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Samstag, 12. April 2014

Nun versagt mir sogar das geschriebene Wort.
Es ängstigt mich nicht:
Der Gedanke, dass ein Ende in Sicht ist.

Donnerstag, 10. April 2014

Erlösung

Ich möchte unbedingt in eine Märchenwelt zurück.
Doch ich bin mir nicht sicher, ob ich aus anderen je wieder gekehrt bin.
Alles ist unreal, als würde man das Leben durch Wolkenwände sehen.
Schwebend, driftend - voller Angst und Leblosigkeit.
Spiegelbildlos, diesen Mensch gibt es nicht.
Was ist bloß dahinter?

Das Schwein hinter mir, verstimmte Saiten eines Klaviers.

Sonntag, 6. April 2014

F44.7

Alarmierend wird es immer erst, wenn meine Glieder nicht mehr zu meinem Körper gehören. Es handelt sich nicht um Angst, es ist ja keine Seltenheit; zehrender als ein rasendes Herz und hervortretende Augen ist es nicht. Mild geschmacklos, bitter schikanierend - so würde ich es bezeichnen, wenn ich inmitten der Supermarktgassen nicht mehr laufen kann, weil ich keine Kontrolle über meine Beine habe, oder für Tage nichts essen kann, weil meine Hände nicht darauf hören, was mein Kopf befiehlt.
Lediglich Scham spüre ich im ganzen Körper, vielleicht drückt sich so das Gesamktonzept von Umgedrehtheit aus. Wie eine Mücke im Raum, die sich niemals die Beine als Ziel aussucht, sondern immer um die Ohren kreist. Man schlägt und tritt, wälzt sich hin und her, und immer wenn man denkt, sie sei verschwunden, brummt es monoton im Ohr.

So können Stunden zu Minuten werden, oder anders herum, die Linien verschwimmt auch hier. Die Finger schreiben auf den Tasten der Tastatur während der linke Fuß im Nebenzimmer ein Nickerchen hält. Eigentlich bin ich mir nicht einmal sicher, wie ich hier her kam oder ob dieses Bett schon gestern an dieser Stelle stand. Manchmal passiert dies eben, Paragraphen in Büchern verschieben sich auch - es ist eine Form von Freiheit, von Gleichheit in Schwerelosigkeit.
Räume haben Wänden, Wände führen zu Türen, Türen verschließen Korridore und Korridore verzaubern mit Reihen und Reihen von Türen, die wieder in Räumen enden. Im besten Fall anständig beleuchtet und sicher, wenn auch nicht aus der Sicht jeden Auges. Heute morgen waren die Türen nicht bezeichnet - das dritte Mal schon in dieser Woche. Konstruktion ist Auslegung, doch mit den Schlüssel jedes einzelnes Schloss durchgehen braucht Zeit.
Wenigstens ist der Fuß wieder da. Gefunden habe ich ihn in der Abstellkammer 24c, die ich mit Mentalen-Fingerspitzen erreicht habe. Es ist ein gutes Zeichen, denn es handelt sich einfach nicht um Angst. Fuß wusste auch, wo Ohr ist und schnell sind Motorik und Gedanken wieder vereint. Auch wenn letzteres problematisch ist, nicht mehr als sonst. Gedanke findet Sprache nicht mehr. Äußere Einflüsse fordern jedoch Sprache und erneut muss ich die Korridore durchsuchen und jede einzelne Türe mental abtasten, von beiden Seiten, ohne Ahnung und ohne Schlüssel.
Letztendlich wird Außenwelt ungeduldig und versteht nicht/s. Eingeschüchtert suche ich weiter. Mit Sicherheit ist Sprache an selber Stelle, an der auch Zeit ist. Zeit ist frei, rennt oft an mir vorbei. Nach nur einer Stunde habe ich Sprache gefunden. Sie war tatsächlich im Gespräch mit Zeit, welche lediglich mit einem schwermütigem Seufzer antwortete.

Inzwischen funktioniere ich.
Nur kommt jetzt wieder die Angst.
Ich vermisse die kreisende Mücke.

Freitag, 4. April 2014

Geisterhaft



Vögel fliegen, weil sie können.
Menschen fliegen, weil sie denken,
sie könnten.
Licht bricht an den Jalousien
wie dein Lächeln, deine Zuwendung.
Für einander sind wir kristallin.
Spiegel machen keine Fehler:
Entweder ist dort etwas,
wenn obgleich verzerrt,
oder dort ist nichts. 

Um den Stolz einer Ära gerecht zu werden;
sogar Staub glänzt, wenn man ihn lässt.
Doch du strahlst in goldener Rüstung
und ich,
ich inhaliere Sternschnuppen.
Du sagst:
"Schatz, ich kann nicht für immer bleiben,
nur so lange
bis du mich lieben kannst."
Hohl und unbedeutend erklingt mein Lachen,
denn du kannst nicht erahnen,
dass 'für immer'
in diesem Moment
vergangen ist.
Es ist der Kuss eines Geistes, 
der Sonnenuntergang zwischen dem Jetzt
und der Zukunft
während Vergangenheiten verfolgen,
eingeschlossen in den Seiten dazwischen.

Vögel fliegen, weil sie können.
Menschen fliegen, weil sie denken,
sie könnten.
Schmerz frisst sich durch die Sehnen,
stechend und hell,
Seelenfeuer, welches Herzen verbrennt.
Macht Anwesenheit keinen Unterschied,
hängt Existenz wie ein Körper
in der Schlinge.
Ich sage:
"Schatz, ich kann nicht für immer bleiben,
nur so lange
bis du mich vergessen kannst."

(In der Stille der Nacht
flüstert der Wind, der durch Äste rauscht
stetig nur die selbe Frage:
"Ist das nicht alles... ein wenig... geisterhaft?"
Die Sonne geht auf
und ich bin so unendlich müde,
von uns, von dir, vor Allem von mir.)

Donnerstag, 3. April 2014

Klinikbewertungen

Ist hier jemand so paranoid wie ich und liest sich vor jedem Termin bei einem unbekannten Arzt notorisch Online-Bewertungen durch? Als hätte ein Patient vor mir möglicherweise eine Erleuchtung durchlebt, um diese im Internet zu teilen. Gerade geht es bei mir eher um Kliniken als um spezielle Ärzte.
Da mein Psychiater und das Jobcenter in naher Zukunft auf eine stationäre Behandlung bestehen wird, durchsuche ich bereits alle auffinbaren Seiten.
Sollte man sich durch solche Meinungen wahrhaftig beeinflussen lassen? Immerhin scheint es, dass meist nur die eine Bewertung schreiben, die entweder vollkommen hin und weg von der Behandlung waren und nach 4 Wochen auf wundersame Weise geheilt waren oder die, die unzufrieden mit allem waren, Behandlung, die Ärzte, die Therapeuten, den Frezeitangeboten - sogar mit Kleinigkeiten wie das Essen oder den Fünf-Minuten-Gang zur Kantine.

Was sagt ihr dazu?

Einsamkeit

Ist das Gesamtkonzept des Alleinseins leichter zu ertragen als ein schonungsloser Zustand unermüdlicher Sehnsicht?
Schmachtend nach einem heilendem Händeschlag, der unter Umständen doch nur die tief-schwarzen Abgründe meiner Seele offen legt: Stetig den Abschied im Sinn, den Riss im Brustkorb. Niemals verschwindend, niemals sein qualvolles Ende antretend.
Immer nur wartend. Unsterblich.

Isolation blickt mir im Spiegel entgegen. Ich war schon immer mein schlimmster, doch auch bester Feind. Zittrig nach Halt suchend, nach einem warmen Körper mit verständnisvollen Geist, der nicht von meiner Seite weichen würde. Auch nicht, wenn Stille bis auf die Knochen schneidet und einschließende Kälte den letzten Funken Menschlichkeit aus unseren Herzen höhlt.

Gibt es jemanden, der versteht und nicht urteilt?
Gibt es die Möglichkeit, dass ich diese Person verstehen kann und nicht urteilen werde?
(Nun.... ist man eingehüllt in Wunden, bemalt mit blauen Flecken, schmerzt wohl auch eine Umarmung. Regelrecht: Gerade diese.)

Noch immer warte ich. Bete inständig, dass es dich gibt. 

Dienstag, 1. April 2014

Probleme mit Blogger

Ist es gerade nur bei mir so oder hat jemand von euch auch Probleme mit Blogger? Manchmal kann ich mich nicht einloggen, dann geht es aber wieder. Kommentare werden nicht immer weitergeleitet und wenn ich versuche, einem neuen Blog zu folgen, erscheint folgende Meldung:

Doch egal, wie oft oder wieviel später ich es erneut versuche, es kommt immer nur die gleiche Meldung!?
Vorhin habe ich einen Text verfasst und online stellen wollen und dann war der einfach verschwunden.

Weiß jemand, ob irgendwas im Allgemeinen nicht stimmt oder kann mir helfen?