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Mittwoch, 24. Februar 2016

Nebenbei

Wann auch immer ich an das Thema Geld denke, breche ich fast in Tränen aus und befinde mich am Rande der Verzweiflung.
Allein in diesen Moment bin ich dankbar dafür, wie losgelöst und abgetrennt ich mich von dieser Welt bin. Sonst würde ich durchdrehen, sonst würde ich dem Suizid wieder und wieder und wieder ins Gesicht spucken.

Freitag, 19. Februar 2016

Moralischer Spalt

Heute bin ich ein Pessimist.
Die Welt drecht sich noch ein wenig grauer als sie sollte. Traurig stimmt es mich... Die Nicht-Exitenz eines "Wir"s. Es gibt keines, nur "sie und ich". Der Ablauf bleibt auch so letztendlich der Gleiche: Der Tag verbittert sich in eintöniger, verregneter Stumpfsinnigkeit und in der Nacht fließen Tränen, die nicht reinigen, was sich innen drin fest setzte. Die Lungen sind schon wund.

So erwischt man sich selbst beim Üben eines Lächelns. Nur damit die Welt nicht auf den Gedanken kommt, man wäre hohl. Auch wenn ich mich so fühle; hohl, unsichtbar und wertlos.
Es fehlt die Kraft Tätigkeiten aus zu üben, die einst Freude brachten. Der Arzt sagte, es wäre ein "normales Symptom" bei Depressionen. Natürlich auch das Aufgeben wollen. Selbstverständlich auch das nicht Aufstehen wollen. Dort draußen ist der Zyklus, dort sind sie - nur ein weiterer Alptraum am Tage. Es ist eine Trägodie wie aus einem Buch.

Heute bin ich ein Fatalist.
Vor geraumer Zeit kannte ich noch Scham. Etwas, dass jeder von uns - wenn auch in geringerer Dosis - kennen sollte. Verwandelt sich nämlich Scham in nichts weiter als Schande, bleibt man stecken. Man kratzt die Füße über bankrott gegangene Bürgersteige. Stell' dir mal die Wall Street vor: Hoch und duldsam, auf ironische Art und Weise fast schon lammfromm.
Hasenbeine und skizzierte Lächeln; viele Menschen schon sind angekommen, um zu leben. Viele mehr sind hier gestorben. Alles oder nichts. Fressen oder gefressen werden. Warum, das weiß wohl keiner so genau.
Umgeben von prekärer ist man selbst der kleinste Fisch im Ozean. Man versucht es doch, ja, gewiss, doch wenn du auch schwimmen könntest, woher nimmst du die Kraft, kleiner Fisch?

Selbst meine Eltern hören nicht, wenn ich sage, ich sei schwach und müde. Ständig versuche ich es zu erklären. Wäre es doch besser, ich würde eine Aussage treffen und diese nicht so meinen, als zwei verschiene Aussagen treffen und sie Beide zu meinen.
Orientiertsein sollte die optiomale Wahl sein. Nach vorne laufen und nie zurück blicken - nicht zum Ozean, nicht zur Stadt, nicht zum Himmel, nicht zum Sandkasten. Nur nicht erinnern, sondern marschieren.

Heute bin ich ein Defätist.
Dieser Krieg ist verloren. Er ist nicht meiner, obwohl ich unentwegs kämpfte. Begonnen hatte es mit Aussichtslosigkeit, die in zu langsam verstreichenden Minuten zu Hoffnungslosigkeit mutierte. Ich vermag nicht einmal zu verweilen in Schmerzmittel-Poesie. Theatralisch, doch nicht einprägsam - wie mein Name, wie mein Gesicht. Jedoch würde ich den deinen kennen, würde ich dich rufen. Manchmal sind wird alle vergessen, wenn auch nicht für jeden im gleichen Sinne.
Meine Augen seien tot und leer, sagte man zu mir. Das macht mich etwas vergessener als dich.


Inzwischen kann ich nicht einmal die Nachrichten sehen. Immerhin sind all ihre Augen unfassbar leer und unbestimmlich. Sie würden meine Zahllosigkeit nicht verstehen und ich ihren Hass nicht. Die Köpfe sind voll, die Herzen leer. Die eine Hälfte weiß nicht mehr, was sie noch sagen soll. Die andere Hälfte findet keine Gründe mehr, zu zu hören.
Wir lernten einander kennen, um uns gleicher zu stellen. Als wir jedoch einander nicht verstanden, wollten wir uns nur noch mehr töten. Zurück von industrieller und wissenschaftlicher Revolution, die uns von Massenarmut, Tyrannei und Klassenspaltung hätte bewahren können, zum Primitivismus.
Friedfertigkeit geriet ins Stocken - da waren wir lediglich zu "politisch korrekt" um es an zu zeigen. Als Individuum können so viele nicht akzeptieren, dass es mehrere Milliaren Menschen gibt, die nicht so denken wie man selbst; das niemals werden. Aus diesem Grund allein fokussieren wir uns auf Nichtigkeit, welche nicht inkorrekt ist, jedoch irrelevant bleibt.
Der moralische Spalt zwischen "sie", "uns", "er", "sie", "du" und "ich" wächst. Besonders die Eine, die wir nicht in dieser überbevölkerten Welt brauchen.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Flüchtiger Trennungsschmerz

Jemand hat gerade Sex auf der öffentlichen Toilette. Ein wenig angewidert stimmt es mich schon; nicht zwingend um das Aktes Willen, sondern wegen der Gleichgültigkeit. Eine Armee aus Rabeneltern erschuff ein Kollektiv von Rabenkindern. Damit soll sich niemand persönlich angesprochen fühlen. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
Theoretisch hätte ich hier mit einem kleinen Kind hinein spazieren können, oder mit einer Security-Aufsichtsperson, oder mit einem psychopathischen Serienmörder.

Auf Zehenspitzen tänzele ich durch den Flur. Es liegt immer Erbrochenes auf dem Weg zum Parkplatz. (Oder liegt immer Erbrochenes auf dem Weg nach Hause?)
Dort hinten unter der Straßenlaterne neben dem Dönerstand steht mein Ex mit seinem reichlich-ausladenden Kiefer. Er erinnert mich daran, wie seine Finger immer griffen und griffen, doch niemals spürten.
Jetzt bloß keinen Unmut zeigen - kein Katzen-Zucken, Schlüssel-Krallen oder neurotisch nach drüben schauen.
Mit dem Bogen einer Tür liegt man selten hinten. Nur liege ich mit dem Bauch nach oben und stampel imaginär meine kurzen Schildkröten-Arme und -Beine in die Luft; werde nie gegriffen, finde niemals Halt.

Rauch kleckert Flecken.
Womöglich, WOMÖGLICH, wo? möglich, sind es auch die Tränen für unseren zerlaufenden, gemeinsamen Sommer. Laut genug, um dein Husten zu ertränken, zu leise für den fiebrigen Ruf des "Wir können doch Freunde bleiben".
Noch schmerzlicher als dies wird mir bewusst: Verdammt, du konntest wirklich nie auf Wiedersehen sagen.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Leere ist ein Spiegel

Dunstig-klamme, dreckige Gedanken
und leere Fensterlücken,
durchkreuzt,
unterhalb der Knochen alter Freunde
und ich - mit zitternden Händen -
bin nicht besser als der Staub,
der sich auf ihnen sammelt;
Thesaurierung.

Vergesslichkeit
oder Selbstvergessenheit,
doch war es Ungeduld
und fehlendes Interesse,
welches uns hier her führte.
Düstere Gesichter verdecken
zerrissene Kanten aus Schuld.
Verlorenes Flüstern in der Luft:
Hallo,
Hallo?
Bist du da?
Ist da jemand?

Der Himmel bricht auf.
Blutiges Donnergetöse auf den Ohren.
Die Schatten schreien "Nein!",
nur das eine Mal -
dann niemals wieder.
Die Welt wurde weich und sacht
unter den Bettdecken,
auf denen ich einst lag.

Dienstag, 16. Februar 2016

In Minuten oder Jahren

Wird mir vielleicht sogar mein Schatten verlassen.
So einsam machen mich Menschen,
so allein fühle ich mich.

Montag, 15. Februar 2016

Hoffnung

Hoffnung leckte meine Wunden wie ein treuherziger Hund. Versteht mich nicht falsch, darüber bin ich auch sehr dankbar - sicherlich. Jeder würde lieber heilen als verletzt werden.
Sie macht mich schlaflos; unweigerlich leblos. In ihren Armen gewinne ich die Kraft, die Dornen aus meinen Herzen zu reißen. In ihrer Obhut behüte ich die Blumen, damit sie in meinem Mund in voller Blüte erstrahlen.
So hoffe ich, hoffe ich, hoffe ich.

Der Tod sammelte mich in dünnen, zeitlosen Fingern. Mit letztem Atem entschwinde ich seinem Griff, denn dort ist immer noch sie. Nur sie schenkt mir den Willen, nicht zu verenden und auf zu geben. Die schmerzhafte Mutter Gottes richtet über meinen Haaransatz, im Anblick erscheint Lazarus.
Ich bin nicht wertlos. Wenn dies so wäre, hätte das Leben niemals Schönheit in mich hinein geatmet. Anstelle sich vor mir zu entfalten und wie ein Schmetterling davon zu segeln, glüht Hoffnung durch meine Berührung.

Es ist eine faire Warnung: Niemand kann das Wasser vergiften, welches den Unterschied zwischen existieren und leben bereits gekostet hat.



[Wahrscheinlich ist den meisten Lesenden, die öfters Zeilen von mir lasen, bekannt sein, dass dies nicht zwingend meine eigene Ansichten widerspiegeln müssen. Dieser Text ist für eine Freundin, die ihr Licht verloren hat, doch bereit ist danach zu suchen. Bitte lies diese Worte so oft du sie benötigst!]

Sonntag, 14. Februar 2016

Bissspuren

Mein Serpetine-Valentin,
rüttel' ruhig an meiner Selbstachtung
während ich den Spiegel
in identisch gleiche Scherben
zerschmettere
und sie
in Sehnsucht nach Anerkennung getrunkt
einzeln schlucke.

Froher Valentinstag, einsame Herzen.

Freitag, 12. Februar 2016

Fast wie ein Sprichwort

Schiefe Lächeln sind die Besten,
weil sie seichte Wasser testen.
Breites Grinsen wird enttäuschen,
weil sie meist doch nur vortäuschen.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Fütter mich mit Lügen, dann werden sie wahr

  1. (Wahrheit)
    Obgleich in dieser morbiden Existenz gefangen, versuche ich nicht, aus zu brechen. Inzwischen zu schwach, zu müde, um unentwegt an Scheiben zu schlagen, um zu schreien und zu versuchen zu weinen. Zu viel Zurückhaltung plagt mich. Zu wenig Heilung sucht mich heim.
    Es scheint, ich könne nicht vergessen, denn ich habe kein Gefühl außer Schmerz.
  2. (Lügen)
    Jeden Tag lächle ich, weil ich glücklich bin. Immerhin wird mir von allen Seiten bestätigt, das alles wieder gut werden wird; daran, an diese Worte und an mich glaube ich unumstößlich. Im Spiegel sehe ich eine hübsche, lebenslustige Frau. Eine die daran festhält, Glück und Liebe zu verdienen.
  3. (Märchen)
    Wir können das Böse vernichten - mit Zusammenhalt und Vertrauen. Danach leben wir sorglos bis ans Ende unserer Tage.
  4. (Ironie)
    Mit Scherben habe ich mit das Wort LIEBE auf den rechten Arm gekratzt, denn Scheiße, auch niemand sonst bemerkt es.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Schnitte

Sich "Liebe" auf den Arm zu schreiben, verbraucht lediglich Tinte.
Sich "Liebe" auf das Herz zu schreiben, kann nie eine Verschwendung an Blut sein.

Dienstag, 9. Februar 2016

Die Sonne am Ende der Sackgasse

Wir kannten sie wir sie war;
eine Flamme, die
schlaffe Glieder hinter sich
schliff,
nur ein sanfter Schritt
auf leerer Bühne.
Ein Hafen eines Mädchen gleich,
welcher lernte
von jeder Schramme
wie tanzendes Kerzenlicht.
Letztendlich nur der Docht,
der schwankte.

Die ganze Welt sieht sie nun,
starrt in ihre einst leuchtenden Augen
und
sie können sie nicht sehen
wie wir sie sehen.

Das letzte Licht erloschen,
zurück Schutt,
nicht einmal Asche.
Wir können es noch immer nicht
glauben,
können es nicht glauben.

Du kennst sie nicht,
doch trotz dessen
kennt keiner die
Fluten aus Blut,
welche durch ihre
Finger strömen.

Montag, 8. Februar 2016

Auferlegt

Seit Eisherz' tragischem Abgang schaffe ich es nicht einmal mehr mich im Internet "sozial" zu verhalten.
Isolation vernebelt die Sicht auf Beziehungen. Bindungen ängstigen ohnehin. Die Erinnerungen, die einfach nicht verschwinden...
Schmerz und Alptraum. Will nicht schlafen gehen. Traue mich nicht, die eigen zu schließen.

Wo soll es enden? Ist es womöglich schon zu spät?

Dienstag, 2. Februar 2016

Kisten, überall Kisten


Da ich derzeit wenig Worte mein Eigen nennen kann, möchte ich wieder ein paar bemalte Kisten mit euch teilen. Eure Meinungen interessieren mich - wie natürlich immer - sehr. =)
Januar war trotz allem ein recht kreativer Monat.