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Samstag, 31. Oktober 2015

Unerreichbar

Millionen Gesichter
eingeschlossen in eigener Absolution,
selbst-konstruierte Welten,
die lediglich real erscheinen.
Sehnend nach Verknüpfung,
nach einer Basis,
die vor langer Zeit versprochen wurde
Gequält von tröstlichem Komfort
vulgärer Selbsttäuschung:
Es gibt kein Entkommen.

Wir werden mit dem Richten fortfahren.
Werden diese gedankenlosen Wege
weiter laufen,
unaufhörlich in eine
schreiende Zerstörung.
Wir werden in unserem Dreck leben,
gestapelt und gelagert
außerhalb der Sichtbarkeit,
doch der Gestank wird uns erinnern
an unergündlichen, unfassbaren Größenwahn;
selbstgerecht - genau so wie wir fühlen.

Denn unsere Emotinen
interessieren nicht,
weil unser Wissen
bereits verfälscht wurde.
Unerreichbar und
außer Einfluss
schwebt die nackte Essenz der Welt
über unseren Köpfen.
Wie ein Ufo aus dem All,
welches keiner sieht
und doch jeder danach giert.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Unsicherheit ist ein Abendbrot, welches ich immer aufesse.

  1. Doch sollte es mir so viel besser gehen als es sich anfühlt. Mein Bruder und ich mussten gestern nach München fahren. Wir haben uns die meiste Zeit gestritten; ich hätte Schuhe gebraucht, doch sie waren zu teuer. Essen wollte ich nicht, denn es ist zu teuer dafür, dass ich es nicht vertrage. Von kauffreudigen asiatischen Touristen wurden wir überrannt, von Kauffreude nicht.
    "Warum sind wir denn überhaupt gefahren?", wollte ich wissen.
    "Weil letzte Woche mein Geburtstag war und ich mal wieder einkaufen wollte", antwortete er genervt, fast schon am nervlichen Limit.
    "Und warum kaufst du dir dann nichts?"
    "Nur für mich wollte ich auch nichts..."
    "Wir haben Beide Minus auf dem Konto. Was dachtest du, was wir kaufen würden? Allein die S-Bahn Karte für uns hat 14,80€ gekostet."
  2. Noch frustrierter wurde ich allerdings erst in einem Restaurant, in welches wir letztendlich doch speisen wollten, weil es in München keine öffentlichen Toiletten gibt. Zwei Medizinstudenten unterhielten sich in dem kleinen Raum lautstark. Sicherlich konnte sie auch der Koch in der oberen Etage hören.
    Eine von ihnen war der Teil, der ständig nur ein hochgezogenes "Toll" oder "Oh" verlauten ließ. Die Andere sprach darüber wie arm sie jetzt wäre, weil sie den Sommer in Australien verbrachte und jetzt erst aus einem Urlaub aus Norwegen wieder gekommen wäre Ihr Vater "müsse" ihr jetzt 1000 Euro überweisen, damit sie weiter zurecht kommen würde.
  3. Es ist nicht so, dass ich nicht weiß, dass die anderen Menschen nichts dafür können. Nur möchte ich immer weinen, wenn ich in ihrer Nähe bin. Menschen verbinde ich mit Schmerz. Verübeln kann man es mir bestimmt.
    Die Wahrheit ist, dass ich nicht dauerhaft fähig bin, anderen Genüge zu leisten. Beziehungen sind für mich kraftraubend und maßgebend aufreibend. Mit mir hat man's schwer. Es stimmt mich traurig, vielleicht ein bisschen mehr.
    Mein Bruder tut mir leid. Wir gehen nicht durch dück und dünn, sondern nur durch dünn und bis auf das seelische Knohengerüst abgemagert.
    Und wer ist da noch? Ein paar Bekannte sind da noch. Alle mit eigenen Leben, mit eigenen Problemen. Also wer ist da noch? Niemand ist da noch.
  4. Wir spazierten durch die nicht so eng-bewanderten Gassen der Landeshauptstadt. Im Kaufhof fand er einen Kaffee und Socken. Im Idee Kreativmarkt kaufte ich noch eine Kiste zum Bemalen und einen Stift.
    Wie aus dem Nichts fiel mir ein: "Weißt du? Die letzten Jahre war doch immer dieser Hype um dem Pumpkin Spice Latte vom Starbucks."
    "Das, was du sonst mit pürierten Kürbis machst?"
    "Prinzipiell weiß ich das nicht, denn das Original habe ich noch nicht probiert."
    "Dann müssen wir suchen!"
    Wir flitzten los. Irgendwie erleichtert von der neuen Aufgabe. Mit der Zeit fühlte sich der Einkauf nämlich immer mehr nach Zwang an.
    Im ersten Starbucks war er ausverkauft.
    Im zweiten genaus.
    Im dritten  entschieden wir uns - gezwungenermaßen - ein anderes Getränk zu trinken. Der Laden war überfüllt. Mehrere Besucher musterten mich von oben nach unten. Es war unangenehm, doch Tavor hielt wohl das Schlimmste ab.
    Mein Bruder kaufte sich einen Mocha und ich einen White Chocolate Mocha, den er letztendlich austrank.
    "Das schmeckt nur nach Sirup", sagte ich nur und reichte ihm meinen Pappbecher. Ihm machte es nichts aus. Durst hat er immer.
  5. Obwohl ich leider schon viel schlechtes über die Arbeitsbedinungen beim Lush gehört habe, habe ich mir ein Duschjelly gekauft.
  6. Weiter beim Spazieren wollte mein Bruder noch bei einem Starbucks nachfragen. Wie es das Schicksal wollte, hatte dieser noch die letzten Reste Sirups aus dem Behältnis gekratzt.
    Anfangs traute ich mich gar nicht zu probieren. Aus Angst, es könnte mir wieder nicht schmecken und ich letztendlich enttäuscht sein.
    Es war gut. Ob nun 4 Euro gut oder nicht, sei mal dahin gestellt. Der Hype wird schon seine Ursprünge haben. Dort bin ich unsicher wie bei allem anderen auch. Richtiger Kürbis, in egal welcher Form, schmeckt mir jedenfalls besser.
  7. An sich gibt es keinen Grund, warum ich so traurig bin.
    Alles sollte relativ zufriedenstellend laufen, doch es fühlt sich einfach nicht so an.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Wege

Ja, klar, alle Wege finden letztendlich ein Ende.
Doch welcher führt zum Abschluss?

Samstag, 24. Oktober 2015

Lasst uns; oder lieber nicht



Lasst uns darüber reden wie es ist, auseinander fallen zu wollen.
Lasst uns darüber reden wie es ist, genau diesen einen Instinkt,
den wir alle teilen,
ab zu legen und zu überwinden:
Überleben.
Lasst uns darüber reden wie es ist, morgens nicht aus dem Bett kommen zu können;
Für ein paar Tage,
eine Woche,
einen Monat.

Lasst uns darüber reden wie es ist, seinen gesamten Tagesablauf so zu planen, dass die Chancen auf sozialen Kontakt am geringsten sind.
Lasst uns darüber reden wie es ist, Lächeln vorzutäuschen – immerhin mehr als nicht;
Wie es ist innerlich zu weinen, wenn jemand fragt:
„Oh, du bist so ruhig heute. Stimmt etwas nicht?“
Denn wie soll man auch erklären, dass es äußerst mühsam ist ziellos um die Sonne zu drehen.
Zumal das einzige Drehen, in welches du involviert bist, das Drehen am Rade ist.
(Sicherlich gibt es für alles einen Grund.
Sogar Gründe, die weiter reichen als ‚Oh-deine-Eltern-waren-ziemlich-untauglich-und-haben-sich-scheiden-lassen‘ oder das ‚Hoppla-dein-Vater-war-nicht-exakt-das-was-wir-uns-vorgestellt-haben‘ oder dem Beliebten „Nun-dein-Leben-war-vielleicht-nicht-einfach-aber-manche-von-uns-durchleben-das-Schlimmste-als Erstes‘
Es ist schwer zu sagen, doch der Wahrheit zu liebe, gebe ich zu:
Noch immer sehe ich kein Ende des Schlimmsten.)
Lasst uns darüber reden wie es ist, auseinander fallen zu wollen
und es dem Anschein hat,
Niemand würde es verstehen (wollen/können/werden).
(Und plötzlich erscheinen all die ungesunden, selbstzerstörerischen Bewältigungsstrategien in deinem Kopf. 
Sie sollten da nicht sein, ist klar, 
doch so verlockend ist ihr Ruf.)

Freitag, 23. Oktober 2015

Der Geschmack von Wein und Zigaretten

Nun - ich schätze, ch könnte ihn so sehr lieben wir ich mich selbst liebe.
Doch ich frage mich, ob er nach mir noch jemanden finden wird, der sich selbst so abgrundtief hasst.

Freitag, 16. Oktober 2015

Ich fühle mich widerwärtig.
Wahrscheinlich ist dies aber das, was ich verdient habe und sogar gewollt war.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Gebrochener Buchrücken

"Das Nachbarhaus roch
wie der Ozean, wenn ich
an ihm
vorbeilief", sagtest du.
"Das ist ein Zeichen,
dass ich ertrinke."

"Heute bin ich in einen
Maulwurfhügel getreten
Das ist ein Zeichen, dass
jemand mein Grab gräbt.",
erwiderte ich.
Nicht ganz sicher,
um die Bedeutung.

"Außerdem",
fuhr ich fort,
"Stand ich In der Schlange im Supermarkt
hinter dem Jungen,
an den ich meine Unschuld verlor.
Das ist ein Zeichen, dass
ich dich betrügen werde."

Genervt rollst du mit deinen Augen.
"Täglich mit so einer Scheiße aufgeweckt zu werden,
bedeutet das nicht auch,
dass ich mich von dir trennen sollte?"

"Nein", forderte ich vehemmend, doch leise.
Mit letzter Kraft zwang ich mir
ein Lächeln auf die Lippen,
welches wohl keiner von uns glaubte
"Es bedeutet---"

Ohne weiterer Worte legte er
sich ins Bett zurück.
Er denkt, ich könne es einfach nicht
verstehen.
Doch das konnte ich.

Das kann ich

~+~

"Ich erwäge ein Buch zu schreiben,
in dem wir Beide serben werden.
Wäre es dann nicht eigentlich einfacher, wenn
wir sofort
sterben würden?"

"Wie wäre das bitteschön denn
einfacher?", etwas Entrüstung schwamm
in seiner Stimme,
kaum ein Hauch von Überraschung.

"Wir würden noch immer denken,
dass wir uns lieben.
Müssten uns nicht damit konfrontieren,
dass dies nicht wahr ist."

"DU müsstest das nicht.",
sagte er eindeutig undeutbar.
"Du meinst lediglich du."

Nach einer Minute
oder zweien
wischte ich mir die Tränen
aus den Augen.
"Ja", schniefte ich,
"Ich meine du."

~+~

"Zwar bin ich nicht religiös",
begann ich eines Tages
unerwartet
"Doch glaube ich an die Hölle."

"Hast du mein Handy gesehen?"

"Doch für mich war die Hölle
immer etwas anders.
Meine derzeitige Version
wäre einen neuen Mann kennen zu lernen,
der mich um ein Date bittet,
doch ich dieses verneinen muss,
weil du mir passiert bist."

Seine Finger hielten bei der Suche
inne,
er rührte sich kaum.
Fand doch schnell die Fassung wieder:
"Vielleicht sollte ich dann einfach gehen."


Ist er natürlich nicht.
Am nächsten Tag gingen wie essen.
Wir hielten Händchen,
damit wenigstens der physiche Teil
zwischen uns
mit uns
inneinander
verbunden sein konnte.
Eigentlich war es nichts,
eigentlich war es klein.
Eigentlich war es unbedeutend,
denn Hände können Körper
nicht auf ewig zusammen halten.

~+~

Es dauerte nicht lang
bis ich deine Liebe für Literatur
erwecken konnte;
Bukoski sowie Nabokov,
Kafka und sogar Hemmingway.
Da konnte ich dir selbst verzeihen,
dass du Poe langweilig nanntest.

Lesen ist Medizin
für die unzähligen Papierschnitte
auf unseren Nerven.
Du warst das Gedicht
im freien Vers
mit so belebend unvorhersehbaren Strophen,
dass die Wiederholung von
"Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich"
zur unnatürlichen Beständigkeit wurde.

"Mein Lieblingsbuch bist noch immer du",
seufztest du.
Doch konntest du nicht wissen,
dass dies immer mit einem Preis einher geht.
Denn hier - in mir, bei mir, mit mir -
konntest du nicht lediglich die Seiten
heraussuchen, an denen du Gefallen fandest.
Konntest nicht zahllose Eselsohren
in mein Papier knicken
bis eine permanente Delle entstand.


Naiv war allerdings auch ich.
Pausenlos schrieb ich weiter,
schrieb über dich und mich,
einem Haus und einem Hund;
schrieb über uns
mit neuen Seelen
und zahllosen Zielen
und Hoffnung, fortwährender Hoffnung.



"Das Leben ist wohl keine Geschichte",
waren die letzten, gebrochenen Silben,
die ich von ihm hörte.
Energie kann nicht verloren gehen,
doch die Umwandlung ist nicht
weniger schmerzhaft.
Keine Materien kann kreiert,
oder aber zerstört werden.
Genau wie die Lieben
zwischen ihm und mir:
Irgendwo da draußen,
irgendwo ist sie noch.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Kann es nicht beschreiben

Ich versuche es. Ich versuche wirklich mein Bestes.
Doch egal, was ich tue, ich ende immer an diesem einen seelischen Tiefpunkt.
Es ist regelrecht nutzlos, einen Nutzen finden zu wollen: Dies ist alles, was ich bin. Ein Versuch, ein Kopfschütteln, ein aufgebendes Seufzen.
Denn hier hocke ich wieder in meiner selbst-auferlegten Erbärmlichkeit: Mit dem Gesicht über der Kloschüssel, mit Krämpfen im Magen, Schmerzen in den Knien. Wo kommen nur plötzlich diese Tränen wieder her? (Oder dieser blanke Selbsthass bei einer fünf vorne an der Wage?)

Ich zerfalle und verfaule - und es ist alles meine Schuld, mein Tun.
Gib mir mehr Kontrolle und weniger zu essen.
Lasst mich ziehen - doch nicht zu fett und nicht zu weit von der Wage entfernt.

Was passiert - erneut - mit meinem Kopf?

Redlichkeit überschreiten


  1. Oh, du wolltest eine schöne Geschichte
    und himmlisch hingebungsvolle Augen---

    So muss es auch sein,
    um für den Himmel sterben zu wollen;
    den Drachen abschlachten müssen
    für nichts weiter als ein Happy End.
    Fast wäre es komisch,
    fast.

  2. Der Tod holt dich schneller ein
    als du zwinkern kannst.
    Zwinker - der Hund.
    Zwinker - die Großeltern.
    Zwinker - die Träume.
    Zwinker - du.

    Immerhin ist nun auch der Drachen tot,
    oder ist es doch
    die Jungsfrau, die in Nöten war?
    Ist es das Schwert, welches
    die wahre und einzige Liebe hätte sein können?

    Nun wird es Zeit, die naiven und gläubigen
    Augen zurück kehren zu lassen:
    Rede dir ruhig weiterhin ein,
    dass er dich geliebt haben könnte.

  3. "Hör' doch einfach auf, immer so
    verdammt
    traurig zu sein"; befiehlt er;
    als wäre er Gott und du das Universum,
    als hätte er dich aus nichts gefertigt.
    Was für eine Wahl hast du außer gehorchen,
    wenn du nicht als ein
    Geist für ihn bist?

    Aus diesem Grund fragst du nicht,
    bittest nicht darum,
    dass er dieses Mädchen vergisst
    mit ihren funkelnden, glänzenden Augen.
    Vielleicht ist
    irgendwann
    sie
    die Eine, die den Dolch
    in seinen Rücken sticht

  4. Werde  nicht wütend.
    Schreie nicht.
    Bloß nicht schreien.
    Wiederholt sich das Mantra
    in deinem Kopf.
    Du wurdest geschaffen,
    um zu gehorchen;
    dass du ertrinkst,
    erstickst,
    verblutest
    ist nicht weiter als eine
    Ungelegenheit.

    Doch glaubst du immer noch,
    dass er dich liebt.

Samstag, 10. Oktober 2015

Bruc h

Sie ist die Kollektion
gebrochener Gliedmaßen;
zerteilt
auf den Rissen dieser Erde.
Zu verkohlt,
um Kraft zu finden,
um zu stehen -
auch nur für einen weiteren Tag.
(Fallend durch die Ritzen
seiner Holzdielen.)

Freitag, 9. Oktober 2015

Bewusstsein

Mir ist es durchaus bewusst, dass ich mich Stück für Stück selbst umbringe.
Nur kann ich mich nicht durchringen, mich auf zu halten, obwohl mögliche Resourcen zur Verfügung stünden.
Dazwischen schwindet der Platz für Bedauern.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Afrikanischer Strauß

Der letzte Besuch beim Psychologen war unangenehm. Zwischen seinen Schulterblättern klemmte ein Vogel, der sich durch seine Kehle presste - wie eine Parodie auf eine Katastrophe. (Nein, es gibt keinen Auslöser für meine jetztige Angst. Nein, ich brauche nicht mehr Medikamente. Ich befürchte, mir sind die Antworten ausgegangen und das Stöckchen holt sich nicht von allein zurück.)
Er spricht ohne Stimme, doch verstehe ich ihn besser als meinen alten Therapeuten, oder mich selbst.
Ob er mich an irgendjemanden erinnern würde, fragte er; mit der Art Nachdruck, die darauf hinweist, dass er diese Frage bereits gestellt hätte. Darauf wisse ich nichts zu sagen, beantwortete ich ehrlich, denn im Dunkeln kann ich nicht sehen.

Immer wenn ich die Augen öffne, erschließt sich meinen Gegenüber ein verschwommenes Bild von Geisteskrankheit; ein Vertrauensvorschuss oder Vertrauensverschluss, ein Sinneswandel oder Sinnesumwandel. So schnell vergisst man Hier und Jetzt, findet sich in alten Geschichten wieder. Vertrakte Erinnerungsfetzen, die zwischen dem Gummizug in der Unterwäsche und zerissenen Federn schwitzen. Die Glasrandabdrücke auf dem Schreibtisch sind nichts im Vergleich zum Gestank.
Doch ich komme vom Thema ab. Obwohl ich es realisiere, aufhalten kann ich es nicht: In meinem Kopf sind Bücher, in die jemand einmal seine Seele goss und ich sie trank und trank und trank bis mir schwindelig von all den Worten wurde. Widerspenstig beschreibt es nicht annähernd.

Zugegeben - dies hat absolut nichts mit meinem Psychologen zu tun.
Eingestanden - er scheint sich redlich zu bemühen, sich einen Reim aus mir zu machen. Nur denke ich an Osterglocken im Herbst und aufgetakelte Jugendliche. Ihn und mich, sie alle; mit dieser Hand schreibe ich unsere Sünden auf, mit dieser Hand verurteile ich.
Traktatisch, fast, kann ich Herzen pochen hören. Zur Antwort knurrt mein Magen. Soll das eine Herausforderung sein?
All das, was gesagt wurde, und in meinem Magen verdaut wurde, schließt sich letztendlich zuammen zu einer eingein subtilen Idee.

Der Vogel spinnt mal wieder, spuckt Müll und Verrotetes. Von seinem Schnabel tropft Säure während er fragt: "Erinnere ich dich an jemanden?"
Immerhin besucht er dich fast täglich. Wenn die Lichter nicht mehr scheinen und dein Rücken gekrümmt ist wie bei einer Witwe. Als würde das Sehen von Farben am Morgen keinen Unterschied mehr machen, denn die Nächte bleiben ewig schwarz. Er fragt, wie ich mich von Außen gebe, um was über Gott von innen zu denken. (Erhebe ich bedrohlich meine Faust, erhalte ich nur ein Kopfschütteln zur Antwort.)
Der Arzt fragt auch weiter Fragen. Es ist verwirrend, eigentlich müsse er doch nur wissen wollen, wann der Vogel aus meinem Brustkorb verschwindet. Nicht auf Ewigkeit kann er dort keifen und zetern. Nicht immer werde ich die Buchstaben von ruinierten Liebesliedern aufschreiben können während wir - der Vogel und ich - langsam
                                                                         langsam
                                                                                         sterben.


Er möchte lediglich wissen, ob er mich an jemanden erinnert.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Diffuse Angst.
Nichts als Angst.
Die ganze Zeit von früh bis spät.

Montag, 5. Oktober 2015

Nebel

Fetzen der Erdengeister
schweben zwischen Himmel und Land,
ersterben dem Ersteigen;
ewig entfiehen meiner Hand.

Inmitten unmittelbarer Nebelschwaden
fühle ich zerteilendes Leid,
hinter mir der Sommer, vor mir der Winter,
nur jetzt erstarre ich in Einsamkeit.

Freitag, 2. Oktober 2015

Neue Kisten

Heute mal wieder etwas Bemaltes von mir. Da ich eine Packung mit mehreren Kisten gekauft habe, braucht es wohl nicht lange, um eraten, was jetzt folgen wird:




Alle drei habe ich an Bekannte und Arbeitskollegen meines Bruders verkaufen können. Zum Verpacken von Geschenken. =)
Für mich wird es Zeit zu gehen, weil mein Mitbewohner schaut gerade den Heimatkanals des Bayerischen Rundfunks. Ich bin dann mal weg.. O_O

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Töne

Er wollte nicht nur neue Knochen auf ihren Regalen sein,
nicht vor Scham rotten während sie anderen schöne Augen macht.
Es ist Zeit, dass sie diese blauen Flecken wieder zurück nimmt
und auf ihrem Herzen behält.
Sie zeriss seine reumütige Haut zu Fetzen,
doch selbst darin kann er noch tanzen.
"Reiche sie mir herüber und lasse los,
so wie ich es tun werde.", sagt er
und fängt zu summen an.