Seiten

Montag, 26. Januar 2015

Zeitvergleich

1995.
Er sperrte uns in den alten Geräteschuppen, in dem das Sonnenlicht nur spärlich durch die Risse in den Holzlatten schien. Stickig war es, kaum einen Atemzug konnten meine Lungen ziehen. Wie die Schatten der Vorahnung perlten kleine Flüsse aus Schweiß meine Stirn hinab.
Mir ist heiß, doch zeitgleich eiskalt von der Angst. Unumgehbar scheint sie, unumgehbar mein Schicksal. Im Gegenlicht stehend drehte er sich zu mir, beleuchtet wie die Heiligen in ferner Hollywood-Vorstellung; er sagte: "Wenn ich dich hier einsperren würde... Ich frage mich wie lange es dauert bis dich hier jemand findet."

---

2015.
Frierend und mit befeuchteter Haut wache ich auf den Fließen des Badezimmers auf. Die Haare schwimmen im Erbrochenem. Es gibt nicht viel, was ich fühle - außer Angst. Ich drehe mich auf den Rücken und starre an die weiße Decke, die in Einsamkeit und Isolation wiederhallt. Eigentlich möchte ich nicht mehr denken, möchte nicht mehr wandeln in den alten Tagen, jedoch auch nicht in den neuen.
Das Schwein liegt neben mir. Den Rüssel direkt an mein Ohr pressend. Es redet von Fressgelagen und Medikamenten, irgendwas mit Untergewicht und Zwangseinweisung. Bis auf diesen dumpfen Schlag Angst fühle ich kaum etwas, denke nur: "Wenn ich jetzt hier sterben würde... Ich frage mich wie es lange dauert bis mich jemand findet."

Samstag, 24. Januar 2015

Die Farbe heraus geholt...

Hier ein paar Kleinigkeiten, die ich in den letzten Wochen gefertigt habe. Mich würde sehr interessieren, welchen "Stil" ihr bei den Boxen bevorzugt und ob sie euch im Allgemeinen gefallen. Bemalt habe ich sie aus dem Grund, um zukünftig Geschenke darin ein zu packen.



Zwei meiner alten Arbeitskolleginnen schenkten mir zum Geburtstag (im September) Decoupage-Kleber und Mattlack. Als ich endlich dazu gekommen bin, sie aus zu probieren, war ich froh, dass der kleine Fuchs nicht all zu knittrich wurde. 
Alle vier Seiten der unteren Schalen sind bemalt und zwei von ihnen mit einem vergoldeten, getrockneten Blatt verziert.


Das Licht ist hier recht gelblich. Dies ist keine extra gekaufte Schachtel, sondern war war eine Geschenkverpackung von einem Weihnachtsgeschenk. Es hat die perfekte Größe für mittelgroße Geschenke wie Blu-Rays bzw. DVD, Bücher oder ein Computerspiel.
Mit viel Klebesteinen und gemalten Blümchen beschmückt, ist es wahrscheinlich besonders schön im Sommer.


Die türkise Box ist leider kein Meisterwerk, da helfen Glitzer und Steinchen auch nicht mehr. Ich hätte die Linien skizzieren sollen und nicht einfach drauf los pinseln. Falls man es nicht richtig erkennt: Der Deckel ist ein helles Türkis und die Schale ein Petrol.
Sie hat die passende Größe für kleinere Sachen, etwa kosmetische Utensilien oder Schmuck. Als kleines Mitbringsel könnte man sie auch einfach mit ein paar Pralinen füllen.


Falls beispielsweise mein Bruder in Not gerät, weil er beinahe einen Geburtstag verschlafen hat und kein Geschenk parat hat, wäre die kleine Schatzkiste ideal für ein Geldgeschenk.
Sie hat länger gebraucht als ich dachte, weil ich aufgrund der 3D-Effekte der Nägel jede Seite eine halbe Stunde senkrecht halten musste, damit die Farbe vom Gelstift nicht zerfließt. XD


 Ok, offen gestanden: Meine Hände schmerzten durch die ganzen Punkte und Kringel, aber... und das sage ich nicht oft... eigentlich bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Die Farben harmonieren schön und die Box scheint nicht überladen, auch wenn die Linien nicht gleichmäßig sind.
Die runde Beschaffenheit der Schale macht es zwar schwieriger etwas zu finden, aber da findet sich früher oder später etwas. Man weiß ja manchmal nie, was sich die Leute so wünschen. ^_~

Zu ein paar anderen Sachen:


Dies ist ein Bilderrahmen, den ich als Weihnachtsgeschenk für ein befreundetes Ehepaar bemalt habe, die im Sommer eine Asienrundreise gemacht haben. Zum ersten Mal habe ich auch Nachtleuchtfarbe verwendet, die im Foto allerdings nicht so überzeugend herüber kommen.


Eine Karte, die ich für meine eigene Sammlung im Stil der Weihnachtskarten 2014 gemacht habe. Um Fragen aus zu schließen: Ja, es soll eine Nymphe sein. Copic Marker wären meine absolute Leidenschaft, wenn sie nicht 3-5 Euro pro Stift kosten würden. XD


Eine Geburstagskarte, die echt so simpel in der Anfertigung war, dass mir der Gedanke kam, ein Tutorial dafür zu machen. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, doch wirklich jeder kann so eine Karte basteln.
Bisher hat sie keinen Besitzer. Doch ich hatte mir wirklich überlegt, ob ich sie nicht meiner Mutter schicken solle. Zwar habe ich seit einigen Jahren nichts mehr von ihr gehört, aber gegen eine Karte spricht eigentlich nichts. ... Naja...

Danke für eure Zeit.

Donnerstag, 22. Januar 2015

So viel verpasst....

Es gibt prinzipiell nicht viel zu sagen. Oder finde ich nur den Punkt, an dem ich anfangen soll?
Nach meiner Weisheitszahn-Operation ging es mir ziemlich mies. Mein Gesicht war geschwollen und leicht grünlich/bläulich verfärbt, die Nähte waren vereitert und mein Imunsystem machte da natürlich nicht mit. Aufgrund der Schmerzen und der eingeschränkten Kaufähigkeit fiel es mir schwer selbst eine Suppe zu essen.
Am Sonntag Morgen wurde ich von meinem Psychologen in ein Krankenhaus eingewiesen, in dem mir körperlich recht schnell geholfen werden konnten. Gerne würde ich Details berichten. Nur ist es so, dass ich mich kaum erinnern kann. Vielleicht war es lediglich der eingesackte Kreislauf, vielleicht waren es die Schmerzen, vielleicht waren es auch die gewohnten Dissoziatonen vermischten mit diesen Möglichkeiten.

Die meiste Zeit muss ich geschlafen haben - mit einer Infusion in der Hand, die mich mit ausreichend Flüssigkeit versorgte. Die Visite kam um 7.30 Uhr, die freundlichen Schwestern brachten mich jeden Tag zum hauseigenen Zahnarzt, meine drei Zimmergenossinen waren redselig in dem Maße, dass ich nur Nicken oder mit dem Kopf schütteln brauchte, wenn sie mir etwas erzählten. (Offen gesagt, nahm ich die Ausrede, ich könne nicht reden mit der Entzündung im Mund und habe nicht erwähnt, dass ich Angst habe. Keiner scheint es bemerkt zu haben. Ich war froh, dass sie interessante Geschichten erzählt haben, die die Wartezeit verkürzten. Immerhin war ich auch die Einzige, die in den vier Tagen keinen einzigen Besucher empfing.).
Die Fäden konnten Mittwoch gezogen werden und ich wurde auch zeitgleich entlassen. Ich solle mindestens 5 Kilogramm zunehmen und eine gesündere Lebensweise einschlagen. Naja. Leider war der Heimkehr nicht besonderlich erfreulich. In den Zeit wurde nichts sauber gemacht, nicht einmal abgewaschen, und das die Toilettenspülung seit Weihnachten kaputt ist, habe ich vor Kurzem erwähnt. Erschwerend kommt hinzu, dass wir kein warmes Wasser im Bad haben... Natürlich kann ich zu meinen Bruder nicht sagen, dass er das endlich machen soll, denn dann meint er immer nur, ich soll es doch machen... Das ich nirgends anrufe, ist bekannt. Bevor wir also Streit im Niveau von Kleinkindern anfangen, sage ich lieber nichts... Traurig macht es mich trotzdem, vor Allem weil ich Probleme habe ganze Eimer voll warmen Wasser aus der Küche zu holen, um mich zu waschen. (Wegen der Schwere, allein schon wegen der kaputten Knie...)

Gerade ist mein Körper wohl sowas wie ein riesiger Kanister für Medikmante. Zusammen mit dem Lithium, dem Selen, den Schilddrüsenhormonen, die ich regulär nehme, sind jetzt noch Entzündungshemmer, ein paar Benzos (weiß leider nicht mehr, welches) und Antibiotika hinzu gekommen. 

Da habe ich jetzt eine ganze Menge verpasst. Bitte seid nicht enttäuscht, wenn ich es erstmal ruhig angehen lassen. Mein Kreislauf ist soweit stabil, wenn ich nicht zu schnell aufstehe und mich mit heißem Tee und Decken einniste. Es ist erst Ende Januar, ich werde versuchen mich davon nicht herunter kriegen zu lassen!
Natürlich gebe ich aber mein Bestes Kommentare zu beantworten. =) 

Donnerstag, 15. Januar 2015

Schande über mich und den Kleiderschrank

Die Freundin meines Bruders steht vor dem Kleiderschrank und öffnet diesen ungefragt. Mit einem erstaunten Raunen sagt sie: "Man, hast du aber viele Klamotten. Vor Allem dafür, dass du gar kein eigenes Geld verdienst."
Eigentlich hätte ich im Sinne der Aufrichtigkeit erklären müssen, dass mein Gewicht durch die Essstörung durchaus von 40-65 Kilogramm schwanken kann und ich deshalb verschiedene Wäsche in unterschiedlichen Größen streng sortiert im Schrank liegen habe. Allerdings wäre mir diese Darlegung allein zu peinlich gewesen, deshalb sagte ich lediglich "Ja, das habe ich wohl - für einen Sozialhilfeempfänger". ...

Mittwoch, 14. Januar 2015

Zahnarzttermin - Klappe, die Zweite

Panikattacke auf dem Zahnarztstuhl.
Beruhigen, ich muss mich endlich beruhigen.
Stimmen flüstern.
"Wie kommen Sie eigentlich wieder nach Hause, Frau Emaschi?", fragt der Zahnarzt mit dem ersten Weisheitszahn in der Hand.
Keine Worte aus meinem Mund, nur Worte in meinem Kopf.
Es tut weh, die eine weitere Betäubung muss nachgespritzt werden.
Angst, überall ist Angst. Sehr verwirrend ist es in schierer Unnötigkeit zu dem, was meinem Körper zur medizinischen Fürsorge angetan werden muss, obwohl ich keinen Sinn mehr darin sehe.
Hoffnunglos bin ich. Wie immer. 
Der zweite Zahn will nicht raus. Der Arzt rutscht mit seiner Zange immer wieder ab.
Es erinnert mich an Ausgeliefertsein, Eingesperrtsein.
Nähte. Zwei Stiche, drei Stiche - auf einen Tupfer beißen.
Blut, nicht zu viel.

Dissoziationen.
Schmerzmittel.
Nächste Woche Fäden ziehen.

Dienstag, 13. Januar 2015

Mal

[Triggerwarnung!]

Im Morast stecken meine Füße - es führt kein Weg hinaus. Nein, nein, sicherlich sollte ich keinen Alkohol trinken, vor Allem nicht, wenn man noch zusätzlich um eine Spritze beim Arzt gebettelt hat und morgen eine Weisheitszahn-Op ansteht. Egal. In meinem Kopf macht eh nichts mehr Sinn. Heulkrämpfe und nicht-enden wollender Selbsthass.
Gerade erlebe ich einen Moment der Ruhe zwischen Flashbacks und Panikattacken. Eigentlich sollte es nicht überraschen, dass ich die relativ ansprechende Stimmungslage der Vorweihnachtzeit nicht halten konnte. Zu schön war auch die Vorstellung.

Es fühlt sich an als stünde ich in Flammen. Die Erinnerungen, diese geballte Ladung Scham und Schuld in meinem Kopf, lässt sich auf meinen Körper fallen. Ich kann es spüren, versteht ihr? Kann alles von damals schmecken, riechen, FÜHLEN. Diese widerliche Ding aus Schmerz und Boshaftigkeit schaut mir im Spiegel entgegen, trägt Tränen im Gesicht, die wahrscheinlich niemand deuten kann. Wie kann ich mich reinigen? Wie kann ich mich befreien?
"Du bist zu alt. Inzwischen sollte es dir besser gehen", bellt Nummer 2. Richtig. Ich sollte funktionieren, hatte immerhin Therapie und medizinische Unterstützung. Menschen sind für Stillstand nicht geschaffen."Komme mir jetzt nicht mit der "Misshandelten-vergewaltigten Kind Nummer", unterbricht Nummer 1. "Wer zulässt, dass es passiert, ist genau so ein Täter." Hatte es verdient, wie gesagt, jeden Schlag, jedes Mal die Beine breit machen, jedes Mal ignoriert, angeschrieen oder eingesperrt werden, jedes Mal getreten werden, jedes Mal auf die Knie gehen und herunter schlucken, jedes Mal mit etwas beworfen werden,... JEDES MAL!
"Ja, mein Schatz", Nummer 1s bösartig, vibrierende Stimme schallt in meinen Ohren. "Du bist ein Monster, welches nichts als den Tot verdient."
Sie sind alle hier, die Monster aus der anderen Welt. Dem Schwein wird es zu viel. Nur noch einen Schluck aus der grünen Flasche. Ein bisschen entspannen, die Gedanken aus den Kopf verbannen - meinen Vater, meine Mutter, meinen Cousin aus dem Kopf verbannen. Es ist mir egal, wisst ihr? Es ist mir egal, ob ich sterben sollte, weil ich nicht weiß, was Leben bedeutet. Nein, umbringen möchte ich mich nicht, nur soll es aufhören - das Chaos. Das Alles. Keine Flashbacks mehr. Keine Panikattacken. Keine Dissoziationen. Keine auf mich gerichteten Wutausbrüche. Keine "Sie sollten in eine Klinik" und "So kann Ihnen keiner helfen".
Alles, was ich bin, ist eine Last.

Was hat mein Arzt mir da gegeben? Der Schmerz ist noch immer da wie vorher. Nur müde bin ich, bekannterweise. Bitte... ich will es nicht mehr... kann nicht mehr.

Montag, 12. Januar 2015

Betrunkene Nachtgedanken

[Triggerwarnung!!]


"kannst du dir vorstellen wie sich ein kleines Mädchen fühlt, wenn es gerade auf nicht angenehme weise von ihrem cousin gefickt wird, um nur nicht mehr Zeit bei ihren gewaltbereiten Eltern verbringen muss?' frage ich das schein. hab getrunken zu viel getrunken.. "also meinst du, es gewählt zu haben? fragt Schwein. verdient hatte ich Edf bin eine schlanpe. jede Minute in der Hölle ist meine schuld.
werde ihn sehen müssen. ihn. ihn. nein  kann daad nicht würde liebereite sterben Als in einem Raum zu stehen.
tränen blut als ich im schmerz
Hilfe meine Angst ertränkt mich. Schwein redet von Ungerechtigkeit. halte die Gedanken nicht aus. wird Tu viel.

Freitag, 9. Januar 2015

"Esst Bio-Fleisch!"

Manchmal denke ich mit solider Unannehmlichkeit an meine Zeit im Lebensmittelhygienelabor zurück. Daran erinnert wurde ich heute über einen Facebook-Eintrag einer Bekannten, den ich gelesen habe. Hauptsächlich ging es darum wie "schlecht" beispielsweise die Fleischqualität (!) bei McDonald's ist und dass man auf Bio-Fleisch umsteigen sollte.
Abgesehen davon, was ich davon halte, solche Aufrufe ohne Nachweise und Quellenangaben zu tätigen, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass meine persönlichen Essgewohnheiten immer schlechter und schlechter wurden mit jedem Tag, an dem ich im allgemeinen Bereich Lebensmittel arbeitete. (Kurz gesagt: Ich habe in einem Zeitraum von insgesamt 5 Jahren einen Einblick in die Haltung und vor Allem Gesunderhaltung von Großtieren, Geflügel und - in meinem Fall - hauptsächlich Fischen machen können, Futtermittel untersuchen können und letztendlich auch Lebensmittel (auch Fertigprodukte, Gemüse, Obst, usw...) überprüfen dürfen.)

Lange Rede, kurzer Sinn: Seitdem ich Proben aus verwurmten Bio-Hühnern, verkeimten Tomaten, Gurken oder Sprossen, in Tetracyclin-ertränkten Rindern, etc... nahm, konnte ich kaum noch irgendwas essen. Kurz nachdem mein Vertrag bei meinem damaligen Arbeitgeber aufgelöst wurde, erreichte ich mein Tiefstgewicht von 39 Kilogramm und wurde - wie man sich ja denken kann - in eine Klinik eingewiesen.

Damit möchte ich unter keinen Umständen sagen, dass man irgendwas nicht essen sollte - für solche "Propaganda" ist dieser Blog schlichtweg nicht da. Dies ist nur eine Spiegelung von dem, wie es mir erging und leider teilweise immer noch ergeht.
Wenn ich Fleisch esse, kaufe ich tatsächlich das Bio-Fleisch bei unserem kleinen Metzger ein. Nicht etwa, weil ich weiß, wie "gesund" es ist, sondern aus dem alleinigen Grund, dass ich weiß, dass die Tiere zu Mindest gesetzlich etwas besser gehalten. In den meisten Fällen kenne ich ja auch den Landwirt in dem Sinne, dass den Tierarzt und ich dort schon Tiere behandeln bzw. impfen konnten; oder wir eben Pflichtproben im Labor untersucht haben.

In aller Offenheit versuche ich mein Bestes, mich ausgewogen zu ernähren, scheine aber gerade erneut zu scheitern. Die Waage zeigte 46 Kilo an, was kein Weltuntergang ist, da ich ziemlich klein bin (159cm), aber das stetige Gewichtsverlust und die Nahrungsverweigerung macht sich mehr und mehr bemerkbar. Es ist nicht zwingend die Sorge um meinen Gesundheitszustand - den Gedanken kann ich lediglich belächeln-, sondern die Angst vor Ärzten und Kliniken , die meine Hand zwingt, die Gabel zum Mund zu bewegen...
Es ist nur... manchmal bekomme ich beim Essen diese Bilder nicht aus meinem Kopf. Diese Bilder von kranken, teilweise abgemagerten Rindern oder Schweinen, von gammligen Obst und Gemüse, die trotz nachweisbarer Pestizide oder auch Sporen verkauft werden dürfen, von hunderten in großen Tonnen gestopften Hühnerküken, die "Ausfälle" - wie man es nannte, von meinen geliebten Fischen, meist Forellen, die ihr ganzes Leben lang in einem leeren, lieblosen Becken im Kreise schwimmen müssen, ...
Beenden wir den Eintrag besser hier. Besonders großen Appetit auf irgendwas kam mir leider nicht auf.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Mit dir teilen, mein Schatz

Wir bemalen unsere Wände,
damit sie zu unserer Grundierung passt;
doch niemals werden wir
auf diesem Wege
unsere Bedürfnisse anpassen können.

"Du willst die Wand grau streichen?",
höre ich deine Stimme
mit Empörung.
"Mein Schatz, wir wissen beide,
dass grau zu Pessimisten gehört."

~+~

Zuerst warst du unbeeindruckt
von den winzigen Löchern,
die wir selbst verschuldet haben.
Doch ängstigte dich der Gedanke,
dass unser Puppenhaus für das
enttarnt wird,
was es ist:

Lügenmärchen.

(Er nennt mich seine Prinzessin,
auch nur um den Schein der Ehe
zu wahren.
Es schmerzt mehr als man glauben mag,
denn Familien sollten nicht nur
vorgeben.)

~+~

Seite an Seite essen wir Abendbrot,
niemals zusammen, niemals zusammen.
Romantisches Dinner zu Zweit
verpackt in Styrofoam-Behältern.
Ich kann mich nicht daran erinnern,
was deine Leibspeise ist,
oder welche Zahnpasta wir verwenden.

"Seit einem Jahr schon benutzen wir
nicht mehr die gleiche Marke.
Dir war aufgefallen, dass deine
Zähne zu empfindlich seien,
meine aber nicht."

(Auch mein Herz ist zu empfindlich,
niemals sagte ich dir das.)

"Teilen wir denn gar nichts mehr?"

"Doch, die Hausadresse.
Doch mein Liebling,
du weißt doch,
Menschen teilen nicht gern."

~+~

Kurz nach dem Zubettgehen,
liegend auf deiner Matratze,
oder auch meiner Matratze
(definitiv nicht unserer Matratze),
zerbreche mir den Kopf darüber,
wie man es nur schaffen kann,
zwei Mal Falsch
in ein Richtig zu wandeln.

So greife ich lieber nach einer Jacke,
setze mich in eine Bar
fünf Straßen weiter:
"Haben Sie hier graue Wände?",
frage ich den Barkeeper,
der stets die passende Farbe
für alle meine Bedürfnisse hat.

"Nicht doch",
antwortet er prompt
mit einem Lachen, welches
sich eher nach Schnaufen
als Frohnsinn anhört.
"Ich bin Realist,
kein Pessimist."

"Sollten wir dann nicht ein Bett miteinander teilen?"

Dienstag, 6. Januar 2015

Aufrufe

Ein anonymer Leser fragte mich nach einer Tagesstatistik von diesem Blog. Ohne Hintergründe hinterfragen zu wollen, biete ich hochachtungsvoll diesen Screenshot an:


Hoffentlich konnte ich dir damit weiterhelfen =)

Winter

Eine beheizbare Decke mit einer Batterie in der Größe einer Solarzelle um die Schultern gewickelt, schreitet man durch eisige Winde über das gefrorene Land wie ein alternder König, der mit müder Malaise sein Königreich begutachtet.
Der Gedanke 'Na wenigstens sind es keine -16°C mehr' schmilzt die Eiszapfen an der Nase nur leider auch nicht....

Montag, 5. Januar 2015

"Typisch Borderline", sagte der Schulpsychologe

Noch vor ein paar Jahren lief es folgendermaßen ab, wenn ich eine Person kennen lernte, was - es überrascht niemanden hier - nicht sonderlich häufig war:


Emaschi verliert Angst vor "Zielperson" und führt angenehme Gespräche mit ihr.
Emaschi glaubt, sie sei zu aufdringlich und anhänglich und bereut vorangegangene Taten augenblicklich.
Emaschi redet mit Niemandem für zwei Wochen, auch nicht mit der "Zielperson". Daraufhin möchte diese stets wissen, was denn los sei.
Emaschi gerät in Panik und beginnt nun die "Zielperson" zu oft mit zu vielen unnützen Sinnlosigkeiten zu bombardieren. In eine Ecke voller Unnannehmlichkeit gedrängt, verlässt Zielperson angwidert das Szenario.


Die Schulpsychologin sprach von "typischen Borderline-Problemen". Für mich waren es typische Idioten-Probleme. Auch nur eine dieser "Zielpersonen" hätte ein Freund für's Leben sein können. Oder überhaupt ein Freund.

So recht weiß ich gar nicht, wie ich auf dieses Thema gekommen bin. Neulich las ich eine Frage an einen anderen Blogger, welche Art Freund er sei. Wäre diese Frage an mich gerichtet worden, wäre meine Antwort "Ich war die Art Freund, über die gelästert werden konnte während sie am gleichen Tisch saß, weil jeder wusste, sie würde ohnehin nicht widersprechen". Davon kommt es wohl...
Nun ja, aber wenigstens Außenseiter als gar nicht die Wahl der Seiten-Dazugehörigkeit zu haben.

Weihnachten hat mich zum Nachdenken angeregt. Aber dem Jammern möchte ich nicht gleich wieder verfallen... 

Sonntag, 4. Januar 2015

Semi-Schlaf

Erwacht mit einem Knall, schweißgebadet und gedankenkreisend. "Was ist, wenn du eigentlich niemals wirklich erwachst?", ertönt die Stimme des Schweins direkt neben meinem Ohr. Ja, und was ist, wenn die Welt eigentlich nur ein Wachtraum ist und jeder Mensch nur im Schlaf spricht?
Vierzehn Milliarden Füße im Todesmarschrennen.
Sieben Milliaren Körper mit dem selben leicht zerknitterten, doch nichts sagendem Gesicht, die denken, sie wären wach.

Die Uhren für immer eingefroren. Im Bildnis der Augen, die sich einfach nicht öffnen.
Ob nun jemand versteht, dass ich im Schlaf vom Träumen träume oder im bittersüßen Schlaf-Wach-Zustand nicht mehr oder minder verloren bin als er? Oder träume ich nur, ich würde nicht träumen?

"Schwein, ich bin so müde", flüstere ich in die Dunkelheit. Womöglich macht es keinen Sinn. Kein Puzzleteil fügt sich mehr dem nächsten. Vielleicht bin ich die Einzige, die schläft während alle anderen um mich herum stolzieren. Oder ich bin die Einzige, die lediglich vorgibt zu schlafen.
Ich bin traurig, furchtbar traurig bin ich - grundlos, zugegeben. Tatsächlich... müde bin ich auch.

"Weißt du, was das Problem der Menschheit ist?", fragt das Schwein schnippisch. "Sie entzünden ein Feuer und schaffen es letztendlich nicht, sich davor zu retten."