Dienstag, 9. Mai 2017

Altschmerz

Verzweifelt wische ich an der Reflektion meines Spiegels; werde aggressiver bei jeder Bewegung meiner Hand. Dort erblicke ich einfach keine Person, die ich kenne.
Da muss doch noch mehr sein...
Es muss doch noch mehr geben...

Diese stets krakelnden, tapsenden Finger haben ihren Zweck überwachsen. Auch ich muss zugeben, dass sich diese Zeilen nur noch zu einen fortwährend eintönigen Rhythmus aneinander reihen lassen. Unterhalb der Oberfläche ist es schonunglos. Wenn es nicht mehr ans Licht getragen wird - wie das goldene Kalb, um das, dass einfach Volk tanzt -, was soll übrig bleiben als Wüstenlandschaft?
Man fängt doch immer erst das Beten an, wenn der Aufzug stehen bleibt und Dunkelheit einen umhüllt. Notfallknopf deaktiviert.
Auch ich bin so, erhoffe inständig, dass es irgendwann mal irgendetwas gibt, dass mich aus meinem Körper, eher noch aus meinem mentalen Gefängnis, heraus transportieren kann. (Ja, auch hier, ich sehe es ein, widerhole ich mich.)  Es geht nicht um den atmosphärischen Druck, sondern um die Schmerrz vor und während des Sturrm, der nicht enden mag. Es ist alles verworren und trächenreich. Wenn man Verzweiflung auch nicht mit Anmut überwinden kann, möchte ich es doch mit einem letzten Rest Würde versuchen.
Manchmal verwechsel ich Stille mit Gnade und dies ist ein sehr gefährlicher Standpunkt. Das denke ich jedenfalls. Denn hier - genau inmitter der Schreie eines verängstigten Kindes im stehengebliebenen Aufzug - befindet sich mein Herz.

Kommentare:

  1. Mensch, hatte ich mich kurz erschrocken, dass du deinen Blog gelöscht haben könntest.. So viele Blogger verschwinden seit einigen Monaten...
    Ich lasse dir Kakao da <3

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  2. Du bist noch da...♡ hatte erst gedacht, du hättest deinen Blog löschen wollen, als deine Posts weg waren.

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