" noch besser gefällt. ^.^
  9. Welchen Film hast du zuletzt gesehen? War er gut?
    Das müsste wohl der Hobbit gewesen sein. Das Buch mag ich persönlich lieber, weil die Geschichte nicht so ausgefallen und übertrieben erscheint. Doch die Animation von Smaug ist klasse und Beorn war dezent herzzerreißend.
  10. Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben?
    Eigentlich schreibe ich gerne Briefe, nur antwortet mir selten jemand. XD 
  11. Hast du schon einmal an einem Wettbewerb teilgenommen und wenn ja, hast du was gewonnen?
    Teilgenommen schon, gewonnen nein. 
Hier sind die 11 Fragen, die ich stellen möchte:
  1. Denkst du, Kunst und/oder Philosophie sind es wert, sein gesamtes Leben dafür zur opfern, respektive sich sein Leben lang primär stets darauf zu konzentrieren?  
  2. Wenn du die Entscheidung treffen müsstest: Eingeschränkte Freiheit ohne Hilfsmittel (wie Drogen, Medikamente, Feiern, Süchte,...) oder uneingeschränktes Glücklichsein auf Kosten anderer?
  3. Hast du eine Macke, die dich selbst mehr stört als die Menschen deiner Umgebung?
  4. Kann man leben ohne verletzt zu werden?
  5. Kann man leben ohne jemanden zu verletzen?
  6. Blickst du nach vorne, in die Zukunft, füllt sich dein Kopf mit Erwartungen oder mehr mit Angst?
  7. Welchen Beruf würdest du leidenschaftlich gern ausüben?
  8. Hast du ein Hobby (oder ein spezielles Interesse), welches keiner deiner Freunde und Familie teilt und du nur online ausleben kannst? (Mit/durch/mit Hilfe von Leute im Internet)
  9. Du könntest ein Gesetz erlassen, welches wäre dieses?
  10. Achtest du auf deinen "Ruf" oder passt dich danach an, was andere von dir denken?
  11. Wie viel Zeit verbringst du wöchentlich am PC?
Das Etikett geht an:
(Ich habe versucht, niemanden zu taggen, der erst vor Kurzem Fragen beantwortet hat. Wenn das nicht geklappt hat, entschuldige ich mich.)
  1. December
  2. Paula
  3. Last Blasphemies
  4. Kiwi
  5. Yui
  6. Lee
  7. Eisherz
  8. Rachel
  9. Belle
  10. magnolia
  11. Jack is back
Viel Spaß dabei. Danke.

Samstag, 22. Februar 2014

Gekünsteltes + Ankündigung

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht nocht an die "Gekünstelt"-Ecke hier erinnern. (Wer nicht: Dies war ein Label für Einträge, in denen ich gemalte/gezeichnete Bilder von mir veröffentlichte. Letztendlich habe ich diese aber von meinem Blog genommen, weil plötzlich meine Bilder auf DeviantArt, anderen Blogs oder Ähnlichem erschienen, ohne das nach meiner Erlaubnis gefragt wurde bzw. ich zurück-verlinkt wurde.)
Zwar wird sich an der Tatsache, dass ich regelmäßig Bilder poste, nichts ändern, aber weil ich sehr empfänglich für Komplimente bin und der liebe Otze Worman die Zeichnung zu "Süßer Alptraum" gelobt hat, wollte ich noch ein paar weitere Werke der letzten Wochen hochladen.

Schaut aber selbst und hinterlasst mir Kritik, in jeglicher Form, wenn ihr mögt: 

Schnecken und Welse mit hartem Bleistift

Weil... Farben <3

Boston Terrier! Meine große Liebe der Hundewelt. =)

Rawr!

Abstrakt

Noch ein Boston Terrier

Haflinger

Das Hand-Mörder-Bild

Süßer Alptraum ohne Skizzen

Tanaka Reina

Nastya Kusakina.

Viel aufregender ist allerdings folgende Ankündigung: Es wird wieder ein Gewinnspiel geben. =)
Da sich die Lage mit dem Jobcenter beruhigt hat, worüber ich sehr dankbar bin, habe ich mich entschlossen, dass ein Glücklicher unter euch wieder ein Bild von einer A4-Leinwand gewinnen kann.
Überraschenderweise ist das letzte Gewinnspiel schon über ein Jahr her und es wird wieder Zeit.

Kurz und bündig:
  1. Wenn ihr ein 24x30cm großes selbstgemaltes Bild auf Leinwand gewinnen möchte, schreibt ihr mir bis einschließlich dem 1.3. ein Kommentar und gebt mir Bescheid. Auf meinem Blog werde ich dann eine List veröffentlichen von den Personen, die sich quasi "angemeldet" haben, damit keiner aus Versehen übersehen wird. (Solltest du geschrieben haben und nicht auf der Liste stehen, einfach nochmal schreiben.)
  2. Am 2.3. werde ich aus den Frewiwilligen eine Person ziehen, welches ich wieder per Video aufnehmen werde, und hier veröffentlichen. Gleichzeitig werde ich auch mit dem Gewinner Kontakt aufnehmen.
  3. Per Mail bzw. Facebook (was dem Gewinner lieber ist) klären wir dann Details. Bevorzugt sind Leute, die mir zum Beispiel ihre Lieblings-Farbe, ihr Lieblings-Tier oder bevorzugtes Portrait nennen können oder ob etwas abstraktes gewünscht ist. Die Auswahl des Mediums ist euch auch vorbehalten: zur Verfügung habe ich Acryl und Aquarell. (Im Voraus möchte ich behaupten, dass ich nicht sonderlich gut in Landschafts-Malereien bin. XD)
Weitere Fragen könnt ihr mir ruhig hier stellen. =) 

Freitag, 21. Februar 2014

"Du hast geliebt" - Teil 2

Akt 4: Im Angesicht der Zeit

Da Geschichten enden müssen,
zu Mindest betont dies dein Vater ständig,
ist dies dein finales Kapitel.

9. Juni:
Dein Geburtstag.
Ein Geburtstag.
Sven hast du seit der vorherigen Nacht nicht gesehen,
er ginge "eine Zeitschrift kaufen",
höchstwahrscheinlich in Mexiko,
mit einem ausführlichen Artikel
über geplanten Betrug.

Zwei Mal rufst du ihn an.
Beim ersten Mal
meldet sich eine weibliche Stimme.
"Wer bist du?",
fragst du entsetzt.
"Mara", folgte eine kleinlaute Antwort.
"Warte. Bist du etwa ...?"

Du sagtest nichts.

"Oh, Scheiße. Oh, Mist. Hör' ma'!--"

"Nimm ihn dir.",
flüstertest du.
Sie war ruhig.
Bevor du jedoch auflegtest,
krochen noch weitere Worte aus deinem Mund:
"Hoffentlich erstickt du,
wenn er dir in die Kehle spritzt."
Für gutes Maß und schlechte Intentionen.

Beim zweitem Mal
nimmt der Anrufbeantworter ab.
"Gerade kann ich nicht ans Telefon gehen",
heuchelt Svens freudige Stimme.
Und es war nicht die Musik darin,
noch die nieder-pressenden Umständen,
die dich zu Tränen rührten.
Nein,
diese beginnen während deine eigenen Worte
im Echolot verhallen:
"Hinterlasst uns eine Nachricht,
aber nur wenn es eine gute ist."

Natürlich sagtest du nichts mehr. 
Weißt auch nicht mehr,
was eigentlich real war,
was Gefühle waren,
wer diese Menschen sind,
wichtiger noch:
Wo diese Menschen geblieben sind?

10. Juni:
Sven kroch unter die Decke,
schmiegte sich eng an deinen Körper.
4:27 Uhr las der Wecker.
"Hey Baby. Alles Gute zum Geburtstag."

"Der war gestern,
allerdings war an ihm nichts 'gut'.",
brabbelst du,
übermüdet und
emotional überspannt,
leer-geweint, herzensschwer.
Der Geruch von Alkohol und lieblichem Frauenparfüm
bringt dich zum Würgen.
"Zwar habe ich nichts gekauft,
erm... aber--"

"Vielleicht hättest du mir eine Zeitschrift mitbringen sollen",
ein Spucken von Gift
aus fauligen Zähnen,
gespaltener Zunge.

Des Morgens war er verschwunden.


24. Juni:
Angewidert verzog er sein Gesicht,
sieht dir mit dieser Miene zu
wie du dir einen
Teller mit Spaghetti füllst.
"Damit willst du dich vollstopfen?",
fragte er,
steckte seine Hand unter dein Shirt
und kniff in deinen Bauch.

Zuerst dachtest du,
es wäre ein Witz gewesen,
doch ein Blick in seine Augen genügte:
Vorsätzliche Häme,
heimtückischer Groll.
Ob es sich um Vergeltung handelte,
oder ob dies einfach seine Art war,
war dir einerlei.
Ohnehin
verlor zu dieser Zeit vieles,
wenn nicht alles,
einen Großteil seiner Bedeutung.
Immer warst du das Salz
in klaffenden Wunden:
"Deine Schwester ist wunderschön,
gertenschlank wie Models in Katalogen,
doch ihren Anblick kann trotzdem
kein Mensch
ertragen."

Aus Arglist wurde Boshaftigkeit,
purer Hass.
Aus seinem Herzen.
Du warst einfach
leer.


21. Juli:
Aus Experimentierfreudigkeit
konfrontiertest du ihn:
"Ab heute mache ich eine Diät."
Keine Sekunde lang
wendete er sich von seinem Computerspiel ab.
"Gut."

Später nimmst du
zum ersten Mal im Leben
die Klinge,
schnittst in die Haut auf der
Rückseite deines linken Armes
und erschrickst.


2. August:
Er überreichte dir ein Geschenk.
Eingewickelt in Papier
bedrückt mit rosa Herzen, Teddybären und Rosen.
Du lächeltest
bevor du die Ironie bemerktest.
Beim Auspacken
legte sich ein Schatten um deine Schultern.
Erneut liefen Tränen von deinen Wangen.

Es war ein Ernährungsratgeber.
Die zerrissenen Herzen auf dem Papier
symbolisierten dein Gefühlschaos.
Irgendwas sank ein,
irgendwas gab auf.

Zurück kehrte das Lächeln
auf seinen verspielten Lippen.
"Du bist eben ein bisschen
rundlich"
mit Betonung auf Rund,
nicht auf bisschen.
"Brüste wachsen nun einmal,
wenn man eine Frau wird.
Da kann ich mir schon denken,
dass dir das nicht gefällt."

"Häh?"

"Mädchen wie deine Schwester haben keine Brüste.
Das scheint ja genau dein Typ zu sein."
Unsicher schluckte er,
realisierte wohl zu spät,
dass er ausgerutscht war und nicht mehr
ganz so viel
Kontrolle hatte.
"Lass' Mara gefälligst in Ruhe."

"Wie denn, Sven?
Sie sitzt jeden Sonntag neben mir in der Kirche.",
unser aller Himmel ist rabenschwarz,
wir sind verflucht
und kommen in die Hölle,
dachtest du,
sprachst aber:
"Außerdem...
Wenn du denkst,
ich sei verzweifelt genug,
deine kleine Hure zu stalken,
hast du sie echt nicht mehr alle."

Mit Leichen-ähnlicher Blässe
starrte er.

Im Strudel warst du verloren,
hast dich verloren.
Mit der gebundenen Ausgabe von
'Wer schlank ist, ist glücklich'
knalltest du ihm deine Meinung ins Gesicht,
auf den Kopf,
auf die Arme,
auf den Bauch,
auf den Rücken,...
"Fick' dich! Fick' dich! Fick' dich!",
schriest du den ganzen Abend.
Wie Gesang aus einem Alptraum.
"Fick' dich!",
auch wenn du weinst.
"Fick' dich!",
auch wenn du kreischt und brüllst.
"Fick' dich!",
auch wenn du wahnsinnig wirst.
"Fick' dich!",
auch als die Polizei vor der Tür stand.


Akt 5: Im Angesicht der Realität

Dir wäre es lieber gewesen,
doch hat er dich nie mehr geschlagen.
Unter Umständen
hatte eine Faust im Gesicht
deine Liebe erklären und deinen
Verstand retten
können.
Doch es war nur ein einziges Mal.

Unter selbst-auferlegtem Zwang
gestehst du es deinen Eltern.
Dein Vater runzelt mit der Stirn
als wolle er sagen:
"Wahrscheinlich hattest du es verdient."
Deine Mutter mustert dich,
von oben nach unten,
summt mir starrer Stimme:
"Nur einmal?"
Und sagt damit das Selbe.

Nichts kann dieses Stechen verschwinden lassen.
Damit meinst du nicht
die offenen Handfläche,
sondern den die Ohrfeige(n) deiner Mutter.
(Die niemals ihre Hände gegen dich erhoben hat.)

"Nur einmal?
Nur einmal?
Ist das alles?"

Nun macht es auch in dir Klick.
Ist es das, was sie meint?
Das es egal ist,
unwichtig wie du?
Das ein Ausrutscher in Ordnung ist?
Das du mehr verdient hättest?

"Was für eine Mutter sagt so etwas
zu ihrer Tochter?",
warfst du ihr noch entgegen,
wie die Tür,
die mit einem lauten Knall
vor ihrem Gesicht
zufiel.
Was hattest du eigentlich erwartet?
Eine Träne aus Mitleid?
Eine Umarmung?
Einen gleichbleibend sentimentalen Quatsch?
Sinnlose Worte wie
"Naja, der Kopf ist noch daran"?
(Im Gegensatz zu Maras.)

Trotz dessen
kehrst du spät in der Nacht
in das Haus deiner Eltern zurück,
denn Sven hat eure gemeinsame Wohnung gekündigt
und du
hast kein Geld,
um Miete zu zahlen.
Aus diesem Grund kannst du dir
nicht erlauben
lange zu verweilen
in der Suchen, was sie mit
"Nur einmal?"
gemeint haben könnte.
Fakt ist,
dass sie nicht meinte:
"Ich liebe dich, ich unterstütze dich
und so einer Behandlung solltest du dich nicht aussetzen."

Deine Mutter schimpft mit dir,
wenn du weinst.
Dein Vater sagt nichts,
ignoriert dich so gut es geht,
doch hat
heimlich
ein alte Foto von
Sven und dir in Sonnenhüten am Strand
an die Wand gehangen.


Akt 6: Im Angesicht der Nachgeschichten

Wer wen verlor
und wen hatte,
ist letztendlich
unwichtig.
Wenn es keine Worte mehr gibt,
wird Ausdruck zu Verschwendung.

Sven wird nichts ins Gefängnis kommen.
Es gab keine Beweise für nichts.
Wo kein Richter, da kein Henker.
Dieses Mal
schmeißt er kleine Steine gegen dein Fenster,
damit deine Eltern nicht aufwachen,
wenn er
zerzaust, mit Erbrochenem an der Hose,
Lipgloss an seinem Kinn,
trauernd müde bis herzgebrochen tot -
genau, weißt du es selbst nicht.
Du hilfst ihm aus seinen Schuhen.
Legst ihn in dein Bett.
"Du kannst niemals wie sie sein",
lallt er im Rausch.
Tränen kannst du nicht mehr vergießen.
Diese sind versiegt.
Über ihn gebeugt,
doch Abstand wahrend,
flüsterst du:
"Ich liebe dich."
Nicht, damit er bei dir bleibt,
sondern weil du ihm zum
Verschwinden
zwingen möchtest.
Liebevolle Worte ohne Bedeutung
locken Ekel hervor,
gerade jetzt.

Du sagst
"Ich liebe dich"
und er verschwindet.

Es bleiben Gedanken,
diese auch bedeutungslos;
vielleicht ist er nun fort.
Vielleicht weiß er nicht,
das, was er tat,
falsch war.
Immerhin sahst du ihn zum ersten Mal weinen
als seine Schwester beerdigt wurde.
Mit erstickter Stimme sagte er
zu deiner Mutter:
"Wie konnte das Alles
nur so geschehen,
nur so enden?"

Deine Mutter umarmte ihn,
entschuldigte sich für alle Unannehmlichkeiten,
für "die falschen Anschuldigungen" und
seinem Verlust.

Ein paar Minuten später,
vielleicht auch Stunden,
rief er dich auf deinem Handy an:
"Jetzt brauchst du dir keine Sorgen mehr machen,
dass ihr Parfüm
von meinem Körper
auf deinen abreibt, mh?"
Im Gegensatz zu seinen barschen Worten
stockte ihm der Atem und ihm entfloh
ein krampfartiger Schluchzer.
"Nur sie. Nur sie konnte ich lieben",
verrät er dir.
"Wie kann Liebe nur so falsch sein
wie all die Menschen behaupten?"
Ein weiteres Schluchzen.
"Ich habe dich nie geliebt",
setzte er nach.
Wahrscheinlich um Haltung zu bewahren.
Du lachst kurz auf.
Wirklich,
wenn das alles ist,
was ihn zusammen hält,
möchtest du nicht die sein,
die ihn bricht.
Das vergeudet nur deine Zeit.

"Sven, Liebling,
du kannst mir damit nicht mehr weh tun."
War es auch eine Lüge,
wolltest du wenigstens überzeugend darin sein.
Kurz bevor du auflegen wolltest,
wurde er panisch:
"Sie war besser
als du jemals sein kannst."
Als würde dies irgendetwas ändern.
Denn du stehst hier mit dieser
Schwere in der Brust
und sie hat Löcher in der Schädeldecke.
Wahrlich schuldig,
an beiden Tatsachen,
war eigentlich nur er.
Doch mit dieser Wahrheit
verschonst du ihn.
Aufrichtig, für immer.

Nun legst du auf.
Wahrlich,
er könnte dich nie geliebt haben,
doch du hast es.
Du hast ihn geliebt.
Es ist vorbei.
Es ist unwichtig und vorüber.

Wo ist nur dein Herz geblieben,
wo dein Verstand
und deine Seele?

Mit einer Zigarette im Mund
- für dich dein Vater bestrafend anblinzelt -
schaust du zu deiner Mutter,
die in der Küche steht,
und fragst dich selbst:
"Du willst doch in den Himmel,
oder?"

Oder?

Die Tränen schmecken bitter
und werden nicht die letzten bleiben.

Inzwischen tut es dir wohl doch leid.
Das Mädchen Mara,
nicht die Schwester Mara,
doch der Monster Sven,
nicht dieser junge Mann
mit dem wunderschönem Lächeln,
welches deine Liebe
einst
im Sturm eroberte.
Sie hat geliebt,
er hat geliebt,
du hast geliebt
und keiner von euch
kommt in den Himmel.

Donnerstag, 20. Februar 2014

"Du hast geliebt" - Teil 1

Akt 1: Im Angesicht des Todes

Am Tag ihres Todes ist Mara Neunzehn Jahre alt.
Mit einer Flinte beendet sie es,
in der selben Nacht, in der ihr Bruder, Sven,  
auf Bewährung
frei gelassen wurde.

Sie sagen,
er habe sie belästigt.
Sie sagen,
er habe neun Frauen vergewaltigt,
zehn, elf, zwölf Frauen.
Nein, es waren
neun kleine Mädchen,
zehn, elf, zwölf Kinder,
dieser Bastard.
Sie sagen,
er sei von Grund auf böse,
es sei
"Kein Wunder, dass sie es tat,
denn Blutsverwandschaft kann man nicht brechen."



Widerwillig gehst du zur Beerdigung,
weil dies gute Menschen nun einmal so machen,
auch weil deine Mutter dich darum bittet:
"Du möchtest doch in den Himmel kommen,
oder etwa nicht?",
gerne würdest du ihr ins Gesicht lachen,
doch du weißt,
es geht eigentlich nicht um deinen Himmel,
welches die Gedanken
im Kopf, im Herzen
nur noch mehr verdunkeln.
Verwinkelte Gänge enden in verschlossenen Türen;
zum Leichenschmaus
die nächste Tür links.
Obwohl dir tatsächlich nicht zum Essen zu Mute ist,
entscheidest du dich für Rindfleisch,
der makabere Gedanke
an Löcher in der Schädeldecke
gleicht - ohne wenn und aber -
einen Bolzenschuss.

Ein junger Mann,
den du schon einmal gesehen hast,
sitzt neben dir:
Sven hat euch einander vorgestellt.
Nicht Sven, das Monster,
sondern der Sven, der nicht mehr dein ist,
sondern Maras, sogar im Tod
behält er sie länger
als er dich halten konnte.
"Sven hat sie wirklich geliebt",
sagt der Mann,
als wärst du darauf nicht allein gekommen,
doch du nickst stumm,
schleierhaft beschämt,
verkantet versteckt.

"Hey, was's los?"

"Nichts",
nuschelst du ihm entgehen,
wünscht dir,
Worte würden endlich versiegen.
"Kanntest du sie?",
will er nun wissen.
"Ja. Nein.
Ich kenne Sven, das reicht.",
eine unsichtbare Hand
legt sich um deine Kehl,
presst, drückt ein wenig
fester
tiefer
stärker.

"Der Teufel in Menschengestalt,
so nennen sie ihn, --- Sven.",
auf seinen Lippen
huscht ein unsicheres Lächeln.
"Ja. Nein.
Ich weiß nicht."
Plötzlich schiebt sich die Falte
zwischen seiner Brauen zusammen,
Realisation steht in seinen Augen:
"Oh. Oh man. Oh Gott."
Du fällst ihm ins Wort.
Sonst würdest du wohl weinen.
"Passt schon",
für mehr reicht es ohnehin nicht,
aus keiner Sicht.

"Er hat dir ziemlich weh getan, mh?"

"Ja. Ne-",
Innehaltung .
"Ja."
Ein Moment vergeht,
zwei, drei, vier Momente.
"Das tut mir leid", sagt er und seufzt.
"Mir auch", sagst du und deine Augen füllen sich mit Wasser.

"Was ist mit euch passiert?"
Und es ist die einzige Aufrichtigkeit,
zu der du nicht im Stande bist:
"Das macht gar keinen Unterschied."
Auch wenn deine Mutter sich das wünscht,
du kommst nicht in den Himmel,
denn du sitzt weinend beim Leichenschmaus
ohne um das tote Mädchen zu trauern,
oder all den Herzschmerz,
die Erniedrigungen,
die Qualen, die sie erleiden musste.
Du weinst nicht um ihr Leben,
auch nicht um ihr Ableben,
du weinst für das Monster, den Teufel,
da er nun allein ist
und die Liebe seines Lebens verlor.


Akt 2: Im Angesicht der Nacht

Nachdem die Sonne den Horizont geküsst,
die Sterne aus dunklen Dimensionen hervor krochen
und du
wie jede Nacht
nicht schlafen kannst,
wird dir bewusst,
dass es dir nicht leid tut.
Du fühlst dich schlecht,
doch mehr weil es dir nicht leid tut
als für den eigentlichen Grund.

Um Mara wird geweint.
Um Svens Hinterlassenschaften wird geweint.
Sogar um Sven selbst wird geweint.
Auch wenn ihm nur deine Tränen gelten.
Für dich, um dich
weint keiner, nicht einmal der Himmel.
Wie eh und je,
"Du passt nicht in das Opferschema",
mokierst du dich über dich selbst.
Zähneknirschend.

Was ist mit euch passiert?

Wie oft hast du diese Frage gehört,
sie selbst gestellt?
Monatelang.
Schon seit dem Tag,
an dem Sven zu spät nach Hause kam.
Betrunken, natürlich.
Seine Hose weit offen.
Geweitete Pupillen, unnatürlich.
Das Gesicht beschmiert mit
Glitzer und Schuld.

Noch heute hallen
deine Schreie und Beleidigungen
von den Wänden zurück,
wie das Geräusch von Hand auf Wange.
Dies war das erste und einzige Mal,
dass er dich geschlagen hat.
Mit Sicherheit,
wenigstens angrenzender Wahrscheinlichkeit,
tat es ihm leid.
Doch als er dich in seine Arme zog,
reif an Schweiß und Zigarettengeruch,
war es dir unangenehm.
Er hielt dich nicht mehr,
sondern hielt sich an dich;
als hätte er nur
Jemanden
gebraucht, der da war,
immerhin warst du Alles,
was übrig war.
Mehr als Rest,
weniger als Ersatz.

Nie wieder hat er dich geschlagen.
Nie wieder hast du Behaglichkeit
in seinen Armen gefunden.


Akt 3: Im Angesicht des Herzschmerz

Wieder und wieder
zerriss dein Herz
wie Papier zu Konfetti.
Schmerzhaft waren für ihn deine Vorwürfe:
"Du bist Schuld, dass ich nicht mehr glücklich sein kann."
Quälend war für dich der Verlust:
"Wie lange schon hast du nicht mehr lächeln können?"

Prinzipiell und in Theorie
hätte es keinen Unterschied gemacht,
wenn er mit seinen Händen
in deine Brust gegriffen
und dein Herz heraus gerissen hätte.
Dieser Gedanke kam dir oft in den Sinn,
immer wieder:
wenn er auf dir gelegen ist,
du nur auf den Nachttisch starren konntest:
Auf die Uhr, die tickend die Sekunden zählte.
(Nachdem es ihn nicht mehr interessierte,
was du dabei empfindest,
nur noch vier Minuten.)
Irgendwann war es kein Sex mehr,
sondern ein Masturbieren
mit deinem Körper.
Nur dein Herz
war immer dabei.

Nie wieder hat er dich geschlagen,
doch du fühltest dich missbraucht.
Er missbrauchte dein Herz,
trat es mit Füßen,
zertrümmerte es.
Doch ist ein
geprelltes Herz
leicht zu verstecken.
(Nicht nur hinter Rippen, Muskeln und Haut.)

Jedes Mal tat es weh.
Alles, was er tat,
brachte Kummer.
Jedes verletzende Worte.
Jeder unangebrachte Blick.
Jedes Versprechen.
Jede Lüge.
Jedes Mal, wenn du daran geglaubt hast,
dass er sich ändern könne.
Und das war oft.

Du hast die Tage gezählt,
die Stunden, die Minuten, die Sekunden;
hast weggeschaut,
weil du mit in diesen Strudel gezogen wurdest.
Du bist Betrüger
wie betrogen.
Du bist Täter
wie abhängig.
Genau da liegt der Punkt:

Fast hättest du auf Maras Beerdigung laut los gelacht. 
In einem Moment,
an dem du nicht an Zombie-Hirne und Lochfraß dachtest, 
nicht an deine Mutter und ihrem Himmel,
sondern dann als der Redner
mit unterdrückter Stimme
und Tränen in den Augen
"Armes Ding, das arme Dinge" wiederholte. 
Glaubten sie doch tatsächlich daran, 
sie sei ein Opfer,
nicht eine andere Art Monster,
nicht der Vertuscher.

Niemand würde sagen:
"Mara liebte ihren Bruder genauso.
Ihr hat es Spaß gemacht, 
wenn sie zusammen waren
und Sex hatten."
Niemand würde sagen:
"Es ist tragisch, 
dass Sven seine letzte Freundin nur als 
Ausgleich und
Schutzschild vor fremden, neugierigen,
ach so übereifrig neugierigen Augen bei sich behielt."
Niemand würde sagen:
"Das arme Ding, diese Freundin. 

Mara und Sven haben ihr übel mitgespielt."
Denn das haben sie
und niemand weiß es. 

Tragisch.
Tragisch.
Es ist deine Schuld.
Denn du hast geliebt.







(Anmerkung: Die Namen sind ausgedacht und sollen keinen realen Personen nachstellen.
Bald folgt Teil 2. Womöglich ein 3.)

Mittwoch, 19. Februar 2014

Süßer Alptraum

Keinen Schlaf. 
Keine Pause. 
Keinen Sinn.
Keine gerade Gedanken. 
In einem Kreislauf gefangen, 
der sich nicht kontrollieren lässt. 
Ein Wort jagt das nächste.
Gesichter verschwimmen. 
Meines ist nicht unter ihnen. 
Oder doch?
Ich sehe einen Engel, 
der vom Himmel fiel. 


Süßer Alptraum


Dienstag, 18. Februar 2014

Das Was-wäre-wenn-Spiel

Foltermethoden der eigenen Gedankenfestung: Was wären, wenn...?
Endlos surren quälenden Fragen im Kopf umher.
Keine Erleichterung, keine Hilfe durch 'Es könnte, es solle, es würde';
sinnlos - fast, obgleich barbarisch, immer prüfend.
Dieser Schmerz -
er kann nicht endlos sein, richtig?
Doch was wären, wenn.... ?

"Komm'! Spiel' mit mir!"

Freitag, 14. Februar 2014

Drohungen

Einerseits sagen sie immer, man solle sich öffnen, andererseits wird dann immer mit Klinik gedroht. Einweisung hier, geschlossene Anstalten da. Natürlich halte ich dann wieder meinen Mund geschlossen und breche unter diversen Druck zusammen.


Donnerstag, 13. Februar 2014

Verfolgende Erinnerung

Des Vaters betrunkene Rage schüchtert ein,
nicht der Schmerz, der gleich gesetzt,
oder die Schlaflosigkeit, die folgt.
Ein Schlag mit Fäusten aus Stahl,
unendlich lang scheinen die Minuten,
in denen er an Kinderhänden zieht,
zu fest zudrückt.
Er spuckt Munition, spricht mit Dolchzungen:
Dem Kind bleiben lediglich
emotionslose Schilde
zur Abwehr;
gegen diese Worte,
die sich selbst Jahre später
wie eine Seuche
durch die Haut zwängt,
tötet aufkeimendes Vertrauen.

Eine Tür knallt zu,
doch die Ohren des Kindes sind betäubt,
vergiftet von den Sorgen der Mutter.
Ein Meer aus Tränen,
die diese Art der Folter nicht fortspülen werden.
Anforderungen wenden sich zu Erniedrigungen,
Impulsivität zu Belastungen,
und Lügen, unzählige, grausame Lügen
zu Geheimnissen.
Nur Erinnerung bleibt Leid,
denn dieses Kind kennt keine Liebe,
nur quälendes Geschrei und erniedrigende Hände.


(Dies ist nicht wirklich ein Gedicht, ich weiß. Es quälen mich Erinnerungen. Das ist alles. Vages Gedankenflattern mit Panik versetzt: Hände, die mich an den Füßen greifen und einfach los lassen. Eingesperrt-sein im dunklen Zimmern. Zirkel im Nacken. Widerliche Zungen und anekelnde Hände. Eine schier unermessliche Ladung Angst. Schreie, immer nur Schreie - es tut weh. Es schmerzt so sehr. Ich weiß nicht, wohin mit diesen Bildern - sind sie Vergangenheit oder Einbildung? Woher stammen die Stimmen in meinem Kopf, die alles in Frage stellen? Als Mensch bin ich meiner Existenz unwürdig. So oft habe ich es gehört, zu oft habe ich es mir selbst gesagt. Ich schlafe auf dem Boden, weil ich Bequemlichkeit nicht verdiene. Dieser Körper verdient Kasteiung - in jeglicher Form; Klingen und brühendes Wasser sind nicht genug. Es ist Leid, welches mich verfolgt, es ist Leid, welches ich mir hole.
Ich bin nicht verrückt, nur habe ich einen Alltag nicht verdient. Keine Menschen (sie bringen ja doch nur Schmerz! Schmerz!! Nur Schmerz!), kein Vertrauen und keine Wärme, keine Freundlichkeiten und gut-geglaubte Emotionen, keinen Schutz,... Wohin nur mit mir? Könnte ich doch nur einfach, von dieser Erde treten. Kann es denn keiner verstehen?)

Mittwoch, 12. Februar 2014

Sie fragte, wie sich Depressionen anfühlen,....

und so verlief das Gespräch:


Weiteres habe ich nicht zu sagen.
Derzeit erhöht sich wieder der Schneidedruck, und alle sogenannten Skills bringen... nichts. Erneut Nichts.

Montag, 10. Februar 2014

Sträflingskolonien

Es beschämt mich selbst, dieses Wort, doch während ich den Menschenmassen hier am Bahnhof entgegen blicke, geistert lediglich dieser Gedanke in meinem Kopf umher: "Gefangenentransport"

Sonntag, 9. Februar 2014

Niemals ist es still in meinem Kopf.
Niemals bin ich allein.
Das kann keiner verstehen, der es nicht erlebt.
Es gibt nur sie, diese Stimmen. Es gibt nur sie.
Was sie wollen, ist unaussprechlich. Angst ist da, blanker Hass.
Gerade würde ich sogar das Muskelzucken, die Unwillkürlichkeit, die Gewichtszunahme, der Gedankenklau von Risperidon in Kauf nehmen. Oder Haloperidol, oder Olanzapin, oder Quetiapin, oder der Tod. Es interessiert nicht mehr.

So ein Druck.

Ich weiß nicht, wie ich mich wehren soll.
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Ich weiß nicht, ob ich noch zu retten bin.
Ich weiß nicht, welchen Wert dieses Leben hat.
Ich weiß nicht, warum... diese Stimmen nicht verschwinden, mich in Ruhe lassen.
Ich kann das nicht.

Samstag, 8. Februar 2014

Kurze Info

Falls ich demnächst wieder kaum Posts verfasse, liegt es nicht daran, dass ich irgendwie von der Bildfläche verschwunden bin oder keine Lust habe. Mein PC ärgert mich seit geraumer Zeit, doch langsam aber sicher verabschiedet er sich von mir.
Anfangs war es der Lüfter, der bei zu langer bzw. intensiver Benutzung ausgefallen ist. Nach dem Auswechseln (welches 300 Euro kostete!) ging es wieder eine Weile, doch auch nur für ein halbes Jahr. Inzwischen fällt er wieder alle paar Stunden aus - an sich wäre das erträglich, doch seit ein paar Tagen installiert er keine Updates mehr - für kein Programm, nicht für Java, nicht für Windows, Adope, oder was auch immer. Ich kann keine Videos mehr schauen, keine Online-Spiele spielen,...

Heute mache ich dann den PC an und kann weder auf Facebook, noch Google, noch Blogger, noch GMX zugreifen. Mein Sicherheitszertifikat würde nicht stimmen, wenn ich das Zertifikat der Seite aber auf "Sicher" stelle, wird es bei den Einstellungen nicht übernommen. Dann dachte ich mir... nun gut, wenn Firefox nicht möchte, probiere ich es mit Chrome: Mit dem selben Ausgang.
Wenn das nicht schon genug wäre, ist mein Datum jetzt auf den 1.1.2008 zurückgestellt. Immer, wenn ich das Datum via Internet synchronisieren möchte, schreibt er, dass ein Fehler aufgetreten sei. Welche Art Fehler steht aber nicht dazu.
Mit Hilfe der Datensicherung wollte ich meinen PC ein paar Tage zurückstellen, doch auch dort tritt ein Fehler auf und es ging nicht. Updates können auch nicht installiert werden.

Viren oder Ähnliches wurden nicht gefunden von Kaspersky. Allerdings wird dieses Programm ja auch nicht mehr auf dem neusten Stand sein, also kann man diese Info auch nicht so ernst nehmen.
So wie der PC jetzt ist, ist er für mich eigentlich... nicht zu gebrauchen. Natürlich werde ich noch so viele Daten retten wie möglich, doch beim Brennen gibt die Lüftung wieder auf. XD

Ab und zu kann ich den PC von meinem Bruder benutzen. Wie jetzt; falls ich also schreiben kann, melde ich mich bei euch. Nachher lass ich meinen Bruder nochmal über meinen PC schauen, aber - im Gegensatz zu dem, was er behauptet - kennt er sich auch nicht so gut mit der Thematik aus und wenn überall Fehlermeldungen kommen, was soll man schon machen?

Nun gut. Auf jeden Fall wollte ich, dass ihr Bescheid wisst.
Falls ich kaum Kommentare schreibe, liegt es nicht an euch. So oft es möglich ist, lese ich euch. =)

Freitag, 7. Februar 2014

Laufschuhe

Kondensstreifen in klaren braunen Augen:
Sie ist der Streifen auf seiner Vision,
ein Irrlicht und Trugbild,
eine Möchtegern-Regenwolke am Sonnenhimmel-
So tief wie ein Ozen,
stets flüchtig:
Vergänglich in den Weiten
der Unerreichbarkeit.
In den Für-Immer-Stunden der Nacht
drückt er sein Gesicht in das Kopfkissen:
Erhascht den letzten Geruch
ihrer Geisterhaftigkeit;
vergehend,
unt
        er
                  gehen
                                   d.
Am anderen Ende von Türen
wartet sie
mit einem all-wissendem Lächeln auf den Lippen,
immer-schmerzenden Tränen auf den Wangen,
bekannt-bekennendem Stechen in der Brust:
Das Ende in Reichweite
rennt sie dem Nichts in die Arme,
niemals ihm.





("Moment", ermahne ich mich selbst. "Eigentlich sollte das doch was romantisches werden."
Das Schwein grinst still vor sich hin während 400 sagt:
"Nun, du bist nicht zwingend der Valentins-Typ.")



Mittwoch, 5. Februar 2014

Berge versetzen Glauben

"Ich kann nicht schwimmen", sprach der Fisch und sank zum Grund.
"Ich kann fliegen", sprach der Pinguin und flog über den Horizont hinaus.

Dienstag, 4. Februar 2014

Schnell

Abgesehen davon wie bodenlos unfreundlich die Dame vom Jobcenter doch war, sie hat meinen Antrag schnell abgearbeitet und heute habe ich schon eine Bestätigung in der Post: Jetzt bekomme ich nicht nur die Grundsicherung, sondern auch Wohngeld. (Vorher hatte man nicht anerkannt, dass mein Bruder nicht unterhaltspflichtig für mich ist. Jetzt schon, denn er ist es ja auch nicht.) Rückwirkend vom 1.8.2013.

Sind das nicht großartige Nachrichten?
Allerdings habe ich noch keine Bestätigung für die Fortzahlung für das kommende halbe Jahr. Wie das ausgeht, weiß ich noch nicht.

Planlos

Ohne längere Wartezeit im Vorzimmer des Psychiaters ruft er mich in sein Gesprächszimmer. Gestresst schaut er aus, wenn ich mir diese Meinung erlauben darf, als belasteten die täglichen Hiobsbotschaften ihn mehr als es noch für den professionellen Bereich gut zu heißen wäre.
Nun wollte ich ihm sein Können nicht abstreitig machen und von großartigen Drumherumreden halte ich ohnehin nicht viel: Nach dem Austausch von Belanglosigkeiten fiel ich mit der Tür ins Haus.

"Herr Doktor, ich brauche Ihre Hilfe!", stotterte ich hinaus. Entsetzt, unter Umständen sogar erschrocken, schaute er mich an. Diese Worte habe ich in seiner Gegenwart noch nie ausgesprochen.
"Wie kann ich Ihnen helfen, Frau Emaschi?", mit dieser Omnipotenz, die Ärzte oft ausstrahlen. Als hätten sie nur auf diesen einen Formelsatz aus Buchstaben gewartet, um ihre Präsens zeigen zu dürfen.
"Leide ich an Größenwahn?", und es ist eine Frage, die mehr Bedeutung trägt als ich meinem Verstand zumute. Nicht in einem Ausmaß in dem Menschen im Allgemeinen wahnsinnig sind, worauf auf Größe, Alter und Weisheit nicht zu schließen ist.
"Leiden Sie?"
Das ist eigentlich nicht der Punkt. Eigentlich weiß ich nicht so recht, worum es prinzipiell geht.
"Verwechseln Sie Größenwahn mit überwertigen Ideen?"
"Ermm... keine Ahnung.... vielleicht. Ich glaube eher nicht."
"An welcher Art Wahn glauben Sie denn zu leiden?"
"Leide ich?"
Er lacht kurz auf, doch war es eher ein Ausstoßen von Atemluft durch Nasenlöcher. Die Stimmung wirkt angespannter, irgendwie unangenehmer. Sein eingehendes Lächeln vereinfacht die steinige Atmosphäre nicht.
"Halten Sie sich für eine gottähnliche oder prophetische Persönlichkeit?"
"Nein."
"Sind Sie der Ansicht, dass Sie Menschen erlösen können?"
"Von was erlösen?"
"Das müssen Sie doch wissen, Frau Emaschi."
"Nein."
"Haben Sie übernatürliche Fähigkeiten?"
"Manchmal."
 "Welche?"
"Ich kann das Schwein und 400 sehen. Andere können das nicht."
"Sind das Schwein oder 400 Götter? Können sie Menschen heilen, die Welt?"
"Das kann ich gerade nicht nachfragen."
"Nun - unter Vorbehalt, dass keine akute Psychose besteht - denke ich nicht, dass Sie an Größenwahn leiden. In Fachkreisen wird dies im Übrigen Megalomanie genannt. Allerdings muss man auch Unterschiede zwischen Größenwahn und Wahn ziehen. Verfolgungswahn, Verwarmungswahn, Schuldwahn,", hier macht er eine bedächtige Pause und stiert mir durch seine Brillengläser regelrecht zu. "Nichtigkeitswahn."
"Aber nicht jeder gleich einer Passage in einem Lehrbuch. Man kann über einen Kamm scheren."
"Warum glauben Sie denn an Größenwahn zu leiden?"
"Leide ich?", wiederhole ich ohne im Nachhinein eine Begründung dafür zu finden.
"Frau Emaschi, natürlich kann man Vieles bagatellisieren, doch übertreiben kann man es auch.", wieder lächelt er, wärmer als zuvor. Weniger herablassend. Doch vielleicht war es schon vorher nicht herablassend.

Der Rest des Gespräches verschwimmt im Nebel der Gedanken.
Erneut erbittet er einen Aufenthalt in der Klink, drückt mir neue Prospekte in die Hand.
Die monatliche Ration Tabletten verschreibt er mir ohne Worte.
Ob ich Kontakt zu Menschen halte, fragt er; diesmal bin ich die Seite, die unweigerlich lächeln muss. Welches auch Antwort genug zu sein scheint. Man müsse sich für Armut nicht schämen. Mein Selbstwert ist durcheinander geraten.

Plötzlich läuft das Schwein aus einer Gasse auf mich zu.
Ich bekomme Angst.
Vor nichts. Vor Allem. Vor den Dämonen vor der Haustür, vor denen in meinem Kopf. 
Panik folgt - gerade so kann ich mich unter einem Baum verstecken.
Zur Apotheke gelange ich gar nicht erst. Nur nach Hause. Nur weg. Nur weiter und nicht stehen bleiben.

Montag, 3. Februar 2014

"Ach, Sie... schon wieder!"

Ja, ich bin es nur, denn Geschichte wiederholt sich. Warum ich dieser guten Frau in Erinnerung geblieben bin, ist eine Frage, die lediglich für Sekunden durch meinen Geist schwebt. "Manchmal bist du wie Napoleon, der durch Russland marschiert", grunzt das Schwein an meiner Seite.
Ihre Unfreundlichkeit macht auch dann keinen Unterschied als sie von Zwangsmaßnahme und Kürzung der Fördermittel spricht - "Leute wie Sie sollten zur Arbeit gezwungen werden", "Psychische Krankheiten sind eingebildet. Ein paar Tage hungernd auf der Straße würde Ihnen schon klar machen wie gut Sie es haben, auf Kosten des Staates zu leben", "Bis zu diesem Datum muss alles erledigt sein, sonst kürzen wir Ihre Zahlungen" - wie ein Angriff aus Blitzen schlägt sie auf mich ein. Stumm nickend kauere ich mich zusammen, was soll ich auch anderes tun? Sie hat bereits ihre Meinung gebildet, wer bin ich zu widerpsrechen?

Verloren in Nichtigkeit, weil auf meinen Tiefs kein Hoch mehr folgt. So bilde ich mir ein, lebensnotwendiges Wasser sei vergiftet und die Straßen, auf denen ich wanderte, seien niedergebrannt. Zerstörung ist unausweichlich, Hilfe keine Option.
Das Schwein spricht von Träumen aus Esspapier und reicht mir eine Packung Risperidon. "Wenn es helfen würde, wäre ich doch nicht hier, oder?", flüstert es. Ein Lachen entflieht meinen Lippen, jedoch nur eines bedeckt mit Staub und Herzlosigkeit.

Auf dem Heimweg vom Jobcenter muss ich ungewollt an Herrn Opfer denken. Wir sind uns näher gekommen, er und ich. Manchmal nimmt er so viel von mir ein, dass meine ganze Körperhaltung auf Abwehr steht. Beim Küssen versteifen sich meine Lippen und meine Hände ruhen stetig auf seinen Rippen - nur für den Fall, dass ich ihn wegschubsen muss. 
"Hilf mir", sagt er in einem ersuchenden Ton, von dem er selbst weiß, dass er erzwungen ist. Kleinlaut fragt er mich, ob ich später mit ihm schlafen werde. Eine Antwort brauchen wir nicht. Aus diesem Grund rufe ich den falschen Namen im Bett, doch das macht er auch - nur er meint es ernst; und ich sage es, damit ich mich selbst nicht so benutzt fühle. Auch wenn das nur Tatsachen verdreht.
"Hilf mir", sagt er erneut. Wieder wiederholt sich die Geschichte. Noch immer weiß ich nicht, wen er in mir sieht, doch spiele ich fleißig mit. Das ist der Preis, den man zahlt, um nicht einsam zu sein.
"Hilf mir", bittet er an einem neuen Tag, ich sage "nein". Kurz schaut er mich bedächtigt an, ein unbedeutendes "Ich liebe dich" folgt und mein "nein" interpretiert sich letztendlich selbst zu einem "ja". Womöglich wird das Morgen genau so geschehen, die Woche danach, den Monat danach.
Die Geschichte favorisiert Lügner. Herr Opfer belügt sich jedoch nur selbst. Ich belüge mich selbst in der Annahme, irgendwann irgendwem irgendwas zu bedeuten ohne dafür etwas zu opfern.

("Es ist einfach so,.... dass ich mich an keine Zeit erinnern kann, in der ich wirklich glücklich war.", zitiere ich im Wissen, dass meine Erinnerung lückenhaft verklingt - denn ich weiß nicht mehr, wer diese Worte zu mir sprach oder ob es eine Kopfstimme war.)

Meine Mutter hat ihr Interesse nur so lange aufrecht erhalten können bis sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Warum es weiterhin so sticht, übersteigt Aufrichtigkeit. Dabei dachte ich für einige erfüllende Stunden, es wäre nicht alles ein Scherbenhaufen, in welchen sich man entweder fallen lassen oder welchen man umgehen kann.  Nun geht es mir eben schlecht, jedoch auch nicht schlechter als gewöhnlich.
Von meinem Vater habe ich seit Weihnachten nichts mehr gehört. Von meinem Bruder auch nicht. Mein anderer Bruder? Er ist wütend. Wenn auch nur aus dem Grund, keinen Grund zu brauchen; weil ich ihm auf der Tasche liege und keine Arbeit finde, weil ich faul bin, weil ich isoliert lebe, weil ich nie so reagiere wie er es von mir erwarten würde.
Vor Schadenfreude quiekt das Schwein: "So viele Menschen haben Angst davor verlassen zu werden und du gehörst zu der Sorte Mensch, die andere wegschieben, bevor sie von Abstand verletzt werden." Eigentlich sind das doch alle. Der größte Teil. Wer möchte schon einen Freund, der keine Nähe will und Angst vor Vertrauen hat?
"Abschaum", trieft die Bezeichnung aus den Poren des Schweines. Nicht, dass ich nicht zustimmen würde. Nicht, dass ich nicht selbst daran glauben würde. Wortgefechte und Überanalyse sind meine Feinde, gleichzeitig stetige Begleiter. Von Nichts kommt nun einmal nichts. Das ist meine eigene Schuld, ja, dessen bin ich mir bewusst. Daraus erschließt sich ein Leben in Lieblosigkeit, Einsamkeit und Armut - Freischein in den Freitod.

Ich sehe keine Zukunft. Ohne es zu beabsichtigen, füge ich Menschen Schmerzen zu. Obwohl mir dies unendlich leid tut, weiß ich nicht, wie dies jemals zu vergeben sei. Die Stimme meines Vaters hallt in meinen Kopf: "Bitte tu' der Welt einen gefallen und stirb. Du bist ein herzloses Stück Scheiße."
Ja, mit diesem Wissen messe ich nun den Rest meiner Zeit. Als hätte ich die Pflicht zur Depression, zur Entgeisterung - das Schwein nickt, die Finger frieren.
Einzelne Tagen ziehen sich so lange bis man gar keine andere Wahl hat als nicht wahnsinnig zu werden.

Sonntag, 2. Februar 2014

Tränen

Die einzige Möglichkeit die Tropfen vom Fallen auf zu halten, ist sie gar nicht erst gehen zu lassen.
Doch womöglich ist dies der schwerste Teil.

Samstag, 1. Februar 2014

Umbauarbeiten

Keine Sorge. Der Blog ist nicht versunken.

Edit:
Für die niedrige Qualität des Bildes entschuldige ich mich. Im Originalformat sieht es besser aus, doch verbietet Blogger Hintergrundbilder mit über 300 KB. Hier füge ich mal das Bild in höherer Auflösung zu: 



Die Sache mit den Hörnern hat wenig mit dem Teufel im christlichem Sinne zu tun. Scheint es nicht eine Art Trend zu sein? Gerade bei deviantArt sieht man täglich neue Fotos von Menschen mit Hörnern bzw. Geweih. Da verspürte ich das Gefühl, einfach mit zu machen.

Bald wird auch wieder Brauchbares von mir erscheinen. 
Versteht wenigstens einer?