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Samstag, 31. Mai 2014

Schwerbehindertengrad


Und nein, derzeit weiß ich nicht, welchen genauen Vorteil dies für meine jetztige Situation bringen wird.
Finanziell gesehen bringt der Ausweis keinen Unterschied, da ich Grundsicherung bekomme. Doch vielleicht gibt es eine Möglichkeit eines beruflichen Eingliederungsversuches, der besser auf meine Ansprüche angepasst wäre. Drückt mir dabei bitte die Daumen.


Ich glaube, ich warte auf den Tod. 

Freitag, 30. Mai 2014

Zirkel

"Hallo. Ich bin deine Erinnerung und ich bin nur eben vorbei gekommen, um dich heim zu suchen."
"Warum machst du das? Mir ging es doch ganz akzeptabel."
"Tu' nicht so als wäre ich nicht willkommen, immerhin kannst du bereits dein Blut in den Gefäßen gefrieren spüren."

Der Tag beginnt mit rezeptpflichtigen Medikamenten, die für ein ungeschultes Auge wie eine Überdosierung wirken könen: Durchschnittlich fünf Tabletten, an missmütigen Tagen doppelt so viel. Sogar mehr, abhängig von Wirkung und Nutzen.
Sich so auf Hinsicht und Ansicht zu töten ist Zeit-konsumierend. Manchmal fühlt es sich nicht wie Leben an, nicht einmal wie das Verschwenden von Leben, sondern lediglich wie den Kopf über Wasser halten, nur das. Für Stunden liege ich im Bett, bewege meinen Körper hin und her, um den Schwund nicht all zu deutlich zu spüren. Immerhin war es nicht das gesetzte Ziel, den Körper auch noch in den nuklearen Krieg zu schicken.
Der Rest des Tages scheint wie ein Alptraum in deinem Kopf, welches nur wieder in 'mehr Pillen' resultiert. Sie vernebeln die Tim Burton-Landschaften in der Seele. An den Orten, an denen noch etwas gefunden werden kann.

"Warum kreiert dein Kopf stets diese riesige Wellen an steinigen Felswänden?"
"Es macht keinen Unterschied, an welcher Stelle eine Welle bricht, wenn Niemand da ist, um erstaunt, erschreckt oder hinfort gerissen zu werden."
 "Im offenen, tosenden Meer nach einem Büschel Gras zu greifen, erscheint mir ein wenig verzweifelt."
"Man lebt, was man lernt."
"Was passiert, wenn die Erde nachgibt?"´
"Dann fällt man in ein fernes Universum. Ohnehin - es fühlt sich sicherer an, doch tötet dich letztendlich auch."

Gedanken stürmen mit durchaus bösen Intentionen herein; vereinen sich mit den Strängen schmerzvoller sowie schmerz-bringender Zwänge und spielen mit Panik. Ist es an der Zeit, dass das Herz schneller pulsiert und die Lungen schneller atmen, wünsche ich mir nur noch, dass es aufhört. Alles.
Die Knochen, Muskeln und Sehnen könnten mich noch retten, wenn sie nur irgendwann wieder auftauchen. Das Blut könnte meine Boje sein.
Stattdessen schluck ich programmiert meine Medikamente und bete inständig zu einem Gott, der zuhört oder auch nicht, dass dieser Kreislauf ein Ende nimmt.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Wildpark-Video


Hier ist die Endversion von dem Video, an welchem ich relativ lange arbeitete. Dementsprechend ist es auch ziemlich in die Länge gezogen, aber vielleicht möchte ja jemand 15 Minuten seiner Zeit opfern, um Tiere zu sehen.

Vielen herzlichen Dank an Lilly, Pirandîl und Otze Worman für ihre Meinungen über die Videoqualität.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Nur Worte

Ist es Last
oder ist es Kunst,
wenn Seelenqual dir an die Kehle fasst,
lediglich das den Stift bewegt?

Schmerz allein wird zur Poesie,
doch nicht im Nutzen oder Selbstschutz,
nur Sehnsucht nach Erlösung schrie.
Am Ende sind es doch nur Worte.

Dienstag, 27. Mai 2014

Geständnisse einer Schülerin, oder einfach nur Erinnerung

(Könnte triggern, aber nichts grafisches wird beschrieben. Nur vorsichtshalber.)

"Dieser Müll ist fehlerhaft, undurchdacht und vollkommen unlogisch", schrie mir die Mathelehrerin entgegen, drückte die mangelhafte Hausarbeit mit etwas zu viel Druck vor mir auf den Tisch. Es war nicht meine Absicht, aufsässig oder gar trotzig zu wirken, doch konnte ich diese Reaktion nicht verstehen. Sie reichte mir Zahlen, die in meinem Kopf keinen Sinn ergaben, ich reichte ihr Skizzen von poetischen Nummern, die in ihrem Kopf keinen Sinn ergaben.
"Es ist vollkommen, unlogisch durchdacht, doch trotzdem fehlerhafter Müll."
Obwohl ich auch viel lieber brüllen wollte, loslassen wollte, war meine Stimme zart, fast flüsternd. Angewidert, vielleicht auch nur verständnislos, verdrehte sie die Augen und ging in Richtung Tafel.
Zwei Vögel flogen gegen die Fensterscheibe. Wahrscheinlich war es Gott, der entschieden hat, dass nur einer von ihnen leben durfte. Ich wünschte, ich wäre der andere von ihnen gewesen. Auf der anderen Seite wollte ich nur meine Mitschüler anschreien: "Hey! Schaut! Seht alle her! Die Welt steht in Flammen und ihr seht es nicht einmal." 

Das Schwein sah mich durch eine winzigen Augen an und wollte mir zu wissen geben, dass Gott wohl auch das Feuer schürte, oder der Teufel, nicht, dass es für mich einen Unterschied gab.

.....

"Aber Emaschi, langsam musst du dich zusammen reißen. Auch wenn die mathematischen Fächer nicht dein Ding sind, sollte wenigstens eine 3 drin sein. Wo soll denn das mit dir enden? Willst du später in Arbeitslosigkeit leben, immer auf der Tasche des Staates?", seine Stimme war nicht so verzehrt durchsetzt von falsch-ausgelegter Wut. Mein Deutschlehrer stand damals kurz vor seiner Pensionierung, schien damit zufrieden. Wohl schon damals konnte er erkennen, was dieses Leben für einen traumatisierten Träumer übrig bleibt: Krauchen.
Für mich gab es nichts zu sagen, darum wurde ich nach Hause geschickt. Auf dem Weg begleitete mich ein Unmut, der mir oft folgte, doch in solch einer unbeschreiblichen Intesität, dass ich es nicht in Worte zu verfassen mag. Es fühlte sich wie sterben an. Zu dieser Zeit fühlte sich alles wie sterben an. Jedes Mal, wenn mein Vater betrunken herum lag, er im Rausch nach uns Kindern trat und schlug und schrie und keifte. Jedes Mal, wenn ich meine Mutter vermisste oder mur wünschte, sie würde fort sein. Jedes Mal, wenn ich "bestraft" wurde, stundenlang in mein Zimmer gesperrt. Jedes Mal, wenn etwas in der Schule vorfiel, was nicht selten war. Jedes Mal, wenn ein geschätztes Gesicht von mir abwandte. Jedes Mal, wenn ich mich verzweifelt, allein und nutzlos fühlte. Vor Allem jedoch, vor Allem: Jedes Mal, wenn mein Cousin in meiner unmittelbaren Umgebung war.
Vielleicht bin ich damals auch gestorben, immer wieder, teilweise. Das Einzige, was eindeutig in mir lebt, ist die Angst. Seit damals ist sie in mir inplantiert, so wie sich mein Cousin in mich hinein gefressen und wie ein Parasit fest gesaugt hat. Oh Gott, diese Angst, diese Angst...

.....

Im Sportunterricht wollte ich mich nicht mit den anderen Mädchen umziehen. Ich habe mich in die Toilette gesperrt. Meine Lehrerin verbot mir dies, welches zur Folge hatte, dass ich nicht mehr zum Sportunterricht erschien. (Später auch nicht mehr zum gesamten Unterricht, aber das ist eine andere Geschichte.)
Ermahnend fragte sie mich: "Wieso willst du dich nicht mit anderen umziehen?"
"Wieso wollen Sie unbedingt, dass ich mich wie auf einer Fleischbeschau freiwillig an den Schlachterhaken hänge und von allen beäugen lassen? Sind Sie vom Amt von Schülerhygiene oder was?"
Wieder ein Augenrollen. Im Stillen fragte ich mich, ob dies die einzige menschliche Reaktion ist, die ich je auf meinen tief-festsitzende sarkastische Ader erhalten werde. Zu mehr war ich wohl nicht fähig. Angst und Verdrängung, Angst und Aushalten, Angst und Erstarren, Angst und Verzweiflung. In der Reihenfolge.

Damals, ungefähr zeitgleich vom 100. Augenrollen, schnitt ich mir zum ersten Mal in den anatomischen Teil des weiblichen Körpers, an dem gewöhnlich wenig Licht kommt. Offen gestand kann ich mich nicht mehr entsinnen, was genau mein Ziel war. Schmerz als ausgleich zum bestehenden Schmerz? Weniger Anreiz für meinen Cousin? Habe ich mir einfach nichts gedacht und war so in meiner Welt aus Tränen gefangen, dass ich die Kontrolle verlor?
Auf jeden Fall wollte ich, dass sich etwas ändert. Ich dachte, es würde etwas bewirken, etwas nur.

Es hat nichts bewirkt, geändert haben sich die Umstände erst später.
Die Angst ist da.
(Und eine leichte Scheu gegenüber meinen alten Lehrern. Und Gott, ohne blasphemisch herüber kommen zu wollen. Gut, sagen wir nicht Gott und nicht Teufel, es waren die Fensterscheiben.)

Montag, 26. Mai 2014

Seifenblase

Wahrscheinlich führt dieser Gedanke nicht sonderlich weit, kann nicht einmal erklären, von welcher Quelle er entspringt: Manchmal kann ich mich nicht entscheiden, ob ich in einer Seifenblase festsitze oder selbst eine Seifenblase bin, die etwas in sich festhält, was keinen Bestand hat, womöglich nur Leere.

+ - +

Im Übrigen weiß ich auch nicht, warum die Umfrage nicht funktioniert. Ich belasse sie erst einmal da, wenn es in ein paar Tagen noch immer nicht geht, nehme ich sie wieder herunter und probiere es zu einem anderen Zeitpunkt erneut. 

Sonntag, 25. Mai 2014

Videoqualität - Wie gefällt es euch am Besten?

Da ich mich gestern mit dem Zuschneiden von einem Tiervideo beschäftigt hatte, versuchte ich mich zeitgleich ein wenig mit dem Bearbeiten von der Aufnahmequalität. Mein Bruder kommentierte, dass ihm einige Szene zu dunkel vorkamen, somit habe ich es mit aufhellen und entrauschen probiert.
Unten findet ihr ein kurzes Test-Video mit drei verschiedenen Bearbeitungs-Varianten.

Es würde mich sehr interessien, welche Qualität ihr am Besten findet, oder ob das Original, immerhin wurde die Szene recht spät gefilmt, doch das Wahre ist. (Dauert nur knapp eine Minute und es handelt sich um ein süßes Luchs-Jungtier. ^_~)
Bitte hinterlasst eure Meinung hier oder als Kommentar bei YouTube, allerdings werde ich dieses Video demnächst wieder löschen.

Danke für eure Zeit. =)



Video schon gelöscht =)

Samstag, 24. Mai 2014

Monarchfalter

Sein Herz ist ein toter Monarchenfalter. Schon immer wusste er das, kannte diesen Gedanken wie die zwarten Linien auf seinem Handrücken. Die Reflexionen der Sonnenstrahlen berühren sein zerzaustes Haar. Als wollte Licht ihn überzeugen, er sei doch der Löwe, den er sich immer gewünscht hat zu sein. Der dröhnende Kehlenschrei, Macht im posanten Erscheinungsbild.
Während seine Finger zum Himmel greifen, immer entgegen; irgendwann wird er die Konstellation fallender Tage fangen und festhalten können.

'Leben atmet durch mich hindurch', denkt er in Bitterkeit. 'Die Materie dunkler Räume beinhaltet lediglich nutzlose Liebe. Doch die Stärke atrophysischer-Feuer lässt mich voran schreiten.'
Oder voran stolpern. Oder fallen.
Anhaltend wahnhaft, wie jeder selbst-erkorene Poet, sitzt sein Stolz platzgenau über dem Fleck seines Herzens, nackentief an Stricken aus Venen und Arterien. 

'Es ist tot. Oder nicht? Man darf Hoffnung nicht schweifen lassen.
Es ist sinnlos. Oder nicht?', diskutiert er im inneren Dialog mit sich selbst. Letztendlich entscheidet er sich, dass er ohnehin kein Herz braucht. Nicht in dieser digitalen, industriell-vorgefertigen Welt. Nur sich selbst bräuchte er - und die flammenden Galaxien.
So sammeln sich tausend Sonnen in seiner Faust, damit er sie im Ganzen verschlingen kann und als kollektive Dichtkunst den Göttern entgegen spucken kann. Dafür, dass einfachen Menschen die Schuld von Kontinenten auf die Schultern gedrückt werden. Dafür, dass Menschen so von ihren Gefühlen und erlernten Verhalten ergriffen werden können, dass Blut ihre Gesichter hinab fließt wie Wasser und durch den Mangel an Verständnis und Einsicht ihre Knochen aufbrechen.
Er versteht, wenn auch nur in Maßen. Diese Erde ist keine Welt der Unschuld.

'Worte sind zu schlicht für Glorie. Lyric bringt Unsterblichkeit', nur ist er stets wandelnd, kochend fast. Am Atmen, immerhin. Vielleicht ist es das Versagen des Aufschreis von Gerechtigkeit, welches sich anfühlt wie Rosendornen, die durch seine Zunge gleiten. Niemals ruft er, niemals spricht er. Anstelle singt er verbotene Friedenslieder in gebrochenen Silben. Vulkanasche auf seinem Rücken klebend, Stacheldraht um seine Beine gewickelt, nicht einmal dies macht ihm zu Masochist. Es ist der Giftefeu, der seine Lippen versiegelt.
Der Löwe verhundert in Afrika. Der Falter erfriert in Mexiko.

'Mond, bitte streu' mir Träume von Feen und verwunschenen Schlössern auf die Augenlider', fleht er. Lediglich die Sonne antwortet mit einem verheißungsvollem Klopfen an den Fenstern. Alpträume von wispernden Opferbrinungen kommen von allein, schon aus dem Grund vor der Angst vor dem Nichts. Aus diesem Grund steht eine Kerze auf einem Haupt: Das Feuer tanzt die Dunkelheit davon, das Wachs hält ihn wach. Atmend, immerhin.

Freitag, 23. Mai 2014

Stimmen

Inzwischen weiß ich nicht mehr, ob zuerst der Schmerz präsent war und dadurch die Kreaturen in meine Welt kamen. Oder ob die Kreaturen schon längst ungehört und verborgen den Schmerz prophezeiten, letztendlich nur lauter wurden.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Neue Umfrage

Da es schon lange keine Umfrage mehr gab, möchte ich euch nun nach euren bevorzugten Musikgenre fragen. Mehrere Auswahlmöglichkeiten sind verfügbar und man kann so viele Themen wählen wie man mag.
Die Umfrage läuft mindestens einen Monat, wird aber so lange verlängert bis mindestens 100 Stimmen zusammen gekommen sind.

Danke für eure Zeit.
Leider habe ich nicht alle Umfragen, die ich je über diesen Blog laufen hatte, in Bildform gespeichert, deshalb hier nur die übrigen drei für die Leser mit Interesse:

Ansichten über Essstörungen
Geburtsmonat
Angst

Wer Ideen für kommende Umfragen hat, kann sie mir gerne als Kommentar hinterlassen.

Mittwoch, 21. Mai 2014

"Mir geht es Tavor."

"Ja, ich weiß, Sie sind benommen und sehen noch immer Hunde und Schweine, die sonst keiner sieht, zusätzlich haben Sie das Gefühl, dass wir Ihnen Ihre Gedanken stehlen, leiden unter nicht weniger werdende Panikattacken, haben Magenprobleme und Sodbrennen, haben unersättlichen Appetit und nehmen stetig an Gewicht zu, aber wenigstens können Sie nun schlafen."
~ Der zwar kompetente doch äußerst antipathisch-wirkende Oberarzt einer psychiatrischen Krisenstation.

Wenigstens hat dieser Herr, natürlich auch andere, mich zu diesen Bild inspierien können:

"Wie geht es Ihnen?"
"Mir geht es Tavor!"
"Was soll das bedeuten?"
"Es bedeutet, dass ich nicht mehr ich bin und meine Gedanken nicht mehr spüre."
"Wenigstens geht es Ihnen dann nicht mehr so schlecht wie vorher."

Dienstag, 20. Mai 2014

Anträge und Panik

Die Papier für den Antrag auf Sozialhilfe sind aufgefüllt. Jegliche weitere Nötigkeiten kopiert und dem Umschlag hin zu gefügt. Nun liegt er hier, direkt neben mir. Seit letzter Woche Donnerstag.
Mir ist bewusst, dass ich ihn schnellstmöglich abzugeben habe. Ich schaffe es einfach nicht. Bisher habe ich nicht einmal die Wohnung verlassen können, hatte Panikattacken, Herzrasen und Atemnot. Mir macht einfach alles Angst: Das Herausgehen, die Menschen, die Engen, die Weiten, die Blicke, die Autos, die Geräusche, die Lichter, ...
Um durch diesen Alltag zu kommen, brauche ich Hilfe. Doch ist es zu einer Seite schier unmöglich, nach Hilfe zu fragen, wenn Ärzte überfüllt und auf Klinik drängend sind, und man zweitens gar keine Unterstützung verdient hat. Hand auf's Herz: Es scheint nicht so, als würde ich es versuchen.

Nehme seit gestern Abend über den Tag verteilt 3mg Lorazepam. Drückt mir die Daumen, dass die Wirkung dieses Medikaments es schafft, mich zum Rathaus zu bringen und diese Papierfetzen dort ab zu geben. Immerhin geht es um so viel mehr als Angst. Immerhin geht es um so viel mehr als Überleben, und lediglich mich...

Montag, 19. Mai 2014

Insomnia

Schlaflose Nächte werden zu sorgenreichen Tagen.
Nur endlose Gedanken; kreisend, verfolgend, heimsuchend:
Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang.

Es ist mir nicht bewusst, ob sich die Gefühlslosigleit aus Angst in Panik verwandelt oder ob es andersherum der Fall ist. Vielleicht ist es Verzweiflung in der Hoffnungslosigkeit, immerhin hat die Sonne in menem Herzen schon lang nicht mehr geschienen. So wandern Wünsche und Träume im dunklen Moor umher. Ohne Ziel, nicht einmal mit einem Wegweiser.
Vor meinen Augen befindet sich ein Spiegel und reflektiert das, was wohl Realität ist. Wenn Realität für mich nicht ein unmöglich verwirrendes Konzept wäre: Weltentfremdet und körperfern.

Im Schatten streift das Monster umher.
Es ist ihm unmöglich zu schlafen,
unmöglich zu träumen -
genau wie mir. 

Sonntag, 18. Mai 2014

Die Formel meines Lebens

Die Formel meines Lebens:
Desto mehr Zeit ich theoretisch hätte, desto unproduktiver werde ich.

Dienstag, 13. Mai 2014

Schon wieder ein Wechsel beim Amt...

Das ich in Panik verfalle sofern ich einen Brief vom Jobcenter sehe, ist kein Geheimnis mehr. Doch als ich gerade diesen Zettel in den Händen hielt, stockte mir der Atem:


Jetzt muss ich beim nächsten Amt, im diesem Falle das Sozialamt, vorstellig werden. Wenn dies wieder mehrere Monate dauert, stehe ich wieder ohne Geld da, weil ich hiermit die letzte Zahlung vom Jobcenter erhalten habe.

Bisher habe ich noch nicht mal mit einem Amtsarzt oder Medizinischen Dienst gesprochen. Auf einen Termin warte ich seit letztem August. Woher kommt die Entscheidung der Erwerbsunfähigkeit ohne Evaluation? Reicht tatsächlich ein Anruf bei meinem Psychologen?

Ich verfalle gerade. Es geht wieder so tief hinunter. Was passiert jetzt wohl? Was kann und wird alles schief gehen? Woher soll ich die Kraft nehmen? Derzeit weiß ich noch nicht einmal, ob ich willig bin, dieses Leben zu unterstützen.
Wie soll es denn enden, stetig allein vor dem PC im Internet, abgeschottet von den meisten sozialen Kontakten? Panik und Angst als einziger Kraftstoff, der mich auf den Beinen hält? Das Schwein? Das Schwein und Nummer 1! ....

....

Mein Therapeut drängt auf Klinik.
Schon wieder. Schon wieder. Immer wieder.
"Dieses Mal wird es Ihnen helfen. Sie müssen nur willig sein, die Hilfe an zu nehmen."

Sonntag, 11. Mai 2014

Selbstgerecht

An manchen Tagen scheint es regelrecht so als wolle ich mich dagegen wehren, mich gut zu fühlen. Vielleicht versuche ich es tatsächlich nicht genug. Schotte mich von der Außenwelt ab, um mit dem Schwein und Nummer 1 allein zu sein. Setze unaufgefordert meine Medikamente ab - wenn ich auch versuche, mir eine gute Begründung ein zu reden -, um eine Reaktion aus meinem Körper zu locken.
Ist dies der Punkt der unumstößlichen Aufgabe? Oder habe ich diesen schon längst überschritten?

Beim Aufräumen fand ich zwei Murmeln, die von einer selbst-erkorenen Hexe hergestellt worden sind. Noch mit einer dicken Staubschicht bedeckt, schloss ich meine Augen und träumte.
Auf einem Riesenmanta flog ich durch den Ozean, machten nur kurz an einer Putzerstation am Riff halt. Während unserer Reise trafen wir ein türkises Unterwasser-Einhorn, welches der Ansicht war, der Vater aller Seepferde zu sein. Es redete von Weihnachten und gutem Willen, vom Setzen erreichbarer Ziele und wichtige Daten der Vergangenheit, die man zwar vergessen könne, aber aus ihnen lernen müsse.
Inzwischen wusste ich, warum Alice dem weißen Kaninchen folgte: Bis zu einem bestimmten Grad konsumiert uns die "Was wäre, wenn"-Krankheit alle.

Immerhin ist es kein Geheimnis, dass auch ich Vergessen trinken würde bis meine Augen zu Asche zerfallen und meine Lungen Vergeben predigen.

Freitag, 9. Mai 2014

Schuld und Scham

Aus unerkennbaren Gründen brachten mich durchaus verquere Gedankengänge auf einen philosophischen Pfad aus Ergründungsversuchen und endlos-scheinenden Sackgassen. Ich kann nicht aufhören, in der Vergangenheit zu graben. Kann nicht aufhören, zu glauben, dass es Gründe geben muss, Erklärungen und Belege, die den Schmerz - wenn auch nur im Nachhinein - erträglicher erscheinen lassen.
Auf der Suche nach Sinn gehen wohl viele bankrott. Zurück bleiben unendliche Anschuldigungen, genährt von Scham. Desto mehr ich darüber nachdenke, desto weniger möchte ich darüber nachdenken: Immerhin hat man erst Schuld, wenn man glaubt, Schuld bewiesen zu haben. Scham dagegen schwebt allgegenwärtig in dem Räumen aus Herz und Gehirnbahnen. Lucretia würde dies bestätigen.
Im besten Fall folgt auf Schuld Strafe, die man gegebenermaßen ertragen kann, weil es entweder keine andere Fluchtmöglichkeit gibt oder weil man denkt, sie zu verdienen. Was folgt auf Scham? Selbstkenntnis? Anerkennung der Entblößung?



Die wachenden Minuten verbringe ich mit Beten; und ich bete für dich, um dich. Wie eh und je, denn seit deinem Tod erlebe ich nicht mehr diese Welt, sondern sie erlebt mich. Als würde sie sich nichts denken müssen, Menschen abstreifen können, um Willen aus zu zahlen oder auch nur für ein zustimmendes Nicken.
Wie im Sog einer Sucht wiederholt sich die Geschichte: Desto lauter ich lache, desto leere fühle ich mich; verbraucht und nutzlos. Aufgegeben habe noch nicht, nur zwangsläufig die Farben - du warst mein Herz, meine Liebe, alles, was ich jemals wollte und mir jemals ersehnte, warst du.
Sind die angemessenen Monate der Trauerphasen womöglich längst verstrichen, steht an den Türen und Wänden noch immer nur dein Name. "Du musst loslassen. Neuen Leuten vertrauen und in dein Leben lassen", "Du brauchst einen besseren Therapeuten, der dir mit deinem Schmerz umgehen hilft.", "Probiere es mit einem Hobby, lass' die Vergangenheit einfach ruhen", sind gut-gemeinte Hilfslinien, doch ich scheine taub, oder nicht zu verstehen - seit deinem Unfall wartest du verrotend unter jeglichen Treppen, zerschnitten wie Papier, eingedellt wie alte Dosen.
Was übrig bleibt, ist das Schuldgefühl, welches sich mit richtenden Gotteshänden um meine Kehle schnürt. Ich wünsche mir, ich hätte etwas anders machen können, um dich zu retten. Es wäre mir egal, wenn ich dabei selbst gestorben wäre. Ist dies auch ein einseitiger, selbstgefälliger Wunsch - hier in der Dunkelheit sitzend, in traumatischen Szenarien versinkend, würde ich alles tun, um dich zurück zu holen. Erneut dreht sich alles um "Wäre doch" und "hätte doch", "könnte ich doch" und "sollte doch" und es ist, unglücklicherweise, nie mehr als das. Es tut mir leid. Dies hättest du wohl auch nicht für mich gewollt. Wir waren so enge Freunde, waren Inspiration und Exspiration. Heute bist du fort, am sogenannten besseren Ort. Ich bin hier. So einfach ist es, doch unerträglich. Es tut mir leid in all meiner Schuld.
Es erfüllt mich mit Scham, dass ein Jahrzehnt nicht ausreichend ist, um meine Tränen für dich auf zu halten.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Einfach schwimmen, einfach schwimmen,...

Zwar sind wenige unter euch, die sich für Aquaristik interessieren. Doch da in Emaschis melancholischen Puppenkiste nichts erwähnenswertes passiert, empfand ich es als nette Idee mit euch wieder ein paar Neuigkeiten über das Leben in meinen Becken zu geben.

Im größeren Becken sind die Fische alle gesund und munter. An sich habe ich auch nichts geändert. Plane aber demnächst eine Pflanze aus zu tauschen, weil diese nicht entsprechend wächst.
Kapitän Nemo hat seine Pandapanzerwelse (in Fachkreisen nur als "die Bären" bekannt) im Griff, schien aber leicht verunsichert über einen neuen Bewohner:


Sonst ist und bleibt ihre Lieblingsbeschäftigung offenbar das Fressen. Vor Allem wenn Würmer auf der Speisekarte stehen, lebend und zappelnd - manchmal ist es fast schmerzhaft, ihnen zu zu sehen:




Im kleinen Becken, welches unter Anderem als 'Garnlelium' und 'die Asiaecke' bezeichnet wird, dient als Behausung für Blue Dream / Blue Velvet Garnelen (Neocaridina Davidi) und Pianoschnecken.


Nach den Einzug musste ich aber leider mit Erschrecken feststellen, dass die kleinen Krabbler mit Kiemenwürmer befallen waren. Zwar habe ich mich beim Verkäufer gemeldet, nicht einmal unbedingt um mich zu beschweren, doch sollte er sich dringend um dieses Problem kümmern, immerhin können dadurch Ausfälle entstehen. Da ich die Tiere direkt nach dem Transport nicht all zu sehr stressen wollte, habe ich mit der Behandlung noch ein wenig gewartet. Wenn es jemanden interessiert, erkläre ich es genauer. Kurz gesagt, sind Kiemenwürmer nicht zwingend tödlich für die Tiere, da die Garnelen für die Würmer als Wirte dienen. (Nur ein dummer Parasit tötet seinen Wirt. Gilt nicht nur im Bereich der Aquaristik.) Leider bedeutet ein Transport und das Umsetzen der Tiere von Becken mit verschiedenen Wasserwerten viel Stress. Ein durch Infektionen bereits geschwächtes Tier kann das sehr zusetzen.
Leider haben es vier Garnelen nicht geschafft und aus meinen zehn Exemplaren ist ein Sechs-Mann-Trupp geworden. =(


Seht ihr die kleinen, weißen Fussel am Rostrum, quasi auf dem Rüssel der Garnele, dies aussehen wie eine kleine Krone? Hierbei handelt es sich um die Parasiten, die sich dort fest setzen (auch in den Kiemen, daher der Name, aber hier kann man es nicht so schön sehen.) 

Am Samstag erfolgte jedoch der erste Teil einer Tremazol-Behandlung. Dies ist ein Anthelminthikum, also ein Medikament gegen Wurminfektionen. Ausfälle hatte ich keine, auch den Schnecken geht es gut.
Die Garnelen haben keine "Kronen" mehr.

Dieses Weibchen ist so blass, weil sie sich vor Kurzem gehäutet hat.

Diesen Samstag erfolgt dann der zweite Teil der Behandlung mit dem gleichen Mittel, damit auch die Würmer, die sich letzte Woche noch im Larvenstadium befanden, auch erfasst werden können.
Drückt mir die Daumen, dass alles gut geht und alle gesund und munter bleiben.
Allerdings frage ich mich derzeit, ob ich den Bestand wieder aufstocken sollte, da sich Garnelen in großen Gruppen viel wohler fühlen, oder sie nach der Behandlung einfach in Ruhe lassen sollte. Immerhin wäre die Gefahr vorhanden, dass durch einen erneuten Kauf, wenn gleich natürlich von einem anderen Händler, wieder befallene Tiere ins Becken kommen, gar auch andere Infektionen, doch ob sechs Exemplare artgerecht ist, wage ich zu bezweifeln...

Nun ist es allerdings an der Zeit ein bisschen Gurkenliebe zu teilen:



Und ein Geist:

Besonders viel Mühe habe ich mir beim EInzug der Tiere gegeben, welches ich auch auf Video festgehalten habe. Bitte schaut es euch an, wenn ihr Zeit und Interesse habt. Über Kommentare und Gefällt Mirs freue ich mich immer.




Mittwoch, 7. Mai 2014

Für den Mann mit dem hohlen Blick

Eingehüllt in löchrigen Decken und Dunkelheit,
zu verbergen die Alpträume,
die er fürchtet,
zu verbergen die Alpträume,
die er hört.
In schmerzerfüllter Flüster-Stimme
spricht er vom Hass ausrangierter Engel,
die ihm Lieder singen
durch steril-weiße Wände.
Wäre meine ungewollte Aufmerksamkeit
eine Waffe wie ein Heilmittel,
welches selbst ein Gott nicht schmieden könne,
ich würde sie ihm schenken.
Doch die Feinde sind schlummernd unerkannt.
Zu finden vermag ich sie nicht.
In schwachen Schreien
spricht er von Liebe kläglicher Dämonen,
die mit vernebelten Gesichtern und Intentionen
von Erlösung sprechen,
von Seelenheil.

Belastet und beladen,
Eine Pille wird ihm gereicht,
eine Zweite -
zum Betäuben und Verdrängen.
In seinem Blick doch stetig zu erkennen:
das Mahnmal von Himmel und Hölle.


(Dies ist für den Mann mit dem hohlen Blick. Damals - bei meinem letzten Klinikaufenthalt. Denn des Tages war er stumm und regungslos, doch in der Nacht schrie er auf vollen Lungen: Verfolgt und heimgesucht von Monstern, die so viel mehr zerstören als Hoffnung. Ich weiß.)

Dienstag, 6. Mai 2014

Findungsfragen

Mein Bruder und ich schauten gerade eine kurze Reportage über neuartige Behandlungsmethoden in der psychosomatischen Medizin.
Recht beiläufig und geistig abwesend kommentierte ich:
"Mir tun psychisch kranke Menschen so leid. Wer hat solche unsichtbaren Schmerzen verdient?"
Woraufhin mein Bruder mir für einen Moment intensiv in die Augen starrte und meinte:
"Ist das jetzt eine verdrehte Form von Selbstmitleid?"

Obwohl ich nicht antwortete, fühle ich mich jetzt... belastet. Wenn dies das richtige Worte ist. Ich komme mir... schwer vor, als würde etwas auf meinem Kopf sitzen.
Ich weiß nicht, warum es mir schlecht geht. Eigentlich müsste alles in Ordnung sein...

Montag, 5. Mai 2014

Schmutz

Dreck fließt durch meine Venen,
das Klagelied wie ein Monument:
Gewichtslos schwebend,
vom Echo davon getragen.
Ich kleide mich in Chemikalien,
zur stetigen Aufarbeitung:
Denn Hautfetzen überdauern
durchschnittlich,
während Blut den Teppich
ewig benetzt.
(Wie der Schmutz in den Blutbahnen.)

In mir lebt das Schwein
poetisch dramatisch,
überaus histrionisch.

Am Bahnof verweile ich
nur ein wenig länger,
starre den Zügen sehnsüchtig entgegen
und hinterher.
Hier im Land der Dichter und Denker;
selbst meine Lippen umspielt
ein Lächeln,
denn ein selbst-betitelter
"übelst pornöser Pimp"
stolziert an mir vorbei. 
Mit Designer-Sonnenbrille und Markenjeans,
genau so dreckig wie ich,
nur weitgehend anders,
immerhin bin ich der Teil,
der vergehen möchte.

Sonntag, 4. Mai 2014

Todessehnsucht

Mit steigender Intensität der Nacht,
erlischt das Mondlicht in meinem Herzen.
Im entzücktem Rausch
berühre ich die scharfen Kanten des
Suizides von Sylvia Plath.
Distanzen wachsen,
zwischen Menschlichkeit, Verstand
und Wille.

Denn der Tod beteuert
seine Schuld mit
unbelastenden Kinderaugen,
wenn obgleich der einzige Freund.
Immerhin ist er der letzte Atemzug,
der mich stets begleitet,
bis zum bitteren,
erwartetem
Ende.