Donnerstag, 24. Mai 2018

Weiter atmen

Sie sagen, dass es am Einfachsten ist einfach immer weiter zu atmen nachdem du jemanden verloren hast. Einfach weiter atmen. Das Konzept dahinter ist, dass das Gewicht der Bürde weniger signifikant auf den Schultern lastet, wenn die Lunge mit Sauerstoff gefüllt ist. Denn Verlust sowie Trauer fühlen sich dem Ersticken zu ähnlich an.
Es existiert eine komplexe Schönheit in Form von Schmerzen; denn diese zeigt uns, was wir haben. Was wir zu verlieren haben. Jedoch am Wichtigsten ist, dass uns Schmerz zeigt, dass wir am Leben sind. Sollte auch in Zeiten der Trauer diese Anschauung wenig Trost spenden, bleibt die Verinnerlichung: Es wird eine Zeit danach geben. Aus dem Grund, dass uns genau diese - manchmal nicht perfekte - Balance zwischen Gut und Schlecht paralysiert, müssen wir einfach weiter atmen.

Mir ist Schmerz auch bekannt. Bekannter als ich es mir persönlich wünschen würde. Manchmal wirkt es makaber, dass ich mich zu den dunklen Gassen hingezogener fühler als zu den lichten Momenten. Auch wenn ich es oft nicht mehr wollte, nicht daran glaubte, eigentlich darin in der Lage zu sein... Ich habe weiter geatmet.
Man muss seine Bürden nicht vergraben, man muss sie aber auch nicht zur Schau stellen. Man muss sie einen nicht auffressen lassen, kann ihnen aber immer einen vollen Löffel hinhalten... Was ich eigentlich damit sagen möchte: Auch wenn diese Traurigkeit nie vergehen sollte, wenn ich diese verkommenden Gedanken für den Rest meines Lebens mit mir rumtragen sollte: Nur nicht vergessen zu atmen.

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