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Sonntag, 31. Mai 2015

Vogelkäfig

Eine ausgebreiteter Faden
im Badezimmer:
Ein rotes Glitzerkleid
inmitten einer schwarz-weißen Welt.
So weint sie lautlos
bittere Butter-Tränen
während sie versucht
kohlenhydratarm und extraleicht
zu sein.
Zuckeraustauschmittel auf den Lippen,
die Finger wie eine Waffe positioniert.

Das Herz isoliert mit Blisterfolie.
Pop. Pop. Pop
für jeden Versuch
etwas innen drin zu bewahren
derweil sie
all das Schlechte,
das Unwahre,
das Unfassbare
zwanghaft herausdrängt.

Der Schwindel trägt sie auf Dächer,
auf denen sie
vom Fliegen träumt.
Wie der Vogel,
den sie von ihren Eltern bekam,
als sie sechs war.
Sie wäre gerne dünner,
leichter wie Tänzerinnen,
mit tot-gewagten Knochen.
Hervor stechend, empor ragend.
Womöglich fühlt sich so
auch fliegen an.
Ihre Finger tapsen
über ihren Torso,
über den Käfig ihres Brustkorbes.

Dort wohnt ein Vogel,
der nicht singen kann.
Nur in Dunkelheit umher fliegt
und mit den zarten Körper
gegen ihrer inneren Wände knallt.
Verzweifelt auf der Suche
nach Freiheit,
den auch sie sich
sehnlichst wünscht.
Der Wunsch bedeutet fortan
leichter, leichter, leichter.

Als wäre sie zu kalt,
um ein eigenes Herz zu besitzen.
Ein neuer Vogel zieht
in ihrer Brust,
ein weiterer,
ein weiterer:
Ihre Freiheit längst gestohlen.

Hier steht ein Eimer voller Worte,
herausgespuckte Poesie,
im Schutze der Einöde der Dunkelheit.
Sie würgt heraus den
Ärger und die Vernachlässigung,
die Trauer und die Einsamkeit,
die Erniedrigungen und Verlorenheit.
Wünscht sich, sie könnte aufhören
jeden Tag auf's Neue
fremde Geheimnisse zu schlucken.
Vorbei an den armseligen Vögeln,
die keinen Piep mehr von sich geben. 

Samstag, 30. Mai 2015

Bahnfahren

Im Sinne der Inspiration,
vielleicht auch nur aus Langeweile.
schrieb ich ein Gedicht
auf meine rechte Hand.
Ein Mann in der S-Bahn las es
und sagte:
"Woah... das geht tief."
Darauf wusste ich
nur eine Antwort:
"Ja, das ist,
weil ich eigentlich ertrinke."

Freitag, 29. Mai 2015

Blau und rot

Meine Mutter besaß ein blaues mit Blumen bedrucktes Kleid, welches sie niemals zur Kirche anzog. 
Als Kind dachte ich, Gott wäre wohl allergisch auf die Blumen.
Bis sie es doch eines Tages zum Gespräch mit dem Pfarrer trug. Dieser war außer Atem und das Blumenkleid am Schenkel meiner Mutter hoch gerutscht, vom Beten verständlicherweise. 
Dies war der erste Tag meines Lebens, an dem ich an der Existenz Gottes zweifelte.


Durch die Augen meines Vaters krabbelten rote Spinnen, deshalb konnte ich ihm nie ins Gesicht sehen.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Wieder unnötig enttäuscht, oder?

Wenn es möglich wäre, würde ich mich um eine Meinung von euch freuen. Prinzipiell handelt es sich um nichts dramatisches, aber gerade bini ch mir nicht sicher, ob ich wieder in eine Art gefühlsladstige Borderline-Übertreibung gelandet bin oder meine Reaktion doch nicht so unberechtigt ist.
Es geht darum, dass meine Halb-Schwester, ihr Freund und mein kleiner zwei-jähriger Neffe für zwei Tage zu Besuch waren. Alles lief wirklich gut; wir haben uns verstanden, der Kleine ist ein aufgeweckter, frecher Kerl. Zusammen waren wir im Zoo, haben uns die Innenstadt von München angeschaut und waren viel spazieren. (Hatte dafür extra Tavor eingenommen, natürlich abgesprochen mit dem Arzt.)
Ihren Freund haben mein Bruder und ich auch vorher noch nie getroffen. Wir gaben uns extra große Mühe, freundlich zu sein und auch etwas zu unternehmen, was nicht nur das Kind interessant finden könnte. In der Zeit, in der er hier war, war dementsprechend auch alles gut.

Heute logge ich mich bei Facebook ein und wollte ihm eine Freundesanfrage senden. Seinen Namen habe ich schnell gefunden und die erste Nachricht, die ich las, war Folgendes:

(Hiner dem "freudig mit" steht der Name meiner Schwester.)

Nicht, dass ich mit dem Bundesland Bayern eine sonderlich enge Beziehung habe, aber was soll das denn bitte heißen? Man fühlt sich gleich besser, wenn man so weit wie nur möglich von uns entfernt ist? Immerhin hatte die Zeit, die wir mit ihnen verbracht haben, nichts mit der Örtlichkeit zu tun, zu Mindest empfinde ich das so.

Meint ihr, dass ich übertreibe damit, jetzt enttäuscht zu sein? 

Die Freundschaftsanfrage habe ich jetzt erstmal nicht gesendet. 

Dienstag, 26. Mai 2015

2:22 Uhr

Über-koffeiniert,
schaflos sowieso -
das Einzige,
woran sich mein
wolkiges Gemüt
erinnern kann,
ist der Gedanke,
dass ich wohl
schon früh hätte
sterben sollen,
oder können,
vor Allem wollen.

Körperfunktion mangelhaft.
Die Hände zittern
wie Bahnschienen.
Sternenübersäte Kopfschmerzen,
ein Glänzen im Hohlraum,
von Narben übersät.
Straßenbahn-Hohlkreuz,
schwache, brennende Kniescheiben;
doch nichts, nichts so
unerfüllt und sehnsuchtsgreifend
wie das Herz und der Kopf,
die sich nicht einigen können.
Ein Beben. Ein Brechen.
Der Schmetterlingsflügel-Verband
vermag nicht zu heilen,
nicht zu halten.
nicht zu polarisieren.

Gleich dem alten Haus,
anmutig, doch kraftlos,
kurz vor dem Zerfall.
Der Aufschrie
aus dem Keller hallend:
Lass mich nicht verrotten.
Verlorene Seele hört man
schwach,
nur ein Lächeln mit
schwarzen Zähnen.
Doch wir fordern
Bedeutung,
einen sogenannten Sinn
im Leben, für diese Welt.

Über-besorgt,
zweifelnd sowieso -
möglich ist es,
dass der Baumfall Geräusche macht,
obwohl niemand da ist,
sie zu hören.
Sicher ist nur eins:
Wenn ein Herz bricht,
schmerzt es gnadenlos
und pausenlos,
auch wenn Niemand da ist,
es zu sehen.



[Ich sollte weniger Tee trinken.
Oh Gott, ich kann es nicht erklären,
nicht beschreiben, finde keine Worte.
Ich weiß nicht, wieso dieser Todeswunsch
durch meine Ohren hindruch
in meinen Brustkorb kletterte.
Dort festsitzt wie ein Virus
und von Geheimnissen flüstert,
von Hoffnungen und Leidlosigkeit.
Ja, eindeutig,
so spät sollte ich den Tee sein lassen.]

Montag, 25. Mai 2015

Schuhe

Manchmal sollten die Schuhe
ein Stück nur näher an der Tür stehen;
man kann nie wissen,
was es Zeit ist zu gehen.
Die Nächte halten
diese eindringlichen Gedanken
bereit - wie ein Geschenk
in eigenen Händen.
Denn wie Wasser
passen sich auch Dämonen
der Form eines Behältnisses an.

Wie lange kann man
seine Gesterns am Leben halten
ohne dabei
den Morgen zu töten?

Wie lange kann man
im Glaube leben,
so zerbrochen zu sein,
dass die einzige Art,
die man weiß,
geliebt zu werden,
mit Schmerzen verbunden ist?

Ach, die Schuhe rücken
Stück für Stück näher
an die Tür.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Über Blutwerte und Schilddrüsen

Danke für eure lieben, aufbauenden Worte. Derzeit wirke ich wohl regelrecht unbillig, weil ich mich so rar mache und es kaum auf die Reihe bekomme, auch nur einen Kommentar zu schreiben. Bitte verzeit das. Die letzten Monate waren für mich sehr undurchsichtig - in jedem möglichen Aspekt. Zwischen bekannten Angstgezeiten und verworrenen Essens-Verrücktheiten überwiegen allgemeine Niedergeschlagenheit. Motivationslos schleife ich mich durch die Tage. An einigen ist es erträglicher, an anderen weniger. So ist es eben.
Meine körperliche Gesundheit ist laut Blutuntersuchung wenig beeinträchtigt. Die Rücken- und Knieschmerzen bilde ich mir ein und die Verdauungsbeschwerden schiebt man auf einen Reizdarm. Kann ja auch alles möglich sein, doch nimmt es nicht die Spannung und die Unannehmlichkeiten. Die Schilddrüse ist da nun ein weiteres Thema. Nach der Diagnose Hashimoto, die nicht sonderlich selten oder einschüchternd ist, begann ich mit der Einnahme von Schilddrüsenhormonen. Erst 25 Mikrogramm L-Thyroxin - meine TSH-Werte waren jedoch immer noch zu hoch. Sie sollten zwischen 1-2 liegen, aber mein Wert wollte nicht von der 4 weichen. Also 50 Mikogramm-Einnahme - nach einigen Wochen schwankte mein TSH-Wert bei 1,7. Alles ok soweit, weiterhin diese Dosis. Letzte Woche nahm mein Arzt mir Blut ab, weil er den Lithium-Spiegel messen wollte. Dieser muss ja auch überwacht werden. Irgendwie konnte ich ihn überreden, ein Blutbild zusätzlich anfertigen zu lassen - wegen meiner andauernden Schmerzen. Gestern gab es mir bekannt, dass das Blutbild in Ordnung ist; Leber, Niere, Eisen - könnte schlimmer sein, bis auf der Bilirubin-Wert, der ein wenig zu hoch ist. Nur die Schilddrüse meldet sich ungewollt zu Wort: Zwar habe ich allerlei Symptome einer bestehenden Unterfunktion, doch mein TSH_Wert war so hoch, dass er nicht mehr messbar war. Unter 0,03 bedeutet eine Überfunktion, die so gar nicht zu meinen vorherigen Messergebnissen passt und auch nicht zu dem, wie ich mich fühle. Mich wundert es schon, dass die Werte um so große Ausmaße umher schwanken, obwohl die Dosis der Hormone nicht verändert wurden. Nun ja, jetzt nehme ich wieder 25 Mikrogramm und in ein paar Wochen wird man weiter sehen.

Diese ganzen Horrorgeschichten in den Medien machen das Leben mit Agoraphobie sicherlich nicht leichter. Wie sehr ich es auch verstehe, dass man den Tatsachen ins Auge blicken muss, kann ich nicht nachvollziehen, wie sich andere Menschen vor die Haustür trauen. Ich selbst halte es auch für übetrieben, für albern schon, aber diese Angst in mir wächst und wächst.
Überall Mord, Hass, Tod... woher weiß man, wenn man vertrauen kann? Immerhin weiß ich nicht einmal, was ich noch Essen kann, wenn man bedenkt, was erst "gesund", dann "belastet", dann viel von einem, zu wenig vom anderen hat,...
Eigentlich habe ich auch nichts zu sagen, was irgendeinen Sinn ergeben würde. Aus diesem Grund werde ich diesen Text hier beenden.

Dienstag, 19. Mai 2015

Antwort

[Dies ist ein Antwortschreiben für eine Person, die ich schon Jahre lang kenne. Beim Schreiben war ich doch recht wütend, deshalb setze ich hier vorsichtshalber eine Triggerwarnung!]

Erzähle mir nichts von Sorgen solange nicht selbiges Wort auf deiner Haut geschrieben steht. Selbsthass ist der Moment, in dem eine Klinge mich zum Bluten bringt, um irgendeinen Teil in mir zum Atmen zu bringen. Was bedeutet dieser stechend-leichte Schmerz im Gegensatz zu einem omnipotenten Todeswunsch?

Ja, ist schon Recht. Stempel mich ruhig als verrückt und weltentfremdet ab. Von rundum behüteten Sonnenscheinkindern wie dir kann ich ein Lied singen. Nur Eines möchte ich, dass du verstehst: Es war NICHT dein Körper, der getreten, geschlagen und gefickt wurde. Es war NICHT deine Seele, die missbraucht und in den Müll geschmissen wurde. Ziehe dich beruhigt in deine geschützte bunte Glüclsbärchenwelt zurück, doch wirf mir nie, NIE wieder vor, ich hätte es nicht anders gewollt. Einige Nächte der Hölle, die ich bereits als Kind durchstanden habe, würden nicht einmal deinen Alpträumen entspringen.
Hinter Wänden, die sich kalt wie Stahl anfühlen, härter noch, wenn der Kopf repetitiv dagegen schlägt. Vielleicht bin ich deshalb das, was du "hirnbehindert" nennst, möglicherweise. Doch in den Stunden, Tagen, Monaten, in denen ich Barmherzigkeit und liebevolles Verständnis herbei sehnte, bekam ich einen stetigen scheinheiligen Austausch von psychischen und physichen Schmerzen und unendlichen in Alkohol-getränkten Hass.

Sprich nicht von Einsamkeit solange du nie mit einem öffentlichen Messer in der Brust gelebt hast, welches jeder Mensch um einen herum ignoriert hat. Nicht übersehen, darauf bestehe ich, ignoriert!.
Und was meinst du mit "wir hätten es doch sehen müssen"? Eben! Das hättet ihr! Schon als junger Teenager habe ich mich geschnitten, war ein sehr zurückhaltendes, depressives Kind, war wochenlang nicht in der Schule, habe selbst im Sommer lange Sachen getragen,... Hätte ich mir ein Schild umhängen sollen auf dem steht: "Entschuldigung, mein Vater war gestern zu lange in der Kneipe und als er heim kam, bin ich die Treppe herunter gefallen. Hier gibt es nichts zu sehen." oder "Ich möchte ja nicht auffallen, aber mein 11 Jahre älterer Cousin beißt schon manchmal zu oder würgt ein wenig zu fest, wenn er schändlicherweise seinen Schwanz in mir drin hat. Bitte weiterlaufen!"



Derzeit fühle ich mich, mehr denn ja, zerbrochen und kaputt. Die Narben, die diesen Körper zieren, stehen als Mahnmal auf fruchtlosen Boden. Nie werde ich mit dir darüber sprechen. Du bist einfältig und würdest die Last auf meinen Schultern nicht verstehen. Hätte man mir einen Cent für jede Minute gegeben, in der ich mich wertlos fühlte, wäre ich wohl nun doch etwas wert.
Danke für das Zurückholen von Erinnerungen, die mich erneut in die Knie zwingen werden. Nie habe ich verlangt, mir zu glauben, doch vorausgesetzt habe ich ein Mindesmaß an Respekt und ein offenes Ohr für das Offensichtliche.
Im Nachhinein ist es wirklich deprimierend, dass ich dir über die Jahre hinweg so viel Vertrauen entgegen gebracht habe.

Mach's gut.

Montag, 18. Mai 2015

Die Lüge

"Ich habe gelogen", flüsterte sie mit brechender, leiser Stimme.
Tränen rollten ihren blassen Wangen hinab.
"So oft habe ich gelogen", fuhr sie fort.
"Immer wenn du mich fragtest, wie es mir geht und ich typischerweise mit 'gut' antwortete, habe ich gelogen."

Freitag, 15. Mai 2015

Zu dünn sind nur die Wände

Fast ist es nun ja Sommer. Doch bekleide ich mich mit Noahs Arche. "Man kann doch jeden mit simplen Ausreden abwedeln", verläutet das Schwein. Zumal es mit Ausrede Unrecht hat. Als ich der Frau im Supermarkt sagte, ich habe einfach Probleme mit der Schilddrüse, deshalb sei ich so verfroren, war es keine Lüge.
Nur das Herz klopft unaufhörlich in meiner Brust. Ist es Scham? Ist es Angst? Als würde ich gleich in Tränen ausbrechen, grundlos. Dieses Gefühl habe ich oft. Der Wind bricht ein Loch in meinen Schädel und altbekannte Gedanken brechen heraus, oder herein. Eindeutig ist es jedenfalls nicht.
Oh, da sind die Worte wieder, die ich in den letzten Tagen vermisst: Jemand drückt ein Glas an meine Ohren.
Hätte nie vergessen können, dass ich gar keine Teekanne bin. Denn die Löcher in meinem Kopf sind kein Zeichen gut-gemeinter Zuneigung. Diese schwarzen Löcher sind Denkmale, die meine Arterien erstickt. Erworben vom Zerkauen des bitteren Geschacks der Wirbelsäulen frei-bekleideter Menschen. Galaxien, die sich in die Länge ziehen: In großen Stücken habe ich sie verzehrt, traurig und verzweifelt; ein ausgeprägter Fressanfall, der mich dem Himmel näher bringt.
Das Schwein amüsiert sich sehr, krümmt sich vor Lachen - ich vor Schmerz im Magen, und den Knien. Bin ich ohnehin nicht in der Lage, große Mengen Nahrung in mir zu halten. Lediglich in dieser Form liegt mir das Universum zu Füßen.
"Du weißt schon, dass keiner weiß, wovon du eigentlich redest?", schreitet Nummer 2 ein. Alles verliert mit der Zeit seine Wunder. Man denke doch nur an die Versprechen von Liebenden.

Ich bin hunrig.
Beabsichtigt wählte ich diese Formulierung und nicht Ich habe Hunger. Denn den habe ich nicht, ich bin Hunger geworden. Mit jeder Nacht, in der ich mich schluchzend und krächzend mit Süßigkeiten und Fetten bestraft habe, in der ich mich versuchte gewaltvoll zu reinigen von all dem, was ich sah und mich sah. Ich bin hungrig - auch mit der Sammlung der Seufzer des Mondes in meiner Tasche, zur Erinnerung, dass dieser indigo Puls auch beim Essen ruhig schlagen sollte.
Sollte, könnte, würde - die Wortwahl des Untergang auf dem Weg zum Kühlschrank. "Jedenfalls war die ganze Pizza, die du gerade verschlungen hast, glutenfrei.", lacht das Schwein.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Oh.

Mein Bruder hat heute erfahren, dass ihm wohl ab Juli 300 Euro vom Gehalt gekürzt werden.
Erstmal bin ich sprachlos.
Es ist eine unvorstellbar schlechte Nachricht für uns.

Dienstag, 12. Mai 2015

Das selbe, alte Leid

"Weißt du, ... manchmal frage ich mich..."
"Was?"
"Naja... ob es dich eigentlich wirklich interessiert hat."
"Ich habe dich doch nicht einmal richtig gekannt."
"Doch, ich glaube schon - bis zu einem gewissen Maß. Außerdem hättest du ja auch bleiben können, um mich kennen zu lernen."
"Du warst niemals ehrlich."
"Ich sagte dir aber, ich würde mich öffnen."
"Das tust du aber nicht. Hast du nicht. Wenn ich danach gefragt hätte und dich bedrängen hätte müssen, hättest du noch mehr dicht gemacht."
"Warum hast du es nicht versucht?"
"Ich wurde müde vom Warten."
"Du wurdest müde von mir."
"Ich wurde müde vom Warten."
"Also hast du letztendlich aufgegeben. Der springende Punkt: Du wolltest mich nicht."
"Unter den Umständen nicht."
"Das ist ziemlich erbärmlich, findest du nicht?"
"Was?"
"Alles, was ich hatte, gab ich dir. Alles, wonach du fragtest. Vollkommen selbstlos, wie dumm dies auch sein mag, habe ich alles nur dir geopfert, weil du es brauchtest. Niemanden außer dir habe ich meine Zeit geschenkt. Das Einzige, was du mir gabst, waren Stunden in deinem Bett."
"Ich habe dir Dinge geschenkt.
"Du hast dich darum gekümmert, dass dein Verlangen nach Intimität gestillt war, mehr nicht."
"Also gibst du es zu?"
"Was?"
"Das ich mich mehr gekümmert habe als du."
"Stimmt. Allerdings habe ich auch meinen Hund einschläfern lassen, weil ich mich um sein Wohl kümmern musste als um mich."

Heute vor dem Eingang zum Lidl. Unbekannte Frau und Mann. 

Sonntag, 10. Mai 2015

Du brauchst dich nicht entschuldigen


Wenn die Fotos, die ich bei mir tragen, doch nur sprechen könnten wie in einem dieser Harry Potter Büchern. Nur damit du mir noch einmal sagen kannst, du würdest mich lieben - ohne das Brechen in deiner Stimme, ohne das Abwenden deiner Augen, vor Allem jedoch ohne das "Aber", welches sich nie vollkommen über deine Lippen wagte. In der Kehle steckt es trotzdem, womöglich zu verankert, um einen Unterschied zu machen.
Es muss sich doch nur anhören als würdest du es genau so meinen. Deine Art von Entschuldigungen brauche ich nicht mehr. 

Donnerstag, 7. Mai 2015

Seelenleer

Isolations ist wahrlich erstickend.
Doch auch inmitten
bekannter und fremder Gesichter
bleibt dieser Kampf nach Sauerstoff
erhalten.

Für mich scheint es keinen Platz zu geben,
keinen Ausweg.
Bin zu müde und erschöpft, mich zu erheben -
schaffe es morgendlich nicht einmal aus dem Bett.
Habe Angst vor dem Essen,
vor dem Hunger,
vor Gefühlen,
vor der Leere,
vor dem Schlafen,
vor dem Verlassen des Hauses,
vor den Stimmen,
der Überforderung, die allgegenwärtig ist.
Weiß nicht wohin, vorallem nicht wofür.

Montag, 4. Mai 2015

Scheintot

Noch bin ich zu unentschlossen, um begründet behaupten zu können, ob dies schlimmer ist als jeder Alptraum oder besser als alles, was ich je erträumte. (Oder ob es dort überhaupt einen Unterschied gibt.)