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Donnerstag, 30. April 2015

Keine Ahnung

Simpel gesagt: Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tue. Oder zu welchem Zweck.
Es scheint alles entfremdet und fern. Möchte nicht unbedingt sterben, leben aber auch nicht. Ich weiß nicht, warum noch atmen, schreiben, essen, sprechen, versuchen.... Bin nicht in der Lage zu sehen.

Eisi, ich möchte dir folgen...

Freitag, 24. April 2015

Loch im Herzen, Loch in der Zeit

So lösche das Kerzenlicht,
um den Rauch der Panik zu verbergen.
Besser ist, du siehst es nicht -
die Hoffnungslosigkeit in verschlossenen Särgen.
Nur ein unterdrücktes Stöhnen
als Antwort aller, die du fragst:
Der Hund bellt nicht zum Verhöhnen,
doch beißt, sobald du etwas sagst.
Nun bleibst du stumm
wie eh und je,
und schaust dich um
im Winterschnee:
Versuchst von Herzenrissen noch zu sprechen,
verliebst dich doch in Plastizität.Nicht einmal wert es nun zu brechen,
dafür ist es schon zu spät.

Donnerstag, 23. April 2015

Sie denkt an verlorene Zeiten

An die zahllosen Seelen,
die unter ihrer Haut starben;
auch an die,
dir ihr des Nachts den Schlaf retten,
denn sind sie die statischen Stimmen
in ihren Muschelschalen-Ohren:
Es tut ihr leid,
aber nicht so leid,
dass sie aufhören würde.

Sollte sie Krankheit
von ihren Fingernägeln kratzen,
gäbe es nichts mehr,
dass sich um ihren dürftigen Körper
windet, um das Fleisch
getüpfelter Sterne.
Ein Beller zur Warnung
so leise,
dass es alles ist,
was ihr noch blieb.

Es gibt Menschen, die den
häuslichen Krieg
nie sahen,
nicht das Blut, welches
wie Feuer aus verletztem Stolz
züngeld, uferlos.
Ihre Augen scheinen nicht wie ihre,
doch ihre rausen Hände
hinterlassen blaue Flecken
auf ihren Schläfen,
schälen die Haut von ihrem Rücken
wie alte, unpässliche Tapete.

Nach und Nach
schwindet nun auch Hoffnung,
hinterlässt ein leeres Nest
zwischen ihren Rippen.
Selbst die Morgenröte beginnt
zu frieren,
erwachet sie zum neuen Tag.
Nicht der Sonnenstrahl erleuchtet,
daamit sie jemals wieder lachen wird -
mit dem Herzen auf der Zunge.
Es ist das Warten in dessen Namen.
Niemand sonst wischt die Trauer,
die Verzweiflung, die Dunkelheit
von ihren tropfendem Kinn.

So vergehen eben Tage,
manchmal Monate,
manchma Jahre,
mit einem Kopf,
der durch eine Jalousie
fest verschlossen.
Einem Bauch, der mehr Vergänglichkeit
verschluckt als Gerechtigkeit.
Das allgemeine Vernunft
schießt mit großen Sätzen
über den Rasen im Hinterhof der Gefühle.
Oh, denkt sie kurz auf,
es ist ein schneeweißer Hase,
der auf Freiheit gerichtet ist,
etwas verbogen am Rückrat.

Dienstag, 21. April 2015

Was ihn verletzt(e)

Gott enteignete ihn
an seinem 16. Geburtstag;
seine Spucke klebte
an seinem Genick.
Die Worte
"Keines meiner Kinder"
noch frisch an
seinen Zähnen.

Wie ungewollte Ware
warf er ihn an die
Eingangsstufe des Hasses.
Er ist der Sohn der Wut,
zeitgleich die Tochter,
die nicht um Vergebung
beten wird.

Montag, 20. April 2015

Herz

Nur ein Pfund Fleisch,
klein, zerschrammt, unbeeindruckend;
selbst auf überfüllten Märkten
schneidet man bedachter.

"Es ist so weich", sagt sie
stirnerunzelnd.
Über ihre Hände floss Blut
in kleinen Strömen.
Etwas enger umfasst sie es
während ich nach Atem japste.
Mir beängstigt an die Brust greife
als sie erneut zu drückt.

"Vielleicht ist es nicht viel,
doch ich schenke es dir",
versuche ich in Hoffnung,
wünschend, wollend.

Noch vor meinen Augen
schmeißt sie es zu Boden,
zermürbt es unter ihren Absätzen
und fragt:
"Was hast du noch?"

Sonntag, 19. April 2015

Sprach-pathologisch

Scheinbar imaginär - so fühlt es sich im Minimum an: Straßenlaternen mit Tagesbeleuchtung.
Hässliches Gelächter in der Schönheitsabteilung im Drogeriemarkt.
Inmitten sieben bis elf Dreckssäcken, eindeutig Säcken gefüllt mit Dreck,
umfasse ich mit meinen Händen eine Packung neon-grünen Kaugummi
anstelle von Alpträumen.
So fühlen sich derzeit die Tage an.
Zu astronomisch für Beschreibungen, die im Nichts zerfallen.
Das ist der Sonnenaufgang, der Erbrochenem auf Pappkartons ähnelt.

Bei den Gemüse- und Obst-Ständen zeigt sich moderne Verlorenheit.
Zwischen niederländischen Gurken, französischen Äpfeln und spanischen Heidelbeeren
öffnet alt-bekannte Zwillings-Tore zur Krankheit und Überforderung,
ein rehäugiges Nirvana mit scharfen Klauen und Zähnen.
Im gemalten Blick des Mitarbeiters, auf seinem Shirt steht vermerkend verächtlich 'Regaldienst' verzeichnet, kann ich Wehmut erkennen.
Die Art von Sehnsucht, mit der ich Poesiealben zu füllen versuchte.
Es fühlt sich an, als müsse ich mich bei meinem Herzen entschuldigen,
bei so vielen anderen ebenso.
Ich wünschte, es gäbe ein friedliches zu Hause für sie - sie alle - und mich.

Freitag, 17. April 2015

"Liebster Award"

Vielen lieben Dank, Eisscherben, für die Überreichung eines "Liebster-Award". Da ich in letzter Zeit bedauerlicherweise recht inaktiv hier bin, überraschte mich ihre Nachricht gleich umso mehr. Auch wenn ich derzeit unter schierer Kopfleere leide, werde ich mich bemühen, die Fragen zu beantworten.

Ihre Fragen:
  1. Angenommen, es wäre möglich: Würdest du lieber auf dem Mond, unter Wasser oder mitten in einer Sandwüste leben?
    Unter Wasser. Ich bin nun einmal ein Fisch.
  2. Ab wann würdest du sagen, dass du eine Person wirklich kennst?
    Leider habe diesbezüglich nicht genügend Erfahrung mit Menschen bzw. ihren Beziehungen. Meiner Meinung nach muss man niemanden zu 100% kennen, damit man ihm ein gewisses Grundvertrauen entgegen bringen kann. Viel miteinander kommunizieren, viel erleben - was nicht ausschließlich postiv sein muss-, und darauf kann man seine Werte durchaus basieren. Von Menschen enttäuscht werden kann man prinzipiell jederzeit, egal wie lange man sie kennt, wie gut man sie zu kennen glaubt oder in welcher Beziehung man zu ihr steht.
  3. Würdest du gerne die objektive Wahrheit über dich selbst erfahren?
    Mir wäre es lieber, wenn man mir die Möglichkeit gebe, diese Wahrheit selbst in Erfahrung zu bringen, ggf. mit Stützen. Denn objektiv ist von Person zu Person wieder relativ.
  4. Welche Person steht dir emotional am nächsten?
    Der erste Instinkt lautete "mein Bruder", doch dies wäre - wenn man lediglich die emotionale Seite sieht - schlichtweg gelogen. Wird sind beide nicht emotional. Dementsprechend steht mir (derzeit?) niemand emotional am nächsten.
  5. Würdest du gerne die objektive Wahrheit über die Person erfahren, die dir emotional am nächsten steht?
    Antwort verfällt aus obig genannten Grund.
  6. Wenn du dich für ein Elternteil entscheiden müsstest (und das andere nie wieder sehen würdest), für wen würdest du dich entscheiden?
    Bitte nehme es nicht böse, aber diese Frage fällt mir schwer, zu beantworten. Mit der Erfahrung, die ich mit beiden Seiten gemacht habe, gibt es für mich keinen Anlass für ein Für und Wider. Zumal dazu kommt, dass ich meine Mutter seit Jahren nicht gesehen habe.
  7. Würdest du deinen eigenen Kindern vom Osterhasen, Nikolaus und Weihnachtsmann erzählen oder (wenn du Kinder hast) hast du ihnen davon (nicht) erzählt?
    Das würde ich. Sicherlich kommt man in Deutschland (bisher?) ohnehin nicht drum herum. Allerdings würde ich mich bemühen, ihnen besonders beim Weihnachtsmann von Geschichten zu berichten, die nichts mit Vermarktung, endloser Anzahl Geschenke und dem Vergessen des Grundprinzipes zu tun haben. 
  8. Was hast du als letztes selbst gebaut, gebastelt, genäht, getöpfert oder anderweitig physisch erschaffen?
    Ein Osternest mit selbstbemalten Eiern. Derzeit arbeite ich an einem Hochzeitsgeschenk.
  9. Könntest du dir eine Beziehung oder eine enge Freundschaft mit jemandem vorstellen, der genau die gleichen Probleme und Sorgen hat wie du selbst?
    Ja, mit der Voraussetzung, dass wir Beide gemeinsam an diesen Problem arbeiten müssen.
  10. Welche drei Eigenschaften sind für dich in einer Freundschaft unverzichtbar?
    Spontane Einfälle: Aufmerksam, aber nicht bedrängend. Offen ohne übermäßig (!) zu überlasten. Zuverlässlich.
  11. Wie müsste dein perfektes Picknick aussehen?
    Die Örtlichkeit sollte nicht überfüllt sein und nicht zu laut. Das Wetter sollte sicherlich auch passen: nicht zu heiß, nicht zu kalt. Sonst bin ich mit allem soweit zufrieden sofern ich nicht vergessen habe, meine glutenfreien Waren mit zu bringen. ^_~ 
Dafür brauchte ich tatsächlich länger als erwartet. Bitte verzeih, denn ich bin nicht in der Lage, mir 11 weitere Fragen aus zu denken und den Award weiter zu geben.  

Montag, 13. April 2015

Hochzeitstradition

Doch die Frauen in weiß
wollen nicht immer eine Hochzeit.
Denn Pfarrer reden von
Vertrauensvorschüssen und "für immer"
während ihre Hände sich in
Panik um die Stuhllehne klammern.
Die Fingerknöchel weiß,
hervor stechend -
so findet sie etwas Altes.
Nämlich den Knoten in der Kehle.
Leer sind die Worte,
die sich ohnehin nicht in Freiheit wagen.

Plötzlich erscheint auch etwas Blaues:
Das zurückhaltende Herz;
das Saatgut, welches seinen
Erntebetrag niemals prophezeien kann.
Wie die Raupe,
die nicht wissen kann,
mit welcher Kraft einmal
seine Flügel schlagen werden.
Wenn denn überhaupt.

Andere sollen Blummen sammeln.
Immerhin kann sie die Massen
überspringen,
jedoch nicht das Bett.
Durch etwas Geborgtem
erkauft sie sich Zeit
und einen Ort,
an dem sie ihren
realitätsfremden Kopf ausruhen kann.
Die Ansichten, die Hoffnungen,
die Stellungen
sind jedes Mal wieder
etwas Neues
mit einem Penny im Schuh.