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Montag, 23. Mai 2016

Duft

Billiger Wein befleckt deinen Bettbezug.
Umschlingende Gedanken bemalen deine
betrunkenen Tagträume.
Denn der Duft (der Sehnsucht)
ist dir (zu sehr, hautnah) bekannt.

Sonntag, 22. Mai 2016

Repetieren

Dabei sollte sie ein Engel sein. Doch er stahl ihr auch das letzte Licht. Verwandelte sie ihn etwas Hungriges; etwas, dass sich nicht daran erinnert, wozu diese Hände im Stande sind, wenn sie nicht zittern.

"Ich werde ihn nicht verlassen.
Ich brauche ihn.
Ich werde nicht gehen."

Abwischen und wiederholen.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Auf dem Bürgersteig liegt Frost

Der dumpfe Aufschlag der Erkenntnis:
Der Blick richtet sich nach oben,
sucht des Gleichen,
sucht nach Verständnis.
Bitte umarme mich einfach,
drücke mich an deine Brust
als wäre ich immer ein
Teil von dir
gewesen.
Für mich bist du noch immer
wild und Heiligenschein-unerreichbar ,
das Zucken glänzender Augen,
das zerknitterte Lächeln,
welches Freud und Leid vereint.
Du bist alles,
an das ich mich erinnere.

Mit einem Aufgebot an Farben
habe ich es tanzend-drehend
vermasselt, oder nicht?
So schaukel ich durch den Tag,
für das Mädchen,
welches ich vor Jahren war.
Für das Mädchen,
welches ich an deiner Seite war.
Dort bleiben nur die Fragen
und das klitzekleine bisschen
Unzufriedenheit.

Wir polstern die
abgenutzten Wege mit
der Vorfreude auf einen Sommer,
den kommenden Sommer,
der mit Zuversicht in uns strahlen wird.
Wir lassen den Seelenfrost schmelzen.
In unseren Händen liegt Stärke,
die uns gegenseitig Halt spenden könn(t)en.
Wir trennen rissige Haut
von zitternder Kälte.

Ein Traum, den ich für
Ertrinken aufgab:
Das Wasser steigt
erneut
zu hoch
und nur du
lässt mich atmen.

Mittwoch, 18. Mai 2016

In der Bücherei, gut genug

Seit langem befinde ich mich wieder in der Bibliothek. Verstecke mich hinter einem Stapel Bücher von Autoren, die ich nicht sonderlich geistreich finde, unter Worten, die mich nicht berühren. Das lächerliche Brillengestell der Mitarbeiterin verfolgt mich. Es ist wie ein Ohrwurm, dessen Melodie man eigentlich nicht ausstehen kann, doch nicht los wird.


Ich vermisse dich.
Dies würde ich mit geschlossenen Wunden niemals zugeben. Jedoch fließen sie rot und ich bin ungeschützt. Der Welt entrückt - in triumphierendem Klang und Statur. Unheimliche Komfort-Lügen rufen laut als würden sie Blut spucken. Früher sagte man, wir lägen zu oft am Boden. Inzwischen sagt dies keiner mehr. Weder eine Mutter, noch ein Liebhaber, noch ein anderer Mensch. Sie würden es auch nicht mehr meinen; vorausgesetzt das taten sie je.
Du sagtest: "Ich bin allein. Du bist alleiner.", während ich mit meinen pastell-kreidigen Fingern die Kurve deines Rückens entlang fuhr. Eine Antwort darauf wusste ich nicht. Denn Worte können durchaus wie dicke Seile sein, die die Haut wund reiben. Außerdem hatte ich ein Reiskorn zwischen den Zähnen und bekamihn nicht weg. Du hättest es allenfalls bemerkt. .

Die Panik wird sichtbar. Frau Brille und Erinnerungs-Du sehen zu mir herauf wie auf eine Werbetafel: Meine Intentionen sind über meinen Körper geschrieben. Jeder kann es sehen, verstehen leider nicht.

Samstag, 14. Mai 2016

Liebesbrief oder Abschiedsbrief?

Ist es ein Liebesbrief
oder Worte des Abschieds,
wenn du unentwegt
Mitternachtssterne in deinen
Armen wiegst?
Gleich dem Aufflackern von Hoffnung
entgegen allmächtiger, schwarzer Sterne.

Tappst du in Insomnia umher
oder sind deine Ängste so laut,
dass sie das Weiße Rauschen übertönen?
Denn es macht keinen Unterschied,
ob Tag oder ob Nacht;
die salzigen Wellen eines Meeres aus Wehmut
schwappen über dich hinein -
ein Brechen in den Lungen,
ein Schluchzen im Verstand -
und sie verletzen
bis du dich niederlegst, deine Augen schließt
und ein Teil von ihnen wirst.
Ertrinkend in verschwommenen Gesichtern,
blutige Fingerkuppen.

Irgendwo gingst du verloren.
Das Vermächtnis tropft von deiner Haut,
aus jeder Pore -
wie Säure auf reaktivem Papier.
Ein Farbwechsler und ein Chamäleon:
Vielleicht lieben sie dich so - oder so.
Vielleicht verblendest du dich so - oder so.
So ist es ja auch immer.

Mit bleischweren Briefen an Niemanden
sitzt du am stillsten Ort der Nacht,
lammentierst über Weltschmerz
und allgemeinen Hohn.
Jemand sagte dir,
dass nur ein Lächeln am Tag den Arzt
fern halten würde.
Möglicherweise stimmt dies auch.
Doch der billige Wein und Vodka,
die Überdosis Tabletten
und deine mit Tränen überströmte Mutter,
die dich am Morgen findet,
halten ihn sicherlich nicht fern.
Als ob dein bester Freund nicht anrufen würde,
dir dreißig Nachrichten hinterlassen würde.
In deinen Kopf schon hörst du sie schreien,
sie hätten niemals etwas falsch gemacht,
sie hätten dir niemals weh tun wollen.
Du bist dankbar.
Allerdings nicht gut genug. 
Du bist einfach nicht gut genug,
denn du schreibst Briefe an Niemanden.
Immerhin schreibst du sie überhaupt erst,
um dich besser zu fühlen.
Damit Niemanden sagen kann,
ein toter Mensch hätten an ihn gedacht.
So ist es einfacher,
niemand braucht seine Füße schlurfen.
Die Welt hört nicht auf sich zu drehen.
Das ist ein Versprechen, dass sie daran erinnert,
weiter zu machen.
Hoffentlich weinen sie nicht lange.
Eigentlich verstehst du es selbst nicht:
Dies ist weder ein Liebesbrief
noch ein Abschiedsbrief.
Dies ist eine Entschuldigung an
Niemand.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Ohne Definition

So las ich heute ein Buch, welches mich an dich erinnerte;
Du mit all deinen komplizierten, Fach-bezogenen Worten.
Wie du mir erklären wolltest, wie schnell Definitionen deinen Kopf entronnen, doch Synonyme üppig auf Vorrat waren.
Ich hätte ein Thesaurus lesen können.
Jedes Wort wärest du gewesen. 

Dienstag, 3. Mai 2016

Gezwitscher

Seinen Peiniger nicht mehr als Menschen zu definieren, ist eigentlich ein Rückschritt, oder?

Montag, 2. Mai 2016

"Du kannst das!"

Ja, Ja - ich weiß schon: Liebe und Wunder schon schwer zu finden. 
Vertrauen und Aufrichtigkeit gehen viel zu schnell verloren.
Printipiell ist alles eine Interpreationsfrage. Wenn Menschen zu mir sagen, wie freundlich und zuvorkommend es auch gemeint ist: "Du kannst es schaffen", höre ich nur "Du bist auf dich allein gestellt".
Sie sagen: "Du kannst das!"
Ich höre: "Von mir brauchst du keine Hilfe erwarten".
Sie sagen: " Du schaffst das!"
Ich höre: "Es interessiert einfach keinen."

Darum frage ich nicht mehr nach Hilfe. Meine Perspektive ist ver  rüc  kt.
Oft genug stellte man mich an den Rand, mein ganzes Leben lang. Viel zu häufig geschah dies unter dem leicht zu glaubenden Vorwand von Ermutigung.

Was ich brauche, sind meine eigenen zwei Hände und all die Restverwertbarkeit in mir drin. Auch wenn ich nicht talentiert bin, meist nicht einmal "gut genug". Ich stolpere viel, falle zurück und nicke erfürchtrig drei Mal "Ja!". Mit Tränen in den Augen, einem Stein im Magen murmle ich "Danke trotzdem", meist so leise, dass es keiner hört, und gehe einfach weiter.
Menschen können durch mich hindurch sehen. 'Das ist kein Mensch', denken sie womöglich,
Denn ich warte nur, immer länger, immer weiter - auf der Suche nach der Möglichkeit dieses Loch in der Brust letztendlich zu füllen.

"Du kannst das!" - nur ohne eine einzige Hand, die helfen könnte, die Füße vor dem Schritt in den Treibsand zu schützen.

Sonntag, 1. Mai 2016

Bunte Bilder

Da ich im letzten Monat viele "Aufträge" von einer Bekannten bekommen habe, gibt es nicht viel Neues. Hauptsächlich wollte sie nämlich bekannte Designs mit anderer Farbgestaltung, die ich sogar vergessen habe zu fotografieren.
Von den anderen Sachen kann ich das nicht behaupten, deshalb mal wieder was Buntes für euch:





Das letzte Bild ist wie man sehen kann keine Kiste, sondern ein Mandala, welches ich auf meiner Wand gezeichnet habe. Mit einem Faden und Geduld habe ich es geschafft, regelmßige Kreise zu ziehen. Eine Zeit lang hat mein oberer Rücken nicht so mitspielen wollen, weil ich viel über Kopf gearbeitet habe, aber das Ergebnis hat sich gelohnt - wie ich bescheiden behaupten möchte. =)