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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Einen guten Rutsch euch allen!

Heute werde ich es doch recht kurz fassen. Viele werden um meine Angst vor Silvester wissen. (Hauptsächlich aufgrund triggernder Erinnerungen, aber auch wegen des Lärms.) Letztes Jahr traute ich mich, die Wohnung zu verlassen, weil mein Bruder nicht arbeiten musste. Dieses Jahr ist es anders und ich bin allein zu Haus. Das mich nichts unter gegebenen Umständen alleine vor die Tür zwingen kann, ist wahrscheinlich jedem bewusst. XD
Euch wünsche ich aber einen großartigen Rutsch ins neue Jahr. Verbringt eine erfüllte Zeit, so sehr es jedem möglich ist, und vor Allem passt gut auf euch auf. Lasst etwas leises, aber leuchtendes für mich mit erglühen, ihr Lieben. =)

Fotos vom letzten Jahr

Einen guten Rutsch ins Jahr 2015! Vielleicht schreibe ich noch einen Jahresrückblick, aber eigentlich konnte man soweit alles mitverfolgen und so interessant ist mein Leben nicht gewesen. Und etwas vornehmen? Unter Umständen sollte ich sogar... aber... naja... es wäre das Gleiche wie jedes Jahr, und das davor, und warum sollte die Zahl am Kalender bestimmen, wie viel Motivation ich für mich selbst übrig habe?
Aber ich fange an zu schwafeln...

Montag, 29. Dezember 2014

Arthritis

Post-Feiertags-Dunkelgrau.
Der Morgen ist angekommen.
Morgen kommt er auch.
Hinter jeder verstrichenen Minute
wachsen Geheimnisse,
die sich schmerzhaft in die Glieder bohren.

Nichts kann sie erklären,
diese unendliche Sehnsucht in mir drin.
So lege ich meine Hände zusammen
und lasse sie geschlossen.
Um bei der Wahrheit zu bleiben:
Noch nie waren sie gut darin,
an etwas fest zu halten.
Lediglich aneinander
drücken sich die Finger,
wie Schlangen ineinander gelochten;
darauf wartend,
dass das Haus aus Kadavern
sie vor den Flammen schützt.

Denn zu laufen,
um mein Leben zu reden,
vermögen meine Knie nicht mehr.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Blattwerk

"Manchmal muss man das Blatt einfach umdrehen", sagten sie ihm als eine zynische Form der Überlebenshilfe. So hob er das Blatt vom vereisten Boden auf, drehte es zwischen seinen Knochenfingern umher: Es war keine Überraschung, dass diese Seite genauso verrottet war wie dir andere.

Samstag, 27. Dezember 2014

Resümee zur Weihnachtszeit

Obwohl ich ja zuerst der Meinung war, ich würde mich mit dein Weihnachtsposts eher aufdrängen, überraschten mich freundliche Nachfragen zu meinen Tagesabläufen. Danke, dass ihr euch so lieb aufmerksam macht. Hoffentlich enttäusche ich euch nicht zu sehr, wenn ich sage, dass ich über die Feiertage nichts anderes gemacht habe als sonst. Wie gesagt, mein Bruder war bei seiner Freundin und der Mitbewohner war auch weg - habe etwas geputzt und gewischt, Papiermüll zusammen geräumt. Vermicht mit Alltäglichkeiten wie essen und schlafen, habe ich die meiste Zeit gefaulenzt. Da der Untermieter außer Haus ist, versuchte ich mich in Just Dance. Ihr dürft euch also alle vorstellen, was für eine Figur ich bei so einem Tanz machte:

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Auf jeden Fall war es kalt. Morgens hat mich diese Aussicht begrüßt:


Spazieren war in in dieser Nacht und habe versucht ein paar schöne Bilder für euch zu machen:




Entschuldigt, wenn ihr etwas anderes erwartet hattet. Prinzipiell waren es gewöhnliche Tage - nur mit mehr besoffenen Jugendlichen auf den Straßen. (Musste einen Umweg nach Hause gehen, weil ich nicht durch den Bahnhof gehen wollte.)
Emotional gesehen war es - recht überraschend - stabil. Keine Panikattacken. Keine Dissoziationen. Keine Anfälle selbstzerstörerischer Art. Keine Flashbacks, was mir das Wichtigste ist.
Leider habe ich schon ein mulmiges Gefühl und einige verdrehte Gedankengänge. Vielleicht schreibe ich darüber noch einmal. Jetzt würde es mich aber nur herunter ziehen. (Silvester ist überigens für mich ein intensiv erschreckenderer Gedanke als das, was die letzten drei Tage ausgelöst haben.)

Nicht zu vergessen sind aber nichts desto trotz die lieben Geschenke, die mir übergeben wurden. Auch danach wurde von mehreren Seiten gefragt und vorenthalten möchte ich sie euch mit Gewissheit nicht.
Danke an alle, die an mich gedacht haben. Danke an die, die mir eine E-Mail, Facebooknachricht, einen Kommentar geschrieben haben. =)

Karten von Bloggern =)
Süßigkeiten und liebevolle gebasteltes =)
Langarmshirt von der Freundin meines Bruders
Auch im Geschenk von oberen Bild enthalten, ausgesucht von meinem Bruder
Ein Armband, welches eine alte Arbeitskollegin aus dem Urlaub mitbrachte
Aquariendeko...
... als Seepferdstall umfunktioniert
Plüschsocken von anonym.  (Bei der Kartenaktion habe ich meine Adresse hinterlassen.)

Eine Weihnachtsschnitzerei und Strohsterne habe ich auch bekommen. Im vorherigen Post kann man sie sehen. Ja, und letztendlich gab es noch den ominösen Gutschein. =)

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten

Ich weiß, ich weiß - es gibt eine ganze Hand voll von Menschen, die Weihnachten mit hauptsächlich negativen Emotionen verbinden, doch ich denke an euch, werde euch über die drei Tage hinweg Kerzen anzünden. Manchmal leuchten die kleinsten Flammen am Hellsten und sie werden finstere Gedanken schnell verschwinden lassen.
Euch allen wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest voller Freude, Gelächter und einem Gefühl der Dazugehörigkeit. In meinem Herzen habt ihr ja bereits einen Platz gefunden. =)

Gespannt erwarte auch ich den heutigen Abend, muss es errötend gestehen. (Aber ehrlich... zu sagen, ich würde Geschenke bekommen verachten, wäre schlichtweg gelogen. Doch das Verschenken bereitet mir mehr Freude.)
Mein Bruder und ich haben unsere Geschenke und Karten auf den "Gabentisch" verteilt. Das gelb-rote vor der Weinflasche rechts und das kleine schwarze mit der rosanen Schleife auf den Zalandopaketen sind für mich. Die Strohsterne und die wunderschöne Holzschnitzerei wurden mir von der lieben Rachel geschickt. Die verschönern die Wand unübertrefflich gut. Die zwei kleinen blauen in der Mitte stammen von Raya, Wir haben uns gegenseitig bewichtelt und ich kann es kaum noch abwarten, sie zu öffnen. Ich danke euch wirklich vom Herzen - selbstverständlich auch für jede einzelne Karte.

Den Ozean-Kalender habe ich mir als Eigengeschenk selbst zukommen lassen. ^_~

Dienstag, 23. Dezember 2014

Geschenkgutscheine

Darf ich euch nach eurer ehrlichen Meinung zum Thema Geschenkgutscheine fragen?

Normalerweise verbinde ich keinerlei schlechten Intentionen im Verschenken von Gutscheinen. Vor Allem, wenn man weiß man trifft den Geschmack des zu Beschenkenden eher nicht, kennt ihn aus dem ein oder anderem Grudn nicht so gut oder dieser benötigt lediglich eine größere Anschaffung, die aber zu kaufen zu teuer ausfallen würde.
Hier möchte ich kurz von meiner jetztigen Enttäuschung berichten: Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich so gut wie nie, zu Mindest nicht ohne Beruhigungsmittel, in die Stadt gehe. Nur für dringende Umstände wie der jährliche Weihnachtseinkauf mache ich Ausnahmen. Warum? Weil mir zwar bewusst ist, dass man mit materiellen Zumutungen keine Beziehungen retten kann, aber ich die Idee vermitteln möchte: "Hey, ich mag dich, ich denke an dich und hier hast du ein kleines Geschenk, dass dir eine Freude bereitet."
Panik-Ich war also für ein paar Bloggern, zwei alte Arbeitskollegen und meinem zweiten Bruder (der, mit dem ich nicht zusammen lebe), meiner Halb-Schwester und ihrem Sohn (den ich noch nie getroffen habe) und meinen Vater. Stundenlang war ich unterwegs, in Angst und allem drum und dran. Daraufhin versuchte ich alle liebevoll zu verpacken und habe aufgrund der Größe das Pakets noch einmal knapp 6 Euro für den Versand zu ihnen bezahlt.
Gerade öffne ich mein E-Mail-Konto und sah, dass mein Bruder mir geschrieben habe. Im Anhang befand sich ein Gutschein von Amazon. Lassen wir die Tatsache außer Acht, dass er sich wertlich schon nicht gleich, hätte man nicht wenigstens die druckbare Version wählen können und einen Brief zur Post bringen können? Muss es eine Mail im Namen aller sein?

Bin ich tatsächlich zu dramatisch und undankbar, wenn ich aufrichtig gestehe, dass ich etwas enttäuscht bin?


edit: Mmmhh... mir ist beim Schreiben aufgefallen, dass es wahrscheinlich überhaupt nicht um Gutscheine im Allgemeinen geht. Das habe ich grundlegend im ersten Absatz erklärt. Höchstwahrscheinlich bin ich mehr vom Ablauf oder dem ins-Gesicht-reiben von Tatsachen enttäuscht: Für sie war es zu viel, eine Karte zu schreiben und dann auch noch zur Post zu bringen. Das sagt viel darüber aus, was ich ihnen zu bedeuten scheinen....

Sonntag, 21. Dezember 2014

"Kann ich dafür einen Beleg haben?"

"Ich gab dir die Welt,
doch alles,
was du mir zurück gabst,
waren schlaflose Nächte,
blutige Handgelenke
und einen Todeswunsch."

Samstag, 20. Dezember 2014

Effektive Primitivität

Als sie ein Kind war, liebte sie zu stehlen. Manchmal kroch sie unter Zäune und stahl Vorgarten-Ornamente in der eigenen Nachbarschaft. Sogar in der Kindertagesstätte bediente sie sich an Spielsachen, Kleidung und verpackte Lebensmittel.
Eines Tages steckte sie eine Frosch-Statue vom Vermieter mit dem großen Teich ein und wurde erwischt. Als ihre Eltern sie damit konfrontierten, log sie aalglatt und solide: "Ich sah es und so nahm ich es."

Als sie ein Kind war, liebte sie zu lügen. Tag ein und Tag aus erdachte sie sich Geschichten. Nicht aus Spaß, wohlbemerkt, auch um um Reaktionen aus Menschen zu erzwingen; um zu sehen, ob sie ihr glauben würden. 
Manch ein Mensch würde behaupten, es ginge zu weit, Freunde davon zu überzeugen, man würde in 24 Stunden sterben. Doch als ihre Freundin Linda in Tränen ausbrach, musste sie sich so fest auf die Zunge beißen, damit sie nicht an Ort und Stelle in schallendes Gelächter ausgebrochen wäre.
48 Stunden später wollte Linda sie nie wieder sehen. Leicht ist es zu erraten, wem diese Offenbarung schmerzlicher traf. Noch an diesem Abend bekam sie die Frage nicht mehr aus dem Kopf wie es sich wohl anfühlen würde, Tiere zu töten - wie ihre Innerein aussäen, wie das warme Blut über die Hände fließen würde. Oder welches Geräusch das Brechen der Knochen machen würde, wenn man repetitiv mit einem Auto über es fahren würde.
Sie besaß kein Haustier. Sie besaß kein Auto. Doch sie fand eine Rose, über welche sie mit einem Kinderroller fuhr - am Boden verteilte sich die Farbe von Blut.

Als sie ein Kind war, war sie viel allein. Als Einzelkind und zwei in Vollzeit arbeitenden Eltern war ihr Übermaß an Freizeit nicht sonderlich überraschend. Schnell fand sie heraus wo man den Browser-Verlauf am Computer fand. Immer wieder stieß sie dabei auf die Pornoseiten, die ihr Vater am Vortag besuchte.
In der Nacht fing sie an sich zwischen ihren Beinen zu berühren. Kindlich naiv nannte sie es "das Kitzeln".
Sie war 7.

Als sie ein Kind war, konnte sie nie aufhören zu reden. Selbst ihre Großeltern witzelten, dass man ihr immer dann  ein Fünfzig-Pfennig-Stück geben würde, wenn sie für 5 Minuten ruhig bleiben würde. Nie hat sie nur einen Gewinn gemacht.
Einmal fragte ein Junge mit dem Namen Henning, warum sie so schnell, so viel und so oft reden würde. Es war das erste Mal, dass er danach fragte, jedoch nicht das erste Mal, dass jemand fragte. Zur nichts-sagenden Antwort stahl sie seinen mit Robotern bedruckten Rucksack und hat ihm beim Schreien zugesehen.

Als sie ein Kind war, dachte sie viel über diverse Themen nach. Immerhin hatte sie auch viele Worte, viele Gedanken zusammen gepresst in ausgefransten Notizbüchern und alten Laptops. Manchmal befand sich ihr Kopf auch in einem Zustand hallender Leere: Ein Ohrwurm blieb oft wochenlang zwischen ihrer Schädeldecke gefangen. Das Geräusch einer surrenden Mücke verfolgte sie dann deutlich und klar für Tage.
Einmal wurde das Surren, Raunen, Singen, Schimpfen und Flehen so unerträglich, dass sie eine Panikattacke in der Schulbücherrei hatte. Die darin befindliche Lehrerin schickte sie nach draußen, um mit den anderen Kindern zu spielen.

Als sie ein Kind war, wickelte sie die Bettdecke um ihren Kopf, um das flüsternde Leid zu verdrängen. So schlief sie auch - egal, wie wenig Luft sie bekam. Nie hatte sie Furcht vor einem Insekt verspürt bis nach drei Jahren erneut eine Mücke um ihr Ohr kreiste. Ihr Surren hörte sich nicht mehr nach diesem an, sondern verformte sich zu Worten, die sich wie Kettensägen in ihre Fleisch bohrten: "Du bist wertlos, allein und hast das Leben als Mensch nicht verdient."

Als sie ein Kind war, weinte sie nie. Sie jammerte. Sie schimpfte. Sie schrie. Ab und an so laut und erbebend, dass sie nicht mehr atmen konnte. Ihr Vater meinte darauf stets, sie solle endlich erwachsen werden. Einmal fügte er hinzu, sie sei zu fordernd und sensibel. Daraufhin beginn sie so schluchzen bis sie aufgrund einer Erstickungsgefahr zum Arzt getragen werden musste.
Irgendwo dort lag die Effektivität in ihrem primitiven Verhalten, dachte sie sich klammheimlich. Wenigstens hier drückte die vollbusige Krankenschwester einmal fest in ihre Arme und redete von Unsinnigkeiten wie "Guter Besserung" oder "Bald ist es ja wieder vorbei".

Als sie ein Kind war, war sie wohl anders. Allein aus dem Grund, weil sie Dinge anders fühlte und anders aufnahm. Vielleicht sogar intensiver und tiefgreifender als andere Kinder. Verrückte, sprachen böse Zungen; unerzogen, andere. Einen Unterschied machte es nie wirklich. Es war damals so, es wird wohl so bleiben.
Sie kann sich nicht an ihre Persönlichkeit erinnern bevor der Anhang "Störung" hinzu kam. Vielleicht muss es so sein. Wenn eine eskalierte Kindheit in einer unverständlichen Jugend formiert, enden Menschen oft in einem aufgewühltem Erwachsenenleben.

Als sie ein Kind war, musste sie Tabletten schlucken, um sich besser anpassen zu können. Zwar sagte der Herr Doktor immer, man dürfte vor dem 18. Lebensjahr kaum psychiatrische Diagnosen stellen, doch warf er auch schnell mit Fremdwörter der Medizin um sich. Damals schüchterte sie es ein, doch an alle kann man sich gewöhnen. Ihre Medikamentation war Anfangs ausreichend. Doch die Realisation traf sie schwer: Ausreichend ist sie weiß Gott nicht mehr, wenn man mit 12 Jahren 500 Euro aus Omas Tasche klaut, mit einer Taschenlampe diverse Autofenster anknackst und seine Jungfräulichkeit an einen 35-jährigen Mann verliert.
Sie wusste genau, dass auch diese Taten sie niemals verlassen werden. Auch wenn es verborgen scheint, gräbt es sich unerwartet und bewaffnet wieder aus den tiefsten Abgründen hervor. Sie nahm von diesem Tag an ohne Unterbrechung ihre Medikamente. Sie war nicht ihre Krankheit. Die Krankheit scheint oft genug sie zu sein.


Sie ist kein Kind mehr. Zwischen 450-Euro-Jobs und alltäglicher Gestörtheit fragt sie sich, wenn Leute an ihr vorüber ziehen, ob auch sie jemals etwas so schändliches, so beschämendes, so widerliches gemacht haben, dass sie keiner Menschenseele mehr in die Augen blicken konnten? Dass sie in den Spiegel blicken mussten, und ein komplett fremder Mensch ihnen entgegen sieht?
Ihr ergeht es so. Noch immer.

Viel zu oft verschwendet sie ihre Zeit in billigen Kneipen mit lausiger Musik. Letztens als sie für ein paar ausgegebene Drinks bei einem Bekannten auf der Toilette mit schnellem Sex bedankte, las sie einen Satz an der Wand. Zwischen Handynummern von LKW-Fahrern und sinnlosen Kritzeleien stand: "Sei die Person, die du brauchtest, als du jünger warst."
Als er fertig war, lallend noch nach ihr Fragte, überschwemmte sie ein alt-bekanntes, doch tief verbanntes Gefühl in ihr drin.
Nicht etws Trauer, um die vergangene Zeit. Keine Sehnsucht, nicht wirklich. Wut ist auch schon längst abgeschwemmt.
Während sie ihre Intimsphäre abwischte, surrten wieder die Mücken in ihrem Kopf herum. Sie schluchzte, doch unterdrückte jedes weitere Geräusch. Nur das Geräusch der Mücken spricht:
"Oh Gott, ich habe versagt."

Freitag, 19. Dezember 2014

Zur Ruhe kommen?

[Triggerwarnung]

Die Stoff unter meinem Rücken ist weich und warm. Das, was sich im Glitzern deiner Augen verbirgt, verspricht Seelenkälte in einem unaussprechlichem Ausmaß. Du willst es, du wirst es bekommen - das weißt du.
In schierer Verzweiflung ziehe ich die Decke über mich, um mich vor deinem Hunger, deiner gierigen Lust zu schützen. Nur sind die kindlichen Mädchenarme niemals stark genug. Niemals waren sie es. Für wenige Sekunde kämpfen wir, aussichtlos. Bereits sind deine Hände in meinen Haaren verworren. Wir wissen beide, was das bedeutet. "Aber ich möchte nicht! Bitte nicht! Ich möchte nicht", weine ich mit letzter Hoffnung in deine Seele. Nicht, dass dies einen Unterschied gemacht hätte. Hatte es ja nie, nicht wahr?
Das kleine Kuscheltier-Kaninchen fällt zu Boden. Der dumpfe Aufprall schallt in meinem Kopf. Bum. Bum. Bum. Im Rhythmus deiner Arme, vor - zurück. Ich bin nicht mehr hier. Das geschieht nicht. Es ist alles nur ein Alptraum, dafür bete ich Tag um Nacht. Auch der widerwärtige, salzig-bittere Geschmack in meinem Mund ist nur ein quälendes Abbild meiner nächtlichen Ängste.

In erschreckender Niedertracht grinst du zu mir herab. Auf mich herab. Ich bin benutzt, ich bin dreckig, widerlich - unaussprechlich ekelerregend. So wendest du dich von mir ab, mit diesem nicht-sagenden, doch viel interpretierbaren Schnalzen der Zunge. Mein Herz tickt mit: Klick. Klick. Klick. Oh, bitte lass' ihn gehen, bitte treib' ihn fort von mir.
Dieses Mal lässt er ab. Wortlos, denn nicht einmal einen Laut ist der Gebrauch meines Körpers, der Missbrauch meiner Seele ihm noch wert.
Die Verachtung in seinem Blick hindert mich daran, anderen in die Augen zu sehen. Er ist noch immer allgegenwärtig - in den Schmerzen meines Körpers, in der Unfähigkeit zu atmen, zu fühlen, zu vertrauen. Schon Morgens bergrüßt mich sein Geschmack beim Frühstück - und ich möchte mich nur übergeben, wieder und wieder.
Dieser Alptraum endet nicht. Und auch die anderen nicht. Ich möchte nur noch Ruhe. Möchte mich der Dunkelheit ergeben und nie wieder spüren, was ich seit früher Kindheit fast täglich durchlebe.


Es ist weniger ein Geheimnis als das Aussprechen Peinlichkeit in mir hervor rufen würde: Inzwischen bereue ich es zutiefst, dass ich das gestohlene T61 zurück gegeben habe...
Eine Pause. Mein Körper braucht eine Pause. Mehr noch mein Kopf - von den Flashbacks und Erinnerungen. Doch immer wenn ich versuchen ein zu atmen, türmt er sich erneut vor mir auf. Oder ich spüre die Schreie und Schläge wieder, die Erniedriegungen und Verletzungen. Wie soll ich leben, wenn ich gar nicht weiß, was das bedeutet? Nie wieder daran denken müssen, nie wieder erdulden müssen, nie wieder zusammenfallen müssen: Ach, wenn es doch für mich nur möglich wäre ohne brachiale Lösungsmöglichkeiten.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Gewohnheiten

Unsicherheit füllt meinen Abdomen,
ein aufgeblähtes Bild aus der Reflektion geformt.
Wer weiß schon wirklich wie viel Realität
in meiner Wirklichkeit liegt?
Sind es anfangs noch Worte fremder Zungen,
sticht nun der Gedanke allein
wie Dolche in den leeren Magen.
Alte Gewohnheiten sterben nicht,
zu Mindest nicht jung.
So bleiben Teller gefüllt mit verschriebenen Gift,
sonst nichts von Betrag.
Die Lügen, die Schwäche spucke ich
in das weiße Porzelan,
nähre lediglich diese -
mit Erinnerung und Herzschmerz.

Verzeiht diese künstliche Nebelwand
zwischen Hoffnung und mir.
Wisst ihr?
Ich dachte, wenn ich nicht mehr fühlen wollte,
müsstet ihr mich nur nicht mehr sehen können.
Die Wahrheit spricht das Gegenfeuer:
Denn ich kann auch Niemanden mehr erblicken.
Keine Menschenseele.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Gedanken, Gedanken, Gedanken

Irgendwie entwickel ich gerade ein schlechtes Gewissen darüber, dass es mir eigentlich mental und körperlich miserabeler geht als meine letzten Taten annehmen lassen. Damit meine ich nicht, dass ich sie in irgendeinem Sinne bereuen würde, doch scheint dieses dunkle Karussel aus zerstörerischen Gedanken nie still stehen zu wollen. Nicht einmal für eine kurze Zeit, eins-zwei Tage - nach mehr frage ich doch gar nicht.

Heute waren meinen Bruder und ich zum Einkaufen in einem Gewerbegebiet, welches nicht so überfüllt ist wie die Geschäfte in München. Er hätte eine Jacke gebraucht und ich hätte mir ein Weihnachtsgeschenk aussuchen können. Genug Auswahl hätte es theoretisch gegeben, aber ich war... befangen. Wenn man das so sagen kann. Egal, was ich in der Hand hielt, oder welche Kosten dieses mit sich getragen hat, nie empfinde ich mich wertvoll genug, ein Geschenk zu bekommen. Ich habe es nicht verdient, gut behandelt zu werden oder mir etwas Gutes tun zu lassen. Wahrlich - in meinen Händen hielt ich eine Packung Taschentücher, die ich aus der Meinung des Nicht-Verdienens zurück legte.
In der Umkleidekabine konnte ich mir gerade so die Tränen verkneifen als ich mir einen Pullover überstreifte. Es ist das Spiegelbild, welches mich erschreckt. Kann es nicht verkraften zu schauen, kann anscheinend nicht sehen, was andere erkennen. Da steht nur ein widerliches Monster mit toten Augen, welches gerne menschlich wäre, doch kein Leben in sich spürt.
Das Schwein steht neben mir, stupst mich sanft mit seinem Rüssel an und wiederholt das, was es schon oft gesagt: "Wir gehören hier einfach nicht her."
Vielleicht verstehe ich, was es meint. Vielleicht interpretiere ich es zu pessimistisch. Negativ eingestellt war letztendlich auch mein Bruder. Er wollte, dass ich mich beeile, mir endlich etwas aussuchen würde. Er versteht es nicht. Oder doch? Gut, vielleicht versteht er es teilweise, aber Nerven liegen bekanntlich schneller blank als ich auf einer Einlaufbahn.

Für mich gibt es keinen nennenswerten Kontakt zur Außenwelt mehr als materiell käufliche Sachgegenstände, damit beziehe ich mutig Medikamente und Nahrungsmittel mit ein. Es gibt morgens keinen Grund auf zu stehen. Keinen Grund ein zu atmen, keinen Grund nach zu denken. Die Vergangenheit bleibt im Kopf - was übrig bleibt sind die Trümmer eines Kriegsgebietes.
"Komm endlich darüber hinweg. Deine Kindheit hat nichts damit zu tun, dass du jetzt warme Klamotten brauchst", grunzt das Schwein. Doch nein, ich komme schon ohne zurecht. Es ist zu viel für mich, zu aussagend. Nicht für mich. Nicht für mein Nichtstun, meine Unwürdigkeit der Welt gegenüber. Kein Beitrag, kein Gewinn.
Jedoch erwarb ich am Ende des Einkaufes Futter für meine Fische. Lebendige Würmer mögen sie am Liebsten.

Seit Wochen habe ich mit fast Niemanden gesprochen; nur mit meinem Bruder, meinem Psychologen und der Kassierin beim Lidl. Es macht keinen Unterschied, ob ich einem kleinen Jungen aus Osteuropa ein hübsches Geschenk mache, wenn ich hier den Leuten direkt vor mir auf der Tasche liege, mental und emotional belaste und ihnen weder ein Lächeln als Dank noch einen ehrlich offenen Blick in die Augen schenken kann. 
Ob ich dies überhaupt noch möchte, ist wohl eine andere Frage. Inzwischen bin ich wieder so schrecklich verängstigt und so isoliert, dass ich systematisch alle Fähigkeiten abbaue, die ich mir mühsam erarbeitet habe.
Das Schwein beißt mich. Mir tut der Rücken weh, der Bauch auch, manchmal mein Kopf - die Schilddrüse pulsiert. Vielleicht bräuchte ich einen Arzt. Aber Panik hält mich ab. Habe ja nicht einmal geschafft, einen Termin bei der Physiotherapie zu vereinbaren bevor das Quartal vorüber war...
Früher war es mein Vater, heute ist es meine Angst, die mich mit Füßen tritt und mich einsperrt. Ist der Käfig jetzt auch größer, ist er nun eben mit Feinden bespickt. Was mache ich in dieser Welt? Was macht die Welt mit mir? Prinzipiell kenne ich sie und ihre Muster gar nicht. Immerhin kann Google nicht bei Allem helfen. Traurigerweise.


Jetzt höre ich erst einmal wieder auf mit Jammern.
Übrigens haben mein Bruder und ich heute auch die letzte Karte auf ihren Weg geschickt. Da ich ein großer Vertreter für nutzlose Informationen bin: Insgesamt waren es 24 Karten, dessen Großteil das Postleitzahlgebiet mit der 5 ging, danach mit der 7. =) Den längsten Weg machte eine Karte nach Mexiko.
Dies ist die letzte Karte, die ich (voraussichtlich) dieses Jahr gebastelt habe:


Und dies ist das Paket für den Jungen aus Osteuropa, von dem ich im gestrigen Post geschrieben habe. Es wurde letztendlich größer als gedacht und wir mussten extra zur Arbeitsstelle meines Bruders fahren, um einen passenden Karton zu finden:


Ja, die Schleife habe ich falsch herum geflochten. XD Erneut geöffnet und neu gemacht, habe ich sie allerdings nicht mehr, weil ich dann der unbegründeten Ansicht war, Kinder würde das ohnehin nicht stören. ^^''

Ach ja, und eine wichtige Frage ist noch aufgekommen: Die Postkarten-Aktion war für mich kein finanzielles Hindernis, weil mir die Hoffnung darin, wenigstens ein paar Leute eine Freude gemacht zu haben, mehr wert ist als das Geld. Ihr braucht euch deshalb absolut keine Sorgen machen! Da es ja nicht all zu viele Menschen in meinem Leben gibt, denen ich ein Geschenk kaufe, waren die knapp 15 Euro durchaus passend und erfreulich angelegt. =))

Montag, 15. Dezember 2014

Etikette von Belle

Danke, Belle, für den Tag - bei mir besser bekannt als Etikette. Weitergeben werde ich die Etikette erstmal nicht, weil ich erst vor Kurzem eine weitere bekommen hatte und diese an elf Blogge weitergegeben habe. =)

1. Hast du einen Ort, an dem dein Herz sich zuhause fühlt? (Wenn ja, magst du ihn nennen?)
Leider nein.

2. Einsamkeit oder Gesellschaft? Was ziehst du vor?
Einsamkeit. Im Allgemeinen weiß ich nicht einmal, was Gesellschaft für mich bedeutet. Denn die einzige Gesellschaft, die ich außer meinen Bruder ertrage, ist stetig erzwungen. (Damit möchte ich nicht sagen, dass ich möchte, dass dies so bleibt, sondern dass ich es einfach nicht anders kenne.)

3. Bist du glücklich? Jetzt gerade? (Wenn nicht, weißt du etwas, das dich glücklich machen würde?)
Glücklich? Also... mmhh... es geht mir nicht so schlecht wie an anderen Tage. Das macht mich vielleicht nicht glücklich, aber ausreichend ordnungsgemäß.

4. Wie stehst du zu Weihnachten?
Im Allgemeinen mag ich das Grundprinzip von Weihnachten, wenn man die übermäßige materielle Vermarktung einfach mal außer Acht lässt. Einer geachteten Person eine kleine Freude bereiten, das Lachen von Kindern in den beschmückten Straßen - dieses eingeprägte, hauptsächlich verfälschte Bild der Realität von Weihnachten war mir immer sehr wichtig. Auch Geschenke verteile ich gern, doch empfinde die Atmosphäre von Einkaufszentren und Märkten nicht mehr so berührend wie früher. Man wird durch die Gassen geschubst, damit man ja noch das letzte "Schnäppchen" erhaschen kann, man lässt seine Kinder in unbeaufsichtigten Spielecken stehen, um noch die letzten Einkäufe zu erledigen, man zwingt sich ein 'perfektes' Weihnachten auf - mit überteuerten Wertgegenständen und Nahrungsmitteln, mit aufgezwungendem Verhalten und Traditionen,... DAS ist der Teil, den ich nicht sonderlich leiden mag.

Darf ich euch etwas veraten? Ich habe noch nie ein Weihnachtsfest erlebt, welches so gefeiert wurde wie man es wahrscheinlich traditionell bevorzugt. Gerade in der Vorweihnachtszeit komme ich nicht drum herum, mir zu wünschen, dass ich eines Tages ein Weihnachten erleben werden, an dem man etwas Deko anbringt, den Baum schmückt, die Geschenke unter diesen legt und sie im engeren Kreise öffnet. =) Auch wenn das jetzt etwas kitschig klingt.

5. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?
Das ist eine gute Frage. Wenn ich ehrlich sein soll, glaube ich, dass es sich um schieren Frust gehandelt hat, den ich nicht anders wusste "los zu werden". Anfangs handelte es sich bei diesem Blog wohl eher um einen Essstörungs-Blog - über diesen Wegen fand ich die Blog-"Szene" auch erst.

6. Hast du eine Lieblingsjahreszeit?
Jahreszeit ist ziemlich schwer zu sagen. Wettertechnisch kann ich sagen, dass ich keine Extreme mag. Bei großer Hitze werde ich schnell ohnmächtig, bekomme wegen meiner blassen Haut trotz Sonnenschutz Sonnenbrand, meine Augen sind (durch die Medikamente?) lichtempfindlich,...
Wenn es zu kalt ist, kann ich kaum noch den näheren Radius der Heizung verlassen. Mein Arzt meint, dies läge an der Schilddrüsenunterfunktion. Ich friere teilweise so stark, dass ich schon aus Sorge ins Krankenhaus musste. Die Freundin meines Bruders dachte wohl, mir würden die Finger und Zehen abfrieren, weil die so blau waren und ich sie nicht mehr rühren konnte. Es war aber letztendlich alles gut. Inzwischen hat man auch einige Strategien entwickelt, die dem Frieren entgegen wirken sollen. 

7. Deine Meinung zu Therapeuten?
Puh. Das ist eine sehr offene Frage, bei der man wohl in allen Richtungen ausholen kann. Bisher machte ich nur diverse Psychotherapien und zwei Physiotherapien, beide für meine Knieproblematiken. Im Allgemeinen bin ich also Therapeuten positiv besonnen. Ihre Berufsgruppe ist für diese Zeit wichtiger denn je. Ein Therapeut, der weitesgehend Freude an seinem Beruf hat und den Menschen, die Hilfe erfragen, diese auch geben kann, ist ein unabdenklicher Zusatz für unser (Gesundheits)System.
Natürlich kommt es auch darauf an, welches Ausbildungen und Kentnisse er mitbringt, wie gut er mit dem gegebenen Krankheitsbild umgehen kann. Eine motivierte Sporttherapeutin mit unabsprechlicher Menschenkenntniss half mir in einem speziellen Falle (!) allerdings mehr als eine speziell ausgebildete Kinder- und Jugendtherapeutin. Dies ist aber schon einige Jahre her.

8. Erzähle von dem schönsten Erlebnis deines Lebens.
Gerade fällt mir kein nennenswertes Beispiel ein.

9. Würdest du gerne in die Zukunft sehen können?
Nein.

10. Erzähle von etwas, das dich stolz macht. (Ganz gleich, was es ist.)
Gerade habe ich ein Weihnachtspäckchen für einen kleinen Jungen in Osteuropa bei der Johanniter abgegeben. Es befinden sich ein Spielzeugauto, ein flauschiges Teddy, Stifte, Blöcke/Hefte und jeweils eine Hose, ein Pullover und ein T-Shirt.
Dies wäre das Geld für meine Zahnbehandlung im nächsten Jahr gewesen, aber gerade stört mich das überhaupt nicht. XD 

11. Was fällt dir ein, wenn du das Wort "Liebe" hörst?
Tiere. Fische, Meeressäuger, Schildkröten. Meine Brüder. Freunde. (Manches) Asiatisches Essen.
Ok, das ist etwas merkwürdig. Ich gebe es zu. 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Weihnachtskartenaktion - der letzte Abend

Auch wenn ich leider wenig Zeit für Erinnerungen (oder sonstige Beiträge) für den Blog hatte, könnt ihr mir gerne noch gerne zur Weihnachtskartenaktion eure Adressen an emaschi@gmx.de senden. Ihr müsst mir in der Mail nicht euren Usernamen nennen, somit seid ihr weitesgehend anonym vor mir. Euren Familiennamen brauche ich aufgrund der Verwechslungsgefahr bei der Zustellung allerdings schon. =)

Gestern habe ich 18 Kärtchen bei der Post abgegeben.
Ob wir wohl die 20-er Marke knacken können?
Auf jeden Fall freue ich mich über jeden Einzelnen, der Interesse an eine meiner selbstgemachten Karten hat. Danke an euch alle!

Unter anderem sind diese Karten schon unterwegs zu euch =)

Freitag, 12. Dezember 2014

Erinnerung an Weihnachtskartenaktion

Kurz wollte ich noch erinnern, dass ihr euch noch problemlos bis einschließlich Sonntag bei mir melden könnt, wenn ihr eine Weihnachtskarte geschickt bekommen wollt. =)
Da einige erneut nachgefragt haben: Nein, ich gebe eure Adressen keineswegs weiter. Leider brauche ich den Familienname und die gesamte Adresse, sonst nimmt man es am Postschalter gar nicht erst an. Aus (begründeter) Angst, der Brief könnte nicht richtig zugestellt werden.
Der Einzige, der bis auf die Post selbst noch eure Adressen liest, ist mein Bruder. Dieser findet es lediglich interessant zu schauen, an welchen Ort die Karte geschickt werden soll. =)


Nachdem ich mich von meinem "Haupt"-Weihnachtseinkauf erholt habe, ging es heute zu einem größeren Möbelmarkt. Mir ging es dabei besser, wahrscheinlich aber auch nur, weil besagter Bruder dabei war. Wir wollten nach einer Kommode für mich schauen, haben aber keine gefunden, die farblich stimmig gewesen wäre, nicht zu teuer gewesen wäre oder die passende Größe gehabt hätte.
Dies ist aber nicht so schlimm. Wenn die Feiertage vorüber sind, wird es wohl eher Schlussverkäufe geben, die etwas Ansprechenderes für mich parat halten.
Bei den Standardpreisen kann man ja nur noch schlucken. Fast schon lächerlich bedeutungslos fühlt man sich, wenn man regungslos vor einem Schrank steht, der mehr Wert hat als man das gesamte Jahr zur Vefügung stehen hat.
Die Lichter und die Beschmückung erleichterten jedoch die dunklen Gedanken ein wenig. Immerhin sind mir die Worte 'Entwertung' und 'Selbstunterschätzung' schon seit Jahren durchaus ein Begriff.

Womöglich ist es in Ordnung. Bald ist dieses Stechen im Herzen auch nur noch das, was es ist: Unwichtig wie eh und je. 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weihnachtseinkauf

Tavor, 3 mg. 1 Tablette wird noch in die Handtasche gesteckt - für unterwegs. Proviant.
In der S-Bahn sitzen viele Leute. Ihre Gesichter sind verschwommen. Sie haben keine Münder, keine Augen. Ihr Geruch ist penetrant. Ich habe Angst.
Das bedeutet es wohl für Menschen wie mich, einkaufen zu gehen. Geschenke kaufen zu gehen für die Menschen, die man achtet und schätzt.
Die Welt verschwimmt. Als ich aus der Dissoziation wieder erwache, stehe ich im Geschäft.
Noch mehr Menschen.
Zu viele Menschen.
Redende Menschen. Rempelnde Menschen. Verärgerte Menschen. Gedrängte Menschen. Lachende Menschen.
Die Angst wächst. Doch nun muss ich mich konzentrieren. Auf das Ziel - etwas suchen; etwas praktisches, etwas, worüber sich der Durchschnittsmensch freut. Nur kenne ich sowas nichts. Ich weiß nicht, wo ich hingehen soll. Weiß nicht, wonach ich suchen sollen, woran ich mich halten kann. Denn alles, was ich kenne, ist Angst und Panik und Wolkengeflüster in meinem Kopf.
Ich würde am Liebsten heulen. Das schwammige Gefühl ist wieder da.
Überall Menschen. Überall Dinge, die mich in Panik versetzen könnten. Oder an etwas erinnern - was schlussendlich das Selbe bedeutet.
Ein Geschenk eingepackt. Ein zweites.

In einer Umkleidekabines sitze ich, obwohl ich keine Kleidung für mich kaufen möchte.
Noch 1 mg Tavor. Damit ich das überstehe. Nicht durchdrehen. Bloß nicht verrückt werden.
"Wirst du davon nicht müde?", fragt das Schwein.
Auch entrüstet von den Menschen, die schnattern, meckern, schimpfen, menschlich sind.
Wir gehören hier nicht her.
Ich schwimme im Wasser. Für wie lange weiß ich nicht, einige Minuten, vielleicht eine Stunde.
Weiter geht es.
Die Preise sind unfassbar. Auch deshalb würde ich am Liebsten weinen.
Ich sage nichts. Bin stumm - wie die letzten Tage schon. Traurig ist es, dass es keiner merkt außer mein Bruder. Sonst redet keiner mehr mit mir - abgesehen von Ärzten.
Die Angst hält sich in Grenzen, Chemie sei Dank - oder auch nicht.
Verloren. Habe mich verloren, habe den Halt verloren, habe den Sinn verloren, sogar den Bezug zur Menschheit.
Alle Geschenke gefunden. Langsam wird es spät - am 15:30 Uhr wird die S-Bahn zu voll.
Schnell jetzt.
Schwein, Nummer 1, wir müssen uns beeilen.
Lasst uns zusammen rennen.
Haben die Wirtschaft mit Papierrädern unterstützt,
Wie ich nach Hause gekommen bin? Ich weiß es nicht.
Aber ich bin hier. Dafür bin ich dankbar.
Die Angst jedoch ließ sich nicht abschütteln. 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

In ermüdender Stummheit

Salienter Kolkrabe,
in meinem Sinne schallt der
krächzende Schrei deiner Stimme;
Echo der unersättlichen Einsamkeit.
Still wie die Nacht,
so erdrückt von Finsternis,
dass selbst Schatten
meine Seele erbleichen würden. 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Beantwortete Fragen zur Weihnachtskartenaktion

Hallo ihr Lieben,

die bisherigen Fragen möchte ich euch gerne beantworten. Per Mail fragten die Meisten, was mit eurer Adresse passiert oder ob ich sie weiter reichen würde. Ganz simpel: Sofern die Karten abgeschickt sind, lösche ich eure Adresse aus meinem Mailordner. Keineswegs werde ich sie weiter reichen. Zumal ich nicht einmal wüsste, an wen.

Ein anonymer Schreiber wollte zudem wissen, warum ich mir die Mühe überhaupt mache. Den größten Teil dazu habe ich meines Erachtens nach in meinem vorherigen Post beantwortet. Ich möchte euch einfach eine Freude machen. Grundgebend ist der 300. Leser, natürlich aber auch das Weihnachtsfest, welches den Grundstein für Karten liefert. =)

Die liebe december und die liebe Josephine möchten gerne Fotos sehen. Diesen kleinen Wunsch möchte ich natürlich auch erfüllen. Leider ist es schon recht dunkel draußen und mein Licht im Zimmer erweist sich als äußerst Kamera-unfreundlich. Hoffentlich kann man trotz dessen alles erkennen.
Einige Karten sind schon verpackt, jedoch befindet sich der Großteil auf den Fotos. Es würde mich freuen, wenn sie euch gefallen. Trotz der vorhandenen Kreativität hält sich meine Begabung in Grenzen. Doch steckt viel, viel Mühe in diesen Karten:





Einen schönen restlichen Sonntag wünsche ich euch allen. =)

Samstag, 6. Dezember 2014

Danke für 300+1-Leser / Kleine Weihnachts-Aktion

In meinem Beitrag zur Danksagung für den 300. Leser habe ich es ja schon erwähnt: Eine kleine Dankes-/Weihnachtsaktion war geplant und ist nun hier. Da ich erst vor einigen Wochen ein Gewinnspiel veranstaltet hatte, wollte ich dieses Mal etwas organsieren, welches unter Umständen einer größeren Anzahl von Leuten eine Freude bereiten könnte. Weihnachten ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Gründe verstehe ich auch und kann es nachvollziehen, doch entschied ich mich dafür, selbstgemachte Weihnachtskarten für euch zu basteln.
Von überragender handwerklicher Begabung kann man vielleicht nicht sprechen, aber wenn es jemanden gibt, der sich über eine Kleinigkeit so freuen kann wie ich es mir erhoffe, ist das Aussehen nicht so tiefgreifend. Ihr seid mir in den letzten drei Jahren so ans Herz gewachsen und somit möchte ich euch danken.

Dies kann weitesgehend "anonym" geschehen, denn wenn ihr nicht möchtet, dass ich euren Usernamen nicht mit der Adresse verbinde, braucht ihr es nicht in die Nachricht zu schreiben.
Schreiben könnt ihr mir die Adresse an emaschi@gmx.de oder bei Facebook (Wenn man in die Suchmaschine Emaschi eingibt, sollte man mich leicht finden. Dort ist aber verständlicherweise weniger anonym).
In eure Nachricht braucht ihr nur bündig zu erwähnen, dass ihr gerne eine Karte zugesendet haben möchtet und eure Adresse. Ich werde jede Nachricht beantworten. Sollte also keine Antworts-Mail bei euch ankommen, probiert es bitte noch einmal. Obwohl ich mein Bestes geben werde, an die Spamfilter zu denken. =)
Als Einsendeschluss der Adressen würde ich den 14.12. wählen. So wäre genügend Zeit falls ich eventuell doch noch Karten nachbasteln müsste.  

Einigen Lesern, von denen ich die Adresse schon habe, wollte ich ohnehin eine Karte zukommen lassen. Doch wer sich nicht sicher ist, ist eine doppelte Prüfung immer eine gute Idee.
Hoffentlich gefällt euch die Aktion und es machen einige von euch mit. Wäre ja schade, wenn ich jetzt schon eine handvoll Karten "vorerarbeitet" habe und dann möchte sie keiner. XD (Allerdings würde ich sie in diesem Fall wohl anonym in verschiedene Briefkästen in der Umgebung werfen.)

Bei Fragen braucht ihr euch nicht zurückhalten. Beantworten werde ich es gerne und habe auch ein offenes Ohr für Verbesserungs- bzw. Änderungsvorschläge.
Dank noch einmal für Alles. 

Dienstag, 2. Dezember 2014

Übersicht

Inzwischen weiß ich nicht mal mehr, ob ich enttäuscht bin, wütend oder traurig:
Zu unseren Wohnungssituation kommt nun hinzu, dass es derzeit kein warmes Wasser gibt. Natürlich nur für einige Tage.
Nur... wir müssen die letzten Wochen Toilette mit literweise Wasser aus Eimern spülen, weil die Spülung kaputt ist. Unsere Spülmaschine geht schon einige Monate nicht mehr. Das unser Mitbewohner eklig und schmutzig ist, erwähnte ich bereits - aber dies jetzt nicht mal mehr sauber machen zu können, MICH nicht waschen zu können,.... keine Ahnung wie es mir geht.

Das Amt hat meine Sozialhilfe noch nicht überwiesen.
Mir ist kalt.
Konnte mein Gewicht nicht halten.
Halb so schlimm.
Habe Schmerzen.
Traue mich nicht, schon wieder zum Arzt zu gehen.
Stimmen im Kopf.
Schwein an der Seite.

Es gibt nicht mehr.
Nie gibt es mehr.