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Dienstag, 30. Juni 2015

Frustration - die Liste

Vor Kurzem habe ich erwähnt, dass es mir so vorkommt, immer frustrierter zu werden. Fast zu dem Punkt, dass ich unangebracht aggressiv auf Kleinigkeiten reagiere. Nun ja, das wird dich hoffentlich schnellstmöglich wieder legen, doch würde ich gerne die grundlegenden Begebenheiten aufführen, die mich so in ein Loch ziehen. Zugegebenermaßen eher als Auslass-Möglichkeit als Jammerpost, obwohl man letztendlich Beides durchaus als das Selbe ansehen könnte.
Hier aber eine Liste von den Dingen, von denen ich meine, dass ich sie derzeit nicht sonderlich gut verarbeiten kann:
  • Der Tod von Eisherz. Ich vermisse sie schrecklich und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
  • Meine Magen-Darm-Probleme steigern sich wöchentlich. Die rezeptfreien Mittelchen, die mein Psychologe mir mitgegeben hat, wirken unzureichend, wenn überhaupt. Das verstärkende Problem dabei, ist meine Telefonphobie - ich traue mich nicht einmal den Hörer in die Hand zu nehmen, um beim Internisten an zu rufen... (Die Angst von meinen Kindheits- und Jugenderinnerungen im Bezug auf Ärzte sitzen tief.)
  • Mein Mitbewohner wird immer unsauberer. Inzwischen wasche ich jegliche Bestecke und Teller für ihn ab, muss täglich das Badezimmer putzen, weil er sich weder hinsetzen noch treffen möchte, ....
    Außerdem besetzt er immer das Wohnzimmer. Normalerweise kein Problem, doch muss man um zur Küche zu gelangen, durch dieses durchehen. Wenn ich als abends noch was essen möchte, traue ich mich nicht vorbei, weil er sich so ewig lang dort aufhält... Vermeidungsverhalten in den eigenen 4 Wänden? Ja, ich weiß, ich bin weit gekommen.
  •  Der Kühlschrank ist kaputt. Er kühlt nur noch bedingt, was gerade im Sommer recht schade ist. Geld für einen neuen ist nicht da. 
  • Genauso wenig für die Reparatur von der Toilettenspülung, die ja schon zur Weihnachtszeit nicht mehr funktionierte. Wir regeln den Spülvorgang nun mit einen Eimer...
  • Seit Ende März nehme ich wieder zu und zu und zu. Wahrscheinlich wäre dies halb so schlimm, wenn die Stimme der Essstörung mich nicht weiterhin zur Disziplin ermahnen würde. Bald steht die 50 wieder da; es wird ein trauriger Tag. 
  • Derzeit kann ich nicht mehr Joggen gehen, obwohl ich gerade eine relativ zufriedenstellende Ausdauer hatte. Meine Knie schmerzen leider zu sehr. In zwei Wochen werde ich es wieder ausprobieren. (Hier gilt natürlich die selbe Problematik wie in Nummer 2: Beim Orthopäden anrufen? Erst, wenn es zu spät ist.)
  • Lediglich meine Skoliose plagt mich derzeit nicht - nur kann ich leider nicht mehr alle Yoga-Übungen machen, die mir früher so einen Spaß gemacht haben. 
  • Spazieren gehen ist zur Qual geworden. Zu viele Menschen unterwegs, zu jeder Zeit. Sozialphobie, Agoraphobie - egal, wie man es benennt: Angst, Angst, Angst. Es vergeht kein Tag ohne Angst. (Ob es an der Schilddrüse liegt? Auch das ist egal, denn hier gilt erneut das Problem der Nummer 2: Beim Nuklearmediziner anrufen? ...) 
  • Mein Bruder (der, der nicht hier lebt) hat sich bei Monaten nicht bei mir gemeldet und meine Schwester (die, die uns vor Kurzem besuchte) hat dies seit ihrer Abfahrt auch nicht mehr getan. Trotz meiner gelegentlichen Versuche erhalte ich nie eine Antwort. 
  • Meinem Psychiater wäre es lieber, wenn das Schwein und co. verschwinden würden. Er versteht nicht, dass sie meine einzigen Freunde sind, die ich brauche. 
  • Außer meinem Bruder und Ärzten (und natürlich dessen Personal) habe ich seit 2 Wochen mit keiner Menschenseele mehr ein Wort gewechselt. Vor zwei Wochen war der Geburtstag einer Bekannten, vor diesem Ereigniss habe ich fast 2 Monate mit Niemanden geredet. 
  • Ich brauche zwei Zahnkronen. Zwar habe ich eine Zusatzversicherung, doch muss man ja trotzdem das Geld vorstrecken. So viel Geld habe ich nicht, doch wirklich essen kann ich auch nicht...
  • Besonders aufwühlend ist die Tatsache, dass mein Bruder in die Tagschicht verlegt wird. Er hat seit 2003 in der Nachtschicht gearbeitet, war dort sehr glücklich und hat eben einen Nachtsschichtszuschlag bekommen. Diese 300-400 Euro werden uns zukünftig nicht nur fehlen, sondern uns unter Umständen sogar in Schulden stürzen. Mein Konto ist ja ohnehin nicht gedeckt, aber wie es jetzt mit so viel weniger weitergehen soll? Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Es bringt mich zur Verzweiflung. (Beim nächsten Psychologen-Termin werde ich ihn fragen, wie es damit aussieht, dass ich wieder arbeiten gehe. Zwar wurde ich als nichts erwerbsfähig eingestuft, doch vielleicht kann man das wieder ändern.)
    Abgesehen vom Finanziellen ist die Umstellung auch eine Herausforderung für meinen Bruder. Er ist sehr lichtempfindlich, kommt nicht gut mit den meisten Leuten klar und wird schnell mürrisch. Da wir uns zu Hause ja ein Zimmer teilen müssen, teilen wir uns auch bald wieder ein Bett zu gleichen Zeit. (Vorher versuchte ich in der Nacht zu schlafen, er am Tag)
    Unserer beider Frustration wird wohl schon bald ins Unermessliche anwachsen. 
  • Ich Depp habe in den letzten 5 Wochen drei Shirts kaputt gemacht - und, wie schon erwähnt, habe ich kein Geld für Neue. 
  • Flashbacks, Heulattacken. 
  • Der Schneidedruck wird auch immer schlimmer. Zwar habe ich ihm noch nicht nachgeben, doch versprechen kann ich nichts. (Nur würde es die Angst vor Ärzten noch verschlimmern, frische Wunden am Bein und Bauch zu haben.)
 Jetzt habe ich erst einmal genug. Vielen Dank, wenn du es geschafft haben solltest, diese riesige Liste durch zu forsten.

Sonntag, 28. Juni 2015

Umschwung

Jetzt fühle ich mich wieder als hätte nichts das ich sage eine Bedeutung.
Gestern noch wollte ich endlich leben, heute möchte ich wieder sterben.
(Es tut mir leid - dieser ewige Wechsel, der wohl nie ein Ziel haben wird.)
Ich schäme mich wegen meiner Existenz.
Der Geschmack feierlicher Lügen unter Erdbeerlippen höhlen die Sprache aus wie in Holz. Eingekratzt in meinem Herzen, wiederholt in ärztlicher Manier: "Typisch Borderline! Typisch Dissoziation! Typisch Depression! Typisch Posttraumatische Belastungsstörung! Typisch Essstörung!"
Zielübungen auf die Narben meines Körpers - nur nichts durchlassen, es könnte fatal enden.
Ich habe Kopfschmerzen. Zugestanden, mir tut meist alles weh. Ohne körperlichen Befund.
Mein Kopf ist ein schwarzes Stück Papier und ich kann nicht schreiben.

Samstag, 27. Juni 2015

Unverständlich der Verstand

Obgleich diese Welt so furchtbar grausam ist,
ob ich von Angst und Flüchen erdrückt werde,
es ist so... ich möchte es euch gestehen:
Trotz allem würde ich eigentlich lieber leben,
einmal in meinem Leben leben.

Freitag, 26. Juni 2015

Schimmliger Joghurt

Dabei konnte ich mir nicht helfen; musste mich immer wieder selbst fragen, ob es einen Unterschied darin gäbe, dich zu verlieren oder dich zu verlassen. Nicht, dass es in diesem Sinne eine Wahl gäbe. Klarheit durch Gift - genau das Gegenteil von dem, was du für richtig hältst. Ich kann dir nicht sagen, warum mir das Positive immer entwischt. Rundliche Logik hält meine Lider offen. Die Augen sind und bleiben trocken.
Mein Blickfeld verflüssigt sich. Solange sich meine Gliedermaßen nicht wieder auflösen oder mein Kopf zerspringt. Risperidon hält mich aufrecht: Der Teil, der bestätigt, dass nichts von dem real ist. Vielleicht niemals war. Nur kann ich einfach nichts fühlen, wenn ich an dich oder mich denke, oder an Konsequenzen und alptraumhaften Visionen.

Du fragst mich, wie es ist, Christin zu sein. Da brauche ich mir das hohle Lachen nicht einmal zu verkneifen, die Antwort kommt spuckend schnell: "Zur Zeit bin ich einen Marathon von Religion entfernt, in der Geschwindigkeit einer Schildkröte."
So gehst du weiter und fragst mich, ob ich eigentlich lesbisch sei, weil sie mich niemals mit einem Mann gesehen hat. Dieses Mal braucht es bedeutend mehr Selbstdisziplin, um nicht all zu ironisch zu werden. Abgehackt und nach Sicherheit ringend, sage ich, dass es schlichtweg zu kompliziert sei. Jetzt ist es an dir, zu lachen: "Wie kannst du das denn nicht wissen?"
"Es sind die Umstände, wie es nun einmal immer ist, dies es nicht so eindeutig wegweisend machen. Prinzipiell fühle ich mich zu keinem spezifischem Geschlecht hingezogen, sexuell schon gleich gar nicht.", nun verstummst du. Genau weiß ich nicht, warum - es ist alles kompliziert.

Im Kühlschrank befinden sich zu viele verdächtig-gewölbte Nahrungsmittel. Am Joghurt klebt schon eine grünliche Spur Schimmelsporen. Der stand wohl schon eine Ewigkeit dort neben der Kaffeekanne. Warum die Kaffeekanne im Kühlschrank steht? Ich weiß es nicht, genauso wenig wie ich weiß, warum ich nicht lesbisch bin oder hetero oder gar asexuell.
"Das muss ziemlich zum Verzweifeln anregen", führst du fort, versucht dein Bestes vage und nicht penentrant zu wirken.
"Man kann an so unglaublich diversen und zahlreichen Begebenheiten verzweifeln. Voraussetzungen, Erwartungen, Entfernungen, Verpflichtungen, Erfahrungen", setzte ich an, möchte diese ganze Thematik insgeheim einfach beenden. 

Ungewollt muss ich plötzlich an eine junge Frau denken, die ich vor Jahren für ein paar Tage nur kennen lernen durfte. Sie hatte einen sonderbaren, norddeutschen Dialekt, der mich offen gestanden an Ottifanten erinnerte, doch war ihre Stimme berhigend, tröstend schonf ast. Wie die See, die sich an wohlwollenden Tagen um die Küste schmiegt. In die Wärme und dem Facettenreichtum ihrer Stimme konnte ich mich verlieben, doch in sie selbst? Nein, das schaffte ich nicht. Dafür waren die Wunden noch zu frisch. Wer weiß? Vielleicht sind es ja immer noch. Hoffentlich werden sie es nicht auf ewig sein, oder das ewig wird zuvor von Menschenhand verkürzt werden müssen.
Dabei weiß ich nicht, was ich hier sage - meine Gedanken sind beim armen, einsamen Schimmeljoghurt, der in der Mülltonne liegt.

Später am Tag platzt es aus mir heraus. Du darfst nicht von mir gehen bevor ich dir nicht dieses sagen kann: "Auch wenn ich nicht an deinen Gott glaube, oder einen Gott glaube, heißt das nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin."
Vom Aspektwechsel etwas überrascht, man sieht es an deinen leicht aufgerissenen Augen, brauchst du einen Moment der Einsicht. Durch Augenwinkel schaust du mich an, fragst, woran ich denn eigentlich glauben würde, wenn Gott und Liebe nicht dabei seien.
"Momente. Ich glaube an Momente, die immer weiter führen, die man sammeln kann und denen an huldigen kann, an denen man vergehen und zerbrechen kann - die traurig und glücklich zugleich machen können, himmlische Freuden zu Höllenqualen wandeln können - und anders herum -, denen man nicht zu Füßen liegen muss, damit sie Aufopferung erkennen, die jeder kennt und fühlt.... Momente, die den Joghurt schimmelig machen lassen und die Marmelade ablaufen lassen..."
Ob du von meinem plötzlichen Schwall Emotionen überwältigt warst, kann ich nicht sagen. Doch deine letzten Worte sitzen tief, denn ich habe sie mir auf die rechte Kante meines Herzens gebrannt:
"Hey, Emaschi, ich wünsche dir vom Herzen, dass du bald den lebensentscheidenden Moment findest, der dir Klarheit gibt. Du hast es nicht verdient, immer im Dunkeln zu tapsen und diese Finsternis bis zum Ende deiner Momente mit dir herum zu tragen."

Donnerstag, 25. Juni 2015

Schramme am Knie

Zugegebenermaßen passiert es nicht oft, dass ich mit Fremden rede. Doch gerade komme ich von einem ausgiebigen Spaziergang zurück, bei dem Folgendes passierte:
Ich war in einem Ortteil, der sehr bekannt für seine gehobenen Ansprüche an Wohneigentum ist. Zwar ist es wahr, dass die Leute dem "allgemeinen Volk" entfremdet sind, doch dort wachsen die schönsten Blumen in den Gärten, die ich gerne fotografieren wollte - da habe ich mich einfach mal von den Bonzen-Karren nicht beeindrucken lassen.
Da laufe ich so vor mir hin und direkt hinter mir befanden sich zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, so geschätzt 6-8 Jahre alt. Der Kleine fiel unerwartet hin, da drehte ich mich also um, und fragte, ob er sich sehr weh getan habe. Daraufhin schaute er mich mit großen Augen an und meinte: "Ich weiß nicht, dazu muss ich erst meine Nanny fragen."
Diese Antwort emfpand ich persönlich als recht sonderlich, deshalb ging ich genauer darauf ein:
"Aber du brauchst doch deine Nanny nicht, um zu wissen, ob dir was weh tut."
Er meinte, er würde gehen. Da wollte ich auch nicht weiter aufdringlich sein, verabschiedete die Zwei mit dem Anraten, dass er der Nanny sein Bein zeigen sollte, wenn er zu Hause ankommt.

Eigentlich ist dies keine sonderlich spannende Story, doch wahrscheinlich das interessanteste, was mir in den letzten Tagen widerfahren ist. Ob er nur einfach so geschockt von dem Sturz war, dass er nicht wusste, wie er antworten sollte?

Naja, danach war ich einkaufen - kurz beim Rewe rein. Dort wollte ich nur eine Wassermelone einpacken und verschwinden, dann ist mir im Kühlregal Skyr aufgefallen. Jeder, der mich kennt, weiß wie vernarrt ich aus bisher unerforschten Gründen in Island bin. Da habe ich mir gleich alle Sorten eingepackt. Das Naturprodukt ist sensationell, wenn man Quarkprodukte auch mag. Bei den Fruchtsorten bin ich noch zu ängstlich, weil ich die Kombi Lactose und Fructose nicht gut vertrage. Probieren werde ich es aber auf jeden Fall. =)

(Bin immer noch angepisst wegen meiner Nachrichten und Spiele bei Facebook. Grr.)

Darunter

Mal' mir ein Lächeln
mit dick-aufgetragenen Dunkelrot;
Niemand wird die Falschheit
darunter
durschauen können.

Lass' meine Augen hell leuchten
mit Maske und Spezialeffekt;
Niemand wird das Stöhnen
darunter
hören können.

Verwandle Klagelieder
in schallendes Gelächter,
gezogen durch den Tongenerator
der Unehrlichkeit, der Täuschung
des Betruges.

So werde ich fortan lächeln,
und meine Augen werden scheinen,
und ich werde lachen, lachen, lachen

- innerlich an stummer Not
vergehen.
 
(Gewidmet einer entfremdeten Bekannten, die auf die Frage nach ihrem Befinden stets mir "Mir geht es gut" geantwortet hat; das Gesicht getaucht in Desintresse und Seelenlosigkeit, doch die Lügen verfärbte die dünne Haut unter ihren Augen. Nicht, dass ich es nicht verstehen würde - "gut, und dir?" ist so viel leichter, so viel abwendender als die Wahrheit.)

Mittwoch, 24. Juni 2015

Facebook

Wollte nur schnell Bescheid geben, dass ich derzeit nicht auf mein Konto gelassen werde. Man hat wohl "entdeckt", dass man angegebener Username nicht mein richtiger Name ist und ich müsse ihn abändern bevor ich Zugriff bekomme. Wenn ich dies aber versuche (also einen anderen Namen eingebe), wird nur angezeigt, dass ein Fehler aufgetreten sei.
Offen gestanden reagiere ich nun doch eher mit Unverständnis, weil dies zum Einen nicht das erste Mal ist, dass so etwas mit Facebook passiert und zweitens ich nicht verstehe, warum ich so zwingend meinen Namen angeben muss. Man darf sich wohl vor nichts mehr schützen. Ohne die Langeweile-bekämpfenden-Spiele hätte Facebook ohnehin keinen Reiz mehr für mich.

Lange Rede, kruzer Sinn: Sollte mir wer dort geschrieben haben, kann ich es erstmal nicht lesen.
Kennt denn jemand gute Alternativen zu Facebook?

Dienstag, 23. Juni 2015

Desinfiziert

Wenn es nur so einfach wäre,
die schmerzvollen Erinnerungen
von dir
weg zu waschen,
wie es einfach ist,
diese verdreckten Seifenblasen
(vermischt mit etwas Blut)
von der Haut
zu schrubben, zu kratzen
und den Abfluss
herunter zu spülen.
(Vergiss nicht die Stelle unter den Nägeln.)

Sonntag, 21. Juni 2015

Gegensatz

(War gestern für ein paar Stunden im Krankenhaus wegen einer üblen Panikattacke. Inzwischen geht es mir chemisch ausgeglichener, doch dies habe ich kurz vor meiner Entlassung geschrieben.)

Kralle dich an die Augen Gottes, selbstverständlich deiner Wahl, als würdest du es verdienen, das allerletzte Mahnmal zu sein, welches er jemals sehen könnte. Nun steh' einfach wieder auf, kleiner Krankenhaus-Mensch, reiße den Katheder aus deinem Arm. Glaube daran, glaube fest daran, mehr zu sein als Tiger-gestreifte Tragödien aus Risperidon und viel zu schwere Krücken aus Anxiolytika. Wirf sie nach unten gleich wie dein Kinn zu unten fällt, wenn du dich wie die Menschen benimmst, du die lieben solltest, aus dem alleinigen Grund ihrer Erwartungshaltung. Doch die Hölle steckt in deiner Kehle. So ist es eher ein Gefallen, sie geschlossen zu halten - halte alles geschlossen, brich dir das Rückgrat. Wird ja doch nur aufrecht erhalten von Lillien, die man an deine Wirbelsäule geschraubt hat, steril und aseptisch.
Dein Lächeln glänzt wie die ölige Autobahn im Hochsommer, geküsst von reudigen Hunden. Vielleicht ist es ganau das, was dich unmenschlich macht - Selbstaufopferung der Haut und, heilige Scheiße, du kannst dich nicht einmal selbst sehen, erkennen, ertragen oder gar verstehen. Niemand weiteres übernimmt es für dich, das Verstehen, genauer gesagt das Verständnis. Schweige also weiter, schweige, schweige, schweige - sonst würden sie sich abwenden, würden gehen wie so viele davor. Jemand, der die Zusammenhänge um Schrödingers Katze nicht nachvollziehen will, fühlt auch Trauer und Wut in einem unpassenden Spiel zusammen. Denn du weichst von Mitgefühl zurück als würdest du eine Umarmung bitter benötigen, bestrafst dich als würde dich lediglich Liebe retten können und lächelst ein so überzeugendes Lächeln als würdest du getötet werden wollen. Eine wandelne Kontradiktion, die immer das einatmet, was sie nicht sollte. Der einzige Unterschied zwischen der Katze und dir ist, dass du nicht in einer Stahlkiste hockst, nicht physiologisch, und jeder weiß, wie Geschichten wie deine enden.

Freitag, 19. Juni 2015

Tage ziehen vorbei - schlichtweg pathologisch

Selbst in einem Raum voller vollkommen durchnässter Menschen,
kann man literweise Tränen vergießen,
als würde es nur auf sich alleine regnen.

Die Festigkeit der Aufgänge und Untergänge
dient lediglich als krankhafte Erinnerung daran.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Stock und Stein

[Triggerwarnung!]

Hab' eben das falsche Ende des Stockes erwischt,
wahrscheinlich gibt es kein richtiges.
Nur recht erbärmlich -
so wie ich gefleht habe,
erniedrigt wurde.
Nur zu Fragen war Dummheit,
verkommene Wahrheitsliebe und falsche Versprechen. 
Betrogen von der Straße und dem Tod
mit feuchtkalten Fingern,
klebenden Lippen
und einer süß-schmeckenden Zunge.
Fast so verlockend wie der Sprung von der Brücke,
die nun außer Reichweite scheint.
Bin verschwunden und versiegt wie du es wolltest,
doch auch dies hast du gehasst.
Gewissen war nie der springende Punkt:
Anstatt es, im Sinne von mir,
verrotten zu lassen,
ficktest du halt mit diesem Kind im Zelt.
Konntest deine Finger nie für dich behalten,
wir wissen es doch Beide.
Der Auslöser nicht Lust, sondern infantile Eifersucht.
Desillusioniert und chancenlos,
dies gilt für uns Beide.
Realität zerdrückt die Rüstung.
Du bist wohl eher die Art Mensch,
die sich selbst für den Wunsch zu Passen verzerrt und verdreht,
anstatt am Metall zu Arbeiten. 
Veränderungen gehörten nicht zum Bereich der Möglichkeiten.
Mein Leben führte ich als Werkzeug zur Übung,
lernen für deine Bedürfnisse,
zog nie einen Vorteil aus deinem Willen.
Mächtig sein - ja, das Gefühl stand dir im Herzen,
erhaben über jede Menschlichkeit, jedes Gefühl.
Auch als du physiologisch schon fort warst,
hältst du mich gefangen.
Das ist wohl wie es sein soll.
Ist ja meine Schuld, dass ich still geblieben bin.
Ich bin das Spielzeug,
hab nie kooperiert, doch auch nie widerstrebt.
Spielzeug -
Stock und Stein brechen mein Gebein,
gutes, kleines, unschuldiges Mädchen -
doch Worte bringen keine Pein.
"Du widerliches Stück Scheiße,
nur dafür bist du zu gebrauchen.
Jetzt mach' die Beine breit und mach keinen Mucks,
sonst erzähl' ich deinem Vater, was für eine 
verschissene Hure du bist."
Worte bringen keine Pein.
"Widerlich wie fett und hässlich du bist,
da würde ich am Liebsten gleich über dich kotzen. 
Das würde dir doch gefallen, huh? 
Am Besten bringe ich ein paar Freunde mit
und wir zerstören jede Öffnung in deinem 
widerlichen, ekelerregenden Körper."
Worte bringen keine Pein.
Er brachte nie Freunde,
womöglich weil er selbst keine hatte. 
Doch gebrochen hat er mich, 
auf so viele unaussprechliche Weisen. 
Die Angst ist geblieben, 
der Schmerz - 
dieser tiefe, Seelen-schwarz-färbende Schmerz
ist immer da. 
Du solltest im Gefängnis sein.
Ich bin ein Desaster auf Beinen,
die Stock und Stein bereit gebrochen haben. 
Und wenn ich hinzufügen darf - 
auch Worte bringen höllische Pein. 
Selbst nach all der Zeit,
gerade nach all dieser Zeit,
bin ich mir nicht sicher, 
ob es Rettung oder Hilfe für mich geben kann. 

Dienstag, 16. Juni 2015

Giraffen

Das ist meine neuste Arbeit. Gedacht als Hochzeitsgeschenk (ich bin mir sicher, dass die zukünftigen Besitzer es nicht vorher sehen werden, wenn ich es jetzt poste.) für eine alte Arbeitskollegin und ihren Mann.

Die Giraffe hat eine wertvolle Symbolik in ihrer Beziehung, denn am Tag, an dem sie gegenseitig entschieden, ein "festes" Paar zu werden, gewann er eine Plüschgiraffe. Seither ziert sie den Fernsehbereich ihrer gemeinsamen Wohnung und hat natürlich auch einen Partner bekommen. Bei der Geburt ihres Sohnes im letzten Jahr schenkten mein Bruder und ich ihr eine Babydecke in Giraffenfell-Optik.
Bei einem Ausflug im Zoo haben sie und der Kleine auch lautstark ihre Begeisterung für die Tiere kund gegeben; die eine mehr mit Worten, der andere eher mit "Bah!! Bah!". ^_~

Das Hochzeitsgeschenk, zu Mindest der bisher geplante Teil, ist somit bemalt und braucht nur noch einen Firniss, denke ich. Hier in den einzelnen Schritten:


Ein Hoch auf Giraffen!

Sonntag, 14. Juni 2015

Geburtstag

Letztendlich war ich also doch bei der im vorherigen Post erwähnten Geburtstagsfeier. Prinzipiell möchte ich nicht viel sagen, schlichtweg weil ich nicht viel sagen kann. Schon das Überreichen des Geschenkes war bestenfalls unangenehm, schlimmstenfalls blamierend. Ich bin einfach nicht die richtige Art Mensch für Kommunikation.
Das Essen gestaltete sich äußerst schwierig für mich. Die Essstörung war unzufrieden mit dem Fett- und Kaloriengehalt der Speisen. Augen zu und durch. Augen zu und durch. Bloß nicht daran denken. Kauen, schlucken und die Finger außerhalb der Kehle behalten. So einfach ist es (so einfach könnte es sein.).
Danach begannen auch schon die Dissoziationen. Zu Mindest denke ich, dass dies der Grund meiner Erinnerungslücken war. Beispiellos kann ich mich nur noch an Nichts erinnern. Dabei meine ich nicht "nichts" im Sinne der Ahnungslosigkeit, sondern an eine so überwältigende Leere, die jeden Atemzug in mir auf zu fressen schien. Eine Art unendliche Einsamkeit, die man nur unter Menschen, in Gemeinsamkeit, fühlen kann. Ich bin fern, durchsichtig, doch störend wie das Rascheln einer Plastiktüte. Prinzipiell ist es auch nicht wichtig. Kurzum: Mein Bruder und ich waren die ersten ohne Kinder, die wieder abreisten. Er wäre gerne noch geblieben. So stehe ich wohl wieder als der Dorn im Auge da.

Die Spannung zwischen uns ist deutlich, selbst für mich. Obwohl ich nicht genau einschätzen kann, was der Grund ist. Dieser Sonntag wird von Nervosität und Unruhe überschattet werden. Es brauch keinen Wahrsager, um dies heraus zu beschwören.
Meine Füße sind verschwunden. Hier kann ich nicht weg.
Wenigstens das Schwein und Nummer 2 sind da. Die Flüsterstimmen auch.
Einfach weiter atmen. Alles ist gut, Emaschi - das sage ich mir immer wieder.

Freitag, 12. Juni 2015

Einladung zum Geburtstag

Man hat mich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. 
Zugegeben - es ist eine Einladung, weil ein anderer spontan abgesagt hat, aber trotzdem schockiert es mich mehr als alles andere. 
Jetzt stehe ich da wie ein Trottel:
Sonst beschwere ich mich die ganze Zeit, dass ich keinen engeren Bekanntenkreis habe, doch denke auch nicht, dass ich hin möchte, weil 35 (!!!) Leute kommen werden, laute Musik gespielt wird und mein Bruder und ich eine Stunde mit dem Auto hin fahren müssen - rückwegs in der Nacht. Wer mich kennt, weiß um meine Abneigung gegenüber Autos. 
Morgen wäre es schon soweit. Für meine Panikstörung ein zu kurzfristiger Termin.
Die Optionen lauten wie folgt: Nicht gehen und sich gegebenfalls im Nachhinein ärgern, eine Chance erneut nicht wahrgenommen haben. Oder eine gesunde Dosis Blauäugigkeit einpacken und eine ungesunde Dosis Tavor einwerfen, um teilnehmen zu können. 
Was meint ihr? 

Donnerstag, 11. Juni 2015

Alptraum

In deinen Augen schwimmen Dämonen,
meint liebes Kind.
So versuchst du Schlaf zu finden,
doch hörst nur ihre Schreie.
Genau hier,
hier inmitten deines Brustkorbs
schallt es am Lautestens:
Vielleicht ist dein Herz ein Geist,
vielleicht ist dein Herz der Fluch.
Irgendwer, irgendwann -
wurde hier begraben.

Deine Seele ist ein Garten,
nur soweit das Unkraut gezogen,
bleibt nur Dreck.
Dreck und Würmer und Schreie
und Alpträume
von Fingern in deiner Kehle,
Nadeln in deinem Kopf. 
Irgendwer, irgendwann
wird dich hören
und lachen
über deinen Schmerz.






Schlaf nun ein,
mein liebes Kind,
schlafe ein
und vergiss,
dass du träumst.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Internet + Minion

Das Internet ist der einzige Ort, an dem ich ehrlich sagen kann, was ich fühle und denke.
Dies ist ein Segen sowie Fluch, weil es mich in der realen Welt immer mehr zum Ausgeschlossenen macht. Auch wenn es bekanntermaßen vielen Menschen so geht, bleibt es eine Option, die ich nicht gerne wähle. Wie Sushi zum halben Preis - man weiß schon vorher, dass irgendwas nicht so recht stimmen kann.
Ohne das Internet weiß ich nicht wie ich meine Zeit totschlagen soll, wie man kommuniziert, wie man sich verhält. Diese nicht ganz so neue Erkenntnis nagt schon einige Monata an meinem Gemüt. Immerhin weiß ich noch immer nicht, ob ich gefangen bin oder zum ersten Mal in meinem Leben einen Platz gefunden habe, in den ich gehöre. Auch wenn es nur Schein zu sein mag. Einer unter Millionen - vollkommen egal, ob digital oder aus Fleisch und Blut. Nichts kann ich bieten. Nichts kann ich verlangen. Zu groß, zu viel, zu nicht richtig, zu passend - Ausreden und Befürwortungen findet man zur Genüge.

~ + ~

Vielleicht gibt es hier ein paar Minion-Fans unter euch! Jedenfalls kann ich bestätigen, dass mein kleiner Neffe jeden Tag den Trailer zum neuen Film sehen möchte. Aus diesem Anlass habe ich dieses kleine Bild gemalt. Hoffentlich verkürzt ihm das die Wartezeit:


Dienstag, 9. Juni 2015

Kleiderwechsel

Danke für die Kommentare und Unterstützung der letzten Tage. Im Laufe des Tages werde ich mich bemühen, zu antworten.
Heute war erst einmal ein Kleiderwechsel für diesen Blog angesagt. Das letzte Outfit habe ich immerhin 10 Monate getragen.

Das Modell auf dem Bild ist Kudo Haruka.
Der Lyrics stammen von Kamelots "Citizen Zero".

Montag, 8. Juni 2015

Stille Worte

Wir sind das, was übrig bleibt von dem Nichts, was eigentlich nie da war. Überbleibsel von Emotionen lesen wir von Anweisungsschildern einfach ab. Ein bisschen voreingenommen, ein bisschen befangen.
Die Kinder von mehr als nur unachtsamen Eltern werden die nicht-beachteten Erwachsenen in einer Welt aus Ignoranz, Hass und unbeschreiblicher Schmerzen. Träumen wir, um uns zu erleichtern? Träumen wir, weil nichts anderes zu retten ist?
Einsamkeit im Austausch von Versprechen: Schönes Wetter sagt der immer-sprechende Fernseher hervor. Sonnenscheiner und Märchenwelten längt vergangen in unseren Happy Endings.

Mein guter Mensch, auch ich klettere in Nicht-Orte wie Dunkelheit und Sorge. Ich schmeiße fort, was nicht passt und nehme das, was mir niemals angeboten wurde. Ist dies fair? Ist dies inzwischen Standard? Das kann ich nicht beantworten. Doch bin ich so viel Frau wie ich Fisch bin wie ich Berg bin; so viel Mann wie ich Geräusch bin wie ich Pferd bin. Eine ungeborene Stimme, die durch geschwollener Zunge spricht. Mit einem unbändigen Verlangen, einer nicht zu übertreffenden Sehnsucht nach der Aussprache Heimat, Willkommen-sein und Dazugehörigkeit; wenn man schweigt und niemals spricht.
Totalausfall
Flashbacks. Panik. Schuld. Scham. Selbstzweifel- und Hass.
Alles stürzt in einander, stürzt auf mich ein.
Außer Kontrolle.

Ein halbes Jahr

Ein halbes Jahr habe ich es geschafft, mich nicht zu schneiden. Bin etliche Listen von Skills und Ablenkungen durch gegangen, habe schwer daran gearbeitet, nicht diesem Drang nach zu geben.
Heute jedoch.... diese Nacht.... ich glaube ich schaffe es nicht ohne.
Diese Traurigkeit, diese endlosen Schmerzen, müssen auf mir heraus fließen wie Blut.
"Lass' mich gehen, lasst mich doch einfach alle gehen", flüstere ich ins hallende Zimmer. Das Schwein tapselt in meine Richtung und lächelt. In seinen Hufen trägt es 2 Tabletten Tavor.
"Wenn du dich nicht weniger unglücklich ertragen kannst, mache dich wenigstens etwas glücklicher", grunzt es. "Ich bin bei dir, sonst bist du allein. Das warst du, das wirst du bleiben."
"Einsamkeit ist nicht meine Sorge, Schwein, niemanden jemals vertrauen zu können wegen dem, was damals war, schon. Ich sehe sie, fühle sie, durchlebe ALLES, was damals war... und ich kann einfach nich mehr.. die Schmerzen... die Ärzte und Medikamente... die Zusammenbrüche.... es muss doch..."
"... ein Ende haben?", beendet das Schwein meinen verworrenen Satz.
Er reicht mit die Skalpellklinge und noch etwas Tavor: "Beende hiermit wenigstens deine Überheblichkeit."

Sonntag, 7. Juni 2015

Verbitterung, Teil 2

Selbst mein Verhalten ist undurchsehbar und fehlorientiert. Meine Frustration und mein Wehmut scheint die Überhand meines Handels zu nehmen. Zuerst sammelten sich kleine Unannemlichkeiten, die zwar keiner verstehen konnte, aber eher noch als harmlos zu bewerten waren. Wenn man also eine ganze Lampe zerschlägt, weil mal wieder das Licht nicht ging, anstelle die Glühbirne zu wechseln, ist dies seltsam, doch verkraftbar. Es ist nur, dass ich mich mehr und mehr wandle, mich von mir selbst entferne. Noch vor einem halben Jahr hätte ich nie, niemals mit einem Menschen öffentlich auseinander gesetzt. Nun gut, überbewerten sollte man es auch nicht, doch früher hätte ich nie daran gedacht, auch nur zu antworten, wenn man mich in einer Eisdiele anspricht, ob er sich dort hinsetzen könne, weil sein Hund Schatten braucht. Ich wäre einfach weg gegangen.
Was mich heute umgestimmt hat, muss die schiere Frustration gewesen sein: Er solle sich einen anderen Platz suchen, der Hund kann ja auch hinter seinem Stuhl Schatten finden. Im Nachhinein gravierender empfinde ich, dass ich ihn ins Gesicht gelacht habe. Vollkommen grundlos. Er sagte letztendlich, es wäre ok. Nur musste mein Bruder mir eine halbe Stunde später sagen, dass dies wohl ironisch gemeint war. Dies hatte ich nicht so aufgefasst, wird aber wahr gewesen sein, denn beim Gehen stand besagter Hundebesitzer noch 10 Minuten mich mit bösem Blick an zu starren. (Man muss sagen, dass er wohl noch nie meinen Vater mit bösaritger Miene gesehen hat, deshalb nahm dies das den Wind aus den Segeln.)

Warum? Ich verstehe es nicht. Es macht keinen Sinn. Gegen diesen Mann, seiner Freundin oder seinem Hund habe ich nichts. Habe sie noch nie vorher gesehen und hoffe offen gestanden auch, dass es so bleibt. Was hätte es mir getan, wenn ich sie dort einfach sitzen lassen hätte? (Abgesehen davon, dass ich mir das Jammern von meinem Bruder und seiner Freundin anhören hätte können, dass sie jetzt in der Sonne sitzen.)
Natürlich konnte ich keine Minute unseres Aufenthaltes genießen, zermalme mir den Kopf und lasse nicht los. Wie immer, wahrscheinlich.

Dieses... etwas... in meiner Brust, dieser Schmerz, der irgendwie drückt, aber doch zermürbt. Wie soll ich es nur beschreiben? So ein Arsch wie in den letzten Monaten war ich noch nie. Wollte ich auch nie sein. Selbstverständlich versuche ich mir ein zu reden, dass es von der ewigen Routine des Alltags komme, keine Zukunftsaussichten, keine postiven Worte oder Zuwendung,... liege, aber ehrlich gesagt... es liegt an mir. An der Frustration, der Verbitterung, die Jahr für Jahr fort schreitet. Wirklich.. seit 2002 schreibe ich Tagebücher und seitdem änderte sich nichts von Wichtigkeit für mich. Innerlich bin ich ein verängstigtes, depressives Kleinkind, welches kein Interesse an seinem Umfeld und keine langanhaltende Lebensfreude empfinden kann. Vielleicht bin ich zu kaputt, denn die endlosen, lieb-gemeinten Chance der Psychologen, Therapeuten und Wiedereingliederungsmaßnahmen sind wohl an meiner Mauer aus resgnierter Kränklichkeit gescheitert. Mich erfüllt Scham, wenn ich nur daran denke, wie unfähig ich zu sein scheine und wenn ich nur daran denke, wie viel weiter es noch gehen könnte. Den Abgrund kenne ich bereits, meine Knie können es beweisen.
Da geht nichts voran, obwohl die Hilfe gegeben war. Ich bin einfach vielfältig nutzlos. Langsfristig gesehen, war ich nie mehr als eine Belastung für alle. Jetzt bin ich nicht nur der Welt fremdartig, sondern ich mich selbst am Meisten.
Der Rest besteht aus Angst, die so tief greift, dass es mir die Eingeweide zerreißt, wenn ich sie nur erwähne.

Freitag, 5. Juni 2015

Verbitterung

Vielleicht ist es die Schuld meiner Existenz, in der ich ertrinke.
Wie töricht ist ein Herz, welches immer und immer wieder in die selbe Falle tappt:
Nicht etwa zu lieben, doch wieder und wieder und wieder Hoffnung aus Verzweiflung zu schöpfen.
Es fühlt sich an als hätte ich mich tot-gelebt.

Montag, 1. Juni 2015

Wenn ich doch nur schlafen könnte

Wenn ich doch nur schlafen könnte,
würde ich es für imemr und immer tun;
mich tief dort unten verlieren,
denn meine Träume sind der einzige Ort,
an dem wir wieder zusammen sein können.