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Dienstag, 7. März 2017

Verleugnung und hässlichere Folgen

Heute Nacht trinke ich auf dich! Hoch das Glas und würge all das herunter, was du hinterlassen hast.
Ich bin inzwischen überraschend gut darin, den Würgereiz zu ignorieren, um auf das Surren im Kopf zu warten. Weiße Baumwoll-Schlaflieder für die mit schwachem Herzen.
Innerlich töte es mich, dass wir nur eine Kollektion an Vignetten sind - immer nur die Skizzierung von Blütenfingern und blutenden Sonnenuntergangslächeln. Irgendwo am Straßenrand hinterlegt wie eine Erinnerung, die vor lauter Vernachlässigung elektrostatisch wurde.

Diesen Sommer werde ich ein Rebell. Der Martyrer in einem Kinderspiel. Ein Landstreicher mit nichts außer Kartons voll von toter Poesie, welche die einzige Heimat wurde, ist und sein wird.
Ich vermisse die Tage, an denen Persönlichkeitsstörungen nicht elegant und schmückend waren. Denn nun bin ich 3,74 Therapeutun durch kenne keine greifbare geistige Gesundheit und kein Bewusstsein mehr.
Ich möchte nur, dass du an mich denkst wie ich an dich denke. Nein, falsch, ich möchte, dass du weniger melodramatisch bist. Vom Mond gesprungen, in Worte gefallen - an den spitzen Kanten von Z und K aufgespießt.
Erst nachdem du weg warst, konnte ich Zuneigung spüren. Eigentlich ist das immer so, denn davor bin ich zu sehr damit beschäftigt, Leute weg zu stoßen und zu verleumdnen. Ein Portrait mit viel Mitternachtsblau und nüchterndem Grau, du der Sonne entgegen.

Jeder Planet, auf dem wir landeten, war bereits tot - das zum Brechen der Geschichte. Vertrau mir, ich wünsche mir auch, das Leben wäre ein Ohne-One-Nicht-Stand, weil es so schwer ist, jemanden in die Augen zu sehen, den man benutzt hat. Aus dem fremden Bett rollend, realisierst du, dass du plötzlich nur noch weniger Zeit hast. Du weißt, dass du dies füchtest. Somit auch irgendwie mich fürchtest.
Oder vielleicht bin auch nur ich so.
Prinzipiell sollte ich dich nicht vermissen. Denn du bist immer auf mir zusammengefallen wie ein Kartenhaus aus liebeskranken Briefen; geschrieben von Jugendlichen, die ausschließlich davon träumen, sich von zu Hause los zu reißen. Es war semi-melancholisch, doch hundert Prozent herzbrechend, denn mir ist bewusst, dass wir beide durch unser Leben stürzen - unser Gewicht beschwert von den Wünschen, die dieses niemals brachte.
Für uns gegenseitig sind wir der Anker der falschen Art. 'Versuche nicht zu sinken während ich mich mit 100 Tonnen an deine Füße kette'.

Gott, ich vermisse die Leere von vorher. Bevor ich dir von einigen meiner Ängsten erzählte und du mir mit einem folterndem Lächeln befahlst, auf zu wachen. Wir können nicht lieben, nicht wahr? Das Herz ist zu trocken - die Leber nur nicht.
Zu gerne hätte ich dir ein Gedicht gewidmet, aber ich weiß, dass es so nicht sein soll. Bitte verzeih, mein verlogener Narzisst.

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